Florenz – Ein Wochenende voller Kunst & Architektur

Ich bin den ganzen Tag in Florenz herumgeschlendert, mit offenem Auge und träumendem Herzen. Sie wissen, das ist meine größte Wonne in dieser Stadt, die mit Recht den Namen la bella verdient. Wenn Italien, wie die Dichter singen, mit einer schönen Frau vergleichbar, so ist Florenz der Blumenstrauß an ihrem Herzen. - Heinrich Heine

… und während man so durch Florenz schlendert kommt man an einem Monument nicht vorbei: dem Duomo. Er ist nicht nur eine der größten Attraktionen der Stadt, in um und auf der man einen ganzen Tag verbringen kann, sondern er dient auch immer als Orientierungspunkt. Ein Ticket für die Crypta, Kuppel und den Campanile hat für mich und das verlängerte Wochenende ausgereicht – vor allem da das Ticket über mehrere Tage versetzt genutzt werden kann. Erster Punkt nach dem Ankommen war die Besichtigung der Kuppel. Über zahlreiche Stufen geht ein über mehrere Etappen bis unter die reich verzierte Kuppel. Dort könnte man sich über einen längeren Zeitraum aufhalten und die verschiedenen biblischen Szenen identifizieren und betrachten. Betonung auf könnte! Der Weg an der Spitze ist sehr schmal, so dass immer nur eine Person im Gang stehen kann, deswegen kann man auch nicht länger stehen bleiben, da die nächsten aus der Gruppe schön hinter einem anstehen und ebenfalls über die Bilder staunen möchte.

Der nächste Tag führt mich dann auf die Kuppel – wieder über zahlreiche Treppen. Auch hier ist der Weg wieder so schmal, dass gerade so zwei Personen nebeneinander vorbei gehen können, was bei Gegenverkehr so seine Herausforderungen mit sich bringt. Oben angekommen werden die Strapazen durch eine traumhafte Aussicht über die Stadt belohnt.

Am letzten Tag geht’s dann hinab in die Crypta, die alten Fundamente und Reliquien bewundern. Kostenlos dazu gibt’s die Abkürzung in den Dom hinein. Man überspringt quasi die Schlange der anderen Touristen und steht mitten im Dom, wo man ihn noch mal von seiner ganzen Schönheit innen betrachten kann. Von außen wird mir das Gebäude immer wieder in der Stadt begegnen.

Neben dem Dom erhebt sich der Campanile, der – genau ihr ahnt es schon – über zahlreiche Stufen erreichbar ist. Besonders schön ist die Aussicht, wenn man das Glück hat, den Sonnenuntergang von oben miterleben kann.

Nächstes Must See auf meiner Florenz Liste sind Michelangelos David, sowie die Uffizien. Für beides hatte ich Tickets im vorhinein, um die Schlangen am Eingang vermeiden zu können.

Der David hat es mir schon angetan, muss ich sagen. Zum einen ist er größer als ich ihn mir vorgestellt hatte und zum anderen steht er so prominent in einer Apsis des Museums, dass man gar nicht anders kann als ihn zu bewundern. Die anderen Exponate im Museum verblassen etwas unter seinem Schein.

Für die Uffizien sollte man sich einen guten Tag einplanen, wenn man wirklich alles besichtigen möchte. Auch hier hatte ich vorab ein Ticket – anders wäre es wahrscheinlich auch nicht möglich gewesen. Die Schlange für meinen Timeslot war relativ lang, wobei ich am Ende doch ziemlich schnell drin war. Highlight hier für mich ist die „Geburt der Venus“ von Boticelli. Überhaupt steht für mich das ganze Museum irgendwie im Zeichen der Venus. Die Schlange an der „Venus di Medici“ war so lang und hat sich so langsam fortbewegt, dass ich mich nicht angestellt habe und nur einen kurzen Blick von einem der Seiteneinblicke über viele Köpfe hinweg erhaschen konnte. In der Bilderserie unten erhält man ein paar Eindrücke, was ich alles besichtigt habe.

Am Ausgang der Uffizien befindet sich die berühmte Ponte Vecchio – und ganz ehrlich schön fand ich die Brücke beim ersten Eindruck nicht. Klar sind die bunten Anbauten ganz niedlich in ihren Pastellfarben, aber schön? Nein, schön finde ich das Bauwerk nicht. Vielleicht schaue ich deshalb auch auf dem Foto unten in die andere Richtung. Der Charm der Brücke zeigt sich erst, wenn man sie überquert – sie ist voller Geschäfte! Vor allem Juweliere geben sich die Klinke in die Hand. Der Schaufensterbummel war wirklich sehr schön, nur leider scheint mein Geschmack ein sehr exquisiter zu sein und ich suche mir instinktiv immer das teuerste Schmuckstück aus. Deshalb sollte es auch beim Schaufensterbummel bleiben.

Wo wir gerade schon bei exquisit sind, habe ich noch einen Geheimtipp für alle Fashion Girlies: das Museo Salvatore Ferragamo! Ganz unscheinbar befindet es sich im Untergeschoss des gleichnamigen Geschäfts nahe der Ponte Vecchio. Erzählt wird die Geschichte von den Anfängen des Gründers und Namensgebers bis hin zur Gegenwart. In der liebevoll kuratierten Ausstellung weht immer der Hauch von altem Hollywood durch die Gänge. Sehr fasziniert war ich von den hölzernen Modellen, die nach den Füßen der Filmstars angefertigt wurden, damit die Schuhe maßgefertigt werden können. Verliebt habe ich mich in die Ballerinas von Grace Kelly, die auch heute noch todschick wären. Der Drang am Ende der Ausstellung Schuhe zu kaufen konnte ich fast nicht unterdrücken – aber die von mir favorisierten Ballerinas werden zu meinem Glück, oder zum Glück meines Geldbeutels, nicht mehr hergestellt.

