Freilichtmuseum Schliersee – Bier brauen wie vor 300 Jahren

Das Freilichtmuseum

Das Freilichtmuseum Schliersee, das 2007 vom ehemaligen Skifahrer Markus Wasmeier gegründet wurde, versucht ein altbayrisches Dorf nachzubilden. Insgesamt besteht das Dorf aus 5 größeren Gebäuden. Neben dem Wirtshaus, das sich in der Mitte des Areals befindet, sind drei Höfe im Kreis angeordnet. Der erste Hof auf dem Rundweg ist das Handwerkerhaus. Hier erhält man einen Einblick in die Werkstatt einer Schreinerei Schusterei und Brennerei. Darauf folgt der Lukashof, in dem die Ausstellung „Strom im Wandel der Zeit“ gezeigt wird. Gleich dahinter folgt der Riederhof. Dieser Hof ist der einzige, der samt der originalen Inneneinrichtung wieder aufgebaut wurde und enthält eine Getreidekammer, Stallungen, sowie Wohngebäude im ersten Stock. Nun führt der Rundweg ein kleines Stück aus dem Dorf heraus, hin zum Bienenhaus im traditionellen Ständerbau. Das Haus ist besonders schön anzusehen, da die Stirnbretter, vom Kirchen- und Lüftlmaler Günther Wasmeier, mit religiösen Motiven oder Fabeln kunstvoll bemalt wurden. Sie sollen nicht nur schön sein, sondern auch Bienen und Imker vor Krankheit und Unglück bewahren.

Der Weg führt zurück zum Wirtshaus „Zum Wolfen“, an dem auch das Museumsbräu angeschlossen ist, das im zweiten Teil des Beitrags eine größere Rolle spielt. Hinter der Wirtschaft gelang man zum Feld- bzw. Kinderstadel, wo diverse Spiele für Kinder aufgebaut sind. Weiter führt der Weg, wieder hinaus aus dem Kern, zur Kasalm. Von dort führt der Weg wieder zurück zum Behamhof, der als neuester Hof zum Museum gekommen ist. Alle Gebäude wurden dem Museum entweder geschenkt oder von ihm erworben – die originale Bausubstanz wurde am Ursprungsort abgebaut und hier her verlegt. Auch die Tiere des Bauernhofs dürfen im Museum nicht fehlen. Sie blenden ganz natürlich im Umkreis der genannten Höfe ein. 

Das Dorf ist von April bis November, Dienstag bis Sonntag geöffnet. Von München aus ist das Freilichtmuseum ganz einfach mit der BOB zu erreichen. Die Station Fischhausen – Neuhaus befindet sich fast genau gegenüber des Eingangs.

Historischer Braukurs

Das Museum allein ist schon immer einen Besuch wert, aber meiner hatte noch einen besonderen Grund. Ich habe mich zu einem historischen Braukurs angemeldet! Es lohnt sich, sich frühzeitig Gedanken zu machen, wann man diesen Kurs buchen möchte, da er aufgrund von großer Nachfrage meistens sehr schnell ausgebucht ist. Für den Kurs werden zwei verschiedene Varianten angeboten – die zweite, für die ich mich entschieden habe, bietet neben dem Kurs zusätzlich auch den Wiedereintritt ins Museum und zwei abgefüllte Flaschen des selbstgebrauten Bieres.

Ich war Teil einer elfköpfigen Gruppe, die mehrheitlich aus Männern bestand – was sich im Nachhinein als großer Vorteil erwiesen hat.

Morgens um 9.00 Uhr geht’s los: Der Braumeister holt die Gruppe am Eingang des Museums ab und drückt jedem einen Steinkrug und eine Schürze in die Hand, die man am Ende als Souvenir mit nach Hause nehmen kann. Darauf folgt eine kurze Einführung über den Ort an dem man sich befindet, sowie über die einzelnen Gebäude – vorrangiges Thema ist das Wirtshaus „Zum Wofen“, wozu auch die historische Schöpfbrauerei gehört. Hier wird gebraut wie vor 300 Jahren.

