6 Dinge, die du an der Mecklenburger Seenplatte erleben kannst

Mein diesjähriger Sommerurlaub verschlug mich an die Mecklenburger Seenplatte – frei nach dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt“. Die Anfahrt wurde in 2 Steps geteilt, da es von München aus schon ein ganz schönes Stück ist. Die erste Etappe führte bis nach Leipzig, was noch gut freitags nach der Arbeit machbar ist, die zweite Etappe führte dann ins idyllische Kukuk in Mecklenburg Vorpommern. Da das kleine Dörfchen in 10 Minuten erkundet ist kommen im folgenden meine 6 Tipps, was man an der Mecklenburger Seenplatte alles in einer Woche erleben kann:

1. Wismar

Wenn man so nah an der Ostsee ist muss man dort natürlich auch hin. Als Ziel für diesen Ausflug habe ich Wismar ausgemacht. Für das richtige Meer- Feeling ging es gleich am Anfang auf eine Schiffsrundfahrt durch den Hafen. Hier konnte ich auch die sogenannten „Schwedenköpfe“ aus der Nähe bewundern. Als Wahrzeichen Wismars markieren die bunt bemalten Büsten die Hafeneinfahrt. Wo diese Köpfe genau herkommen ist wohl nicht eindeutig geklärt, sie scheinen aber auf die Schwedenzeit zurück zugehen. Auch in der Stadt findet man immer wieder Hinweise auf diese Zeit – wie zum Beispiel das Gasthaus „Alter Schwede“, eines der ältesten Bürgerhäuser Wismars, erbaut 1380. Besonders schön fand ich die Fassade in Backsteingotik, die ich schon fotografiert habe bevor ich die Geschichte des Gebäudes kannte.

2. Affenberg Malchow

In Malchow findet man eine kleine Besonderheit gut versteckt in einem Wäldchen. Vom Parkplatz aus sieht alles sehr unscheinbar aus. Doch sobald man durch das Metalltor tritt sieht man unerwartetes. Zuerst läuft man auf eine Sommerrodelbahn zu, für 3€ geht die wilde Fahrt auch schon los. Da meine letzte Rodelfahrt schon einige Zeit her war, habe ich wohl doch zu ängstlich gebremst um so richtig in fahrt zu kommen.

Am Ende der Rodelbahn folgt ein weiteres Tor. Für 5€ Eintritt pro Person wird einem Einlass gewährt. Am Eingang bekommt man noch eine kurze Einweisung, dass man seine Wertgegenstände sicher verstauen soll und der Rucksack vorne zu tragen ist. Kurze Zeit später sollte ich erfahren, warum das eine sehr wichtige Information ist – denn die Berberaffen laufen im Wald frei herum. Es gibt keine Ranger, die das ganze Überwachen, so wie ich das aus Salem in Baden Württemberg (hier geht’s zum Post) kenne. Die Dame neben mir, die ihren Rucksack arglos auf dem Rücken hatte, war schnell Ziel gefräßiger Affen. Schneller als es jeder von uns begreifen konnte, saß der Affe auf ihrem Rücken und hatte den Reißverschluss der Tasche auch schon geöffnet. Nur das eingreifen ihres Mannes konnte den Affen vom ausräumen stoppen. Kein Wunder also, dass ich auf dem Foto unten alles so festhalte, dass es mir niemand nehmen kann.

3. Freilichtmuseum Groß Raden

Für mich als studierte Archäologie hat sich in Groß Raden ein kleiner Schatz aufgetan. Dort findet sich das gleichnamige Freilichtmuseum – für 3,50€ Eintritt kann man das kleine aber feine Museum und die Freifläche besichtigen. Ich war sehr begeistert davon wie modern das Museum ausgestattet war. Hier wird die Geschichte der Slawenprinzessin Thore erzählt, die gleichzeitig durch die Geschichte der Slawen in Mecklenburg Vorpommern führt. Vom Museum geht es dann auf die Freifläche. Dort sind einige Häuser, sowie die sogenannte Slawenburg rekonstruiert.

4.Schwimmen im Klein Pritzer See

Wenn man wie ich seine Base direkt am Klein Pritzer See hat, lädt der nahe gelegene Steg zum plantschen im See ein. Das Wasser leuchtet strahlend blau und ist sehr viel wärmer als die Umgebung vermuten lässt.

Steg am Klein Pritzer See

5. DDR Museum Dabel

Der nächste Tipp ist das DDR Museum in Dabel. Es wird überall in der Umgebung mit Schildern beworben, deshalb dachte ich mir „wieso nicht?“ – und ich wurde sehr überrascht! Was von außen aussieht wie eine unscheinbare Scheune ist in Wirklichkeit eine liebevoll gestaltete Privatsammlung, die bis zur Decke reicht. Von Motorrädern bis zu Bierdeckeln findet man hier alles. An den Regalen sind immer wieder wertvolle Hinweise für den Besucher angebracht. Die 8€ Eintritt pro Person ist das Museum auf jeden Fall wert!

6. Mammutbäume, Demen

In der Nähe von Demen, findet sich im Wald eine weitere Besonderheit – dort stehen drei Mammutbäume. Den genauen Standort kann ich leider nicht wiedergeben, ich musste mich von Google Maps navigieren lassen. Schon an der Straße gibt es den ersten Wegweiser in Richtung der Bäume. Im Wald verliert sich dann etwas die Spur, aber die Bäume sind dann doch aufgrund ihrer Größe leicht zu erkennen. Ich denke es hätte drei bis vier Mann gebraucht um einen der Bäume zu umarmen.

