Nationalpark Butrint

Wer Sarandë als Base für Ausflüge nimmt hat nur eine kurze Autofahrt nach Butrint. Die Fahrt war für uns allerdings etwas kurios. Zunächst war es gar nicht so einfach die Autovermietung zu finden. Mit Hilfe von Google Maps haben wir uns auf einen Platz navigiert, wo die Vermietung zu finden sein sollte. Allerdings war da eben nur ein Platz mit einer Skulptur und weit und breit nichts was nach einer seriösen Autovermietung aussieht. Nach einigem hin und her entschließen wir uns am nächsten Kiosk zu fragen, wo den die ominöse Vermietung zu finden sei – und tadaa! Wir haben sie gefunden. Die Kaution und Bezahlung läuft komplett in Euro ab und dann bekommen wir auch schon den Schlüssel zu unserem Kleinwagen.

Mit diesem geht es dann an der Küste entlang durch das benachbarte Ksamil – wo an allen Ecken und Enden gebaut wird und keine Baustelle so gesichert ist, wie man es aus Westeuropa gewohnt ist: sprich man fährt einfach durch die Lücke, die die Bauarbeiter dem Verkehr lassen. Shops, die auf Touristen warten Reihen sich wie Perlen an einer Kette. Sobald man die Stadt verlässt verändert sich der Anblick: Grüne Hügel soweit das Auge reicht und zwischendurch spitzt das Meer zwischen den Bergen durch. Die Straße endet mit der Landzunge. Hier befindet sich der Nationalpark Butrint.

An sich ist der Nationalpark riesig. Die komplette umliegende Landschaft gehört zum Park dazu. Eine kleine Fähre würde uns über den Fluß auf die andere Seite bringen, wo sich der landschaftlich wunderschöne Teil der Parks erschließt. Ich habe mein Auge allerdings auf den diesseitigen Teil geworfen, da neben dem Parkplatz schon das Tor zur antiken Stätte Butrint wartet, die ich mir als Teil des UNESCO Weltkulturerbes nicht entgehen lassen wollte. Für umgerechnet 10€ erhält man Zutritt zum weitläufigen Gelände, auf dem sich über die Jahrhunderte Griechen, Byzantiner, Venezianer und Osmanen die Klinke in die Hand geben.

Laut klassischer Mythologie wurde die antike Stadt von den Verbannten, die die gefallene Stadt Troja verließen, gegründet. Auch ohne Plan findet man sich auf dem Gelände gut zurecht. Zahlreiche Wegweiser führen in einem Rundweg zu dem wichtigen Landmarken.

Highlight des Rundgangs ist die Taufkapelle mit Mosaiken aus dem 6. Jahrhundert. Aktuell sind die vor Ort erhaltenen Originale zur Erhaltung zugeschüttet – sie werden nur alle paar Jahre freigelegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dafür ragen die große Basilika und das Theater aus dem 3. Jahrhundert fast in Originalgröße in den Himmel. Funde aus dem Areal finden sich im kleinen Museum, das in der venezianischen Burg ganz oben auf dem Hügel untergebracht ist.

Die 10€ ist der Besuch definitiv wert. Man bekommt richtig viel zu sehen. Geeignet ist der Ausflug auch für heißere Tage, da man die meiste Zeit im Schatten der Bäume verbringt.

Sarandë – An der albanischen Riviera

Die für mich zeitlich kürzeste Anreise ist auch die chaotischste. Mit dem Flieger geht es nach Korfu, Griechenland. Von dort steige ich auf die Fähre nach Sarandë. Hört sich einfacher an als es am Ende ist. Der Shuttle Bus bringt uns direkt vom Flughafen direkt zum Fährhafen. Dort deutet der Busfahrer auf das letzte Gebäude am Ufer – und dann geht der Struggle für mich los. Der Terminal sieht aus als hätte seit den 90er hier niemand mehr gearbeitet und es ist kein Mensch zu sehen. Wo kann ich hier ein Ticket für die Fähre kaufen? Frage ich mich und schaue mich hilflos in der verlassenen Halle um. Nur ein paar laminierte Schilder weisen den Weg „to Albania“, aber die Tür zu der sie führen ist verschlossen.

Kurz entschlossen, da der Abfahrtszeitpunkt langsam näher rückt, entscheide ich mit den Worten „no risk, no fun“ online ein Ticket für 30€ zu kaufen. Keine Ahnung ob ich am richtigen Terminal bin, keine Ahnung wie das hier weiter gehen soll. Das Terminal füllt sich mit der Zeit immer mehr und 20 Minuten vor Abfahrt öffnet sich tatsächlich die Tür „to Albania“. Eine kurze Passkontrolle – ich verlasse ja schließlich die EU – später geht es auf die Speedfähre, die wie scheinbar alles am Hafen, ebenfalls aus den 90ern entsprungen ist. Kurze 30 Minuten später setzte ich zum ersten Mal meine Füße auf albanischen Boden. Zu meiner persönlichen Enttäuschung gibt es an der Grenze keinen Stempel in den Pass. Vor dem Fährterminal stehen schon zahlreiche Taxifahrer bereit, die auf Kundschaft warten.

Entspannung steht bei diesem Urlaub an erster Stelle. Deshalb beschließe ich den Hotel eigenen Pool so oft wie möglich zu nutzen und eventuell auch etwas Bräune abzukriegen. Am Anfang ist es für mich sehr ungewohnt nirgendwo hin zu müssen, nichts geplant zu haben und einfach nur „sein“ zu können.

Da ich noch in der Vorsaison reise, habe ich den Pool vormittags ganz oft für mich alleine. Die meisten anderen Gäste sind auf der Durchreise und bleiben nur 1-2 Nächte im Hotel.

Der Strandpromenade merkt man die Vorsaison noch ein bisschen an – viele Strandbars und Souvenirshops haben noch geschlossen und überall wird im Hintergrund gewerkelt, renoviert und neu gebaut. Trotzdem werden ich bei den obligatorischen Postkarten und einem der kitschigsten Kühlschrankmagneten überhaupt fündig.

Je mehr Tage vergehen, desto mehr erkunde ich die Stadt. Am anderen Ende leuchtet nachts ein Riesenrad und ich beschließe: Das schau ich mir tagsüber mal an. Dort angekommen ist das Areal enttäuschender als auf den Bildern im Internet. Das Riesenrad und der Autoscooter darunter sind schon etwas in die Jahre gekommen. Die Zwischenräume zwischen den Fahrgeschäften sind vollgestopft mit allerlei Automaten. Zu gewinnen gibt es allerdings nur Tand aus Fernost, was es für mich schnell uninteressant macht.

Da kann ich mich dann auch den zahlreichen Boutiquen an der Promenade und der Hauptstraße dahinter widmen. Meistens öffnet sich im hinteren Teil der größeren Geschäfte eine andere Welt. Plötzlich steht man zwischen „Hermes“ Handtüchern, diversen Handtaschen großer und teurer Marken und Designer-Sonnenbrillen. Jetzt wundere ich mich auch nicht mehr über die vermeintlich sehr teuren Handtaschen, die ich abends in Hülle und Fülle an den Armen der Damen auf der Strandpromenade sehe.

Wenn die Promenade zu langweilig wird, ragt über der Stadt die Burg Lekuresit. In den sozialen Medien ist das einer der ersten Sightseeing Spots, der angezeigt wird, wenn man nach Sarande sucht – und wie bei fast allem in den sozialen Medien, ist der Ort online viel spekakulärer als in echt. Möglicherweise liegt das an der Nebensaison, denn auch hier sind Kioske und das Restaurant noch nicht geöffnet.

Die Aussicht über die Bucht ist nichtsdestotrotz wunderschön. Für Hochzeiten ist die Location im Sommer bestimmt ein Traum. Jetzt – ohne die vielen Leute – fallen mir vor allem die Überreste sowjetischer Bunkeranlagen auf, die wie Maulwurfhügel im Gelände verteilt sind.