In der Brauerei angekommen steht man vor einem Kupferkessel mit ungefähr 1000 l Fassungsvermögen. Er wird durch einen, mit Holz befeuerten, Kamin beheizt. Sobald das Feuer brennt werden Wasser und Maische in den Kessel gegeben. Ab jetzt wird mit den sogenannten Harfen fleißig gerührt – die Maische darf sich nicht auf dem Boden absetzten, da sie sonst anbrennen könnte, was sich im Geschmack des Bieres Wiederspiegeln würde. Das Gemisch muss langsam auf 75°C erhitzt werden. Die ganze Zeit über muss unablässig gerührt werden. Zeitlich dauert dieser Teil etwa 1 1/2 bis 2 Stunden. Ab hier wird einem auch klar, warum die Gruppe aus 11 Mann besteht. Auf längere Zeit ist das Rühren sehr anstrengend und die Männer übernehmen den Löwenanteil! Um das ganze etwas aufzulockern, wird die Gruppe ab der Hälfte geteilt. Der eine Teil darf Frühstücken, während der andere weiter rührt. Danach wird gewechselt.

Wenn das Bier auf Temperatur gebracht wurde folgt der nächste Schritt: Es wird geläutert. Das bedeutet: Die Flüssigkeit muss aus dem Sudkessel in den Läuterbottich geschöpft werden. Im Inneren des Bottichs befindet sich ein metallenes Sieb, das das Bier vom sogenannten Trester trennt. Bis es soweit ist sind allerdings drei Aufgüsse von Nöten. Die abgeläuterte Flüssigkeit wird dann wieder zurück in den Sudkessel geschöpft.

Jetzt muss der Kessel erneut befeuert und das zukünftige Bier auf ungefähr 100°C erhitzt werden. Wenn die Temperatur erreicht worden ist, kommt es zur ersten Hopfengabe. Für den Geschmack des Biers ist nur der feine gelbe Staub der Hopfendolde nötig, die Blätter werden später wieder abgeseiht. Das Gemisch wird die ganze Zeit über weiter erwärmt. Nach etwa 30 Minuten folgt die zweite Hopfengabe. Diesmal bleibt die Zugabe nur kurz im Kessel. Das noch nicht ganz fertige Bier wird über eine lange Holzrinne ins Kühlhaus geleitet. Dort werden, mit Hilfe eines kupfernen Siebs, die Hopfenblätter von der Flüssigkeit getrennt. Zu diesem Zeitpunkt schmeckt das Gemisch sehr süß und malzig.

Das finale Ergebnis des Tagwerks kann man erst in ungefähr 5 -6 Wochen probieren. Solange muss die Flüssigkeit gären und reifen.

Die Bavaria und die Ruhmeshalle

Die Bavaria kennt in München wahrscheinlich jeder – und auch jeder der schon einmal einen Beitrag über das Oktoberfest gesehen hat, hat sie wahrscheinlich schon im Hintergrund über den Platz wachen sehen. So lange wie das Volksfest gibt es die Monumentalstatue aber noch nicht erste Pläne wurden aber schon 1824 gemacht, nur 14 Jahre nach der Hochzeit von König Ludwig I. und Therese.

1837 wurde dann der endgültige Vertrag zur Erstellung einer Monumentalfigur geschlossen. Die Grundidee der Dame geht auf das klassizistische Bildnis einer Amazone zurück. In der bayrischen Abwandlung trägt sie dann eine Art Tunika, hat ein Bärenfell übergeworfen und reckt mit der rechten Hand einen Eichenkranz in die Höhe. In der Linken hält sie ein Schwert und Eichenlaub. Als Attributstier ist ihr das Wappentier Bayerns zur Seite gestellt – ein Löwe, der Kraft und Stärke symbolisieren soll. Die knapp 19 Meter hohe Figur besteht komplett aus Bronze. Den Rohstoff hierfür soll unter anderem aus türkische Kanonen stammen, die in der Schlacht bei Lepanto erbeutet wurden. Die Statue wird in fünf Teilen gegossen und später zusammen gefügt – Bruststück, Hüfte, untere Hälfte, Löwe und Kopf.

Was viele nicht wissen: Die Bavaria kann man auch von innen besichtigen. Im Inneren führen 60 Stufen bis zum Kopf. Ungefähr auf Höhe des Löwenkopfes befindet sich eine kleine Plattform im Inneren – der einzigen Stelle an der man Gegenverkehr gut passieren kann. Ab hier wird es dann auch immer wärmer. Auf den letzten Stufen kommt man an einer Widmung vorbei.

Dieser Koloss, von Ludwig I König von Bayern errichtet, ist erfunden und modelliert von Ludwig von Schwanthaler und wurde in den Jahren MDCCCXXXXIV bis MDCCCL in Erz gegossen und aufgestellt von Ferdinand Miller.