Last but not least geht es ins Freie. Die Boboli Gärten hinter dem Palazzo Pitti sind eine der bekanntesten Gärten Italiens. Hier findet man zahlreiche Aussichtspunkte, die entweder die Stadt oder die toskanische Landschaft überblicken lassen. Die Landschaft hat es mir ein bisschen mehr angetan und sieht einfach genau so aus wie auf dem Bild in der Küche meiner Eltern, das ich meine halbe Kindheit über bewundert habe. Ich dachte immer auf dem Bild wäre mehr Fiktion als Wahrheit dargestellt – aber es sollte sich rausstellen: die Traumlandschaft aus meiner Kindheit gibt es wirklich! Und sie ist in echt noch schöner als gemalt.

24 Stunden in Colmar

Im November ging es für ein kurzes Wochenenden ins Elsass. Da ich effektiv nur 24 Stunden in der Stadt verbracht habe kommen hier meine drei Highlights, die man nicht verpassen sollte:

Klein-Venedig

Im Viertel Krutenau, wo sich auch meine Unterkunft befand, findet sich das sogenannte Klein Venedig. Das Leben spielt sich hier rund um die Zuflüsse des Flusses Lauch ab, was an die italienische Stadt erinnert. Wasser spielte bei der Entstehung des Viertel eine große Rolle, da sich hier die Gemüsebauern vor den Toren der Stadt ansiedelten. Besonders der Ausschnitt auf dem Bild unten ist sehr bekannt. Täglich fotografieren sich hier hunderte Menschen vor dem pittoresken Hintergrund.

Freiheitsstatue

Der berühmteste Sohn der Stadt ist Auguste Bartholdi – der Erfinder der Freiheitsstatue. Ihm ist nicht nur ein Museum gewidmet, sondern die eiserne Dame findet sich auch überall in Colmar wieder. Auf den Strassen findet man goldene Wegweiser, die zu einer Replik der amerikanischen Freiheitsstatue führen. Da die große Statue etwas außerhalb der Stadt steht blieb für einen Besuch leider keine Zeit und die Wegweiser mussten genügen.

Choco Museum

Mein kleines Highlight während der Reise war das Choco Story Museum. Für 12,50€ Eintritt für einen ein Audio Guide durch die zweiteilige Ausstellung: Vom Anbau bis zur Verarbeitung der Kakaos wird im ersten Teil alles genau erklärt. der zweite Teil beschäftigt sich mit den Dingen die man aus Schockolade fertigen kann – von Trinkschokolade bis zu lebensgroßen Figuren. Wie der Freiheitsstatue unten im Bild. Und das Beste: Während des Durchgangs kann man die ganze Zeit kleine Schokotaler probieren!

Kulinarisch darf der Flammkuchen natürlich nicht fehlen. Den bekommt man fast an jeder Ecke. Da ich leider schon immer viel zu verfressen war, gibt’s davon keine Fotos und ich werden wohl nie ein Food-Blogger werden…

48 Stunden Budapest

Langes Osterwochenende und mein Freund und ich haben zum ersten Mal seit Jahren gleichzeitig frei – das heißt Städtetrip! Es hat nicht lange gedauert und wir haben uns auf Budapest in Ungarn geeinigt. Von München aus ist die Stadt in knapp 7 Stunden gut mit dem Auto zu erreichen. Bei den aktuellen Flug- und Zugpreisen kam uns Auto fahren, trotz zweimal Autobahnmaut, billiger. Am Ende hatten wir so etwas mehr als 48 Stunden um die Stadt zu erkunden.

Nachdem wir uns mit einer kleinen Pause im Hotel von den Strapazen der Fahrt erholt haben ging es auf einen einen kurzen Spaziergang, um die Umgebung um das Hotel zu erkunden. Der erste Stopp ist dabei das Hard Rock Cafe, da ich es mir in den Kopf gesetzt habe ab diesem Jahr Pins zu unseren Reisen zu sammeln. Damit diese Programmpunkt schon mal erledigt ist kommt dieser Punkt als erstes.

Von hier aus spazieren wir weiter Richtung Donau – und dann ist der erste Touri-Hotspot auch schon in Sichtweite: die Kettenbrücke. Hier stolpert man an jeder Ecke über die Instagram Mädels, die versuchen ihr perfektes Foto zu machen.

Alle Brücken über die Donau wurden im zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht zerstört. Bereits 1946 wurde die Freiheitsbrücke, wie sie seitdem offiziell heißt, orginalgetreu wiederaufgebaut. Die Brücke verbindet die beiden Stadtteile Buda und Pest.

Der zweite Tag startet mit einem Ausflug in die Markthalle. Für alle Foodies ein absolutes Muss. Ich glaube ich habe noch nie so viel Paprika und Salami in den verschiedensten Formen und Verarbeitungsstadien gesehen. Die Markthalle erstreckt sich über drei Stockwerke. Das Erdgeschoss ist vor allem den eben genannten Produkten gewidmet – natürlich gibt es hier aber auch anderes Obst und Gemüse, sowie Metzgerware.

Im Obergeschoss dominieren Imbiss-Stände und Souvenirs. Hier war es mir irgendwann fast zu voll. Die Galerie bietet meinem empfinden nach nicht genug Platz, dass die Besucher gleichzeitig flanieren, essen und in Souvenirs stöbern konnten. Ich hatte hier meine Tasche immer fest im Griff, da es diesem Gedränge wohl ein leichtes für Taschendiebe ist – ich muss aber auch dazu sagen, dass dies eine Vorsichtsmaßnahme meinerseits war und ich keinen Vorfall mitbekommen habe.