An Regentagen kann ich das Museum der Traditionen empfehlen. Für 100 Lek, was umgerechnet etwa 1€ ist, erhält man Zugang zu diesem Museum, das direkt in der Mitte der Strandpromenade gelegen ist, sowie zum Archäologischen Museum auf der anderen Seite der Hauptstraße. Auf zwei Stockwerken bekommt man einen Einblick, wie Sarande vor dem Tourismus ausgesehen hat. Die Fotos an den Wänden stammen großteilig aus den 1940ern bis 1970ern. Gerahmt wird das Ganze von Schaufensterpuppen, die in traditionelle Tracht gekleidet sind. Erklärungen oder Beschriftungen sucht man im ganzen Museum vergebens – und trotzdem gibt mir der heimelige Einbilck in die Geschichte und Tradition mehr als so manches modernes Museum. Es fühlt sich ein wenig so an, als würde man in privaten Fotos und Erinnerungen der Großeltern stöbern.

Das archäologische Museum besteht aus einem großen Raum, der ein Bodenmosaik, sowie diverse Fundstücke aus dem übrigen Baubestand des Hauses, beherbergt. Auch hier gibt es nur eine große Schautafel, die wahrscheinlich mehr Fragen offen lässt als sie beantwortet. Für den grandiosen Preis lohnt es sich aber allemal.

Florenz – Ein Wochenende voller Kunst & Architektur

Ich bin den ganzen Tag in Florenz herumgeschlendert, mit offenem Auge und träumendem Herzen. Sie wissen, das ist meine größte Wonne in dieser Stadt, die mit Recht den Namen la bella verdient. Wenn Italien, wie die Dichter singen, mit einer schönen Frau vergleichbar, so ist Florenz der Blumenstrauß an ihrem Herzen. - Heinrich Heine

… und während man so durch Florenz schlendert kommt man an einem Monument nicht vorbei: dem Duomo. Er ist nicht nur eine der größten Attraktionen der Stadt, in um und auf der man einen ganzen Tag verbringen kann, sondern er dient auch immer als Orientierungspunkt. Ein Ticket für die Crypta, Kuppel und den Campanile hat für mich und das verlängerte Wochenende ausgereicht – vor allem da das Ticket über mehrere Tage versetzt genutzt werden kann. Erster Punkt nach dem Ankommen war die Besichtigung der Kuppel. Über zahlreiche Stufen geht ein über mehrere Etappen bis unter die reich verzierte Kuppel. Dort könnte man sich über einen längeren Zeitraum aufhalten und die verschiedenen biblischen Szenen identifizieren und betrachten. Betonung auf könnte! Der Weg an der Spitze ist sehr schmal, so dass immer nur eine Person im Gang stehen kann, deswegen kann man auch nicht länger stehen bleiben, da die nächsten aus der Gruppe schön hinter einem anstehen und ebenfalls über die Bilder staunen möchte.

Der nächste Tag führt mich dann auf die Kuppel – wieder über zahlreiche Treppen. Auch hier ist der Weg wieder so schmal, dass gerade so zwei Personen nebeneinander vorbei gehen können, was bei Gegenverkehr so seine Herausforderungen mit sich bringt. Oben angekommen werden die Strapazen durch eine traumhafte Aussicht über die Stadt belohnt.

Am letzten Tag geht’s dann hinab in die Crypta, die alten Fundamente und Reliquien bewundern. Kostenlos dazu gibt’s die Abkürzung in den Dom hinein. Man überspringt quasi die Schlange der anderen Touristen und steht mitten im Dom, wo man ihn noch mal von seiner ganzen Schönheit innen betrachten kann. Von außen wird mir das Gebäude immer wieder in der Stadt begegnen.

Neben dem Dom erhebt sich der Campanile, der – genau ihr ahnt es schon – über zahlreiche Stufen erreichbar ist. Besonders schön ist die Aussicht, wenn man das Glück hat, den Sonnenuntergang von oben miterleben kann.

Nächstes Must See auf meiner Florenz Liste sind Michelangelos David, sowie die Uffizien. Für beides hatte ich Tickets im vorhinein, um die Schlangen am Eingang vermeiden zu können.

Der David hat es mir schon angetan, muss ich sagen. Zum einen ist er größer als ich ihn mir vorgestellt hatte und zum anderen steht er so prominent in einer Apsis des Museums, dass man gar nicht anders kann als ihn zu bewundern. Die anderen Exponate im Museum verblassen etwas unter seinem Schein.

Für die Uffizien sollte man sich einen guten Tag einplanen, wenn man wirklich alles besichtigen möchte. Auch hier hatte ich vorab ein Ticket – anders wäre es wahrscheinlich auch nicht möglich gewesen. Die Schlange für meinen Timeslot war relativ lang, wobei ich am Ende doch ziemlich schnell drin war. Highlight hier für mich ist die „Geburt der Venus“ von Boticelli. Überhaupt steht für mich das ganze Museum irgendwie im Zeichen der Venus. Die Schlange an der „Venus di Medici“ war so lang und hat sich so langsam fortbewegt, dass ich mich nicht angestellt habe und nur einen kurzen Blick von einem der Seiteneinblicke über viele Köpfe hinweg erhaschen konnte. In der Bilderserie unten erhält man ein paar Eindrücke, was ich alles besichtigt habe.

Am Ausgang der Uffizien befindet sich die berühmte Ponte Vecchio – und ganz ehrlich schön fand ich die Brücke beim ersten Eindruck nicht. Klar sind die bunten Anbauten ganz niedlich in ihren Pastellfarben, aber schön? Nein, schön finde ich das Bauwerk nicht. Vielleicht schaue ich deshalb auch auf dem Foto unten in die andere Richtung. Der Charm der Brücke zeigt sich erst, wenn man sie überquert – sie ist voller Geschäfte! Vor allem Juweliere geben sich die Klinke in die Hand. Der Schaufensterbummel war wirklich sehr schön, nur leider scheint mein Geschmack ein sehr exquisiter zu sein und ich suche mir instinktiv immer das teuerste Schmuckstück aus. Deshalb sollte es auch beim Schaufensterbummel bleiben.

Wo wir gerade schon bei exquisit sind, habe ich noch einen Geheimtipp für alle Fashion Girlies: das Museo Salvatore Ferragamo! Ganz unscheinbar befindet es sich im Untergeschoss des gleichnamigen Geschäfts nahe der Ponte Vecchio. Erzählt wird die Geschichte von den Anfängen des Gründers und Namensgebers bis hin zur Gegenwart. In der liebevoll kuratierten Ausstellung weht immer der Hauch von altem Hollywood durch die Gänge. Sehr fasziniert war ich von den hölzernen Modellen, die nach den Füßen der Filmstars angefertigt wurden, damit die Schuhe maßgefertigt werden können. Verliebt habe ich mich in die Ballerinas von Grace Kelly, die auch heute noch todschick wären. Der Drang am Ende der Ausstellung Schuhe zu kaufen konnte ich fast nicht unterdrücken – aber die von mir favorisierten Ballerinas werden zu meinem Glück, oder zum Glück meines Geldbeutels, nicht mehr hergestellt.

Last but not least geht es ins Freie. Die Boboli Gärten hinter dem Palazzo Pitti sind eine der bekanntesten Gärten Italiens. Hier findet man zahlreiche Aussichtspunkte, die entweder die Stadt oder die toskanische Landschaft überblicken lassen. Die Landschaft hat es mir ein bisschen mehr angetan und sieht einfach genau so aus wie auf dem Bild in der Küche meiner Eltern, das ich meine halbe Kindheit über bewundert habe. Ich dachte immer auf dem Bild wäre mehr Fiktion als Wahrheit dargestellt – aber es sollte sich rausstellen: die Traumlandschaft aus meiner Kindheit gibt es wirklich! Und sie ist in echt noch schöner als gemalt.

24 Stunden in Colmar

Im November ging es für ein kurzes Wochenenden ins Elsass. Da ich effektiv nur 24 Stunden in der Stadt verbracht habe kommen hier meine drei Highlights, die man nicht verpassen sollte:

Klein-Venedig

Im Viertel Krutenau, wo sich auch meine Unterkunft befand, findet sich das sogenannte Klein Venedig. Das Leben spielt sich hier rund um die Zuflüsse des Flusses Lauch ab, was an die italienische Stadt erinnert. Wasser spielte bei der Entstehung des Viertel eine große Rolle, da sich hier die Gemüsebauern vor den Toren der Stadt ansiedelten. Besonders der Ausschnitt auf dem Bild unten ist sehr bekannt. Täglich fotografieren sich hier hunderte Menschen vor dem pittoresken Hintergrund.

