Wasserburg, oder die Frage: Wo ist die Burg? 

Neuer Sonntag – neuer Ausflug! Diesmal in das kleine Städtchen Wasserburg am Inn.

Die Stadt schmiegt sich in eine Schleife des Inns, wodurch man erst über eine Brücke fahren muss um überhaupt in die Stadt zu gelangen. Die vielen kleinen Gassen der Altstadt sind entweder kunterbunt oder mit detailreichen Wandmalereien geschmückt. Gleich neben dem Rathaus liegt die Kirche Zu Unserer Lieben Frau. Dabei handelt es sich um eine kleine aber feine Kirche, deren Hauptaltar im Stil des Rokkoko gehalten ist.

Nach einem Spaziergang durch die Stadt stellt sich mir allerdings eine Frage: Wo ist die Burg? Meherere Wegweiser führen einen Berg hinauf, groß zu sehen ist von unten jedoch nichts. Oben angekommen steht man dann vor einen ehemaligen Getreidespeicher, in dem heute ein Altenheim untergebracht ist. Auch alle andern Teile der Burg sind heute von Verwaltungsgebäuden belegt, so dass man sie nur von außen zu besichtigen ist.

Auf der längsten Burg Europas

Pfingsten, das heißt Feiertag und das bedeutet natürlich Ausflug! Diesmal auf die längste Burg Europas – die Burg zu Burghausen.

Nach knapp 1 1/2 Stunden von München mit dem Auto findet man sich im Städtchen Burghausen wieder. Ich parke neben der Kirche in der Altstadt und schlendere zunächst an den bunten, reich geschmückten Fassaden der Hauptstraße entlang. Ein Schild weist mir den Weg hinauf zur alles überragenden Burg. Nach etwa 10 Minuten und zahlreichen kleinen Treppchen stehe ich vor dem Eingang. Der Rundgang, sowie die Besichtigung des Innenhofes der Hauptburg sind kostenfrei, lediglich das Museum im Inneren kostet 4,50 €.

Da ich sowieso ein Fan von Schlössern und Burgen bin, war ich schon nach den ersten Schritten in den Hof verzaubert. Die toll erhaltene Anlage erinnert mich sofort an die Märchenwelt der Gebrüder Grimm – große Tore und viele kleine Treppen hinauf ins Gewölbe. Vor meinem geistigen Auge entstand sofort ein lebhaftes Treiben von Angestellten, Gesandten und Kaufleuten. Nachdem ich mich nur schwer von diesem wunderschönen Anblick losreißen konnte, erkunde ich die restlichen über 1000 m der Burg. Entlang der Mauer hat man immerwieder einen tollen Ausblick auf den Wöhrsee. Immer wieder schmücken mit Rosen bewachsene Häuschen die Mauer. Die ganze Zeit fühlt man sich irgendwie in eine andere Zeit versetzt – mein ganzer Aufenthalt war sehr entschleunigt – die Idylle der Anlage hat sich positiv auf meine Stimmung ausgewirkt.