… und dann wird es eng. Durch den Hals der Bavaria musste ich fast krabbeln. Die Stehhöhe beträgt hier nur 1,30 Meter. Sobald ich die letzten Stufen in den Kopf erklommen hatte, konnte ich wieder ganz normal stehen. Etwas kurios fand ich, dass hier zwei bronzene Sitzbänke zum Verweilen angelegt sind. Also nicht die Bänke an sich, die total Sinn machen, sondern dass auch Kissen in Bronze ausgearbeitet wurden. Bei 20°C Aussentemperatur hat sich die Sitzbank wie eine Sitzheizung angefühlt. Wenn man sich Innen satt gesehen hat geht der Blick nach draußen. Durch mehrere Schlitze hat man eine traumhafte Aussicht über das Gelände. Die 5€ Eintritt habe ich sehr gerne bezahlt und sie haben sich auf jeden Fall gelohnt.

Wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen, bleibt noch die Ruhmeshalle zu besichtigen. Sie kostet keinen Eintritt.

Geplant wurde die Ruhmeshalle König Ludwig I. mit einer Anzahl von 200 Büsten großer Bayern. Sie sollten aus allen Ständen und Berufen kommen. Heute befinden sich insgesamt 103 Portraits an den Wänden. Die meisten Namen kommen einem sehr bekannt vor, da Straßen und Plätze nach den Berühmtheiten benannt wurden. Für mich war es sehr interessant die Berufe zu den Namen zu lesen – da hat man gleich ein viel besseres Verständnis, warum die Straßen oder Plätze nach jemandem benannt wurden.

Die Büste von König Ludwig selbst wurde zu seinem 100.Geburtstag im Jahr 1888 von der Stadt München angebracht – knapp 80 Jahre nach der ersten Büste in der Halle.
Seit dem Wiederaufbau und der Restaurierung 1972 kommen wieder neue Portraits dazu: die letzte war 2009 Prinzessin Therese von Bayern.

Nach der ausführlichen Begutachtung der Büsten ging mein Blick dann irgendwann nach oben. Ich war gleich verliebt in die wunderschöne Kassettendecke, die mit gelben Sternen auf blauem Grund verziert ist. Mir war vor dem Betreten nicht klar, dass das Bauwerk so bunt ist! Ich finde es aber so viel schöner als die weißen, fast schon sterilen, klassizistischen Bauten, die man sonst so kennt.

An der romantischen Strasse

…liegt das kleine, aber feine Städtchen Würzburg.

Bei einem Besuch sollte man die folgenden Highlights auf gar keinen Fall verpassen:

Residenz

Ein Besuch der Residenz – nicht nur ein Spaziergang durch den schönen Garten lohnt sich, auch eine Führung durch das Gebäude darf man auf keinen Fall verpassen! Nur so kommt man ins Spiegelzimmer, da dem gleichnamigen Saal in Versailles nachempfunden ist. In der Residenz ist es Fotografieren leider untersagt, deshalb gibt’s nur ein Bild aus dem Garten.

Weinliebhaber finden im Keller eine Besonderheit: Der älteste Weinkeller Deutschlands! Schon früh am Sonntag morgen, um 11.00 Uhr, kann man sich durch den Staatlichen Hofkeller unterhalb der Residenz führen lassen. Für 11€ besichtigt man nicht nur den ältesten Weinkeller Deutschlands, sondern erhält auch ein Glas Wein obendrauf – welcher am Ende der Führung natürlich auch zu erwerben ist.

alte Mainbrücke

Ein Glas Wein auf der alten Mainbrücke trinken gehört zu den Dingen, die ich besonders an lauen Sommertagen oder -nächten empfehlen kann. Stilecht aus echten Gläsern zwischen den Heiligenfiguren auf der Brücke getrunken. Die Auswahl beschränkt sich nicht nur auf Weiß- oder Rotwein, auch Mischgetränke wie Aperol Spritz oder Hugo sind zu haben. Die Brückenfiguren lassen mich immer ein wenig ins Träumen kommen und erinnern mich jedesmal an die Karlsbrücke in Prag.

