Exploring Liguria: Mit dem Oldtimer-Van von Dolceaqua bis nach Genua


Dolceaqua – Ventimiglia – Cervo – Savona – Arenzano – Genua


Wir eröffnen offiziell die Camping Saison! 10 Tage geht es für uns mit dem Feuerwehrbus nach Ligurien – zwischen Genua und der französischen Grenze. Insgesamt haben wir den Trip in vier Etappen aufgeteilt. Da wir in der Vorsaison unterwegs sind haben wir keinen der Campingplätze vorgebucht, was uns ein gewisses Maß an Spontanität in der Planung ermöglicht hat. In der Hauptsaison wäre es wahrscheinlich nicht so einfach gewesen.

Mit unserem Oldtimer-Bus, der im Durchschnitt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf die Strecke bringt, ist eine Anreise an einem Tag ein bisschen utopisch. Deshalb ist der erste Tag des Urlaub nur der Fahrt gewidmet. Wir beginnen bei 10 Grad und Regen und werden den strömenden Regen auch bis Italien nicht los – inklusive Aqua Planning auf der italienischen Autobahn. 570 km geht es durch die Schweiz bis nach Costa Vescovato. Der Campingplatz „La Campeggia“ ist unser Stellplatz für die Nacht. Zu zweit inklusive Strom haben wir 20€ in der Nebensaison bezahlt. Die Anmeldung konnte ich ganz einfach online von unterwegs aus ausfüllen. Wäre das Wetter auch nur ein bisschen besser gewesen, hätten wir abends den Ausblick über die Weinberge genießen können. So haben wir uns, gleich nachdem wir alles angeschlossen hatten, in den Van verzogen und dem Trommeln des Regens auf dem Dach gelauscht. Das Ganze hört sich romantischer an als es gewesen ist. Da wir bis jetzt nur den Boden isoliert haben ist es kalt im Bus – und nach ein paar Stunden merken wir, das der Oldtimer ein Leck hat. Es tropft an der hinteren rechten Ecke leicht, aber stetig ins Innere. Das muss auf jeden Fall bei unserer nächsten Bauphase repariert werden.

Erster Ausflug nach Dolceaqua

Am nächsten Morgen geht der Urlaub dann richtig los. Wir nähern uns dem Startpunkt Ventimiglia mit großen Schritten. Auf dem Weg machen wir einen Halt in Dolceaqua, das in jedem Reiseführer und Reisebericht erwähnt wird. Es handelt sich um ein Dorf, dessen Altstadt an einem Hang gelegen ist. Die kleinen verwinkelten Straßen, die erstmal nur nach oben zu führen scheinen, sind nicht mit dem Auto befahrbar. Deshalb parken wir auf dem großen Parkplatz auf der Altstadtseite des Flusses am Fuß des Dorfes. Ganz oben thront ein Kastell, das grundsätzlich auch besichtigt werden kann – wir kommen zur Mittagszeit an und verpassen den letzten Einlass vor der Mittagspause um eine halbe Stunde. Also tauschen wir wieder in die schmalen Gassen ein. Der Maler Monet wurde ebenfalls von der Ansicht verzaubert und hat mehr oder weniger mein Foto gemalt.

Nach diesem Ausflug und einem ausgiebigen Mittagessen, geht es weiter zum Stellplatz. Wie bleiben etwas außerhalb von Ventimiglia und fahren zum Campingplatz “ Camping por la mar„. Hier zahlen wir inklusive Strom und 18 Minuten warme Dusche 29€. Abends spazieren wir noch kurz hinunter zum Meer und schauen schweigend den Wellen zu.