Im Untergeschoss wird dann noch Fisch und eingelegte Ware angeboten. Die große Markthalle ist Mo – Fr von 06:00 – 18:00 Uhr und Sa 06:00 – 15:00 Uhr geöffnet.

Nach einer kurzen Mittagspause im Hotel geht es weiter zur Stephansbasilika, die fußläufig von unserem Hotel zu erreichen ist. Weil Karsamstag war, ist der Eintritt zur Basilika kostenlos – normalerweise kostet der Besuch 6000 HUF. Ich bin kein großer Fan davon für den Besuch einer Kirche, die noch aktiv genutzt wird, Eintritt zu bezahlen. Eine Fahrt bzw. Besichtigung eines Kirchturms gegen ein Entgelt finde ich unproblematisch, das Gotteshaus an sich zu bezahlen finde ich allerdings schwierig. Ich hätte die Basilika also nicht besichtigt, hätte ich Eintritt bezahlen müssen.

Die 96 Meter hohe Kuppel ist zusammen mit der Kuppel des Parlaments das höchste Gebäude der Pester Innenstadt. Es dauerte insgesamt 55 Jahre bis das Gotteshaus fertiggestellt wurde.

Danach geht es für uns zur Floating Bus Tour. Hier macht man zuerst eine klassische Stadtrundfahrt mit dem Bus und dann fährt der selbe Bus in die Donau und führt die Stadtrundfahrt als Boot weiter. Ich kann das Erlebnis auf jeden Fall empfehlen – auch wenn es im Bus trotz Klima sehr stickig und eng gewesen ist. Für größere Personen könnte es aufgrund der Enge in den eineinhalb Stunden doch etwas anstrengender werden.

Auf dem Heimweg ging es nochmal kurz über den Heldenplatz, den ich vom Bus aus schon bewundern konnte. Da mir die Spaziergänge des Tages in den Knochen steckten und sich mein Bauch auch schon zum Thema Abendessen gemeldet hat, war es nur ein kurzer Abstecher für das Foto.

Für die letzten 12 Stunden habe ich mir so gut wie alle Highlights aus dem Reiseführer aufgehoben und es geht in den nächsten Stunden Schlag auf Schlag.

Nach dem Frühstück geht es gleich los Richtung Fischerbastei. Wir waren um halb 11 dort und trotzdem schon zu spät um den Menschenmassen zu entgehen. Ich habe mich nicht nur einmal gefragt, wann die Reise Influenzer vor Ort sind um die Fotos die man so im Internet findet, so menschenleer schießen zu können. Teilweise stehen an den Plätzen einfach Restauranttische.

Die Bastei ist Teil des Burgmauer. Die sieben Türme, von denen man einen auf dem Foto rechts sehen kann, symbolisieren die sieben Magyaren-Stämme. Der Name Fischerbastei stammt vom hier beheimateten Fischmarkt, was es auch zur Aufgabe der Fischer machte diesen Teil der Mauer zu verteidigen.

Von der Bastei aus sieht man schon den den nächsten Punkt auf meiner Liste – das Parlament. Da man manche Dinge besser von der Ferne bewundern kann, als wenn man direkt davor steht, habe ich mich für Fotos von der gegenüberliegenden Donauseite entschieden. Gut das es nahegelegen gleich eine U-Bahn Station gibt.

Hier ist dann auch mein neues Profilfoto, sowie mein neues Lieblings-Pärchenbild entstanden.

Mit besagter U-Bahn geht des dann unter der Donau zur anderen Flusseite. Hier wartet die Skulptur „Schuhe am Donauufer“. Insgesamt sind es 60 Paare auf einer Länge von 40 Metern erinnern an die Massenerschießungen, von ungarischen Juden durch die Nazis, am Donauufer. Die Schuhe sind ganz unterschiedlich: von Männern, Frauen und Kindern.

Für mich war es dann doch ein bisschen erschreckend, wie viele Touristen fröhliche Selfies an einem Holocaust Mahnmal schießen. Offensichtlich ist vielen die grausame Geschichte, die hinter der Skulptur steht nicht bewusst, oder nicht jeder macht sich darüber so viele Gedanken wie ich.

Das Beste kam für mich dann zum Schluss: der Besuch des jüdischen Viertels. Gestartet haben wir mit einer Führung durch die Synagoge an der Dohanystraße. Der Innenraum gleicht einer christlichen Kirche, da bei der Innengestaltung Wert darauf gelegt wurde sich der christlichen Mehrheit anzupassen. Eine Synagoge an sich braucht eigentlich keinen Schmuck um als Synagoge zu gelten – einzig wichtig sind die Thora Rollen.

Die Synagoge steht an der Grenze des ehemaligen Ghettos, das während des zweiten Weltkriegs errichtet wurde.

Das Ghetto stand nur wenige Wochen und birgt trotzdem eine Fülle von geschichtlichen Ereignissen. So sind zum Beispiel 2000 Juden im Innenhof begraben, die im Ghetto erschossen wurden. Nach der Befreiung Budapests wurden sie in Eile in einem Massengrab begraben. Es handelt sich um eines der größten Massengräber jüdischer Opfer in der Welt. Die Geschichte der Synagoge, sowie einen Einblick in das Judentum bietet das jüdische Museum, das an den Komplex anschließt und im Eintritt einbegriffen ist.

Besonders beeindruckt hat mich die silberne Trauerweide im Hof, die oben auf dem Bild zu sehen ist. Nach der Errichtung konnten für den symbolischen Preis von 200€ Blätter an diesem Baum gekauft werden. Auf den Blättern wurden dann die Namen der unter den Nazionalsozialisten ermordeten Juden eingraviert, denen man mit seiner Spende gedenken wollte. So gut wie jedes Blatt trägt einen Namen. Ich bin immer überwältigt von der Vielzahl der Menschen, die unter diesem Regime ermordet wurden. Die bloße Zahl ist für mich immer schwer greifbar. Solche Monumente machen das ganze für mich etwas deutlicher . auch wenn hier nur ein Bruchteil abgebildet ist.