Freiheitsstatue

Der berühmteste Sohn der Stadt ist Auguste Bartholdi – der Erfinder der Freiheitsstatue. Ihm ist nicht nur ein Museum gewidmet, sondern die eiserne Dame findet sich auch überall in Colmar wieder. Auf den Strassen findet man goldene Wegweiser, die zu einer Replik der amerikanischen Freiheitsstatue führen. Da die große Statue etwas außerhalb der Stadt steht blieb für einen Besuch leider keine Zeit und die Wegweiser mussten genügen.

Choco Museum

Mein kleines Highlight während der Reise war das Choco Story Museum. Für 12,50€ Eintritt für einen ein Audio Guide durch die zweiteilige Ausstellung: Vom Anbau bis zur Verarbeitung der Kakaos wird im ersten Teil alles genau erklärt. der zweite Teil beschäftigt sich mit den Dingen die man aus Schockolade fertigen kann – von Trinkschokolade bis zu lebensgroßen Figuren. Wie der Freiheitsstatue unten im Bild. Und das Beste: Während des Durchgangs kann man die ganze Zeit kleine Schokotaler probieren!

Kulinarisch darf der Flammkuchen natürlich nicht fehlen. Den bekommt man fast an jeder Ecke. Da ich leider schon immer viel zu verfressen war, gibt’s davon keine Fotos und ich werden wohl nie ein Food-Blogger werden…

Danzig & Sopot – Wie verbringt man eine Woche an der polnischen Ostseeküste?

Da uns die Sommer im Süden in den letzten Jahren zu Heiß für’s Sightseeing waren, wollten wir dieses Jahr mal etwas anderes probieren. Warum nicht an die Ostsee fahren, wo es nicht über 30 Grad heiß wird?

Dann stellt sich schon die nächste Frage: Wenn an die Ostsee, dann wohin? Die Möglichkeiten scheinen auf den ersten Blick endlos. Nachdem wir kurz die Preise verglichen haben, war der deutsche Küstenabschnitt aus dem Rennen – und als mir dann noch ein relativ günstiges Hotelangebot für Danzig in die Hände gefallen ist, war es klar. Es geht im Sommer nach Polen!

Zur Anreise kam für uns am Ende nur das Auto in frage. Die Anreise per Flugzeug ging nicht direkt, es wäre ein Umstieg in Warschau nötig gewesen und auch der Zug hätte viel länger gebraucht und wäre sehr viel teurer und unzuverlässiger gewesen. Also ab ins Auto. Auch hier sind wir nicht den ganzen Weg in einem Stück gefahren, sondern haben einen Stopp zum Übernachten in Berlin eingelegt.

In Danzig angekommen, geht der erste Weg in die Danziger Altstadt um die Lage zu erkunden. Mit dem Hoteleigenen Boot machen wir eine kurze Rundfahrt durch die Stadt bis hin zur Stadtgrenze. Vorbei am alten Kran und dem Riesenrad auf der anderen Flussseite ist uns schnell klar, wir wollen die Stadt unbedingt noch mal zu Wasser entdecken.

Nach der kurzen Bootfahrt erkunden wir die Stadt zu Fuß. Durch eines der großen Stadttore geht es hinein in die historische Altstadt. In einer U-Form flanieren wir am Rathaus, Neptunbrunnen und langem Markt. Immer wieder fallen mir die vielen Bernsteinläden und -stände ins Auge und ich bin mir an Tag eins schon sicher, dass ich das ein oder andere Souvenir von hier mit nach Hause nehmen werde.

Am Ende des Spaziergangs erreichen wir die Plattform von der die verschiedensten Ausflugsdampfer in See stechen. Kurzentschlossen steigen wir auf das Boot, dass uns zur Westerplatte bringt. Kostenlos dazu bekommt man eine Hafenrundfahrt, die die verschiedenen Bauten und Gerätschaften im Hafenbecken erklärt.

Bei der Westerplatte handelt es sich um eine Landzunge, auf der durch den Beschuss eines polnischen Munitionslagers der zweite Weltkrieg begann. Ein 23 Meter hohes Denkmal am Ende der Halbinsel erinnert schon aus weiter Ferne an den polnischen Widerstand. Wir nehmen uns 40 Minuten Zeit um uns umzusehen. Als ich vor dem zerschossenen Munitionslager stehe kommt mir wieder dieses komische Gefühl, das ich öfter an historischen Orten mit einer dunklen Vergangenheit habe. Irgendwie ist mir kalt, obwohl es ein schöner Sommertag ist und irgendwie fühle ich mich bedrückt. Das wird auch nicht besser, wenn wir am Soldatenfriedhof vorbei kommen, der an die jungen Männer erinnert, die hier ihr Leben lassen mussten. Wie in einer anderen Welt fühlt sich dann das fröhliche Treiben am Strand an, der nur wenige Meter außerhalb des Wäldchens beginnt.

Die Geschichte des zweiten Weltkriegs sollte uns auch die nächsten Tage begleiten. Da es am nächsten Morgen regnet, beschließen wir das gleichnamige Museum zu besuchen. Was wir allerdings nicht bedacht hatten, war das wir nicht die einzigen waren, die diesen Plan gefasst hatten. Im Museum werden Tickets mit Zeitfenstern verkauft um den Ansturm in den Griff zu bekommen. Als wir Mittags am Museum ankommen ist der nächste verfügbare Zeitslot 16:00 Uhr. Da wir nicht so lange dort warten wollten habe ich noch in der Schlange zum Ticketschalter online einen Zeitslot für den nächsten Vormittag gebucht. Es empfiehlt sich also diesen Besuch zu planen und im vorhinein schon online ein Ticket zu besorgen.

Also ziehen wir unverrichteter Dinge wieder ab und spazieren zurück in die Altstadt. Auf dem Weg kommen wir am Maritimen Museum vorbei. Das Museum an sich ist kostenlos, nur für den Besuch des Museumsschiffs braucht man ein Ticket. Das Schiff vor der Türe hat uns sehr viel besser gefallen als das in die Jahre gekommene Museum. Das Schiff kann man in einem Rundgang komplett vom Bauch bis hin zum Steuerrad erkunden. Teilweise sind die Treppen ganz schon schmal und steil, so dass ich mich nur rückwärts wieder runter getraut habe.

Neuer Tag, neuer Versuch. Wieder machen wir uns auf den Weg zum Museum des 2. Weltkriegs. Mit vorher gekauften Ticket läuft alles wie geschmiert. Die Schlange am Eingang ist nicht allzu lang und wir sind relativ schnell drin. Ich kann nur jedem den Audioguide ans Herz legen, ohne den wären wir verloren gewesen. Es werden nicht nur Informationen zu den ausgestellten Exponaten geben, sondern auch jeder Film übersetzt, auf Besonderheiten in der Ausstellung hingewiesen und Wegbeschreibungen und Anweisungen gegeben in welcher Reihenfolge man sich die einzelnen Räume anschauen soll. Die umgerechnet 3€ für den Guide haben sich für uns voll und ganz gelohnt. Wir haben gute 3 Stunden in der Ausstellung verbracht, die sich nicht wie 3 Stunden angefühlt haben.

Unseren letzten Tag vor der Abreise verbringen wir in der Satelittenstadt Sopot. Da die Taxipreise im Gegensatz zu Deutschland sehr erschwinglich sind haben wir uns entschieden die 15 – 20€ für die Fahrt von ungefähr 40 Minuten zu investieren und uns vom Taxi direkt an den Strand fahren zu lassen. Zahlreiche Beachclubs säumen den Weg zum Strand und hinter uns erhebt sich ein riesiges Hotel, das vom Glanz vergangener Zeiten zeugt. Die Clubs lassen wir allerdings links liegen und widmen uns der halbrunden Flaniermeile, die mit vielen kleinen und größeren Souvenirshops gespickt ist. Da am Ende doch immer das gleiche angeboten wird und auch allerlei Tand aus Fernost unter den Angebotenen Waren ist werden wir nicht fündig. Lieber zahlen wir 10 Sloty Eintritt für die Seebrücke auf der man nicht nur beobachten kann, wer hier sonst noch so flaniert, sondern es auch zahlreiche Touristendampfer und Yachten zu bestaunen gibt. Nachdem wir uns am Meer satt gesehen haben, machen wir noch einen Schwenk durch die kleine Innenstadt bevor wir wieder nach Danzig fahren.


