Venedig in 2 Tagen

Venedig wird normalerweise in vier Stadtviertel aufgeteilt. Dazu kommen dann noch die südlichen Inseln inklusive Lido, sowie die Biennale, die kein eigentliches Viertel ist, aber einen eigenen Absatz verdient hat.

Venedig ist über mehrere Wege zu erreichen. Von München aus liegt man entweder 1 Stunde, fährt knappe 7 Stunden direkt und ohne umzusteigen mit dem Zug, oder sitzt etwa 5 1/2 Stunden mit im Auto, wenn alles ohne Probleme läuft. Ich stand in Italien im Stau und saß insgesamt 8 Stunden bei 34°Grad im Auto, aber es ist ja schließlich Urlaub und von solchen Kleinigkeiten darf man sich die Laune nicht verderben lassen.

Jetzt aber rein ins Geschehen und ab in die einzelnen Stadtviertel:

Dorsoduro

Wer mit Bus, Bahn oder Auto ankommt steht vor der Wahl – zuerst nach Dorsoduro oder nach San Polo. Ich habe mich für Dorsoduro entschieden, da man hier nicht sofort von Touristenmassen durch die Straßen geschoben wird.

Highlight für mich ist hier die Peggy Guggenheim Collection. Nachdem die Erbin ihren Vater auf der Titanic verloren hatte kam sie in Kontakt Dadaisten und beschloss ihr Heim am Canal Grande dem Surrealismus, Expressionismus und Futurismus zu widmen. Sie wurde Mäzenin für zeitgenössische italienische Kunst, die unter Mussolini als entartet eingestuft wurde. Ihre besondere Stellung in Venedigs Geschichte zeigt sich auch darin, dass sie mit einer Außnahmegenehmigung ehrenhalber in ihrem Garten ihre letzte Ruhe finden durfte.

Opening this gallery and its collection to the public during a time when people are fighting for their lives and freedom is a responsibility of which I am fully conscious. This undertaking will serve its purpose only if it succeeds in serving the future instead of recording the past.

Press release on the opening of Art of This Century, New York, 1942

Öffnungszeiten: Mittwoch – Montag 10:00 – 18:00 Uhr

Eintritt Erwachsene: 16€ (Studenten unter 26: 9€)


San Polo & Santa Croce

Wer wie ich gerne über lokale Märkte schlendert sollte für den Rialto Markt schon etwas früher in die Stadt kommen. Der Fischmarkt findet immer Dienstag bis Sonntag 7:00 – 14:00 Uhr statt – je früher man kommt desto mehr gibt es zu bestaunen. Ich war gegen 10:00 Uhr dort und es waren nicht mehr alle Stände besetzt. Zum staunen haben die Marktstände, die ich gesehen habe allemal gereicht. Besonders fasziniert war ich von einem halben Schwertfisch in der der Auslage oder noch lebende Krabben ein Stück weiter.

Vom Markt ist es nur ein Katzensprung bis zur Rialto Brücke. Für mich ist diese Sehenswürdigkeit eine von denen, die von der Ferne viel schöner sind, als wenn man wirklich darauf herum zu läuft. Dazu kommen die Menschenmassen, die einen über die Brücke schieben – man hat das Gefühl man kann nicht einfach stehen bleiben und im Verweilen den Augenblick genießen. An den beiden Enden der Brücke folgen auch schon die vielen Souvenirständen, wo ich vielleicht auch kurz mal schwach geworden bin. Auf der anderen Seite der Brücke beginnt dann auch schon die Einkaufsstraße von Venedig mit den bekannten Namen für den kleineren aber auch großen Geldbeutel.

San Marco

Weiter geht’s zum wahrscheinlich bekanntesten und überfülltesten Stadtteil Venedigs: San Marco. Hier kommen vor allem alle Kulturinteressierten auf ihre kosten. Schon vom Vaporetto (öffentlicher Nahverkehr via Boot) aus sieht man die Spitzen der Basilika, die alles andere überscheint. Die Pracht der Basilika di San Marco ist unüberroffen.

Wer nicht sein Herz stärker klopfen fühlt, wenn er auf dem Markusplatz steht, der lasse sich begraben, denn er ist tot, unwiederbringlich tot.

Franz Grillparzer

Einer Legende nach schmuggelten venezianische Kaufleute den Leichnam des hl. Markus im 9. Jhd. nach Venedig und errichteten ihm eine Basilika. Das heutige Bauwerk stammt aus dem Jahr 1094.
Die 1,6m hohe Quadriga in der Mitte stammt aus Rom – wahrscheinlich von einem Triumphbogen oder dem Mausoleum Kaiser Hadrians. Sie wiegen über 800kg. Die Portale an der Vorderseite sind von Steinbögen bekrönt in denen glänzende Mosaike angebracht sind – besonders abends glänzen die goldenen Steinchen in voller Pracht.

Gleich nebenan in Richtung des Canal Grande öffnet sich der Platz hin zum Palazzo Ducale. Hierbei handelt es sich um den offiziellen Sitz des Dogen der ab dem 14. Jahrhundert sein heutiges Erscheinungsbild trägt. Mehr als sieben Jahrhunderte lang saß hier die venezianische Regierung und überstand so einige Stürme und Zusammenbrüche. Eine der bekanntesten Persönlicheiten der Stadt war hier auf dem Dachboden eingesperrt: Giacomo Casanova – bekannterweise konnte er von hier entkommen.


Öffnungszeiten: täglich 09:00 – 19:00 Uhr

Eintritt Erwachsene: 30€ (wer sich schon 30Tage vor seinem Besuch sicher ist und online Tickets kauft spart 5€)


Cannaregio

Cannaregio hat nicht die Anziehung der Touristischen Hotspots – hier findet man vor allem Wohnhäuser in einem Mix zwischen herrschaftlichen Palazzi und schlichten Häusern durchzogen von kleinen Kanälen.

Ein Highlight bietet dieses „normale“ Stadtviertel aus touristischer Sicht aber doch: das jüdische Ghetto. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert war hier das jüdische Viertel ausgewiesen. Wer tiefer in die jüdische Geschichte Venedigs eintauchen will, der sollte das Museum Ebraico besuchen. Der Besuch des Museums kann mit einer Führung kombiniert werden, die die Besichtigung der Synagogen des Ghettos beinhaltet.


Öffnungszeiten: Sonntag – Freitag 10:00 – 18:00 Uhr

Führungen immer stündlichen ab 10:30 Uhr

Eintritt Erwachsene: 12€, mit Führung 15€


Lido

Wer wie ich im Hochsommer bei über 30°Grad in Venedig unterwegs ist, braucht nach dem ganzen Sightseeing auch mal eine Abkühlung. Wie gut, dass die Stadt ihre eigene Lido Insel hat – das Beste daran mit dem Vaporetto Tagesticket kommt man ganz easy zur gleichnamigen Anlegestelle. Zunächst sieht das Ganze so gar nicht nach Sandstrand aus. Der Anleger spült einen auf einen belebten Busbahnhof mit Hauptstraße dahinter. Sobald man diese überquert hat wird das Strandgefühl aber mit jedem Schritt spürbarer. Es reihen sich, neben Eisdielen und Cafes, kleine Kioske an der Straße auf , die allerlei Krimskrams verkaufen, den man für den Strand brauchen könnte – Sonnenbrillen und -hüte, Handtücher und Luftmatrazen.