Kiliansdom

Der Dom in Würzburg geht auf eine Klosteranlage aus dem 8. Jahrhundert zurück und ist in ihrer heutigen Form die viertgrößte romanische Basilika Deutschlands. In Folge der Bombardierung Würzburgs während des zweiten Weltkriegs wurde der Bau schwer beschädigt. Der Wiederaufbau aus den 1960er Jahren hat nicht mehr viel mit der ehemaligen Basilika zu tun. Die gebliebene barocke Substanz wurde Zugunsten einer Re-Romanisierung abgetragen – deshalb findet man heute einen wilden Mix verschiedener Baustile. Von Elementen des Barock, der Romanik bis hin zur Moderne ist alles dabei.

Festung Marienberg

Wer kurz die Wanderschuhe schnüren möchte wird, wird auf der anderen Mainseite fündig – über eine leichte Wanderung durch die Weinberge gelangt man hinauf zur Festung Marienberg. Von dort hat man einen wundervollen Ausblick über die Stadt. Weil ich die Wanderung so schön fand, habe ich ihr hier einen eigenen Post gewidmet.

Eine Wallfahrt nach Altötting

Wie kommt man da hin?

Ab München geht es mit dem Zug in einer Stunde 45 über Mühldorf nach Altötting. Mit dem Auto sind ist es knapp 1Stunde fahrt. Wobei man hier beachten muss, dass man nicht bis zur Kapelle vorfahren kann. Der Bereich um die Gnadenkapelle ist autofreie Zone.

Was macht man da?

Wahlfahrt! Das Zentrum des Platzes ist die Gnadenkapelle. Über 50 gro­ße Mira­kel­bil­der und rund 2.000 Votiv­ta­feln, die der Gna­den­mut­ter von Alt­öt­ting danken sind im Umgang der Kapelle zu sehen. Holz­kreu­ze ste­hen an der Nord­sei­te der Kapel­le bereit, die dann von Betenden rund um die Gna­den­ka­pel­le getra­gen werden können.
Das Gnadenbild im inneren ist 64cm groß und aus Lindenholz gearbeitet. Das dunkel gefärbte Gesicht und die dunklen Hände haben dem Gnadenbild im Volksmund den Namen „schwarze Madonna“ verpasst. Der rußi­ge Rauch der Altar­ker­zen, dem das Bild­nis über vie­le Jahr­hun­der­te aus­ge­setzt war ist für die Verfärbung verantwortlich .

Links von der Kapelle geht es in die Stiftskirche, die größte der umliegenden Kirchen. Die Besonderheit hier ist der „Tod von Eding“. Das kleine aus Holz geschnitzte Skelett mit Sense auf der Schrankuhr ist wahrscheinlich schon im 16. Jhd. während einer Pest entstanden. Einer Legende nach steht jeder Schwung mit der Sense, der mit der immer wiederkehrenden Drehung der Figur entsteht, für den Tod eines Menschen. Logisch, dass das Skelett eine mystische Wirkung auf Pilger und Gläubige hat, oder?

Was kostet das alles?

Wenn man sich nicht von den Devotionalien-Geschäften hinreißen lässt, kostet das ganze überhaupt nichts.

Mit dem Schiff durch den Donaudurchbruch

Wie kommt man da hin?

Von München aus sind es 111 km bis zur Schiffsanlegestelle Kehlheim. Die einfachste Anreise ist per Auto in etwas über einer Stunde

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wird es allerdings schon etwas schwieriger – Kehlheim hat keinen Bahnhof. Deshalb fährt man am Besten mit dem Zug bis nach Saal an der Donau. Von dort geht es dann per Bus weiter nach Kehlheim. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Busverbindung eine manchmal vor Schwierigkeiten stellt. Der Bus fährt nur einmal pro Stunde. Wenn man seinen Zug nicht darauf abgestimmt hat steht man am Bahnhof oder geht kurzentschlossen die 5,5 km zu Fuß.

Was macht man da?