Restaurant Tipps

Hungarikum

Am ersten Abend waren wir in der Nähe der Kettenbrücke im Bistro „Hungarikum“ essen. Normalerweise bekommt man hier ohne Reservierung so gut wie keinen Platz. Auch als wir ankamen stand schon das Schild, dass sie leider ausgebucht sind vor der Türe. Doch wir hatten Glück! Gerade als wir wieder gehen wollten kam uns eine der Damen aus dem Service entgegen und meinte eine Reservierung hätte kurzfristig abgesagt und wir könnten den Tisch haben. Das haben wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen. Das Bistro wirbt damit authentische ungarische Küche anzubieten. Wir wurden nicht enttäuscht! Meine vegetarischen Gnocchi als auch das Gulasch von meinem Freund waren einsame Spitze. Besonders hervorheben möchte ich, dass man mit der Karte ein Tablett auf den Tisch gelegt bekommt, wo man sich Bilder und Übersetzungen in allen erdenklichen Sprachen zu den Speisen ansehen kann. Das macht es wirklich einfach das passende zu finden und habe ich so auch noch nirgends gesehen.


Hungarikum Bisztró 1051 Budapest, Steindl Imre u. 13.

Öffnungszeiten: : Mo – So 12:00 -14:30 Uhr und 18:00 – 22:00 Uhr
 www.hungarikumbisztro.hu


Belvarosi Lugas

Am zweiten Abend ging es ins Bistro „Belvarosi Lugas“ – wieder typisch ungarisch und wieder super lecker. Diesmal habe ich mich für Lammkeule entschieden und war wieder höchst zufrieden. Mein besonderes Highlight war allerdings der Nachtisch. Übersetzt wurde das Gericht mit „Vogelmilch“ und ich konnte mir so gar nichts darunter vorstellen. Bekommen habe ich dann ein Glas mit einer gelben dicken Flüßigkeit in der eine weiße Insel schwamm. Die Insel würde ich als etwas zwischen Baiser und Marshmellow beschreiben, die Flüßigkeit ist sehr süß und vanilig. Sie schmeckt ein bisschen wie Eierlikör ohne Alkohol. Da ich Süßspeisen immer sehr zugetan bin, hatte ich meinen neuen Favouriten für diese Reise gefunden. Wer es süß mag sollte es unbedingt ausprobieren!


Belvarosi Lugas Étterem, Bajcsy-Zsilinszky E. út 15., Budapest

Öffnungszeiten: Mo – So 12:00 – 23:00 Uhr https://www.facebook.com/belvarosilugasetterem


Getto Gulyas

Abend Nummer drei = Restaurant Nummer drei. Wir bleiben im jüdischen Viertel. Schon beim schlendern hat es mich Richtung Getto Gulyas. Die breite Fensterfront mit den hohen geöffneten Fenstern hat mich angezogen. Man hatte Innen fast das Gefühl man würde im Freien sitzen. Wahrscheinlich wäre auch hier wieder eine Reservierung besser gewesen – wir hatten aber wiedermal Glück und den letzten freien Tisch bekommen. Von Innen wirkt das Restaurant sehr modern und cool und der Name ist Programm. Auf der Karte findet man eine große Auswahl verschiedener Gulasch Zubereitungen. Wieder war ich mit meiner Wahl sehr zufrieden und ich habe auch hier mein neues Lieblingsdessert wiedergefunden. Übersetzt wurde es diesmal mit „schwebender Insel“. Zu trinken kann ich die selbstgemachte Limonade nur empfehlen – meine Wahl viel auf die Kombi von Erdbeer und Basilikum. Im Vergleich zu den anderen Restaurants ist dieses das coolste und erstaunlicherweise war es für uns auch das günstigste.


Gettó Gulyás ristorante per Gulasc, 1077 Budapest, Wesselényi u. 18

Öffnungszeiten: Mo – So 12:00 – 23:30 Uhr https://www.facebook.com/gettogulyas/menut


Winter in Genf

Frankenstein Statue

Wusstet Ihr, dass Mary Shelly die Idee zur Frankenstein Geschichte während eines Sommers am Genfer See hatte? Mir war das so nicht bewusst und hat die Stadt gleich nochmal interessanter für mich gemacht. Dem ganzen zu Ehren steht in der Nähe der Tramstation Cirque eine lebensgroße Statue des Monsters. Klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen konnte. Eigentlich wirkt er neben den Spuren des Zusammensetzens ganz sympathisch, findet ihr nicht?

Cathedrale St. Pierre

Die Kathedrale St. Pierre geht auf einen Bau aus dem 4. Jahrhundert zurück. Durch Kriege, Feuer, Anbauten und Renovierungen hat sich ihr Anblick immer wieder verändert.
Besondere Bedeutung erlangt die Kirche unter protestantischem Protektorat. Im Geist des Calvinismus wurde der meiste Schmuck im Bau entfernt – da sich die Gläubigen auf die Worte der Predigt konzentrieren sollten, statt von den Bildern abgelenkt zu werden.
Nach der Trennung von Kirche und Staat erlangte die Kathedrale zusätzliche Funktionen – bis heute wird hier das Schweizer Regierung vereidigt.

L‘ Ancien Arsenal

Im Herzen der Stadt findet man das Ancien Arsenal. Mir ist es wegen der vielen Fahnen und der Mosaiken im Hof ins Auge gestochen.
Der Bau geht auf römische Zeiten zurück und wurde zuerst als Freiluft-Markt genutzt. Im 15. Jhd. wurde er dann überdacht und die Arkaden angebaut. Zwischen 1720 und 1877 wurde das Gebäude als Militärdepot genutzt – was bis heute namensgebend ist. Fünf historische Kanonen erinnern in den Torbogen daran.
Heute ist hier das Staatsarchiv untergebracht.