Nach etwa 10 Minuten Fußweg erreiche ich den Strandabschnitt. Hier stellt sich nun nur noch eine Frage: kostenpflichtiges Strandbad oder Free Beach? Da ich nur ein Handtuch in der Tasche hatte und die Sonne erbarmungslos und ohne Wolken in Sicht vom Himmel gebrannt hat, habe ich mich für das Strandbad entschieden. Zwei Liegen und einen Schirm kann man hier für 30€ den ganzen Tag lang mieten. Den Schirm habe ich bitter nötig gebraucht, weshalb ich gerne bereit war den Preis zu bezahlen. Zumal das Strandbad nicht mein tägliches Ziel war, was die Sache dann doch unnötig teuer gemacht hätte. Vor Ort ist es auch möglich seine Wertgegenstände in einen Spint zu sperren, so dass man sorgenlos im Meer planschen kann.

Noch ein kleiner Tipp am Rande: Badeschuhe sind eine super Investition. Sie sind zwar meistens nicht besonders stylisch, aber glühend heißer Sand unter den nackten Füßen ist für mich meistens keine Option. Der Abschnitt im Meer erfordert an sich eigentlich kein besonders Schuhwerk – der Weg hin und zurück sind das Hindernis.

Biennale

Zu guter Letz wäre dann da noch die Biennale – die an sich kein eigenes Stadtviertel hat, meiner Meinung nach aber einen eigenen Abschnitt verdient hat.

Seit 1907 findet die Biennale jedes Jahr statt. Der Schwerpunkt wechselt jedes Jahr zwischen Kunst ( in geraden Jahren) und Architektur (in ungeraden Jahren). Aktuell findet gerade die Architekturbiennale unter dem Titel „The Laboratory of the Future“ statt. Sie ist die erste große Ausstellung dieser Art, die den Weg zur Klimaneutralität in der Praxis erprobt, sowie die Themen Dekolonisierung und Dekarbonisierung anspricht.

The Laboratory of the Future is an exhibition in six parts. It includes 89 participants, over half of whom are from Africa or the African Diaspora. The gender balance is 50/50, and the average age of all participants is 43, dropping to 37 in the Curator’s Special Projects, where the youngest is 24. 46% of participants count education as a form of practice, and, for the first time ever, nearly half of participants are from sole or individual practices of five people or less. Across all the parts of The Laboratory of the Future, over 70% of exhibits are by practices run by an individual or a very small team. (…)”

https://universes.art/de/biennale-venedig/2023-architecture

Entlang der slowenischen Adriaküste

Die erste größere Reise dieses Jahr führt mich an ein eher unpopuläres Ziel für Strandurlaub: Slowenien! 46km lang erstreckt sich die slowenische Riviera zwischen Italien und Kroatien. Mit dem Auto von München aus fährt man etwas mehr als 500 km, was ungefähr 6 Stunden dauert – mit einem normalen Auto. Mit meinem Oldtimer Bus habe ich die Strecke lieber auf zwei Tage aufgeteilt, da man bei Tempo 80 doch nicht so schnell voran kommt wie alle anderen.

Koper

Als meine Base für die Erkundung der Region habe ich Koper ausgewählt. Hierbei handelt es sich um die größte Küstenstadt Sloweniens, die auch in der Nebensaison einiges zu bieten hat.

Da meine Unterkunft noch nicht bereit zum Check in war, dachte ich der Muschelstrand den ich im Internet gesehen hatte wäre ein super Ort um sich die Zeit zu vertreiben. Er liegt etwas außerhalb der Stadt zwischen Koper und Ankaran. Zunächst war ich skeptisch, da ich in den Rezensionen alles von „da gibt es gar keine Muscheln“ bis „alles ist voll davon“ gelesen hatte. Nachdem ich am Parkplatz angekommen war, wusste ich auch wieso. Auf den ersten Blick sieht man gar nichts. Vor dem Parkplatz erstreckt sich ein kleiner Hafen mit Fischer- und Sportbooten – rechts davon geht der Weg an der Küste entlang in ein Naturschutzgebiet. Auf dieser Seite findet man keine Muscheln. Als ich schon enttäuscht abdrehen wollte, habe ich dann aber doch noch ein kleines Mädchen mit einer Schaufel und einem Eimerchen erspäht. Der ganze Eimer war voller kleiner Muscheln! Und das Mädchen kam von der unscheinbaren linken Seite.

Die Stadt Koper hat bereits eine lebhafte Geschichte hinter sich. Erstmal erwähnt wird sie als griechische Kolonie Aegida. Später sind die Venezianer prägend – was in der Architektur der Altstadt immer noch zu spüren ist. Zentraler Ort ist der Tito Platz um den sich Prätorenpalast, mit dem heutigen Rathaus, sowie die Maria Himmelfahrts Kathedrale und ihrem Campanile gruppieren. Als Campanile bezeichnet man einen freistehenden Glockenturm.

Mir hatten es besonders die Details im Bauschmuck angetan. Beispielhaft dafür habe ich die Justizia auf dem Dach des Palastes als Foto im folgenden ausgewählt.

Nur einen kleinen Spaziergang vom Hauptplatz entfernt öffnet sich die Strandpromenade. In der Hauptsaison landen hier auch Kreuzfahrtschiffe, deren Gäste sich dann wie ein Heuschreckenschwarm über die Stadt ergießen. Man merkt sehr schnell, dass das touristische Angebot darauf ausgelegt wurde. Die große Touristeninformation war in der Nebensaison beispielsweise komplett geschlossen. Entlang der palmengesäumten Straße finden sich viele Bars und Restaurants. Teilweise waren diese aber noch geschlossen, bzw. haben ihre Öffnungszeiten angepasst. Auch der typische touristische Tand fehlt fast komplett – ich habe fast die ganze Woche damit verbracht Postkarten für die Lieben zu Hause zu finden.

Einen Ort möchte ich aber herausheben. Ganz am Anfang der Promenade, wo es Richtung Stadtstrand geht, befindet sich der in leuchtendem blau bemalte Stand Maristella. Die total netten Damen haben mir erklärt, dass die Magnete an ihrem Stand alle handgemacht sind. Sie bestehen aus verschieden großen Muscheln, in denen klitzekleine Muscheln, Sandkörner und anders Material aus dem Meer verklebt sind. Dazu kommt der eingravierte Name der Stadt in der wir uns befinden. Bei so viel Liebe zum Detail und Handwerkskunst konnte ich gar nicht anders, als auch für meinen Kühlschrank zu Hause einen Magneten mitzunehmen.