1. Etappe (Ventimiglia – Cervo)

Eigentlich stand der botanische Garten Hanbury auf meiner Liste. Da wir am vorhergehenden Tag aber etwas spät an unserem Stellplatz angekommen sind, konnten wir den Garten, der nur bis 17:00 Uhr geöffnet hat nicht mehr besuchen. In der ersten Etappe wäre er zu weit abseits der Strecke gelegen um diesen Schlenker zu machen. Das sollte nicht das letzte Mal auf dieser Reise sein, dass ich die Sehenswürdigkeiten, von der Liste die ich im Vorlauf zu Hause gemacht habe, auslassen musste. Viele Dinge sind einfach nicht möglich, wenn man mit einem knapp 5 Meter langen und fast 3 Meter hohen Camping Bus unterwegs ist.

Auf der Strecke nach Cervo gibt es allerdings eine super Alternative für alle Pflanzenliebhaber: Der Giardino Esotico Pallanca. Er liegt direkt an der Straße und wir hätten ihn beim Fahren fast übersehen! Was von Außen eher unscheinbar wirkt ist ein exotischer Garten, der sich über zahlreiche Terrassen auf dem Hügel erstreckt . Es handelt sich um einen privaten Garten, der seit 1989 für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Wir haben 6€ pro Person bezahlt, die sich zumindest für mich als Crazy Plant Lady definitiv gelohnt haben.

Weiter geht die Fahrt und wir erreichen die Stadt San Remo. Hier stehen wir nur im Stau und haben keine Möglichkeit zu parken um die Stadt zu erkunden oder auf der Strandpromenade zu bummeln. Deshalb orientieren wir uns weiter Richtung Leuchtturm am Ende der Stadt. Aber auch dieser ist abgezäunt und kann offensichtlich nicht besichtigt werden. Weiter entlang der Strecke würde das Künstlerdorf Bussana Vecchia warten – da wir am Vortag aber erst in Dolceaqua waren und das im Internet sehr ähnlich ausgesehen hat, haben wir den Ort bewusst ausgelassen. Kurz vor unserem Tagesziel findet sich noch ganz versteckt am Straßenrand und nirgends ausgeschildert das Denkmal für die Gewinner des Radrennes Mailand – San Remo. Es gibt nur eine winzige Parkmöglichkeit, so dass ich nur kurz aus dem Auto gesprungen bin um das Ganze in einem Foto festzuhalten.

An allen kommenden Stränden vorbei fahren wir zu unserem Etappenziel – dem Campingplatz „Camping del Mare„. Der Platz hat einen eigenen Strandzugang, der nur wenige Meter von dem uns zugewiesenen Stellplatz entfernt ist – weil uns der Platz und der Strand so gut gefallen hat bleiben wir eine weiter Nacht stehen und legen einen Strandtag ein. Das Meer ist zwar noch etwas kalt, das hat uns aber nicht wirklich davon abgehalten hinein zu springen.

Hier zahlen wir inklusive heißer Dusche 25€ pro Nacht. Der Strom wird mit 50 Cent pro Kilowattstunde abgerechnet.

2. Etappe (Cervo – Savona)

Auf der Strecke Cervo – Savona hätte der Reiseführer mehrere Sightseeing Tipps parat gehabt – aber wie vorhin schon mal angesprochen gestaltet sich das mit dem Campervan schwierig. Die Parkplatz-Situation war in allen Fällen ziemlich bescheiden.

Aber erst mal zu den Hotspots: Alessio. Hier gäbe es die Mauer der Verliebten zu sehen. Weit und breit gab es in der ganzen Stadt keinen Parkplatz, wo wir unseren Van hätten abstellen können. Auf der Parkplatzsuche sind wir aber dennoch daran vorbei gefahren – und genau in dem Moment streikt meine Kamera! Ich hätte mir gerne die Fliesen an der Wand genauer angesehen. Eine der ältesten trägt die Signatur von Ernest Hemmingway und stammt aus dem Jahr 1951. Am Ende sollte es aber nicht sein.