Food & Drinks

Für unser leibliches Wohl war während der ganzen Reise Bestens gesorgt. Die regionale Küche hat es uns so sehr angetan, dass wir noch im Supermarkt halt machen mussten, um ein paar Zutaten und auch fertige Gerichte mit nach Hause nehmen zu können. Im folgenden kommen nun ein paar Tipps, wo wir essen waren und was wir empfehlen können.

Gdanski Bowke, Dlugie Pobrzeze 11, 80-888 Gdansk: traditionell polnisches, aber auch sehr touristisches Restaurant direkt am Fluss. Ohne Reservierung haben wir gerade noch so einen Platz bekommen. Sehr zu empfehlen ist die gemischte Vorspeisenplatte. Die meisten Gerichte kannte ich, hätte ich aber teilweise nicht in der Kombination gegessen. ⭐⭐⭐💲💲

Chinkalania, Tkacka 7, 80-836 Gdansk: georgisches Restaurant, in dem man bestens beraten wird, was es mit den Speisen auf sich hat, wie sie gegessen werden und in welcher Kombination man am Besten bestellt. Die gefüllten Teigtaschen mit Brühe waren super lecker und ich kann sie nur wärmstens empfehlen. Man bekommt sehr gutes Essen für kleines Geld. ⭐⭐⭐⭐ 💲

Kuchina Aleksandry, Dlugi Tard 11, 80-828 Gdansk: wieder ein sehr touristisches Lokal direkt am langen Markt in der Altstadt. Die Plemeni kamen wieder mit kurzer Einweisung und waren sehr lecker. ⭐⭐⭐💲💲

Tiki Jungle, Piwna 50/51, 80-831 Gdansk: Bei der Suche nach einer Bar fielen mir die Tiki Cocktails aus dem Tiki Jungle gleich ins Auge. Bestellt habe ich einen Skull Cocktail, der in einem gläsernen Totenkopf serviert wird. ⭐⭐⭐⭐ 💲💲

Pierogaria Stary Mlyn, Swietego Ducha 64, 80-834 Gdansk: Restaurant das sich auf Pierogi spezialisiert hat. Pierogen gibt es hier wirklich in allen Formen und Farben. Unbedingt vorher reservieren, zu den Stoßzeiten stehen die Leute vor dem Lokal Schlange. ⭐⭐⭐⭐ 💲💲

48 Stunden Genua

Für die größte Stadt Liguriens hatte ich keinen richtigen Plan. Natürlich gab es den ein oder anderen Ort, den ich gerne besichtigen wollte, aber ich habe mir im vorhinein keine Route zurecht gelegt um eine Liste von Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Diesmal wollte ich mich ein wenig treiben lassen.

Und so fing der erste Tag auch an. Vom Hotel aus bringt mich der Bus in die Stadt – zu diesem Zweck habe ich mir die App „AMT Genova“ auf das Handy geladen. Hier kann man sich nicht nur Verbindungen raussuchen, sondern auch gleich das Ticket für den öffentlichen Nahverkehr kaufen. Ein 110 Minuten Ticket kostet 2,20€ und ist meine erste Wahl um in die Stadt und auch wieder raus zum Hotel zu kommen.

Get to know Genua

Dreh- und Angelpunkt ist für mich der Hafen. Von hier aus lasse ich mich durch die Straßen der Stadt treiben. Der erste ganz ehrliche Eindruck, den die Stadt auf mich macht: So richtig schön ist es hier nicht. Alles wirkt er düster, eng und ein wenig herunter gekommen. Erst wenn man ein bisschen mehr ins Zentrum kommt ändert sich dieser Eindruck ein wenig. Plötzlich steht man auf einem großen, offenen Platz an den sich die Einkaufsstraße anschließt. Klar, dass ich hier ein wenig bummeln wollte. Im Ausland versuche ich mich vor allem auf die Geschäfte zu konzentrieren, die es zu Hause nicht gibt – und so bin ich in einem „Kasanova“ Laden gelandet, in dem es allerlei Einrichtungsgegenstände gibt. Am Ende habe ich das Geschäft mit einem faltbaren Waschbecken verlassen, das ich während des voran gegangenen Camping-Urlaubs gut gebrauchen hätte können.

Wer eher nach kulinarischen Highlights sucht, sollte sich eher am Hafen aufhalten. Hier spielt sich das meiste Leben ab und ein Restaurant reiht sich an das nächste.

Für große und kleine Kinder gibt es am Ende des Hafens noch ein kleines Highlight: Die Galeone Neptune. Für 6€ Eintritt kann man das Schiff von oben bis unten erkunden. Erklärt wird hier gar nichts – es handelt sich um den Nachbau einer spanischen Galeone aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurde 1985 für den Roman Polanski Film „Piraten“ gebaut und liegt nun in Genuas Hafen vor Anker. Mich hat vor allem die Figur am Bug sehr beeindruckt. Ich hatte bis dahin kein Gefühl für diese Größendimensionen.

Street Art

Wer mit offenen Augen durch die Stadt läuft, findet fast an jeder Ecke Street Art in der einen oder anderen Form. Das versöhnt mich mit dem zunächst eher negativen ersten Eindruck. Die Stadt hat ihren eigenen Charme, den man nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennt. Also immer mit wachem Blick durch die Städte wandeln – man entdeckt die Schönheit oft erst, wenn man sich Zeit für die Details nimmt.

Regentipp:

Wenn es doch mal regnen sollte, wie am letzten Tag meines Besuchs, dann kann ich das Galata Museo del Mare empfehlen. Hier kann man sich für 17€ Eintritt locker den ganzen Tag aufhalten. Ich muss aber auch sagen, dass ich mir ein wenig mehr davon versprochen hatte.

Das Museum wirkt ein wenig altbacken, es gibt im ersten Teil der Ausstellung sehr viele Gemälde und Nachbildungen von Segelschiffen, genaueres kann ich dazu nicht sagen, da fast alle Hinweistafeln auf Italienisch beschriftet waren. Dazu kommt, dass es sehr schummrig beleuchtet ist. Die ersten beiden der insgesamt vier Stockwerke widmen sich Cristoph Columbus und der Seefahrt des 16. und 17. Jahrhunderts. Auf jeder Etage steht ein Schiff in Originalgröße zur Besichtigung bereit. Für mich wird es erst im dritten Stock mit der Personenschifffahrt des 19.Jahrhunderts und dem Handel mit der neuen Welt spannend. Die Geschichten realer Menschen berühren mich doch mehr als Modellschiffe. In der vierten Etage wird es dann aktuell: Das Thema Migration bis ins Hier und Jetzt wird behandelt. Unter anderem ist ein Ruderboot, mit dem Flüchtlinge über’s Mittelmeer in Italien angekommen sind, ausgestellt. Für mich gleicht es mehr einer Nussschale und ich mag mir gar nicht vorstellen, was die Menschen auf diesem Schiff erlebt haben…

Am Ende der Ausstellung gibt es noch den Hinweis zur Aussichtsplattform auf dem Dach des Museums, welche man sich nicht entgehen lassen sollte. Von hier hat man einen traumhaften Blick über den Hafen und die Stadt.

Als keine Kritikpunkt muss ich anmerken, dass mir das Thema zweiter Weltkrieg völlig gefehlt hat. Ich habe bewusst keine Vitrine zu diesem Thema wahrgenommen. Auch das Thema Ozean inklusive der Tiere und Pflanzen, die hier leben kam auch überhaupt nicht zur Sprache. Bei einem Meeresmuseum hätte ich das zumindest in Teilen erwartet.

Über die Riviera del Brenta nach Padua

Venedig kennt in Venetien jeder, aber habt ihr schon mal von der Riviera del Brenta gehört? Mir sagte das auch nichts, bevor ich mich auf meine Venedig Reise vorbereitet habe – und was soll ich sagen, es hat sich für mich als absoluter Geheimtipp herausgestellt.