Am Ende der Promenade öffnet sich die Straße zum Fischerei- und Industriehafen. Mir macht es großen Spaß mich dort auf eine Bank zu setzten und das Treiben zu beobachten. Zur Linken geht mein Blick in den Industriehafen, wo gerade ein großes Containerschiff abgeladen wurde. Ich finde es wahnsinnig faszinierend, dabei zuzusehen, wie dort – ähnlich wie beim Bauklötze spielen – ein Container nach dem andern abgeladen wird. Wenn man bedenkt dass jeder Container einem LKW entspricht…

Auf der rechten Seite durfte ich dann einen Postkartenmoment erleben. Als ich da so dasaß und beobachtete, wie sich die Schiffe auf dem Meer aufreiten, um in den Hafen zu gelangen und gelöscht zu werden, fiel mir plötzlich ein kleines Fischerboot auf. Sein helles Weiß zeichnete sich vom Blau des Meeres ab. Als es langsam näher kam, wurde es plötzlich turbulent. Immer mehr Seevögel schwirrten um das Boot. Damit nahm dann auch die Lautstärke im Hafen zu. Das aufgeregte Flattern und Schreien der Vögel wurde immer mehr und mehr, bis es plötzlich abflachte. Je näher das Boot dem Hafen kam, desto weniger Vögel wurden es. Diese Hektik war darin begründet, dass die Fischer ihren gefangenen Fisch schon auf dem Meer ausgenommen haben und die Innereien über die Reling warfen – sehr zur Freude der Vögel. Vor lauter Begeisterung kam ich gar nicht dazu meine Kamera zu zücken. Deshalb ist das Foto, das auch den Titel ziert, erst entstanden, als eigentlich schon alles vorbei war. Trotzdem finde ich, das Motiv könnte auch aus einem Popeye Film stammen.

Piran

Piran ist wohl die bekannteste Stadt an der slowenischen Riviera. Von meiner Base Koper aus ist es nur eine kurze 30 minütige Autofahrt. Am Stadteingang wartet schon ein gebührenpflichtiger Parkplatz, an dem man nicht vorbei kommt. Das ziehen eines Parktickets ist obligatorisch, damit sich die Schranke, die den Zugang zur Stadt versperrt, öffnet – ein teurer Spaß, die angefangene Stunde kostet 5€! Falls ihr euch überlegt auch mit dem Auto anzureisen, bitte macht nicht den selben Fehler wie ich: Wenn man das Parkticket nicht sichtbar in die Scheibe legt, kassiert man zusätzlich einen Strafzettel über 40€. Da ich den Tag dort verbracht habe, hat alleine das Parken 70€ (inklusive Strafzettel) gekostet. Ist Piran einen Besuch wert? Ja! Würde ich mit dem Wissen über die horrenden Parkgebühren nochmal machen? Wahrscheinlich eher nicht.

Von diesem ganzen Parkticket-Drama sollte ich am Anfang meines Besuchs aber noch nichts wissen. Also geht es mit einem kurzen Spaziergang hinein in die Stadt. Man läuft immer an der Küste entlang, bis man auf den Hafen stößt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite findet sich schon mein erstes Highlight: das Seefahrtmuseum. Über drei Stockwerke erstreckt sich die Sammlung, die eine Zeitspanne von den frühesten archäologischen Funden bis hin zum zweiten Weltkrieg abdeckt. Für 5€ Eintritt in der Nebensaison ein echtes Schnäppchen, das sich auf jeden Fall lohnt.

In der Bucht, die auf das Museum folgt, erstreckt sich der Tartini Platz. Auch hier merkt man den venezianischen Einfluss in der Region wieder sehr deutlich. Verwinkelte Gässchen schlängeln sich vorbei an Prunkfassaden alter Blütezeit. Von hier aus gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder den Berg hinauf zur mittelalterlichen Stadtmauer und Kirche oder weiter entlang bis zum Leuchtturm. Ich habe mich aufgrund des unbeständigen Wetters an diesem Tag für letzteres entschieden. An der Promenade warten zahlreiche Lokale in denen man besser Schutz vor Regen suchen kann.

Auf dem Weg entlang der Küste trifft man auf die Meerjungfrau vin Piran. Ich hätte sie fast übersehen, da sich die Skulptur perfekt in die anderen Steine der Küstenmauer einfügt. Nur wenige Schritte später steht man an der Spitze einer Landzunge, auf der sich der Leuchtturm befindet. Ab hier wird es windig. Sehr windig. Ich hatte viel zu viel damit zu tun, meine Haare, Tasche und Strickjacke im Zaum zu halten, um auch noch auf die Jagd nach dem perfekten Schnappschuss zu gehen. Sobald man die Spitze wieder verlässt ist der Spuk dann auch schon wieder vorbei.

Da es nun wieder anfing zu regnen, musste eine weitere Indoor-Aktivität her. Gut dass das Aquarium nur kurz um die Ecke lag. Der eher kleine Bau ist nicht zu vergleichen mit den großen Sealife Zentren – was nicht als etwas schlechtes zu werten ist, da dieses hier von der örtlichen Universität betrieben wird. An jedem Behälter sind Texte angebracht, die erklären, was man den da eigentlichen begutachtet. Am faszinierendsten war für mich der Tank mit den Muränen. Ich hatte diese Tiere zuvor noch nie so nah gesehen und meine Vorstellung war eher von einem Disney Film geprägt, als von der Realität. Ich hätte dort stundenlang zusehen können. Aber so ging es auch den meisten anderen Besucher, also musste ich mich doch losreißen. Und das nur um vor dem Tank mit Quallen hängen zu bleiben. Die kreisrunde Bewegung im Tank zusammen mit den Tieren, die scheinbar ohne Sinn kreuz und quer zu treiben scheinen, finde ich unheimlich beruhigend.

Izola

Izola ist die kleinste der drei slowenischen Küstenstädte und wie ich fand auch die unspektakulärste. Mein Eindruck wurde wahrscheinlich davon geprägt, dass am ganzen Hafen entlang gebaut wird. Große Teile des Yachthafens waren durch einen Bauzaun versperrt – da kommt eben auch kein richtiges Urlaubsflair auf. Auch hier gibt es einen Stadtstrand, der während meines Aufenthalts eifrig genutzt wurde. Da es ziemlich windig war waren einige Windsurfer im Wasser. Durch die Windgeschwindigkeiten auf dem Meer waren ein paar Sprünge doch ganz schön hoch. Ich hätte mir da doch ein wenig in die Hosen gemacht, als Zuschauer kann man das nur bewundern. Das Strandbad wenige Meter weiter war zu diesem Zeitpunkt gesperrt. Die Wellen peitschten einfach zu wild gegen die Betonmauern – man hätte locker die bekannte Szene aus „Arielle – Die Meerjungfrau“ nachstellen können. Nach kurzem Check der Lage habe ich mich dazu entschlossen das sein zu lassen. Kein Foto der Welt ist es wert vom Meer verschlungen zu werden.

7 archäologische Highlights in Athen

1. Akropolis

Selbst wenn man sich nicht für Geschichte und Archäologie interessiert, kommt man an der Akropolis nicht vorbei. Der Parthenon Tempel ist mehr oder weniger immer von der Stadt aus zu sehen.