An der Anlegestelle fahren mehrere Schiffe. Die einen Richtung Regensburg, die anderen durch den Donaudurchbruch. Ich habe mich für letzteres entschieden. Mit einer Taktung von 30 Minuten muss man nie lange auf sein Schiff warten. Der Donaudurchbruch bei Weltenburg ist eine Engstelle des Donautals und als Natruschutzgebiet und Geotop anerkannt. Seit 2020 ist die Weltenburger Enge ein nationales Naturmonument. Schon König Ludwig I hatte diese Stelle 1840 als Naturdenkmal ausgewiesen. Der Kalkstein der Felsformationen gehört in die Zeit des Oberjura,

An der Anlegestelle fahren mehrere Schiffe. Die einen Richtung Regensburg, die anderen durch den Donaudurchbruch. Ich habe mich für letzteres entschieden. Mit einer Taktung von 30 Minuten muss man nie lange auf sein Schiff warten. Der Donaudurchbruch bei Weltenburg ist eine Engstelle des Donautals und als Natruschutzgebiet und Geotop anerkannt. Seit 2020 ist die Weltenburger Enge ein nationales Naturmonument. Schon König Ludwig I hatte diese Stelle 1840 als Naturdenkmal ausgewiesen. Der Kalkstein der Felsformationen gehört in die Zeit des Oberjura, der vor etwa 150 Millionen Jahren abgelagert wurde – als das ganze Gebiet noch von einem flachen Meer bedeckt war. Die Formationen haben im Laufe der Zeit Namen von der Bevölkerung bekommen, wie z.B. Römerfelsen, die verfeindeten Brüder oder die steinerne Jungfrau.

Am Ende der knapp einstündigen Schifffahrt wartet das Kloster Weltenburg. Es bietet sich an in der Klosterschenke einzukehren. Das dort verkaufte Bier wird noch vor Ort gebraut. Die Schenke mit Biergarten verkauft auch allerlei Mitbringsel für zu Hause. Von Tassen über Aufnäher bis hin zu verschiedenen Bieren und Schnäpsen kann alles gekauft werden.

Wer die Kultur nicht zu kurz kommen lassen möchte, macht noch einen Abstecher in die Klosterkirche. Die Kirche ist dem Heiligen Georg geweiht, der in seiner Funktion als Drachentöter am Altar dargestellt ist. Das Bild erhält besondere Dramatik, da hinter dem Altar helles Tageslicht durch ein Fenster fällt und der Kampf zwischen Georg und dem Drachen auch als Kampf zwischen Licht und Dunkelheit interpretiert werden kann.

Was kostet das?

Die Anreise per Bus und Bahn ist im 49€ Ticket enthalten.

Mit dem Auto kosten 3 Stunden 3€ auf dem Parkplatz direkt an der Anlegestelle

Die Schifffahrt nach Weltenburg kostet 16€ – hin und zurück. Das Bier mit dem ich mich im Biergarten erfrischt habe schlägt mit 4,90€ zu Buche. Ein Andenken in Form eines Aufnähers für meine Reisetasche durfte auch noch mit, was weitere 5€ gekostet hat.

Auf dem höchsten Punkt Deutschlands

Im Rahmen einer Dienstreise konnte ich einen Ausflug zum höchsten Berg Deutschlands machen: auf die Zugspitze.

Wenn es mir jemand gleichtun möchte stellen sich wahrscheinlich die folgenden 3 Fragen.

Wie kommt man da hin?

Am einfachsten ist die Anreise wahrscheinlich mit dem Auto. Aber auch öffentlich ist das ganze kein großes Problem. Ab München fährt stündlich ein Zug bis Garmisch-Partenkirchen. Vom Bahnhof Garmisch ist man in 15 Minuten am Zugspitzbahnhof.

Von hier gibt es dann zwei Möglichkeiten auf den Berg. Entweder mit der Seilbahn – die ich genommen habe – oder mit der Zahnradbahn.

Die Seilbahn wurde erst vor wenigen Jahren wiedereröffnet und bricht mehrere Rekorde. Beispielsweise begegnet man auf dem Weg nach oben nur einem Stützpfeiler, der mit einer Höhe von 127 Metern die höchste Stahlbaustütze der Welt ist. Mit 3.213 Metern von der Stütze zur Gipfelstation ist die Seilbahn die mit dem weltweit längsten freien Spannfeld. Die Fahrzeit beträgt nur 10 Minuten.

Die Zahnradbahn hingegen ist da schon eher etwas für Nostalgiker. Sie ist seit 1930 in Betrieb. Beim Bau war das Anlegen einer 4.453 Meter langen unterirdischen Trasse notwendig. Die Arbeiter mussten daher durch das Bergmassiv zwischen Riffelriss und Schneefernerhaus graben. Die Zahnradbahn fährt direkt ab Garmischsch-Partenkirchen und hat eine Gesamtfahrzeit von 75 Minuten bis zum Gipfel.