Die Riviera del Brenta führt am gleichnamigen Fluss von Venedig bis nach Padua und ist insgesamt 50 Kilometer lang. Nirgends sonst findet man so viele venezianische Villen außerhalb Venedigs – die reichen Kaufleute Venedigs verbrachten die heißen Sommer lieber am kühleren Flussufer. Da die Villen am Kanal so zahlreich sind, habe ich mir die drei für mich interessantesten herausgepickt.

Villa Malcontenta

Die erste auf meiner Route ist die Villa Malcontenta, die es auch auf die UNESCO Kulturerbe Liste geschafft hat. Der Name Malcontenta (die Unzufriedene) leitet sich von einer Grande Dame der Foscari-Familie ab. Sie wurde angeblich hierher verbannt, da sie ihren Mann betrogen haben soll.

Ich habe mich sofort in die Architektur und die Innengestaltung mit den zahlreichen Fresken verliebt und wäre sofort eingezogen. Die zum Wasser ausgerichtete Säulenvorhalle erinnert an einen kleinen antiken Tempel. Die Strafe der Verbannung hat sich wohl doch ganz gut ertragen lassen.


Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 9:00 – 12:00 Uhr & 14:30 – 17:30

Eintritt Erwachsene: 12€


Villa Widmann

Die nächste Villa auf meiner Liste ist die Villa Widmann aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist mit einem Obergeschoss, das von einer Galerie umrahmt wird, etwas größer als die Malcontenta. Nördlich des Gebäudes öffnet sich das Areal zu einem großzügigen Park, der zahlreiche Statuen birgt – Nymphen, Götter und Amoretten sind dargestellt. Bis 1984 wurde die Villa von einer Familie bewohnt und ging dann in Staatseigentum über. Highlight des Gebäudes sind die Kerzenleuchter aus Murano-Glas.


Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10:00 – 13:00 Uhr & 13:30 – 16:30 Uhr

Eintritt Erwachsene: 7€


Villa Pisani

Die Villa Pisani ist die größte und wahrscheinlich historisch bedeutsamste Villa auf der Strecke. Sie wurde im 18. Jahrhundert als Abbild von Versailles erbaut. Insgesamt beherbergt das Gebäude 114 Zimmer. Dogen, Könige und Kaiser gaben sich hier die Klinke in die Hand – unter anderem hat Mussolini hier Hitler zu einem Treffen geladen. Heute ist die Villa, inklusive großem Garten mit Teichen und einem Labyrinth, als Nationalmuseum für die Öffentlichkeit zugängig. Mich hat der Besuch eher an ein Schloss erinnert, als an eine Villa.


Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 9:00 – 20:00 Uhr

Eintritt Erwachsene: 12€


Padua

Von der letzten Villa sind es nur noch 10 km nach Padua. Leider hatte ich nicht so viel Glück mit dem Timing. Als ich gegen 14:00 Uhr dort eintraf, begann gerade die Mittagsruhe und alle Cafes und Museen schlossen für mehrere Stunden. Ich hätte gerne die Cappela degli Scrovegni und ihre prachtvollen Deckenmosaiken bestaunt – nur leider ist es sehr schwierig 2 1/2 Stunden zu überbrücken, wenn man kein geöffnetes Cafe zum verweilen findet. Also mussten die öffentlich zugänglichen Sehenswürdigkeiten her halten, für die man kein Ticket braucht. Zuerst ging es ins Stadtzentrum an den Palazzo della Ragione. Hier wurde gerade der Markt abgebaut und nur noch wenige Stände in der Markthalle hatten geöffnet. Hier wird alles „to go“ verkauft ohne eine Möglichkeit sich zu setzten. Der Platz so wie der darauf folgende Piazza dei Signori sind von defensiver Architektur geprägt. Es gibt keine Bänke auf denen man sich niederlassen könnte. Nachdem ich dann doch noch eine Eisdiele gefunden hatte, die geöffent war habe ich mich kurzerhand, und aufgrund dem Mangels an anderer Möglichkeiten, auf die Stufen der Loggia del Consiglio o della Gran Guardia gesetzt.

Nach dieser kurzen Pause geht es weiter zum Prato della Valle. Der elliptische Park ist ein ehemaliger Sportplatz, der von einem schmalen Kanal eingegrenzt wird. An der Umrandung stehen 78 Statuen, die historische Persönlichkeiten der Stadt Padua ehren sollen.

Venedig in 2 Tagen

Venedig wird normalerweise in vier Stadtviertel aufgeteilt. Dazu kommen dann noch die südlichen Inseln inklusive Lido, sowie die Biennale, die kein eigentliches Viertel ist, aber einen eigenen Absatz verdient hat.

Venedig ist über mehrere Wege zu erreichen. Von München aus liegt man entweder 1 Stunde, fährt knappe 7 Stunden direkt und ohne umzusteigen mit dem Zug, oder sitzt etwa 5 1/2 Stunden mit im Auto, wenn alles ohne Probleme läuft. Ich stand in Italien im Stau und saß insgesamt 8 Stunden bei 34°Grad im Auto, aber es ist ja schließlich Urlaub und von solchen Kleinigkeiten darf man sich die Laune nicht verderben lassen.

Jetzt aber rein ins Geschehen und ab in die einzelnen Stadtviertel:

Dorsoduro

Wer mit Bus, Bahn oder Auto ankommt steht vor der Wahl – zuerst nach Dorsoduro oder nach San Polo. Ich habe mich für Dorsoduro entschieden, da man hier nicht sofort von Touristenmassen durch die Straßen geschoben wird.

Highlight für mich ist hier die Peggy Guggenheim Collection. Nachdem die Erbin ihren Vater auf der Titanic verloren hatte kam sie in Kontakt Dadaisten und beschloss ihr Heim am Canal Grande dem Surrealismus, Expressionismus und Futurismus zu widmen. Sie wurde Mäzenin für zeitgenössische italienische Kunst, die unter Mussolini als entartet eingestuft wurde. Ihre besondere Stellung in Venedigs Geschichte zeigt sich auch darin, dass sie mit einer Außnahmegenehmigung ehrenhalber in ihrem Garten ihre letzte Ruhe finden durfte.

Opening this gallery and its collection to the public during a time when people are fighting for their lives and freedom is a responsibility of which I am fully conscious. This undertaking will serve its purpose only if it succeeds in serving the future instead of recording the past.

Press release on the opening of Art of This Century, New York, 1942

Öffnungszeiten: Mittwoch – Montag 10:00 – 18:00 Uhr

Eintritt Erwachsene: 16€ (Studenten unter 26: 9€)


San Polo & Santa Croce

Wer wie ich gerne über lokale Märkte schlendert sollte für den Rialto Markt schon etwas früher in die Stadt kommen. Der Fischmarkt findet immer Dienstag bis Sonntag 7:00 – 14:00 Uhr statt – je früher man kommt desto mehr gibt es zu bestaunen. Ich war gegen 10:00 Uhr dort und es waren nicht mehr alle Stände besetzt. Zum staunen haben die Marktstände, die ich gesehen habe allemal gereicht. Besonders fasziniert war ich von einem halben Schwertfisch in der der Auslage oder noch lebende Krabben ein Stück weiter.

Vom Markt ist es nur ein Katzensprung bis zur Rialto Brücke. Für mich ist diese Sehenswürdigkeit eine von denen, die von der Ferne viel schöner sind, als wenn man wirklich darauf herum zu läuft. Dazu kommen die Menschenmassen, die einen über die Brücke schieben – man hat das Gefühl man kann nicht einfach stehen bleiben und im Verweilen den Augenblick genießen. An den beiden Enden der Brücke folgen auch schon die vielen Souvenirständen, wo ich vielleicht auch kurz mal schwach geworden bin. Auf der anderen Seite der Brücke beginnt dann auch schon die Einkaufsstraße von Venedig mit den bekannten Namen für den kleineren aber auch großen Geldbeutel.

San Marco

Weiter geht’s zum wahrscheinlich bekanntesten und überfülltesten Stadtteil Venedigs: San Marco. Hier kommen vor allem alle Kulturinteressierten auf ihre kosten. Schon vom Vaporetto (öffentlicher Nahverkehr via Boot) aus sieht man die Spitzen der Basilika, die alles andere überscheint. Die Pracht der Basilika di San Marco ist unüberroffen.