Aber von vorne: Über der Stadt erheben sich mehrere Hügel. Der touristisch wichtigste ist der Burgberg – die sogenannte Akropolis. Die architektonischen Hinterlassenschaften, die heute zu sehen sind bilden den Stand der römischen Kaiserzeit ab. Als Athen zur Hauptstadt des modernen Griechenland wurde, wurde auch die Akropolis zum Teil des nationalen Selbstverständnisses. Seit dem 19. Jhd. finden hier Grabungen und Restaurierungen statt.

Durch die Propyläen – die auf ein mykenisches Burgtor zurück gehen – betritt man das Akropolis Gelände. Hier wird man über Schautafeln im Kreis um den Platz geführt.

Erste Station auf dem Weg ist das Erechteion. Dieser Bau wird bereits in Homers Odysee und Ilias erwähnt. Der kleine Tempel war wohl der Athena Polias geweiht. Das bekannteste Element ist die Korenhalle im Süden.

Von hier aus bewegt man sich an die Spitze des Plateaus, wo man freie Sicht auf den Tempel der Athena Parthenos hat – den Parthenon. Er bildet das religiöse Zentrum des antiken Athens und gründet auf mehreren Vorgängerbauten. Laut Angaben von Plinius befand sich in seinem Inneren ein 11,5 m hohes Bildnis der Athena – heute ist davon nichts mehr übrig.

In der Moderne sorgt aktuell der Parthenon Fries für Aufmerksamkeit. Die Originale sind in verschiedenen Museen verteilt. Jüngst hat der Vatikan angekündigt seine Fragmente an Griechenland zurück zugeben. Nun werden wieder Stimmen lauter, dass auch das British Museum in London, wo sich der Großteil der Bauplastik befindet, seine Stücke zurück geben sollte.

Ich habe mich beim Ticketkauf für ein Kombiticket entschieden, mit dem man im Zeitraum von 5 Tagen fast alle hier aufgelisteten Attraktionen besichtigen kann. Für 30€ in der Nebensaison kein schlechter Deal.

2. griechische Agora

Der Bereich der griechischen Agora wurde bereits in der Bronzezeit als Friedhof genutzt. Ab der Eisenzeit waren dann auch die Lebenden auf diesem Gebiet aktiv. Die Agora liegt direkt am Pananthenäenweg der hinauf zur Akropolis führt. Als die Perser Athen eroberten wurde dieses Areal zerstört, die danach errichteten Bauten konzentrieren sich eher auf die Randgebiete des Komplexes – so wie es auch heute den Eindruck macht. Die Freifläche in der Mitte diente kulturellen, religiösen und politischen Zwecken. Auch hier ist wieder der Stand der römischen Kaiserzeit erhalten.

Nach betreten fällt einem sofort der Tempel des Hephaistos auf der Erhebung an der linken Seite auf. Hierbei handelt es sich um den wahrscheinlich am Besten erhaltenen Tempel des antiken Griechenland.

Genau gegenüber findet sich die rekonstruierte Stoa des Attalos. Aus dem ersten Stockwerk ist auch das Bild hier entstanden. Das Erdgeschoss beherbergt heute ein kleines Museum mit Funden von der Agora.

3. Hadrians Bibliothek

[…] das Großartigste aber sind hundert Säulen aus prhygischem Marmor, und die Wände sind ebenso gebaut wie die Säulenhallen. Und hier sind Gebäude mit vergoldetem Dach und aus Alabater und dazu mit Statuen und Gemälden geschmückt, in denen Bücher aufbewahrt werden.

Pausanias, Beschreibung Griechenlands I, 18, 9

Vom bei Pausanias beschriebenen Glanz ist leider nicht mehr viel übrig. Heute sind mehr oder weniger nur noch Teile der Außenfassade und ein paar Säulen im Inneren erhalten. Das mag auch daran liegen, dass das Gebäude im 7.Jhd zu einer Kirche umgebaut wurde. Die Grundmauern der dreischiffigen Basilika sind im Landschaftsbild nachzuvollziehen.

4. Turm der Winde

Auf diesen Turm stellte er [Andronikos aus Kyrrhos] eine kegelförmige Säulenspitze mit einem bronzenen Zritonauf, der mit der rechten Hand einen Stab vorstreckt und so konstruiert ist, dass er durch den Wind umgedreht wurde, sich immer gegen den Wind stellte und den Stab über die Darstellung (des Windes) hielt als Anzeiger, woher der Wind weht.

Vitruv, De architectura libri decem 1, 6, 4

Der sogenannte Turm der Winde befindet sich auf der römischen Agora im Stadtteil Plaka.

Das Oktogon, dessen Name sich von den allegorischen Darstellung der Winde im oberen Teil ableitet, kann von zwei Seiten betreten werden. Die Winde geben die vier Himmelsrichtungen wieder, so dass der Bau als eine Art Kompass genutzt werden kann. Ursprünglich befand sich an allen acht Seiten eine Sonnenuhr – einzelne Reste sind noch heute zu erkennen. Die wichtigere Uhr befand sich allerdings im Inneren. Hier befand sich eine Wasseruhr, die Tag und Nacht unabhängig von der Sonneneinstrahlung die Zeit anzeigte. Davon ist heute nichts mehr zu erkennen, da das Gebäude im Laufe der Zeit als Taufkapelle unter den Christen und in osmanischer Zeit von einem Derwisch Orden genutzt wurde.

5. Olympieion

Neben dem moderenen Stadion von Athen findet sich das Olympieion – der Tempel von dem nur noch wenige eindrucksvolle Säulen erhalten sind, war dem olympischen Zeus geweiht.

Die Ausgrabungen an dieser Stelle lassen auf einen Monumentalbau von 60 x 120 Metern schließen. Der Tempel wurde erst unter Kaiser Hadrian fertiggestellt. Bereits in der Antike wurden immer wieder Bauteile des Tempels für andere Bauten wiederverwendet.

6. Hadrianstor

Anlässlich der Einweihung des eben beschriebenen Olympieions unter Hadrian wurde auch der hier abgebildete Hadriansbogen eingeweiht.

Hierbei handelt es sich um einen reinen Fassadenbau. Er trennt die Athener Altstadt von den neuen durch Hadrian erbauten Stadtvierteln – dies wird durch die Inschrift auf dem Bogen deutlich. Im Laufe der Zeit war der Bogen Bestandteil einer Kirche, sowie Teil der türkischen Stadtbefestigung im 18. Jahrhundert.

7. Akropolis Museum

Einen runden Abschluss zur Besichtigung der ganzen Monumente, die hier beschrieben wurden, bietet das 2009 eröffnete Akropolis Museum.

Hier finden sich Exponate von der Archaik bis zur Spätantike. Alles was hier ausgestellt wird wurde auf der Akropolis gefunden.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Parthenonfries, dem einen gesamte Etage gewidmet wird. Der innere und äußere Fries sind gemäß ihrer ursprünglichen Anordnung am Tempel im Raum angebracht. Davor erheben sich die Giebelfiguren. Dem Besucher wird so ein 3D Eindruck des Tempels gegeben.