Ein Stück weiter lockt die Grotte von Borgia Verezzis. Sie ist mehrere Kilometer lang und gilt als farbigste Grotte Italiens. Schon auf dem Satelitenbild – das ich immer zur Parkplatzsuche nutze – war weit und breit keine Parkmöglichkeit zu sehen. Deshalb sind wir diesen Punkt gar nicht erst angefahren.

Nächster Halt Varigotti – oder auch nicht… Der kleine Küstenort ist vor allem für seine bunten Häuser, die sarazenische Einflüsse zeigen, bekannt. Sie dienen als Vorlage für die Häuser im Donald Duck Comic „Donald und die Nacht der Sarazenen“. Parkplatz gab es wieder weit und breit keinen, weshalb wir auch hier nur durch gefahren sind.

Die Strände von Bergeggi würden hier anschließen, aber hier kann man maximal mit dem Roller / Motorrad parken, da alles aus Hotelanlagen oder Strandbädern besteht.

Unseren Platz für die Nacht haben wir dann auf dem Campingplatz Vittoria in Savona gefunden. Hier zahlen wir 37,5€ inklusive Strom. Wir haben einen Platz direkt am Meer ergattert. Der Ausblick aus dem Auto ist einfach traumhaft. Das entschädigt uns für die verpassten Sehenswürdigkeiten. Der Platz hat allerdings auch eine kleine Schattenseite – die sanitären Anlagen sind etwas in die Jahre gekommen. Geduscht habe ich hier nicht und die Toilette war ohne Brille und Toilettenpapier. Für einen kurzen Zwischenstopp ist der Platz total ok, für länger würden wir uns aber eher etwas komfortableres suchen.

3. Etappe ( Savona – Arenzano)

In Savona lockt die Fortezza Priamar. Direkt am Fuß der Festung gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz, auf dem Der Bus sehr gut Platz findet. Die Besichtigung der Fortezza ist kostenlos, lediglich das kleine archäologische Museum kostet 5€ Eintritt. In dem kleinen, aber feinen Museum wird die Geschichte der Stadt ab der Römerzeit abgebildet. Ich fand ein bisschen Schade, dass wir die einzigen Besucher im Museum waren, obwohl die Festung an sich gut besucht war.

Danach geht es schon weiter zum nächsten Stellplatz: Dem Caravan Park The Vesima, direkt zwischen Autobahn und Bahngleisen. Hier zahlen wir 43€ inklusive Strom und warme Dusche. Als Stadtkind haben mich die Geräusche der Straße und der Bahn überhaupt nicht gestört und ich konnte wunderbar schlafen. Besonders schön fanden wir den Zugang zum kleinen Strandabschnitt. Hier waren wir zum 3. Mal im Meer baden und hätten uns auch einen längeren Aufenthalt vorstellen können.

4. Etappe (Arenzano – Genua)

Die letzte Etappe an unseren Zielort Genua ist eher unspektakulär. Da wir in Arenzano schon in einem direkten Vorort von Genua waren, sind wir nur noch durch die Stadt gefahren. Da campen in der Stadt eher schwierig ist, haben wir uns dazu entschieden für die Erkundung Genuas ein Hotel am Stadtrand zu mieten, wo wir unseren Bus gut und sicher abstellen können. Da sich hier dann auch die Art des Reisens ändert, widme ich Genua einen eigenen Blogpost.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unser erster längerer Campingtrip ein voller Erfolg war. Wir sind ein sehr eingespieltes Team, was sich besonders im Aufbau unseres Pavilions zeigt, den wir inzwischen in 5 Minuten auf- oder abgebaut haben. Die wichtige Erkenntnis für mich war, das sich bei dieser Form des Reisens einiges verändert. Sightseeing ist keine große Priorität mehr, die Landschaft rückt weiter in den Vordergrund. Auch Zeit hat einen anderen Stellenwert. Alles ist etwas langsamer und man entschleunigt von Tag zu Tag bis dahin, das ich irgendwann nicht mehr wusste welchen Wochentag wir haben.

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