Was macht man da oben?

Oben angekommen wird man von der Seilbahn erst einmal in das 360° Panorama Restaurant gespült. Ich musste allerdings nach draußen um die Aussicht zu genießen. Mit einem Pulli bewaffnet mache ich mich auf einen Spaziergang über die Terrasse. Der Temperaturunterschied zum Tal beträgt zwischen 10 und 15 Grad. Der grösste Teil des Steinmassivs liegt frei, doch in den Niederungen ist noch reichlich Schnee zu finden.

Vom Plateau aus führt ein schmaler Weg in Richtung Gipfelkreuz. Da der halb Steig in Schnee begraben ist und ich nur in Chucks unterwegs bin, siegt die Vernunft und ich bleibe auf dem Plateau ohne Gipfelbesteigung.

Dafür mache ich mich auf die Suche nach einem Automaten, der 5 Cent Stücke in Motivtaler presst. Diese Maschinen gibt es mehr oder weniger überall wo es Touristen gibt und ich sammle diese gepressten Münzen seit meiner Teenie-Zeit. Auf der Suche nach dem Automaten bin ich bis nach Österreich gekommen – was auf der Zugspitze nicht schwer ist und nur einen Spaziergang über die Plattform erfordert.

Was kostet das alles?

Für die Strecke München – Garmisch gibt es ein eigenes Regio Ticket Werdenfels für ab 24€ für eine Person, jede weitere Person kostet 9€. Mit diesem Ticket kann man 0Uhr bis 3Uhr früh am nächsten Tag beliebig oft hin und her fahren. Für die Strecke zwischen Garmisch und dem Zugspitzbahnhof braucht es dann aber noch ein weiteres Ticket -außer man ist mit dem 49€ Ticket unterwegs, da ist diese Strecke bis Grainau mit drin.

Am Zugspitzbahnhof empfiehlt es sich das Ticket für die Rundreise zu kaufen. Damit kann man sowohl Seil- als auch Zahnradbahn fahren. Ganz billig ist der Spaß jedoch nicht – die Rundreise kostet 68€ pro Person.

7 Sightseeingspots in Nürnberg

1. Kaiserburg

Die Kaiserburg ist das größte Wahrzeichen Nürnbergs un thront über der Stadt. Bewegt man sich entlang der Burgmauer auf den Hügel in der Altstadt hinauf, sind es am Ende nur noch ein paar Stufen Richtung Burgtor. Die Dauerausstellung führt über einen Rundweg durch die Burg. Die kleinst mögliche Tour kostet 5,50€ Eintritt. Hier erfährt man, wie Nürnberg zu einer der bedeutendsten Kurpfalzen des Heiligen Römischen Reiches wurde und die Burg unter den Staufern seine heutige Stellung als weltberühmtes Wahrzeichen bekam. Die romanische Kaiserkapell, die Teil des Rundwegs ist, ist der kunsthistorisch bedeutendste Teil der Burg – sie wurde in das unregelmässige Felsrelief angepasst. Der dazugehörige Burggarten führt fast einmal komplett um das Gebäude herum, erst danach folgt der Burggraben. Theoretisch können vom Garten aus unterirdische Felsgänge mit Führung besichtigt werden. Die letzte startet allerdings um 16:15 Uhr, dafür war ich bei meinem Besuch zu spät dran.

2. Dürer Haus

Schräg unterhalb der Burg findet sich das Dürer Haus. Das ehemalige Wohnhaus des Renaissance Malers ist als Museum ausgewiesen und hat im unten im Fachwerkhaus sogar einen kleinen Museumsshop zu bieten. Leider war ich zu spät dran um beides besichtigen zu können – es steht aber ganz oben auf meiner Liste, sollte ich wieder nach Nürnberg kommen. Bei dem Gebäude handelt es sich um eines der wenigen unzerstörten Bürgerhäusern aus dem 16. Jahrhundert. Seit 1828 findet sich hier ein Künstlermuseum. Am nahegelegenen Platz findet sich eine, von Dürers „Feldhasen“ inspirierte Bronze – Plastik.

3. Schöner Brunnen

Vom Burgberg hinunter führt der Weg genau auf dem Hauptmarkt. Am Rathaus vorbei läuft man direkt auf den „Schönen Brunnen“ zu. Dieser Brunnen, dessen Original aus dem 14. Jahrhundert stammt, imitiert eine gotische Turmspitze. Eine Besonderheit ist der goldene Ring, der nahtlos in das Geländer eingefügt ist. Das Drehen an eben diesem soll Glück bringen.