Das Museum ist als einziges hier in der Liste nicht im Kombiticket enthalten. Der Eintritt kostet in der Wintersaison 10€.


Quelle: Wolfram Letzner, Athen. Der Archäologische Führer.

Eine Woche in Neapel

Der erste richtige Urlaub nach zwei Jahren Corona Pause führt mich nach Neapel – und es gibt viel zu entdecken. Diesmal habe ich mir eine ganze Woche für den Städtetrip Zeit genommen und hätte mit weiteren Strandtagen und Ausflügen in die Umgebung auch noch länger bleiben können. Im folgenden habe ich vier Tage, die ich nur in Neapel verbracht habe aufgezeichnet.

Den Anreisetag habe ich mit einem Abendspaziergang an der Strandpromenade entlang genutzt, wo man auch sehr gut Essen gehen kann.

Das Bild auf der Seite ist eines der ersten Fotos die ich auf dieser Reise gemacht habe und auch eines meiner liebsten.

Centro Storico

Mein kleines aber feines Bed & Breakfast liegt direkt am Hauptbahnhof. Deshalb ist es für mich nur logisch, dass der erste Weg ins fußläufig erreichbare Centro Storico geht. Die erste Sehenswürdigkeit, die quasi auf dem Weg liegt ist der Duomo. Zusammen mit Basilika Santa Restituta bildet der Dom eine Einheit und ist damit die älteste Kirche in Neapel.

Danach stürze ich mich in das Gewusel der Stadt. Überall findet man kleine Geschäfte die allerlei Souvenirs anbieten. Ein Highlight ist die Schnitzergasse San Gregorio Armeno. Hier gibt es nicht nur klassische Krippenfiguren – wie auf dem Bild rechts zu sehen – sondern auch allerlei Kuriositäten. Neben Holzfiguren des Papstes reihen sich auch Prince, Freddy Mercury und natürlich Diego Maradonna ein. Nach wenigen Stunden in der Stadt ist mir klar Santo Diego ist nicht nur ein Symbol der eingefleischten Fussballfans sonder Teil der Kultur – dazu aber später noch mehr.

Eine Biegung später stehe ich vor dem Kloster Santa Chiara, indem auch heute noch Franziskaner und Klarissen leben geht auf eine Basilika aus dem Jahr 1310 zurück. Der damalige König wünschte sich eine schlichte Kirche, da die Kirchengüter nur der Armenhilfe zugute kommen sollten. Dementsprechend ist der Bau im Vergleich zu anderen Kirchen auch heute noch sehr schlicht gehalten. Das eigentliche Highlight findet sich im Inneren. Der Kreuzgang des Klosters ist in bunter Majolikakunst gestaltet. Die Kacheln leuchten in den Farben Gelb, Grün und Blau. Auf den Sitzbänken sind mythologische, bukolische und maritime Szenen zu bestaunen. Diesen Anblick lässt sich das Kloster bezahlen – der Eintritt beträgt 6€ pro Person.

Bagno Elena

Im Golf von Neapel muss unbedingt auch ein Strandtag drin sein. Durch einen Tipp unseres Gastgebers im Bed & Breakfast Re Diego bin ich auf das Bagno Elena aufmerksam geworden. Außer einem Bikini braucht man an nichts zu denken – Liegen, Sonnenschirme und Handtücher können vor Ort gegen Gebühr (für alles zusammen habe ich 20€ für den ganzen Tag bezahlt) geliehen werden. Da es sich hier um einen Privatstrand handelt hatte ich auch kein mulmiges Gefühl meine Wertsachen allein am Strand zurück zu lassen, während ich im Meer schwimmen war. Das unschuldige Schwimmvergnügen war allerdings schnell beendet, nachdem ich die winzigen Quallen im Wasser entdeckt habe – zum Glück habe ich der Qualle nur den Kopf gestreichelt und die Tentakel nicht berührt. Der nächste Gang ins Meer war dann mit sehr viel offeneren Augen.

Palazzo Reale + Piazza del Plebiscito

Die nächste Station führt über die wahrscheinlich am meisten fotografierte Ubahn Station in Neapel, wenn nicht sogar in ganz Europa – Toledo. Die ganze Metro Linie 1 wurde nach ihrem Ausbau von mehr als 100 Künstlern gestaltet. Das Blau in der Gestaltung repräsentiert das nahe gelegene Meer.

An der Oberfläche angekommen ist es nicht mehr weit bis zur Piazza Plebiscito und dem gegenüberliegenden Palazzo Reale.

Bis 1994 wurde die Fläche der Piazza noch als Parkplatz genutzt – kein Vergleich zu heute! Als ich dort stand fand gerade eine Sportveranstaltung oder ähnliches statt. Im Detail war es für mich von außen nicht zu erkennen worum sich die zahlreichen Stände wirklich drehen. Auf jeden Fall gab es eine Anmeldung und ein Siegerpodest. Wer entlang der ehemaligen Zufahrtsstraße schaut dem öffnet sich der Blick zum Meer hin, am Ende kann man den Vesuv erkennen.

Gegenüber des Platzes befindet sich der imposante Palazzo Reale. Für 10€ Eintrittsgeld pro Person darf man ihn dann auch von innen bewundern. Der Aufgang (2. Bild) ist das erste was einem bei der Internetrecherche entgegen fällt und auch der Teil der meiner Meinung nach am beeindruckendsten ist. Im Obergeschoss führt der Rundgang dann durch die königlichen Empfangs- und Schlafräume. Die großen Spiegel laden mich immer dazu ein, ein verstecktes Selfie zu machen. Die große Terrasse, die einen herrlichen Blick über die Stadt und das Meer bietet war zu dem Zeitpunkt als ich dort war leider für Besucher geschlossen.

spanisches Viertel

Angrenzend an die Piazza Plebiscito findet sich das sogenannte spanische Viertel. Den Namen trägt es, da man sich aufgrund der engen Gassen und zahlreich bunt geschmückten Balkone, die durchaus auch mit Wäsche überladen sein können in die Metropolen Südamerikas katapultiert fühlt.

Am Anfang reihen sich noch Geschäft an Geschäft, wo man von frischem Fisch bis hin zum Badvorleger alles kaufen kann. Je mehr man sich zum Kern des Viertels vorarbeitet desto mehr Restaurants findet man in den Straßen. Die Wände sind mit zahlreichen Graffitis dekoriert. Schnell wird klar: Hier ist nur einer heilig – Diego Maradonna. Der Fussballer gewann 1987 mit dem SCC Neapel die italienische Meisterschaft und ist seitdem nicht mehr aus den Straßen wegzudenken. Zahlreiche Cafes und Restaurants sind mit seinem Bild geschmückt, ab und an findet man auch kleine Aufbauten, die mich an Hausaltäre erinnert haben. Das Highlight sind die auf Wegweisern ausgeschriebenen Maradonna Grafittis. Nachdem man die Straße bergauf gelaufen ist öffnet sie sich zu einem kleinen Platz, der mit zahlreichen Girlanden geschmückt ist. Hier findet sich so etwas wie ein kleiner Schrein, der mit dem Bildnis und zahlreichen Trikots Maradonnas ausgestattet ist. Natürlich kommt auch hier der Kommerz nicht zu kurz. Auf zahlreichen Kleiderstangen werden Maradonna Trikots aus allen Spielzeiten und in allen Größen angeboten.