Genfer See

Was wäre ein Ausflug nach Genf ohne den Genfer See? Leider war der Jet D’Eau nicht zu sehen als ich meinen Spaziergang am Ufer gemacht habe. Dann bewundert am eben die Silhouette der Stadt mit den Yachten im Vordergrund. Seht ihr den Mond am Himmel? Auf dem Foto ist er leider nicht so gut zu erkennen – in echt war es allerdings viel deutlicher.

Noel au Quai

Natürlich konnte ich mir den Weihnachtsmarkt am Genfer See nicht entgehen lassen. Für mich auffällig: An Essen wurden fast nur Süßspeisen angeboten, eine Bratwurst sucht man vergeblich.

Wie schön ist den bitte die Dekoration an der Decke des Christmas Pub?!

Über die Riviera del Brenta nach Padua

Venedig kennt in Venetien jeder, aber habt ihr schon mal von der Riviera del Brenta gehört? Mir sagte das auch nichts, bevor ich mich auf meine Venedig Reise vorbereitet habe – und was soll ich sagen, es hat sich für mich als absoluter Geheimtipp herausgestellt.

Die Riviera del Brenta führt am gleichnamigen Fluss von Venedig bis nach Padua und ist insgesamt 50 Kilometer lang. Nirgends sonst findet man so viele venezianische Villen außerhalb Venedigs – die reichen Kaufleute Venedigs verbrachten die heißen Sommer lieber am kühleren Flussufer. Da die Villen am Kanal so zahlreich sind, habe ich mir die drei für mich interessantesten herausgepickt.

Villa Malcontenta

Die erste auf meiner Route ist die Villa Malcontenta, die es auch auf die UNESCO Kulturerbe Liste geschafft hat. Der Name Malcontenta (die Unzufriedene) leitet sich von einer Grande Dame der Foscari-Familie ab. Sie wurde angeblich hierher verbannt, da sie ihren Mann betrogen haben soll.

Ich habe mich sofort in die Architektur und die Innengestaltung mit den zahlreichen Fresken verliebt und wäre sofort eingezogen. Die zum Wasser ausgerichtete Säulenvorhalle erinnert an einen kleinen antiken Tempel. Die Strafe der Verbannung hat sich wohl doch ganz gut ertragen lassen.


Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 9:00 – 12:00 Uhr & 14:30 – 17:30

Eintritt Erwachsene: 12€


Villa Widmann

Die nächste Villa auf meiner Liste ist die Villa Widmann aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist mit einem Obergeschoss, das von einer Galerie umrahmt wird, etwas größer als die Malcontenta. Nördlich des Gebäudes öffnet sich das Areal zu einem großzügigen Park, der zahlreiche Statuen birgt – Nymphen, Götter und Amoretten sind dargestellt. Bis 1984 wurde die Villa von einer Familie bewohnt und ging dann in Staatseigentum über. Highlight des Gebäudes sind die Kerzenleuchter aus Murano-Glas.


Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10:00 – 13:00 Uhr & 13:30 – 16:30 Uhr

Eintritt Erwachsene: 7€


Villa Pisani

Die Villa Pisani ist die größte und wahrscheinlich historisch bedeutsamste Villa auf der Strecke. Sie wurde im 18. Jahrhundert als Abbild von Versailles erbaut. Insgesamt beherbergt das Gebäude 114 Zimmer. Dogen, Könige und Kaiser gaben sich hier die Klinke in die Hand – unter anderem hat Mussolini hier Hitler zu einem Treffen geladen. Heute ist die Villa, inklusive großem Garten mit Teichen und einem Labyrinth, als Nationalmuseum für die Öffentlichkeit zugängig. Mich hat der Besuch eher an ein Schloss erinnert, als an eine Villa.


Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 9:00 – 20:00 Uhr

Eintritt Erwachsene: 12€


Padua

Von der letzten Villa sind es nur noch 10 km nach Padua. Leider hatte ich nicht so viel Glück mit dem Timing. Als ich gegen 14:00 Uhr dort eintraf, begann gerade die Mittagsruhe und alle Cafes und Museen schlossen für mehrere Stunden. Ich hätte gerne die Cappela degli Scrovegni und ihre prachtvollen Deckenmosaiken bestaunt – nur leider ist es sehr schwierig 2 1/2 Stunden zu überbrücken, wenn man kein geöffnetes Cafe zum verweilen findet. Also mussten die öffentlich zugänglichen Sehenswürdigkeiten her halten, für die man kein Ticket braucht. Zuerst ging es ins Stadtzentrum an den Palazzo della Ragione. Hier wurde gerade der Markt abgebaut und nur noch wenige Stände in der Markthalle hatten geöffnet. Hier wird alles „to go“ verkauft ohne eine Möglichkeit sich zu setzten. Der Platz so wie der darauf folgende Piazza dei Signori sind von defensiver Architektur geprägt. Es gibt keine Bänke auf denen man sich niederlassen könnte. Nachdem ich dann doch noch eine Eisdiele gefunden hatte, die geöffent war habe ich mich kurzerhand, und aufgrund dem Mangels an anderer Möglichkeiten, auf die Stufen der Loggia del Consiglio o della Gran Guardia gesetzt.

Nach dieser kurzen Pause geht es weiter zum Prato della Valle. Der elliptische Park ist ein ehemaliger Sportplatz, der von einem schmalen Kanal eingegrenzt wird. An der Umrandung stehen 78 Statuen, die historische Persönlichkeiten der Stadt Padua ehren sollen.

