Auf König Minos Spuren

Bei der Besichtigung der antiken Stätte Knossos (Κνωσσός) gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm! Wer nicht mit einer größeren Gruppe, die durch einen Reiseführer organisiert ist, anreist muss mit einer hohen Wartezeit am Kassenhäuschen rechnen.

Der Eintrittspreis von 16€ beinhaltet zusätzlich auch noch das Museum in Heraklion. Für mich, als studierte Archäologin, hatten die vielen bunten Restaurierungen doch starken Disneyland Charakter. An mehreren Stellen ragen leuchtend rot bemalte Säulen in den Himmel. Auch die Fresken sind so stark nachbearbeitet, dass es auf den ersten Blick sehr schwer erkennbar ist, wobei es sich um antik erhaltenes Material handelt und was nachträglich zur Verdeutlichung betoniert wurde. Je länger man zwischen den Touristenmassen wandelt, desto „romantischer“ wird die Vorstellung des archaischen König Minos, der von einer der zahlreichen Terrassen auf sein Reich hinab blickt. Die Besichtigung von Faistos am Vortag macht es für mich einfacher, sich die antiken Teile der Anlage zurück ins Gedächtnis zu rufen.

Der nächste Stop führt natürlich, wie schon angekündigt, ins archäologische Museum von Heraklion. Hier sind nicht nur die Originale der bemalten Friese aus Knossos zu sehen, sondern auch der Diskus aus Faistos. Dabei handelt es sich um einen der bedeutendsten Funde der Bronzezeit – er ist mit zahlreichen Darstellungen von Menschen,Tieren und Pflanzen bedruckt. Hierbei handelt es sich um ein Einzelstück, dessen kulturelle Bedeutung oder Leserichtung umstritten ist.

Der Tag klingt mit einem Bummel durch die Stadt Heraklion (Ηράκλειο) aus. Touristische Höhepunkte sind hierbei der Löwenplatz, Bembo-Brunnen oder die venezianische Loggia. Besonders am Löwenplatz findet man viele fliegende Händler oder Pantomime, die in mir das Gefühl auslösen meine Tasche fester am Körper zu tragen und ständig im Auge zu behalten. Leider kann man hier nur noch wenige Überbleibsel der historischen Altstadt bewundern, da die Stadt während des zweiten Weltkrieges von der Wehrmacht komplett ausgebombt wurde.

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