6 Highlights die man in Pompeii nicht verpassen sollte

Ein weiterer Tagesausflug, den man im Golf von Neapel unbedingt machen sollte ist in den Archäologischen Park von Pompeii. Überall in der Stadt werden Touren dorthin angeboten – nach einiger Recherche bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die eigene Anreise per Zug die günstigste Variante ist. Vom Bahnhof Neapel sind es nur wenige Stationen und etwa eine Halbe- bis Dreiviertelstunde Fahrt für unschlagbare 5,60€ hin und zurück.

Am Bahnhof von Pompeii umgeht man dann am Besten die zahlreichen Touristenführer und angeblichen Ticketshops und begibt sich direkt auf den Weg zum Eingang des Archäologischen Parks. Nach etwa 20 Minuten weg durch die Stadt stehe ich auch schon in der kurzen Schlange am Eingang zum Amphitheater. Der Eintritt in den Park kostet 16€ pro Person. Da ich vor Jahren als Studentin schon einmal in Pompeii war hatte ich meinen alten Führer durch die Ausgrabungsstätte noch und war nicht auf einen Audioguide angewiesen. Im Folgenden habe ich meine 6 Highlights die man unbedingt gesehen haben sollte aufgelistet:

Das Amphitheater

Beim Amphitheater von Pompeii handelt es sich um den ältesten erhalten Bau dieses Art. Im Süden lehnt er sich an die Stadtmauer an, so das diese als Stützmauer für den Zuschauerraum genutzt werden konnte. Das Innere faste etwa 20.000 Personen. Die hohe Brüstung im Inneren, die man im zweiten Bild sehen kann, muss man sich bunt bemalt vorstellen. Dort werden wahrscheinlich Gladiatoren-, Jagdszenen oder Siegesfeiern dargestellt worden sein. Besondere Berühmtheit erreichte das Theater 59 n.Chr. als es zwischen Anhängern benachbarter Mannschaften – heute im Fußball würde man es Derby nennen – zu gewalttätigen Ausschreitungen kam. Da es mehrere Verletzte und sogar Tote zu beklagen gab, beschloss Kaiser Nero das Theater für 10 Jahre für Veranstaltungen zu sperren. Ich kann nur wieder den Vergleich zum heutigen Fußball ziehen: Kaum vorstellbar was passieren würde wenn man Mannschaften für 10 Jahre sperrt, nur weil sich die Fans nicht benehmen können.

Casa del Fauno

Mit 3000 m² Grundfläche ist die Casa del Fauno das größte Wohnhaus der Stadt. Namensgebend ist der im Atrium gefundene Faun, der auf dem ersten Bild zu sehen ist. Das Original befindet sich im Archäologischen Museum von Neapel. Am Ende des Gartens findest sich einen reich dekorierte Exedra. Sie liegt in einer Achse mit dem Eingang und ist der Mittelpunkt des Hauses. Die Säulen werden von korinthischen Kapitellen aus bemaltem Stuck bekrönt. Den Boden ziert – meiner Meinung nach – das schönste und beeindruckendste Mosaik der ganzen Stadt. Gezeigt ist eine Schlachtenszene. Wer sich Zeit nimmt und sie genauer betrachtet stellt fest, dass es sich um den entscheidenden Kampf zwischen Alexander dem Großen und dem persischen Herrscher Dareios handelt. Auch hier findet sich das Original wieder im Archäologischen Museum von Neapel.

Forum, Basilika & Apollontempel

An der Kreuzung der beiden Hauptstraßen liegt das Forum – es ist in seiner Funktion vergleichbar mit heutigen Stadtplätzen. Der Platz verändert sich im Laufe der Jahre immer wieder: Neue Tempel werden errichtet, Ladenlokale kommen hinzu, alte Bauten verschwinden. Auf den Basen entlang der Säulenhallen waren wohl Bildnisse berühmter Bürger aufgestellt – gefunden wurde keine diese Statuen, man nimmt an, dass die Bürger nach dem Vulkanausbruch zurück gekehrt sind und sie entfernt haben. Heute ziert eine moderne Reiterskulptur den Platz, die zumindest ein wenig erahnen lässt wie imposant der Platz mit all seinem Schmuck und den Statuen gewirkt haben muss.

Der wohl wichtigsten Kultbau der Stadt, gleich an das Forum anschließend, war der Apollontempel. Dem Gott zugeordnet werden kann er aufgrund einer gefundenen Bronzestatue – die heute im Original in Neapel zu finden ist. Umgeben ist der Tempel von einem Säulengang, der auf Bild drei zu erkennen ist

Lupanar

Für alle nicht Historiker oder Archäologen ist dieser unscheinbare Bau wohl der interessanteste. Hinter der Bezeichnung Lupanar (lat. lupa = Dirne) verbirgt sich ein Bordell. Es ist das größte und bestgestaltete in Pompeii. Es wird behauptet, dass die Bilder oberhalb der Zimmer die Spezialität der Dame darunter darstellen. Da es sich bei den Zimmern um sehr kleine Räume mit lediglich einem gemauerten Bett als einzigem Einrichtungsgegenstand handelt, erschließt sich für mich die Erotik eher weniger. Mein Eindruck ist, dass hier lediglich niedere Triebe bedient wurden.

Auf einer der nächstgelegenen Hauptstraße findet sich ein Wegweiser in den Steinboden eingemeißelt. Die Spitze der Darstellung zeigt in Richtung des Lupanars. Vor allem bei Führungen geht hier immer ein raunen durch die Gruppe, kurz gefolgt von zahlreichen Klickgeräuschen der Auslösers der Handykameras – so auch bei der amerikanischen Gruppe in die ich durch Zufall hinein geraten bin.

Casa dei Vettii

Die Casa dei Vetti beeindruckt durch ihre reiche Ausgestaltung. Leider war sie bei meinem Besuch – wie auch schon vor 10 Jahren bei meinem ersten Besuch in Pompeii – wegen Renovierungs- und Forschungsarbeiten für Touristen geschlossen. Ich hätte den Fries der Eroten bein der Arbeit gerne einmal live gesehen.

Mysterienvilla

Die Gemälde der Mysterienvilla sind wohl die bekanntesten in ganz Pompeii. Die Villa befindet sich etwas außerhalb der übrigen Anlage, das Gelände fällt zum Meer hin ab. Zum Wohnhaus gehört auch eine Städte für Weinproduktion. Die berühmten im Bild abgelichteten Malereien befinden sich Triclinium des Hauses. Die Deutung ist hoch umstritten. Man kann den Initiationsritus in einen Mysterienkult – daher der moderne Name der Villa – interpretieren, aber auch auch die weibliche Initiation in den Dionysos Kult. Zweiteres gilt nach aktueller Forschungslage als wahrscheinlicher.