Venedig in 2 Tagen

Venedig wird normalerweise in vier Stadtviertel aufgeteilt. Dazu kommen dann noch die südlichen Inseln inklusive Lido, sowie die Biennale, die kein eigentliches Viertel ist, aber einen eigenen Absatz verdient hat.

Venedig ist über mehrere Wege zu erreichen. Von München aus liegt man entweder 1 Stunde, fährt knappe 7 Stunden direkt und ohne umzusteigen mit dem Zug, oder sitzt etwa 5 1/2 Stunden mit im Auto, wenn alles ohne Probleme läuft. Ich stand in Italien im Stau und saß insgesamt 8 Stunden bei 34°Grad im Auto, aber es ist ja schließlich Urlaub und von solchen Kleinigkeiten darf man sich die Laune nicht verderben lassen.

Jetzt aber rein ins Geschehen und ab in die einzelnen Stadtviertel:

Dorsoduro

Wer mit Bus, Bahn oder Auto ankommt steht vor der Wahl – zuerst nach Dorsoduro oder nach San Polo. Ich habe mich für Dorsoduro entschieden, da man hier nicht sofort von Touristenmassen durch die Straßen geschoben wird.

Highlight für mich ist hier die Peggy Guggenheim Collection. Nachdem die Erbin ihren Vater auf der Titanic verloren hatte kam sie in Kontakt Dadaisten und beschloss ihr Heim am Canal Grande dem Surrealismus, Expressionismus und Futurismus zu widmen. Sie wurde Mäzenin für zeitgenössische italienische Kunst, die unter Mussolini als entartet eingestuft wurde. Ihre besondere Stellung in Venedigs Geschichte zeigt sich auch darin, dass sie mit einer Außnahmegenehmigung ehrenhalber in ihrem Garten ihre letzte Ruhe finden durfte.

Opening this gallery and its collection to the public during a time when people are fighting for their lives and freedom is a responsibility of which I am fully conscious. This undertaking will serve its purpose only if it succeeds in serving the future instead of recording the past.

Press release on the opening of Art of This Century, New York, 1942

Öffnungszeiten: Mittwoch – Montag 10:00 – 18:00 Uhr

Eintritt Erwachsene: 16€ (Studenten unter 26: 9€)


San Polo & Santa Croce

Wer wie ich gerne über lokale Märkte schlendert sollte für den Rialto Markt schon etwas früher in die Stadt kommen. Der Fischmarkt findet immer Dienstag bis Sonntag 7:00 – 14:00 Uhr statt – je früher man kommt desto mehr gibt es zu bestaunen. Ich war gegen 10:00 Uhr dort und es waren nicht mehr alle Stände besetzt. Zum staunen haben die Marktstände, die ich gesehen habe allemal gereicht. Besonders fasziniert war ich von einem halben Schwertfisch in der der Auslage oder noch lebende Krabben ein Stück weiter.

Vom Markt ist es nur ein Katzensprung bis zur Rialto Brücke. Für mich ist diese Sehenswürdigkeit eine von denen, die von der Ferne viel schöner sind, als wenn man wirklich darauf herum zu läuft. Dazu kommen die Menschenmassen, die einen über die Brücke schieben – man hat das Gefühl man kann nicht einfach stehen bleiben und im Verweilen den Augenblick genießen. An den beiden Enden der Brücke folgen auch schon die vielen Souvenirständen, wo ich vielleicht auch kurz mal schwach geworden bin. Auf der anderen Seite der Brücke beginnt dann auch schon die Einkaufsstraße von Venedig mit den bekannten Namen für den kleineren aber auch großen Geldbeutel.

San Marco

Weiter geht’s zum wahrscheinlich bekanntesten und überfülltesten Stadtteil Venedigs: San Marco. Hier kommen vor allem alle Kulturinteressierten auf ihre kosten. Schon vom Vaporetto (öffentlicher Nahverkehr via Boot) aus sieht man die Spitzen der Basilika, die alles andere überscheint. Die Pracht der Basilika di San Marco ist unüberroffen.

Wer nicht sein Herz stärker klopfen fühlt, wenn er auf dem Markusplatz steht, der lasse sich begraben, denn er ist tot, unwiederbringlich tot.

Franz Grillparzer

Einer Legende nach schmuggelten venezianische Kaufleute den Leichnam des hl. Markus im 9. Jhd. nach Venedig und errichteten ihm eine Basilika. Das heutige Bauwerk stammt aus dem Jahr 1094.
Die 1,6m hohe Quadriga in der Mitte stammt aus Rom – wahrscheinlich von einem Triumphbogen oder dem Mausoleum Kaiser Hadrians. Sie wiegen über 800kg. Die Portale an der Vorderseite sind von Steinbögen bekrönt in denen glänzende Mosaike angebracht sind – besonders abends glänzen die goldenen Steinchen in voller Pracht.

Gleich nebenan in Richtung des Canal Grande öffnet sich der Platz hin zum Palazzo Ducale. Hierbei handelt es sich um den offiziellen Sitz des Dogen der ab dem 14. Jahrhundert sein heutiges Erscheinungsbild trägt. Mehr als sieben Jahrhunderte lang saß hier die venezianische Regierung und überstand so einige Stürme und Zusammenbrüche. Eine der bekanntesten Persönlicheiten der Stadt war hier auf dem Dachboden eingesperrt: Giacomo Casanova – bekannterweise konnte er von hier entkommen.


Öffnungszeiten: täglich 09:00 – 19:00 Uhr

Eintritt Erwachsene: 30€ (wer sich schon 30Tage vor seinem Besuch sicher ist und online Tickets kauft spart 5€)


Cannaregio

Cannaregio hat nicht die Anziehung der Touristischen Hotspots – hier findet man vor allem Wohnhäuser in einem Mix zwischen herrschaftlichen Palazzi und schlichten Häusern durchzogen von kleinen Kanälen.