Völkerschlachtdenkmal, Leipzig

Wenn ich auf Reisen bin versuche ich auch bei kurzen Aufenthalten zumindest eine Sehenswürdigkeit abzuklappern. In Leipzig war ich nur für einen Abend und eine Nacht – hier habe ich mich für das Völkerschlachtdenkmal entschieden.

Wasserspiegelung vor dem Denkmal

1913 errang ein verbündetes Heer aus Russen, Preußen, Österreichern und Schweden in Leipzig einen entscheidenden Sieg über Napoleon. Hundert Jahre nach diesem Ereignis wurde das Völkerschlachtdenkmal eingeweiht. Mit 91 m Höhe ist es das höchste Denkmal Europas. Vom Sockel bis zur obersten Aussichtsplattform sind es 500 Stufen. Für 10€ Eintritt kann das Denkmal besichtigt werden.

Über dem Eingangsportal steht eine Monumentalfigur des Erzengel Michael – er gilt auch als Schutzpatron der Soldaten. Vom hier aus gelangt man in die Krypta. An den Wänden findet man 8 Zweiergruppen aus steinernen Kriegern. Diese symbolisieren die 120.000 Gefallenen der Völkerschlacht. In der Ruhmeshalle darüber wachen Personifikationen der Tugenden des deutschen Volkes – Tapferkeit, Glaubensstärke, Volkskraft, Opferbereitschaft. An der Kuppeldecke sind fast lebensgroße Reiterfiguren abgebildet.

Knapp unterhalb der Kuppel führt eine weitere Treppe hinauf zur ersten Aussichtsplattform. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick über Leipzig. Am Ende des Rund führt eine weitere Treppe auf die oberste Plattform. Die Wendeltreppe hier ist so schmal, dass sie jeweils nur in eine Richtung begangen werden kann. Eine Ampel regelt den Verkehr. Oben angekommen hätte ich gerne die Aussicht bewundert, leider war dies durch hunderte von Insekten nicht möglich. Mit dem betreten der Plattform befand ich mich im Inneren eines Schwarms von Tieren die ich als fliegende Ameisen identifiziert hätte, sicher bin ich mir allerdings nicht. Da die Tiere die Erfahrung sehr unangenehm gemacht haben, bin ich bei der nächsten Ampelschaltung wieder nach unten in die Sicherheit der Kuppel.

Hahnenkamm – Wandern entlang der Rennstrecke

Im Rahmen eines Eishockey-Tuniers ging es für ein Wochenende nach Kitzbühel. Nachdem ich mir am ersten Tag einen Überblick über das Städtchen geschaffen hatte, war mir relativ schnell klar, am spielfreien Vormittag muss ich auf den Berg. In diesem Punkt hat man in Kitzbühel zwei Möglichkeiten: das Kitzbühler Horn auf der einen Seite, der Hahnenkamm auf der anderen.

Da mir der Hahnenkamm durch das bekannte Skirennen schon seit kleinauf ein Begriff ist habe ich mich dafür entschieden. In meiner Recherche für diesen Ausflug bin ich auch immer wieder auf diverse Wanderungen in diesem Bereich gestoßen. Letztlich habe ich mich für das Kitzpanorama und die Besichtigung der Hahnenkamm-Rennstrecke entschieden.

Aufgrund der zeitlichen Begrenzung des Ausflugs und weil ich noch nie komplett alleine in den Bergen unterwegs war habe ich mich dazu entschlossen beim Aufstieg die bequeme Variante per Seilbahn zu nehmen. Die Einzelfahrt kostet 23€, die Berg- und Talfahrt gibt es für 26€.

Oben angekommen war ich relativ enttäuscht vom KitzPanorama. Es handelt sich im eine kleine Plattform umrandet von Plexiglas. An den verschiedenen Seiten findet man Schautafeln, die die Berge bezeichnet, die man vor sich sieht. Aufgrund der Fotos im Internet hatte ich mir aber irgendwie mehr davon erwartet – dort sieht es eher aus wie ein moderner Skywalk. Das ist er definitv nicht.

Die schönere Aussicht hat man vom Hahnenkamm Starthäuschen. Gerade blühen die Almblumen in den schönsten Farben, im Hintergrund sieht man auf den wilden Kaiser.

Ins Tal führen natürlich mehrere Wege. Ich habe mich für den Weg entlang der Hahnenkamm-Rennstrecke, der mit 2,5 Std angegeben wurde, entschieden. An den verschiedenen Schlüsselstellen der Rennstrecke finden sich Displays mit Infos zum Rennen an sich und den Ikonen des Sports. Nach etwa einer Dreiviertelstunde die steile Abfahrt hinab trifft man auf die Seidlalm. Bis hier hin sind relativ viele Leute unterwegs, danach kommen einem nur noch wenige Leute entgegen. Der Wanderweg verläuft großteilg in der prallen Sonne, wer nichts zu trinken eingepackt hat, hat an der Alm die letzte Gelegenheit vor dem Tal etwas zu kaufen. Es empfiehlt sich aber allgemein nicht unvorbereitet zu einer Wanderung aufzubrechen. Das sollte ich auch selbst relativ schnell merken, da ich nur in normalen Turnschuhen unterwegs war. Ich habe definitiv unterschätzt wie steil der Weg an manchen Stellen ist und hätte das mit meinen Wanderschuhen sehr viel besser gemeistert. Turnschuhe sind an solchen Stellen doch schon sehr rutschig und bieten wenig halt.

Wieder an der Talstation angekommen und völlig durchgeschwitzt zeigte mein Fitnesstracker, den ich aus Neugierde mitlaufen habe lassen das folgende an:

(Natürlich bin ich nicht gegen die Zeitangabe auf den Schildern angelaufen, sondern habe den Weg in meinem Tempo begangen. Runter geht immer schneller als rauf.)