Am Ende der Villa gibt es eine kleinen Ausgang vom Gelände. Wer also nicht den ganzen Weg zurück in die Ausgrabungsstätte laufen möchte und wie ich nicht an ein festes Transportmittel gebunden ist, kann hier den archäologischen Park verlassen und das kurze Stück die Strasse entlang zum Bahnhof marschieren. Von hier geht es dann wieder zurück nach Neapel.

1 Tag auf Capri

Wenn man schon Zeit in der Bucht von Neapel verbringt, bietet sich ein Tagesausflug auf die Insel Capri an. Am Hafen werden zahlreiche Touren angeboten. Ich habe mich allerdings dazu entschieden Capri auf eigene Faust zu erkunden.


Anreise über Hafen Beverello

Fähre nach Capri

Kosten Hin und Zurück 43,50€


45 Minuten später stehe ich am Hafen von Capri. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten.

  • Inselrundfahrt per Boot (20€)
  • zu Fuß hinauf nach Capri Stadt
  • mit dem Funicolare in die Stadt fahren (10 min, 2€ pro Fahrt)

Um die Entscheidung zu treffen habe ich mich erst einmal in eines der Hafenbistros gesetzt. Was ich unbedingt haben musste war ein Drink, der in einer ausgehöhlten riesigen Zitrone serviert wird. Die stolzen 15€ war mir das Foto aber wert.

Da sich der nicht enden wollende Strom der Touristengruppen Richtung Stadt bewegt hat habe ich mich für einen Bootstour rund um die Insel entschieden. Und ich habe es nicht bereut. Alles was man aus dem Fernsehen und Internet kennt sieht man per Boot so viel besser als von Land aus. Da das Boot zu groß war um die berühmten Grotten zu besichtigen konnte ich nur einen kurzen Blick auf die sogenannte grüne Grotte erhaschen – die blaue Grotte war aufgrund der hohen Wellen leider komplett gesperrt.

Bei der Durchfahrt durch die Faraglioni sagt man, dass was man sich bei einem Kuss wünscht in Erfüllung geht – wahrscheinlich nicht gleich, aber irgendwann bestimmt!

Eine Stunde später komme ich wieder am Startpunkt an. Da die Rückreise per Fähre langsam näher rückt entscheide ich mich die Oberstadt via Funicolare (Zahnradbahn) zu besichtigen. Die einfache Fahrt kostet 2€.

Die Oberstadt besteht soweit ich sehen konnte hauptsächlich aus teuren Designer Boutiquen. Mein Highlight jedoch war die Kunstinstallation „Atalena sulla luna“ von Giacinto Bosco – sie steht quasi direkt am Ausgang der Bahnstation. Eine kurze Pause in einem der Eiscafes kann ich nur bedingt empfehlen: die Plätze eignen sich super um den Troubel von Instagrammern, Touristengruppen und Einheimischen auf sich wirken zu lassen, andererseits habe ich für eine Cola und ein Eis 16€ bezahlt.

Atalena sulla luna – Giacinto Bosco via Liquid Art System

Cartagena & Licor 43

Sightseeing Cartagena

Cartagena liegt im südlichen Spanien in der Küstenregion Murcia. Die Besiedelung an dieser Stelle kann durch Funde bemalter Muschelschalen bis zu den Neanderthalern zurück verfolgt werden. Später wurde die iberische Hafenstadt Mastia von den Phöniziern als „Neustadt“ neu gegründet und bildete den Ausgangspunkt des zweiten punischen Krieges – von hier brach Hannibal Richtung Italien auf. Nach der Eroberung durch die Römer wurde die Stadt zur wichtigsten Silberabbauregion des römischen Reiches. Noch heute kann man Reste der römischen Siedlung im Stadtbild finden. Das herausragendste Gebäude der Stadt ist das gut erhaltene römische Theater.

Auch die Moderne ist in Form zahlreichere Street Art Kunstwerke stark vertreten. Als Teil einer Gruppe konnte ich mich leider nicht absondern und detaillierter in die Stadtgeschichte eintauchen und auf die Besonderheiten eingehen.

Experiencia 43

Ein bisschen ausserhalb der Stadt findet sich die Produktionsstätte von Licor 43. In den letzen Jahren wurde hier die Experiencia 43 erschaffen, die es nicht nur möglich macht die Fabrik zu besichtigen, sondern auch ein kleines Museum beherbergt, dass die Entstehungsgeschichte von Licor 43 beleuchtet. Die Grundrezeptur geht wohl auf ein römisches Getränk zurück. Von der heutigen Rezeptur die aus 43 Zutaten besteht sind nur 5 bekannt – Vanille, Tee, Koriander, Zitrone und Orange.

Im Rahmen meiner Besichtigungstour durfte ich die einzelnen Produkte verkosten und am Ende meinen eigenen Cocktail mixen – mit Zutaten, die zuvor im Garten gesammelt wurden!

Layover Madrid

Was tun wenn man einen Tag bzw. Abend Layover in Madrid hat? Hier meine Top 3 Tipps:

1. Salmon Guru

Salmon Guru in der Calle de Echegaray 21 steht auf Platz 24 der 50 Best Bars weltweit – und ich muss sagen ich wurde nicht enttäuscht. Das unscheinbare Äußere der Bar trügt. Innen warten Zebravorhänge, Neonleuchten und Bar Equipment aus verschiedenen Jahrzehnten. Was mich allerdings am Meisten begeistert hat sind die kreativen Gläser – zurecht eine der 50 Best Bars!

2. Ella Sky Bar

Die zweite Bar auf meiner Liste ist eine Skybar mit herrlichem Blick über Madrid. Leider war ich zu beschäftigt das gute Essen zu genießen um ein annehmbares Foto von der Aussicht zu machen. Die Ella Sky Bar findet sich auf der Gran Via 42.

3. Museo Reina Sofia

Allen Kunstfans lege ich das Museo Reina Sofia in der Calle Santa Isabel 52 ans Herz. Das Museum beherbergt neben vielen anderen Kusntwerken auch Guernica von Pablo Picasso. Mich hat schon allein das Format von 349 x 777 cm sehr beeindruckt. Achtung! An Dienstagen ist das Museum geschlossen – weshalb ich ihm bei diesmal keinen Besuch abstatten konnte.

3 Tage Prag – 5 Sightseeing Hotspots

1. astronomische Uhr im Stadtzentrum

An diesem Wahrzeichen kommt in Prag niemand vorbei: In Mitten der Prager Altstadt an der Südseite des Rathauses findet sich die astronomische Uhr aus dem Jahr 1410. Rund um die Uhr ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen. Ich gebe hier meinen Favouriten wieder:

Angeblich waren die Fenster oberhalb des Zifferblattes, die heute die Apostel beherbergen, die Fenster zu einer Gefängniszelle. Hier war ein Raubritter inhaftiert, der sich in der Stadt mit dem Schwert geschlagen hatte und wartete auf die Vollstreckung seines Todesurteils. Er beobachtete aus dem Fensterchen, wie sich ein Spatz in dem Mund des Sensenmanns niederließ, während dieser ihn auf- und zu klappte. Nach dem Ende der Vorführung blieb der Spatz in besagtem Mund gefangen und musste bis zur nächsten Stunde warten, bis er wieder frei wurde. Nachdem der Spatz in die Freiheit geflogen war, hatte der Ritter wieder Hoffnung, vielleicht selbst freizukommen. Und dies geschah tatsächlich, er wurde begnadigt.