Wer nicht sein Herz stärker klopfen fühlt, wenn er auf dem Markusplatz steht, der lasse sich begraben, denn er ist tot, unwiederbringlich tot.

Franz Grillparzer

Einer Legende nach schmuggelten venezianische Kaufleute den Leichnam des hl. Markus im 9. Jhd. nach Venedig und errichteten ihm eine Basilika. Das heutige Bauwerk stammt aus dem Jahr 1094.
Die 1,6m hohe Quadriga in der Mitte stammt aus Rom – wahrscheinlich von einem Triumphbogen oder dem Mausoleum Kaiser Hadrians. Sie wiegen über 800kg. Die Portale an der Vorderseite sind von Steinbögen bekrönt in denen glänzende Mosaike angebracht sind – besonders abends glänzen die goldenen Steinchen in voller Pracht.

Gleich nebenan in Richtung des Canal Grande öffnet sich der Platz hin zum Palazzo Ducale. Hierbei handelt es sich um den offiziellen Sitz des Dogen der ab dem 14. Jahrhundert sein heutiges Erscheinungsbild trägt. Mehr als sieben Jahrhunderte lang saß hier die venezianische Regierung und überstand so einige Stürme und Zusammenbrüche. Eine der bekanntesten Persönlicheiten der Stadt war hier auf dem Dachboden eingesperrt: Giacomo Casanova – bekannterweise konnte er von hier entkommen.


Öffnungszeiten: täglich 09:00 – 19:00 Uhr

Eintritt Erwachsene: 30€ (wer sich schon 30Tage vor seinem Besuch sicher ist und online Tickets kauft spart 5€)


Cannaregio

Cannaregio hat nicht die Anziehung der Touristischen Hotspots – hier findet man vor allem Wohnhäuser in einem Mix zwischen herrschaftlichen Palazzi und schlichten Häusern durchzogen von kleinen Kanälen.

Ein Highlight bietet dieses „normale“ Stadtviertel aus touristischer Sicht aber doch: das jüdische Ghetto. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert war hier das jüdische Viertel ausgewiesen. Wer tiefer in die jüdische Geschichte Venedigs eintauchen will, der sollte das Museum Ebraico besuchen. Der Besuch des Museums kann mit einer Führung kombiniert werden, die die Besichtigung der Synagogen des Ghettos beinhaltet.


Öffnungszeiten: Sonntag – Freitag 10:00 – 18:00 Uhr

Führungen immer stündlichen ab 10:30 Uhr

Eintritt Erwachsene: 12€, mit Führung 15€


Lido

Wer wie ich im Hochsommer bei über 30°Grad in Venedig unterwegs ist, braucht nach dem ganzen Sightseeing auch mal eine Abkühlung. Wie gut, dass die Stadt ihre eigene Lido Insel hat – das Beste daran mit dem Vaporetto Tagesticket kommt man ganz easy zur gleichnamigen Anlegestelle. Zunächst sieht das Ganze so gar nicht nach Sandstrand aus. Der Anleger spült einen auf einen belebten Busbahnhof mit Hauptstraße dahinter. Sobald man diese überquert hat wird das Strandgefühl aber mit jedem Schritt spürbarer. Es reihen sich, neben Eisdielen und Cafes, kleine Kioske an der Straße auf , die allerlei Krimskrams verkaufen, den man für den Strand brauchen könnte – Sonnenbrillen und -hüte, Handtücher und Luftmatrazen.

Nach etwa 10 Minuten Fußweg erreiche ich den Strandabschnitt. Hier stellt sich nun nur noch eine Frage: kostenpflichtiges Strandbad oder Free Beach? Da ich nur ein Handtuch in der Tasche hatte und die Sonne erbarmungslos und ohne Wolken in Sicht vom Himmel gebrannt hat, habe ich mich für das Strandbad entschieden. Zwei Liegen und einen Schirm kann man hier für 30€ den ganzen Tag lang mieten. Den Schirm habe ich bitter nötig gebraucht, weshalb ich gerne bereit war den Preis zu bezahlen. Zumal das Strandbad nicht mein tägliches Ziel war, was die Sache dann doch unnötig teuer gemacht hätte. Vor Ort ist es auch möglich seine Wertgegenstände in einen Spint zu sperren, so dass man sorgenlos im Meer planschen kann.

Noch ein kleiner Tipp am Rande: Badeschuhe sind eine super Investition. Sie sind zwar meistens nicht besonders stylisch, aber glühend heißer Sand unter den nackten Füßen ist für mich meistens keine Option. Der Abschnitt im Meer erfordert an sich eigentlich kein besonders Schuhwerk – der Weg hin und zurück sind das Hindernis.

Biennale

Zu guter Letz wäre dann da noch die Biennale – die an sich kein eigenes Stadtviertel hat, meiner Meinung nach aber einen eigenen Abschnitt verdient hat.

Seit 1907 findet die Biennale jedes Jahr statt. Der Schwerpunkt wechselt jedes Jahr zwischen Kunst ( in geraden Jahren) und Architektur (in ungeraden Jahren). Aktuell findet gerade die Architekturbiennale unter dem Titel „The Laboratory of the Future“ statt. Sie ist die erste große Ausstellung dieser Art, die den Weg zur Klimaneutralität in der Praxis erprobt, sowie die Themen Dekolonisierung und Dekarbonisierung anspricht.

The Laboratory of the Future is an exhibition in six parts. It includes 89 participants, over half of whom are from Africa or the African Diaspora. The gender balance is 50/50, and the average age of all participants is 43, dropping to 37 in the Curator’s Special Projects, where the youngest is 24. 46% of participants count education as a form of practice, and, for the first time ever, nearly half of participants are from sole or individual practices of five people or less. Across all the parts of The Laboratory of the Future, over 70% of exhibits are by practices run by an individual or a very small team. (…)”

https://universes.art/de/biennale-venedig/2023-architecture

Entlang der slowenischen Adriaküste

Die erste größere Reise dieses Jahr führt mich an ein eher unpopuläres Ziel für Strandurlaub: Slowenien! 46km lang erstreckt sich die slowenische Riviera zwischen Italien und Kroatien. Mit dem Auto von München aus fährt man etwas mehr als 500 km, was ungefähr 6 Stunden dauert – mit einem normalen Auto. Mit meinem Oldtimer Bus habe ich die Strecke lieber auf zwei Tage aufgeteilt, da man bei Tempo 80 doch nicht so schnell voran kommt wie alle anderen.

Koper

Als meine Base für die Erkundung der Region habe ich Koper ausgewählt. Hierbei handelt es sich um die größte Küstenstadt Sloweniens, die auch in der Nebensaison einiges zu bieten hat.

Da meine Unterkunft noch nicht bereit zum Check in war, dachte ich der Muschelstrand den ich im Internet gesehen hatte wäre ein super Ort um sich die Zeit zu vertreiben. Er liegt etwas außerhalb der Stadt zwischen Koper und Ankaran. Zunächst war ich skeptisch, da ich in den Rezensionen alles von „da gibt es gar keine Muscheln“ bis „alles ist voll davon“ gelesen hatte. Nachdem ich am Parkplatz angekommen war, wusste ich auch wieso. Auf den ersten Blick sieht man gar nichts. Vor dem Parkplatz erstreckt sich ein kleiner Hafen mit Fischer- und Sportbooten – rechts davon geht der Weg an der Küste entlang in ein Naturschutzgebiet. Auf dieser Seite findet man keine Muscheln. Als ich schon enttäuscht abdrehen wollte, habe ich dann aber doch noch ein kleines Mädchen mit einer Schaufel und einem Eimerchen erspäht. Der ganze Eimer war voller kleiner Muscheln! Und das Mädchen kam von der unscheinbaren linken Seite.

Die Stadt Koper hat bereits eine lebhafte Geschichte hinter sich. Erstmal erwähnt wird sie als griechische Kolonie Aegida. Später sind die Venezianer prägend – was in der Architektur der Altstadt immer noch zu spüren ist. Zentraler Ort ist der Tito Platz um den sich Prätorenpalast, mit dem heutigen Rathaus, sowie die Maria Himmelfahrts Kathedrale und ihrem Campanile gruppieren. Als Campanile bezeichnet man einen freistehenden Glockenturm.

