
November: Olympiapark im Nebel



An diesem Wahrzeichen kommt in Prag niemand vorbei: In Mitten der Prager Altstadt an der Südseite des Rathauses findet sich die astronomische Uhr aus dem Jahr 1410. Rund um die Uhr ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen. Ich gebe hier meinen Favouriten wieder:
Angeblich waren die Fenster oberhalb des Zifferblattes, die heute die Apostel beherbergen, die Fenster zu einer Gefängniszelle. Hier war ein Raubritter inhaftiert, der sich in der Stadt mit dem Schwert geschlagen hatte und wartete auf die Vollstreckung seines Todesurteils. Er beobachtete aus dem Fensterchen, wie sich ein Spatz in dem Mund des Sensenmanns niederließ, während dieser ihn auf- und zu klappte. Nach dem Ende der Vorführung blieb der Spatz in besagtem Mund gefangen und musste bis zur nächsten Stunde warten, bis er wieder frei wurde. Nachdem der Spatz in die Freiheit geflogen war, hatte der Ritter wieder Hoffnung, vielleicht selbst freizukommen. Und dies geschah tatsächlich, er wurde begnadigt.
Václav Cibula: Pražské pověsti. Orbis; Praha 1972

Der zweite Touri-Hotspot findet sich nur ein paar Gehminuten weiter: Die Karlsbrücke. Diese wurde ebenfalls im 14. Jahrhundert errichtet und damit eine der ältesten erhaltenen Steinbrücken Europas. Über die Brücke führte der Krönungsweg der böhmischen Könige. Erst seit 1870 wird sie offiziell Karlsbrücke genannt.



Von der Karlsbrücke kann man sie bereits sehen – die Prager Burg. Das Gelände ist von Montag bis Freitag von 09:00 – 17:00 Uhr geöffnet. Für die Besichtigung der Gebäude wird ein Ticket benötigt. Hierbei gibt es mehrere Möglichkeiten. Da ich vor Jahren schon einmal die große Tour gemacht hatte, habe ich mich diesmal für Rundgang B zum Preis von 10€ entschieden. Die Highlights dieser Tour sind der Veitsdom und der alte Königspalast.
Die erste Version des Veitsdoms wurde im 14. Jahrhundert errichtet und dient seit jeher als Krönungskirche und Grabstätte der böhmischen Könige. Die heute zu sehenden Glasfenster wurden vom Jugendstil Künstler Alfons Mucha gestaltet. Neben dem Eingang erhebt sich ein Obelisk, der den Opfern des ersten Weltkriegs gedenkt.
Der alte Königspalast findet sich im zweiten Burghof. In diesem Gebäude fanden nicht nur Regierungssitzungen, Krönungen oder Festakte statt, sondern auch für Tuniere. Durch einen eigenen Reitereingang konnten die Ritter direkt in den Saal reiten. Im Ludwig-Flügel begann seiner Zeit der Dreißigjährige Krieg, als man zwei katholische Präsidenten aus dem Fenster warf. Auch heute noch ist der Palast der Sitz des Präsidenten, weshalb nicht alle Räume für Besucher geöffnet sind.

Für diese Sehenswürdigkeit musste ich mich ein wenig vom Navigationssystem in meinem Handy leiten lassen. Versteckt an einem kleinen Platz gegenüber der Französischen Botschaft habe ich sie dennoch gefunden. Seit den 80ern wird die Wand mit von John Lennon inspirieren Graffitis gestaltet. Dabei handelt es sich nicht um ein konstantes Denkmal. Die Wand wird immer wieder umgestaltet.

Hierbei handelt es sich um einen gefüllten Baumstriezel, der in ganz Prag an jeder Ecke angeboten wird. Die Füllung variiert je nach Geschmack. Ich habe mich wie das Foto zeigt für Schokolade und Erdbeeren entschieden. Auch wenn das Essen eine relative Sauerei ist kann ich Trdelnik sehr empfehlen – sehr süß aber auch sehr lecker!