Václav Cibula: Pražské pověsti. Orbis; Praha 1972

2. Karlsbrücke

Der zweite Touri-Hotspot findet sich nur ein paar Gehminuten weiter: Die Karlsbrücke. Diese wurde ebenfalls im 14. Jahrhundert errichtet und damit eine der ältesten erhaltenen Steinbrücken Europas. Über die Brücke führte der Krönungsweg der böhmischen Könige. Erst seit 1870 wird sie offiziell Karlsbrücke genannt.

3. Prager Burg

Von der Karlsbrücke kann man sie bereits sehen – die Prager Burg. Das Gelände ist von Montag bis Freitag von 09:00 – 17:00 Uhr geöffnet. Für die Besichtigung der Gebäude wird ein Ticket benötigt. Hierbei gibt es mehrere Möglichkeiten. Da ich vor Jahren schon einmal die große Tour gemacht hatte, habe ich mich diesmal für Rundgang B zum Preis von 10€ entschieden. Die Highlights dieser Tour sind der Veitsdom und der alte Königspalast.

Die erste Version des Veitsdoms wurde im 14. Jahrhundert errichtet und dient seit jeher als Krönungskirche und Grabstätte der böhmischen Könige. Die heute zu sehenden Glasfenster wurden vom Jugendstil Künstler Alfons Mucha gestaltet. Neben dem Eingang erhebt sich ein Obelisk, der den Opfern des ersten Weltkriegs gedenkt.

Der alte Königspalast findet sich im zweiten Burghof. In diesem Gebäude fanden nicht nur Regierungssitzungen, Krönungen oder Festakte statt, sondern auch für Tuniere. Durch einen eigenen Reitereingang konnten die Ritter direkt in den Saal reiten. Im Ludwig-Flügel begann seiner Zeit der Dreißigjährige Krieg, als man zwei katholische Präsidenten aus dem Fenster warf. Auch heute noch ist der Palast der Sitz des Präsidenten, weshalb nicht alle Räume für Besucher geöffnet sind.

4. John Lennon Wall

Für diese Sehenswürdigkeit musste ich mich ein wenig vom Navigationssystem in meinem Handy leiten lassen. Versteckt an einem kleinen Platz gegenüber der Französischen Botschaft habe ich sie dennoch gefunden. Seit den 80ern wird die Wand mit von John Lennon inspirieren Graffitis gestaltet. Dabei handelt es sich nicht um ein konstantes Denkmal. Die Wand wird immer wieder umgestaltet.

5. Trdelník

Hierbei handelt es sich um einen gefüllten Baumstriezel, der in ganz Prag an jeder Ecke angeboten wird. Die Füllung variiert je nach Geschmack. Ich habe mich wie das Foto zeigt für Schokolade und Erdbeeren entschieden. Auch wenn das Essen eine relative Sauerei ist kann ich Trdelnik sehr empfehlen – sehr süß aber auch sehr lecker!

Der Ruf der Stille

Über das lange Vatertagswochenende ging es 3 Tage in die Einsamkeit der italienischen Berge. Obwohl drei Tage eigentlich zu viel gesagt ist, wenn man jeweils einen halben Tag mit An- und Abreise verbringt.

Der Ort Falmenta liegt auf etwa 700 m hoch in den Bergen überhalb des Lago Maggiore. Er ist nur durch eine enge, verschlungene Bergstrasse zu erreichen. Überhalb des bewohnten Dorfes liegt die renovierte Hirtenhütte, die in den nächsten Tagen mein Zuhause sein sollte. Schon beim Betreten der Hütte fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt. Elektrisches Licht bietet den einzigen Luxus. Geschlafen wird in einem Matrazenlager auf der Galerie oberhalb der Küche. Von der Terrasse aus hat man einen zauberhaften Blick in die Wälder – man fühlt sich ein bisschen wie im tropischen Regenwald. Abendunterhaltung bietet ein Lagerfeuer, die Gesellschaft der anderen Mitreisenden und ein atemberaubender Blick in den Sternenhimmel.

Der nächste Tag beginnt mit einem deftigen Frühstück, auf den eine Wanderung zum Hausberg folgt. Von der Hütte aus geht es einen verschlungen Pfad entlang hinauf zu den anderen Hirtensiedlungen. Nach zwei Dörfern biegt der Weg tiefer in den Wald hinein. Der wenig begangene Weg ist schlecht ausgeschildert und von tausenden von Laubblättern bedeckt, die wohl noch aus dem letzten Herbst stammen. Steil geht es einen schmalen Tritt hinauf. Immer wieder trifft man auf verlassen oder verschlossen Hütten – so wie die in der ich das Wochenende verbringe. An einer kleinen Lichtung zweigt sich der kaum noch sichtbare Weg nach rechts und führt auf den Sattel des Bergpasses. Dort erwartet den durstigen Wanderer eine erfrischende Quelle. Rechterhand erhebt sich der besagte Hausberg. Da es leider keine richtigen Wanderwege gibt schein der Berg auch keinen Namen zu haben. Der Aufstieg gestaltet sich dementsprechend schwierig. Kein Weg bedeutet, dass man sich selbst durch Flechten und Gestrüpp kämpfen muss – was sehr anstrengend ist. Die Aussicht belohnt den fleissigen Wanderer – der Blick reicht bis zum Lago Maggiore. Für den Abstieg muss wieder ein eigener Weg gefunden werden. Todesmutig wandere ich durch ein Bienenfeld. Die fielen wilden Bienen tummeln sich in den blühenden Bergblumen. Je länger man auf den Boden starrt, desto mehr Bienen scheinen es zu werden. Da die Tiere aber so sehr mit den Blüten beschäftigt sind, scheren sie sich relativ wenig um den Wanderer. Nur ich musste kurz den Respekt vor so vielen Bienen überwinden. Ab dem Sattel gibt es einen markierten Wanderweg, der zurück nach Falmenta führt.

Am dritten Tag ging es leider schon wieder zurück. Rückblickend, wo ich jetzt auf dem Balkon in der Stadt sitze und der nahegelegenen Hauptstraße lausche, habe ich die Stille sehr genossen. Mein Handy war drei Tage auf Flugmodus geschalten und diente mir nur als Kamera. Als Musik, die ich sonst immer und überall höre, hätte ich das Konzert der Grillen und Vögel. Schon am zweiten Tag war ich dermaßen entschleunigt, dass ich komplett die Zeit vergessen habe. Bei dem allzu gehetzten Stadtleben tun solche kleinen Auszeiten ziemlich gut. Ich hoffe ich kann diese innere Ruhe noch eine Weile in mir tragen, bevor mich der Alltag wieder hat.