Mir hatten es besonders die Details im Bauschmuck angetan. Beispielhaft dafür habe ich die Justizia auf dem Dach des Palastes als Foto im folgenden ausgewählt.

Nur einen kleinen Spaziergang vom Hauptplatz entfernt öffnet sich die Strandpromenade. In der Hauptsaison landen hier auch Kreuzfahrtschiffe, deren Gäste sich dann wie ein Heuschreckenschwarm über die Stadt ergießen. Man merkt sehr schnell, dass das touristische Angebot darauf ausgelegt wurde. Die große Touristeninformation war in der Nebensaison beispielsweise komplett geschlossen. Entlang der palmengesäumten Straße finden sich viele Bars und Restaurants. Teilweise waren diese aber noch geschlossen, bzw. haben ihre Öffnungszeiten angepasst. Auch der typische touristische Tand fehlt fast komplett – ich habe fast die ganze Woche damit verbracht Postkarten für die Lieben zu Hause zu finden.

Einen Ort möchte ich aber herausheben. Ganz am Anfang der Promenade, wo es Richtung Stadtstrand geht, befindet sich der in leuchtendem blau bemalte Stand Maristella. Die total netten Damen haben mir erklärt, dass die Magnete an ihrem Stand alle handgemacht sind. Sie bestehen aus verschieden großen Muscheln, in denen klitzekleine Muscheln, Sandkörner und anders Material aus dem Meer verklebt sind. Dazu kommt der eingravierte Name der Stadt in der wir uns befinden. Bei so viel Liebe zum Detail und Handwerkskunst konnte ich gar nicht anders, als auch für meinen Kühlschrank zu Hause einen Magneten mitzunehmen.

Am Ende der Promenade öffnet sich die Straße zum Fischerei- und Industriehafen. Mir macht es großen Spaß mich dort auf eine Bank zu setzten und das Treiben zu beobachten. Zur Linken geht mein Blick in den Industriehafen, wo gerade ein großes Containerschiff abgeladen wurde. Ich finde es wahnsinnig faszinierend, dabei zuzusehen, wie dort – ähnlich wie beim Bauklötze spielen – ein Container nach dem andern abgeladen wird. Wenn man bedenkt dass jeder Container einem LKW entspricht…

Auf der rechten Seite durfte ich dann einen Postkartenmoment erleben. Als ich da so dasaß und beobachtete, wie sich die Schiffe auf dem Meer aufreiten, um in den Hafen zu gelangen und gelöscht zu werden, fiel mir plötzlich ein kleines Fischerboot auf. Sein helles Weiß zeichnete sich vom Blau des Meeres ab. Als es langsam näher kam, wurde es plötzlich turbulent. Immer mehr Seevögel schwirrten um das Boot. Damit nahm dann auch die Lautstärke im Hafen zu. Das aufgeregte Flattern und Schreien der Vögel wurde immer mehr und mehr, bis es plötzlich abflachte. Je näher das Boot dem Hafen kam, desto weniger Vögel wurden es. Diese Hektik war darin begründet, dass die Fischer ihren gefangenen Fisch schon auf dem Meer ausgenommen haben und die Innereien über die Reling warfen – sehr zur Freude der Vögel. Vor lauter Begeisterung kam ich gar nicht dazu meine Kamera zu zücken. Deshalb ist das Foto, das auch den Titel ziert, erst entstanden, als eigentlich schon alles vorbei war. Trotzdem finde ich, das Motiv könnte auch aus einem Popeye Film stammen.

Piran

Piran ist wohl die bekannteste Stadt an der slowenischen Riviera. Von meiner Base Koper aus ist es nur eine kurze 30 minütige Autofahrt. Am Stadteingang wartet schon ein gebührenpflichtiger Parkplatz, an dem man nicht vorbei kommt. Das ziehen eines Parktickets ist obligatorisch, damit sich die Schranke, die den Zugang zur Stadt versperrt, öffnet – ein teurer Spaß, die angefangene Stunde kostet 5€! Falls ihr euch überlegt auch mit dem Auto anzureisen, bitte macht nicht den selben Fehler wie ich: Wenn man das Parkticket nicht sichtbar in die Scheibe legt, kassiert man zusätzlich einen Strafzettel über 40€. Da ich den Tag dort verbracht habe, hat alleine das Parken 70€ (inklusive Strafzettel) gekostet. Ist Piran einen Besuch wert? Ja! Würde ich mit dem Wissen über die horrenden Parkgebühren nochmal machen? Wahrscheinlich eher nicht.

Von diesem ganzen Parkticket-Drama sollte ich am Anfang meines Besuchs aber noch nichts wissen. Also geht es mit einem kurzen Spaziergang hinein in die Stadt. Man läuft immer an der Küste entlang, bis man auf den Hafen stößt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite findet sich schon mein erstes Highlight: das Seefahrtmuseum. Über drei Stockwerke erstreckt sich die Sammlung, die eine Zeitspanne von den frühesten archäologischen Funden bis hin zum zweiten Weltkrieg abdeckt. Für 5€ Eintritt in der Nebensaison ein echtes Schnäppchen, das sich auf jeden Fall lohnt.

In der Bucht, die auf das Museum folgt, erstreckt sich der Tartini Platz. Auch hier merkt man den venezianischen Einfluss in der Region wieder sehr deutlich. Verwinkelte Gässchen schlängeln sich vorbei an Prunkfassaden alter Blütezeit. Von hier aus gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder den Berg hinauf zur mittelalterlichen Stadtmauer und Kirche oder weiter entlang bis zum Leuchtturm. Ich habe mich aufgrund des unbeständigen Wetters an diesem Tag für letzteres entschieden. An der Promenade warten zahlreiche Lokale in denen man besser Schutz vor Regen suchen kann.

Auf dem Weg entlang der Küste trifft man auf die Meerjungfrau vin Piran. Ich hätte sie fast übersehen, da sich die Skulptur perfekt in die anderen Steine der Küstenmauer einfügt. Nur wenige Schritte später steht man an der Spitze einer Landzunge, auf der sich der Leuchtturm befindet. Ab hier wird es windig. Sehr windig. Ich hatte viel zu viel damit zu tun, meine Haare, Tasche und Strickjacke im Zaum zu halten, um auch noch auf die Jagd nach dem perfekten Schnappschuss zu gehen. Sobald man die Spitze wieder verlässt ist der Spuk dann auch schon wieder vorbei.

Da es nun wieder anfing zu regnen, musste eine weitere Indoor-Aktivität her. Gut dass das Aquarium nur kurz um die Ecke lag. Der eher kleine Bau ist nicht zu vergleichen mit den großen Sealife Zentren – was nicht als etwas schlechtes zu werten ist, da dieses hier von der örtlichen Universität betrieben wird. An jedem Behälter sind Texte angebracht, die erklären, was man den da eigentlichen begutachtet. Am faszinierendsten war für mich der Tank mit den Muränen. Ich hatte diese Tiere zuvor noch nie so nah gesehen und meine Vorstellung war eher von einem Disney Film geprägt, als von der Realität. Ich hätte dort stundenlang zusehen können. Aber so ging es auch den meisten anderen Besucher, also musste ich mich doch losreißen. Und das nur um vor dem Tank mit Quallen hängen zu bleiben. Die kreisrunde Bewegung im Tank zusammen mit den Tieren, die scheinbar ohne Sinn kreuz und quer zu treiben scheinen, finde ich unheimlich beruhigend.