Ein Highlight bietet dieses „normale“ Stadtviertel aus touristischer Sicht aber doch: das jüdische Ghetto. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert war hier das jüdische Viertel ausgewiesen. Wer tiefer in die jüdische Geschichte Venedigs eintauchen will, der sollte das Museum Ebraico besuchen. Der Besuch des Museums kann mit einer Führung kombiniert werden, die die Besichtigung der Synagogen des Ghettos beinhaltet.


Öffnungszeiten: Sonntag – Freitag 10:00 – 18:00 Uhr

Führungen immer stündlichen ab 10:30 Uhr

Eintritt Erwachsene: 12€, mit Führung 15€


Lido

Wer wie ich im Hochsommer bei über 30°Grad in Venedig unterwegs ist, braucht nach dem ganzen Sightseeing auch mal eine Abkühlung. Wie gut, dass die Stadt ihre eigene Lido Insel hat – das Beste daran mit dem Vaporetto Tagesticket kommt man ganz easy zur gleichnamigen Anlegestelle. Zunächst sieht das Ganze so gar nicht nach Sandstrand aus. Der Anleger spült einen auf einen belebten Busbahnhof mit Hauptstraße dahinter. Sobald man diese überquert hat wird das Strandgefühl aber mit jedem Schritt spürbarer. Es reihen sich, neben Eisdielen und Cafes, kleine Kioske an der Straße auf , die allerlei Krimskrams verkaufen, den man für den Strand brauchen könnte – Sonnenbrillen und -hüte, Handtücher und Luftmatrazen.

Nach etwa 10 Minuten Fußweg erreiche ich den Strandabschnitt. Hier stellt sich nun nur noch eine Frage: kostenpflichtiges Strandbad oder Free Beach? Da ich nur ein Handtuch in der Tasche hatte und die Sonne erbarmungslos und ohne Wolken in Sicht vom Himmel gebrannt hat, habe ich mich für das Strandbad entschieden. Zwei Liegen und einen Schirm kann man hier für 30€ den ganzen Tag lang mieten. Den Schirm habe ich bitter nötig gebraucht, weshalb ich gerne bereit war den Preis zu bezahlen. Zumal das Strandbad nicht mein tägliches Ziel war, was die Sache dann doch unnötig teuer gemacht hätte. Vor Ort ist es auch möglich seine Wertgegenstände in einen Spint zu sperren, so dass man sorgenlos im Meer planschen kann.

Noch ein kleiner Tipp am Rande: Badeschuhe sind eine super Investition. Sie sind zwar meistens nicht besonders stylisch, aber glühend heißer Sand unter den nackten Füßen ist für mich meistens keine Option. Der Abschnitt im Meer erfordert an sich eigentlich kein besonders Schuhwerk – der Weg hin und zurück sind das Hindernis.

Biennale

Zu guter Letz wäre dann da noch die Biennale – die an sich kein eigenes Stadtviertel hat, meiner Meinung nach aber einen eigenen Abschnitt verdient hat.

Seit 1907 findet die Biennale jedes Jahr statt. Der Schwerpunkt wechselt jedes Jahr zwischen Kunst ( in geraden Jahren) und Architektur (in ungeraden Jahren). Aktuell findet gerade die Architekturbiennale unter dem Titel „The Laboratory of the Future“ statt. Sie ist die erste große Ausstellung dieser Art, die den Weg zur Klimaneutralität in der Praxis erprobt, sowie die Themen Dekolonisierung und Dekarbonisierung anspricht.

The Laboratory of the Future is an exhibition in six parts. It includes 89 participants, over half of whom are from Africa or the African Diaspora. The gender balance is 50/50, and the average age of all participants is 43, dropping to 37 in the Curator’s Special Projects, where the youngest is 24. 46% of participants count education as a form of practice, and, for the first time ever, nearly half of participants are from sole or individual practices of five people or less. Across all the parts of The Laboratory of the Future, over 70% of exhibits are by practices run by an individual or a very small team. (…)”

https://universes.art/de/biennale-venedig/2023-architecture

What to do in Hamburg

1. alter Elbtunnel

Hamburg ist über viele Wege zu erreichen. Wer mit dem Auto anreist hat die erste Attraktion dann auch schon auf dem Weg. Über die Elbe, bzw. darunter geht es durch den Elbtunnel hinein in die Stadt. Für 2€ – und wenn das Auto schmal genug ist – wird man von einem Aufzug 23m in die Tiefe befördert. Die Strasse ist so schmal, dass man unbedingt in der Spur bleiben muss um nicht anzuecken. Zu Fuß ist das ganze dann doch deutlich entspannter – und kostenlos. Der Gehweg ist zwar auch so schmal, dass zwei Fußgänger gerade so aneinander vorbei gehen können, aber man hat viel mehr Zeit sich richtig umzusehen. Die Wände sind gefließt und an den beiden Enden, sowie auf Hälfte der Strecke sind Infotafeln angebracht.

2. Park Fiction

Wieder an der Oberfläche wendet man sich nach rechts. Über den Parkplatz auf dem morgens der Fischmarkt stattfindet führt der Weg weiter hinein in die Stadt. Wer gut aufpasst sieht auf der linken Seite etwas, das mir bei meinem ersten Besuch komplett entgangen ist. Palmen! Ja, gut sie sind aus Plastik, aber nur wenig gibt mir son sehr das Gefühl von Urlaub wie der Anblick von Palmen – vor allem an einem strahlend schönen Sommertag. Die Metallgebilde sind Teil eines öffentlichen Parks, in dem tagsüber Basketball gespielt und verweilt wird. Kein Wunder bei dem schönen Blick auf den Hafen bis hin zu den Docks.