4. Frauenkirche

Hinter dieser Attraktion findet sich quer über den Hauptmarkt die Frauenkirche. Sie wurde auf Veranlassung Kaiser Karls im 14. Jahrhundert als Hallenkirche erbaut. Vor dem Pestpogrom 1349 stand an selber Stelle eine Synagoge. Heute erlangt die Kirche überregionale Berühmtheit, da von der Empore an der Frontseite jedes Jahr vom Christkind der Nürnberger Christkindlesmarkt eröffnet wird.

5. Henkerhaus

Das Henkerhaus, das bis ins Jahr 1806 vom Nürnberger Henker bewohnt wurde, findet sich an einer der Brücken über die Pegnitz gleich unterhalb des Hauptmarkts. Alle Sehenswürdigkeiten sind gut im Stadtbild ausgeschildert, so dass man nicht lange suchen muss. Heute kann man in den ehemaligen Wohnräumen eine Ausstellung zur Nürnberger Kriminalgeschichte bestaunen.

6. Neues Museum

Weiter hinunter raus aus der Altstadt findet sich versteckt an der Stadtmauer das Neue Museum. Für 7€ Eintritt wird hier moderne Kunst und Design gezeigt. Die 100m lange, geschwungene Glasfassade ist, wie ich finde, schon ein Kunstwerk für sich.

7. Handwerkerhof

Mehr oder weniger gleich anschließend am Ende der Stadtmauer am Königstor, findet sich der Handwerkerhof. Nachdem man durch das Tor schreitet, fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt. Im alten Waffenhof finden sich zahlreiche Fachwerkhäuschen, die traditionelle Handwerkskunst mit für Nürnberg typischen Erzeugnissen eine Heimat geben.

Wanderung zur Burgruine Hohenwaldeck

Nur knapp 50 Minuten von München mit dem Zug entfernt liegt Schliersee. Durch das Bayernticket, das man den ganzen Tag für Fahrten innerhalb des Bundeslandes nutzen kann, kommt man sehr günstig hier hin.

Mich verschlägt es hierher nicht nur um die Schönheit und Ruhe des Sees zu genießen, sondern auch um ein bisschen zu wandern. Mein heutiges Ziel – die Burgruine Hohenwaldeck.

Zunächst führt der Weg entlang des Sees. Dann zweigt die Straße ab durch die letzen Häuser vor den Bergen. Entlang der Straße geht es den ersten Hügel hinauf. Dort finden sich dann auch langsam die ersten Hinweisschilder auf die möglichen Wanderwege. Ein Pfeil führt auch zur Burgruine. Schon relativ am Anfang des Weges findet sich ein Hinweisschild das mitteilt, dass die Ruine aktuell wegen Einsturzgefahr gesperrt ist. Da ich aber nicht nach einer halben bis Dreiviertel Stunde Weg unverrichteter Dinge wieder abziehen wollte, bin ich trotzdem hinauf gewandert.

Der Weg führt zunächst eine Straße hinauf, bis diesen in die sanften Hügel einer Almlandschaft führt. Vorbei an grasenden Kühen geht es weiter hinauf. Langsam wird der Weg etwas steiler, der dann hinein in den Wald führt.

Von nun an wandert man stetig den Berghang hinauf. Das sanfte Herbstlicht schein immer mal wieder durch die Bäume des Waldes. Nach ein paar Aussichtsbäncken, die leider alle besetz waren erreicht man die Burgruine. Aktuell ist sie weiträumig mit einem Metallzaun abgesperrt.

Eigentlich kann man hier die Überreste der Burg Hohenwaldeck und die Aussicht auf de benachbarten Berge bestaunen. Die Grundsteine stammen aus dem ausgehenden 13. Jahrhundert. Ein Felssturz im Jahr 1480 hat die Gebäude zerstört. Das Gerücht, dass hier ein Schatz versteckt sein soll hält sich seit Jahrhunderten. Bis zum heutigen Tag konnte allerdings nur ein einziger Dolch gefunden werden.