Izola

Izola ist die kleinste der drei slowenischen Küstenstädte und wie ich fand auch die unspektakulärste. Mein Eindruck wurde wahrscheinlich davon geprägt, dass am ganzen Hafen entlang gebaut wird. Große Teile des Yachthafens waren durch einen Bauzaun versperrt – da kommt eben auch kein richtiges Urlaubsflair auf. Auch hier gibt es einen Stadtstrand, der während meines Aufenthalts eifrig genutzt wurde. Da es ziemlich windig war waren einige Windsurfer im Wasser. Durch die Windgeschwindigkeiten auf dem Meer waren ein paar Sprünge doch ganz schön hoch. Ich hätte mir da doch ein wenig in die Hosen gemacht, als Zuschauer kann man das nur bewundern. Das Strandbad wenige Meter weiter war zu diesem Zeitpunkt gesperrt. Die Wellen peitschten einfach zu wild gegen die Betonmauern – man hätte locker die bekannte Szene aus „Arielle – Die Meerjungfrau“ nachstellen können. Nach kurzem Check der Lage habe ich mich dazu entschlossen das sein zu lassen. Kein Foto der Welt ist es wert vom Meer verschlungen zu werden.

7 archäologische Highlights in Athen

1. Akropolis

Selbst wenn man sich nicht für Geschichte und Archäologie interessiert, kommt man an der Akropolis nicht vorbei. Der Parthenon Tempel ist mehr oder weniger immer von der Stadt aus zu sehen.

Aber von vorne: Über der Stadt erheben sich mehrere Hügel. Der touristisch wichtigste ist der Burgberg – die sogenannte Akropolis. Die architektonischen Hinterlassenschaften, die heute zu sehen sind bilden den Stand der römischen Kaiserzeit ab. Als Athen zur Hauptstadt des modernen Griechenland wurde, wurde auch die Akropolis zum Teil des nationalen Selbstverständnisses. Seit dem 19. Jhd. finden hier Grabungen und Restaurierungen statt.

Durch die Propyläen – die auf ein mykenisches Burgtor zurück gehen – betritt man das Akropolis Gelände. Hier wird man über Schautafeln im Kreis um den Platz geführt.

Erste Station auf dem Weg ist das Erechteion. Dieser Bau wird bereits in Homers Odysee und Ilias erwähnt. Der kleine Tempel war wohl der Athena Polias geweiht. Das bekannteste Element ist die Korenhalle im Süden.

Von hier aus bewegt man sich an die Spitze des Plateaus, wo man freie Sicht auf den Tempel der Athena Parthenos hat – den Parthenon. Er bildet das religiöse Zentrum des antiken Athens und gründet auf mehreren Vorgängerbauten. Laut Angaben von Plinius befand sich in seinem Inneren ein 11,5 m hohes Bildnis der Athena – heute ist davon nichts mehr übrig.

In der Moderne sorgt aktuell der Parthenon Fries für Aufmerksamkeit. Die Originale sind in verschiedenen Museen verteilt. Jüngst hat der Vatikan angekündigt seine Fragmente an Griechenland zurück zugeben. Nun werden wieder Stimmen lauter, dass auch das British Museum in London, wo sich der Großteil der Bauplastik befindet, seine Stücke zurück geben sollte.

Ich habe mich beim Ticketkauf für ein Kombiticket entschieden, mit dem man im Zeitraum von 5 Tagen fast alle hier aufgelisteten Attraktionen besichtigen kann. Für 30€ in der Nebensaison kein schlechter Deal.

2. griechische Agora

Der Bereich der griechischen Agora wurde bereits in der Bronzezeit als Friedhof genutzt. Ab der Eisenzeit waren dann auch die Lebenden auf diesem Gebiet aktiv. Die Agora liegt direkt am Pananthenäenweg der hinauf zur Akropolis führt. Als die Perser Athen eroberten wurde dieses Areal zerstört, die danach errichteten Bauten konzentrieren sich eher auf die Randgebiete des Komplexes – so wie es auch heute den Eindruck macht. Die Freifläche in der Mitte diente kulturellen, religiösen und politischen Zwecken. Auch hier ist wieder der Stand der römischen Kaiserzeit erhalten.

Nach betreten fällt einem sofort der Tempel des Hephaistos auf der Erhebung an der linken Seite auf. Hierbei handelt es sich um den wahrscheinlich am Besten erhaltenen Tempel des antiken Griechenland.

Genau gegenüber findet sich die rekonstruierte Stoa des Attalos. Aus dem ersten Stockwerk ist auch das Bild hier entstanden. Das Erdgeschoss beherbergt heute ein kleines Museum mit Funden von der Agora.

3. Hadrians Bibliothek

[…] das Großartigste aber sind hundert Säulen aus prhygischem Marmor, und die Wände sind ebenso gebaut wie die Säulenhallen. Und hier sind Gebäude mit vergoldetem Dach und aus Alabater und dazu mit Statuen und Gemälden geschmückt, in denen Bücher aufbewahrt werden.

Pausanias, Beschreibung Griechenlands I, 18, 9

Vom bei Pausanias beschriebenen Glanz ist leider nicht mehr viel übrig. Heute sind mehr oder weniger nur noch Teile der Außenfassade und ein paar Säulen im Inneren erhalten. Das mag auch daran liegen, dass das Gebäude im 7.Jhd zu einer Kirche umgebaut wurde. Die Grundmauern der dreischiffigen Basilika sind im Landschaftsbild nachzuvollziehen.

4. Turm der Winde

Auf diesen Turm stellte er [Andronikos aus Kyrrhos] eine kegelförmige Säulenspitze mit einem bronzenen Zritonauf, der mit der rechten Hand einen Stab vorstreckt und so konstruiert ist, dass er durch den Wind umgedreht wurde, sich immer gegen den Wind stellte und den Stab über die Darstellung (des Windes) hielt als Anzeiger, woher der Wind weht.

Vitruv, De architectura libri decem 1, 6, 4

Der sogenannte Turm der Winde befindet sich auf der römischen Agora im Stadtteil Plaka.

Das Oktogon, dessen Name sich von den allegorischen Darstellung der Winde im oberen Teil ableitet, kann von zwei Seiten betreten werden. Die Winde geben die vier Himmelsrichtungen wieder, so dass der Bau als eine Art Kompass genutzt werden kann. Ursprünglich befand sich an allen acht Seiten eine Sonnenuhr – einzelne Reste sind noch heute zu erkennen. Die wichtigere Uhr befand sich allerdings im Inneren. Hier befand sich eine Wasseruhr, die Tag und Nacht unabhängig von der Sonneneinstrahlung die Zeit anzeigte. Davon ist heute nichts mehr zu erkennen, da das Gebäude im Laufe der Zeit als Taufkapelle unter den Christen und in osmanischer Zeit von einem Derwisch Orden genutzt wurde.

5. Olympieion

Neben dem moderenen Stadion von Athen findet sich das Olympieion – der Tempel von dem nur noch wenige eindrucksvolle Säulen erhalten sind, war dem olympischen Zeus geweiht.

Die Ausgrabungen an dieser Stelle lassen auf einen Monumentalbau von 60 x 120 Metern schließen. Der Tempel wurde erst unter Kaiser Hadrian fertiggestellt. Bereits in der Antike wurden immer wieder Bauteile des Tempels für andere Bauten wiederverwendet.

6. Hadrianstor

Anlässlich der Einweihung des eben beschriebenen Olympieions unter Hadrian wurde auch der hier abgebildete Hadriansbogen eingeweiht.

Hierbei handelt es sich um einen reinen Fassadenbau. Er trennt die Athener Altstadt von den neuen durch Hadrian erbauten Stadtvierteln – dies wird durch die Inschrift auf dem Bogen deutlich. Im Laufe der Zeit war der Bogen Bestandteil einer Kirche, sowie Teil der türkischen Stadtbefestigung im 18. Jahrhundert.

7. Akropolis Museum

Einen runden Abschluss zur Besichtigung der ganzen Monumente, die hier beschrieben wurden, bietet das 2009 eröffnete Akropolis Museum.

Hier finden sich Exponate von der Archaik bis zur Spätantike. Alles was hier ausgestellt wird wurde auf der Akropolis gefunden.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Parthenonfries, dem einen gesamte Etage gewidmet wird. Der innere und äußere Fries sind gemäß ihrer ursprünglichen Anordnung am Tempel im Raum angebracht. Davor erheben sich die Giebelfiguren. Dem Besucher wird so ein 3D Eindruck des Tempels gegeben.

Das Museum ist als einziges hier in der Liste nicht im Kombiticket enthalten. Der Eintritt kostet in der Wintersaison 10€.


Quelle: Wolfram Letzner, Athen. Der Archäologische Führer.