Von hieran geht es wieder bergab. Ich dem kurzen Abstieg – die Ruine liegt auf 986m – steht man wieder am Ufer des Schliersees. Dieser ist nun zu umrunden um wieder an den Ausgangspunkt der Wanderung zu gelangen. Ich bin nicht auf der selben Seites des Sees zurück gegangen, auf der ich gekommen bin. Ich habe mich für den Rundweg Richtung Breitenbach entschieden.

Baumwipfelpfad Steigerwald

Um einen lang ersehnten Punkt auf meiner Bucketlist abhaken zu können zieht es mich nach Franken – ich wollte schon immer mal einen Baumwipfelpfad entlang spazieren.

Gesagt. Getan. Der Baumwipfelpfad Steigerwald in Ebrach ist nur eine kurze Autofahrt von Würzburg entfernt. Für den Eintritt von 10€ gelangt man in die Welt der Bäume.

Den ganzen Weg entlang der sich immer höher in den Wald schraubt findet man Informationstafeln zu den verschiedenen Bäumen und deren Bewohnern. Bei meinem Aufenthalt war es unter anderem möglich Vögeln mit ihren Jungen über eine Kamera zu beobachten.

Das Highlight ist jedoch der spiralförmige Weg, der sich bis über die Wipfel des Waldes schraubt. Auf der obersten Ebene hat man einen wunderschönen Ausblick auf die ganze Gegend. Des Weiteren sind ab und an kleine Täfelchen, die die Richtung und Entfernung verschiedener größerer Städte in der Nähe angeben, angebracht.

Das Wildgehege und der Streichelzoo zu Füßen des Holzturms ist aufgrund der Covid 19 Pandemie aktuell nicht für Besucher zugänglich.

Schleifenwanderung 26: Altmühlpanorama Weg

12,4 km – Von Kelheim über Kloster Weltenburg zurück nach Kehlheim


Die Anreise nach Kehlheim gestaltet sich anfänglich etwas schwierig – die Stadt hat keine Bahnhof, nur einen Hafen. Deshalb muss die Bahnverbindung nach Saal an der Donau gewählt werden, von hier kommt man mit dem Bus nach Kehlheim. Leider war meine Verbindung nicht gut getaktet. Als ich in Saal ankomme fährt der nächste Bus erst in einer halben Stunde. Deshalb habe ich mich entschlossen die Extra-Kilometer nach Kehlheim zu gehen – schließlich wollte ich ja wandern.

Blick auf die Befreiungshalle

Der Hafen bildet den Anfangspunkt der Schleifenwanderung. Von hier folgt man der Beschilderung der Donauroute I am Fluss entlang. Der Blick schweift immer wieder Richtung Befreiungshalle, welche zu Beginn gut zu sehen ist. Dann schmiegt sich der Weg tiefer in die Donauauen hinab und sie verschwindet langsam aus dem Blickfeld.

Nach etwa 2 Km erreicht man die Einsiedelei Klösterl, das eine einzigartige Höhlenkirche beheimatet. Leider war mir der Blick hinein verwehrt. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen ist die Einsiedelei noch bis Ende Juni geschlossen.

Weiter geht es entlang des Flusses den Donaudurchbruch im Blick. Nach ein paar Metern zweigt ab in den Wald. Über einen Keltenwall gelangt man in Sichtweite des Klosters Weltenburg. Auf der anderen Seite des Walls gelegt man zur Seilfähre (die Zille, welche die nahegelegnere Überfahrt gewesen wäre fährt noch nicht). Für 1,50€ wird man sicher über den Fluss gezogen. Am anderen Ufer angekommen erreicht man nach wenigen Schritten das Kloster. Leider war auch hier aufgrund der Corona Beschränkungen noch geschlossen.

Auf dieser Flussseite folge ich dem Weltenburger Höhenweg III zurück nach Kehlheim. Leider verlieren sich die Wegweiser nach gut der Hälfte des Weges und ich stand plötzlich auf der Straße. Nach einigen Metern führt wieder ein abzweigender Weg zurück auf den eigentlichen Wanderweg. Leider habe ich durch diesen falschen Weg die Aussicht von Wieser Kreuz verpasst. Der Weg führt nun hinunter in die Stadt. Über einen Friedhof gelangt man dann in besiedeltes Gebiet.

Da ich vom Bahnhof Saal aus die Heimreise angetreten habe, bin ich nicht wieder bis zum Ausgangspunkt im Zentrum Kehlheims gewandert. Ich habe die Chance der nächsten Busstation genutzt und von dort zum Bahnhof Saal an der Donau gefahren.