3. Reeperbahn

Nur einen Katzensprung vom Park Fiction entfernt beginnt die legendäre Reeperbahn. Abends beginnen die vielen Lichter der Stadt zu leuchten und die Tour auf der Meile kann richtig losgehen. Neben den Klassikern, wie er Davidwache, den tanzenden Türmen oder der Großen Freiheit, hat es mir der Beatles Platz angetan. Genau am Eingang zur großen Freiheit stehen die vier Musiker in Metall verewigt. Im Kreis um sie herum sind die Titel ihrer Lieder in den Boden eingelassen. Hamburg zollt damit einer großen Band Tribut, die ihre Karriere in den 1960ern dort startete.

Am Ende der Reeperbahn öffnet sich die Straße zum Dom Park. Der Hamburger Dom findet dreimal im Jahr statt. Ich hatte schon mal Glück und konnte beim letzten Mal über die Frühlingskirmes schlendern. Von hier ist es nur ein Steinwurf bis zum Millerntor-Stadion. Natürlich habe ich mich sofort in das Graffiti am Eingang 4 verliebt.

4. Lichterfahrt

Wer Abends in St. Pauli unterwegs ist und noch nicht bereit für eine Kneipentour ist, dem kann ich eine Lichterfahrt nur empfehlen. Gestartet wird an den Landungsbrücken um 21:30 Uhr. Auf einer Barkasse geht es Richtung Elbphilharmonie und Speicherstadt. Bei meiner Tour war der Wasserstand schon zu niedrig, um richtig in die Speicherstadt hinein fahren zu können, deshalb wurde nur der Abends befahrbare Teil angeschnitten. Nach einer kurzen Drehung geht es wieder vorbei an der Elbphilharmonie. Langsam setzte jetzt auch die Dämmerung ein, so dass der Himmel in die schönsten Pastelltöne getaucht war – die Fotos werden der Realität nicht gerecht. Weiter geht es hinaus Richtung Elbstrand. Eine große Linkskurve später befand ich mich schon am Eingang der Docks. Das ich Containerschiffe sehr faszinierend finde ist kein Geheimnis. Sie von so nah und während des Sonnenuntergangs zu sehen war für mich eine besondere Erfahrung. Am Ende der Docks geht es durch zwei Schleusen zurück von der Nordelbe auf den Hauptstrom. Ein bisschen verzaubert von den Eindrücken geht es nach 1 1/2 Stunden wieder zum Ausgangspunkt. Die 26€ für die Fahrt waren es definitiv wert und ich würde es sofort wieder machen.

5. Museumsschiff Rickmer Rickmers

Unter Tags findet man gleich neben den Landungsbrücken seit den 1980ern die Rickmer Rickmers – ein Museumsschiff, dass nach einem Eintritt von 6€ erkundet werden kann. Das alte Segelschiff hat eine lange Geschichte als Frachtschiff, die man in der Dauerausstellung gut nachvollziehen kann. Im Bauch des Schiffs befindet sich ein Restaurant, dass auch als Eventlocation gemietet werden kann. Seit 2006 findet sich dort auch eine offizielle Schiffspoststelle der Deutschen Post mit einem eigenen Sonderstempel. Wer ein besonderes Andenken nach Hause schicken möchte, wirft seine Postkarten am Besten hier ein.

6. Speicherstadt

Wenn man am Hafen entlang flaniert landet man unwillkürlich in der Speicherstadt. Da diese riesig ist und zahlreiche Museen zu bieten hat, die alleine einen Tag zur Besichtigung gebraucht hätten, muss ich mir ein paar Highlight rauspicken.

Bevor man in die Speicherstadt eintaucht lohnt es sich einen kurzen Abstecher zum Chile Haus zu machen. Das 1924 errichtete Backsteingebäude gilt als Ikone des Expressionismus in der Architektur und ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Die Spitze im Osten des Kontorhauses erinnert an einen Schiffsbug. Im Innenhof lohnt sich ein Blick nach oben – so ein Ausblick ist eher selten.

Die Speicherstadt erinnert mich ein bisschen an ein Inselchen im Fluss. Es scheint als würden die Gebäude und ihre Straßen nur von den Brücken an Ort und Stelle gehalten, die sich alle paar Meter durch das Areal ziehen. Über das Highlight im Fluss bin ich eher zufällig gestolpert – das Elbschlösschen! Eigentlich wollte ich nur kurz Pause machen und mir was zu trinken holen, als ich beim Hinsetzten im Außenbereich des von mir ausgewählten Cafés bemerke, dass man von dieser Brücke einen perfekten Blick auf das Wasserschloss hat.

7. Fischmarkt

Natürlich darf der Fischmarkt bei einer Tour durch St. Pauli nicht fehlen. Morgens um 5 sind außer mir nur ein paar Nachtschwärmern und andere Frühaufsteher an der Hafenpromenade. Die meisten Touristen kommen erst etwas später gegen 6, wenn’s richtig los geht’s und alle Stände ihre Waren zum anpreisen aufgebaut haben. Natürlich könnte auch ich den verlockenden Angeboten nicht widerstehen. Eine riesige Tüte Nudeln und eine Kühlbox voll geräuchertem Fisch begleiten mich im Auto zurück nach Hause.

Betrieb auf dem Fischmarkt

8.Planten un Blomen

Botanische Gärten strahlen für mich immer eine gewisse Art von Ruhe aus – klar, das ich mir Planten un Blomen nicht entgehen lassen wollte. Die schlechte Nachricht zuerst: Die Gewächshäuser werden aktuell saniert und sind bis auf weiteres geschlossen.

Trotzdem gibt es im Park, der kostenlos zu besichtigen ist und seinen Namen von der Niederdeutschen Gartenschau 1935 erhalten hat, einiges zu betrachten. Auf dem Rundweg wandelt man über die Mittelmeerterrassen gelangt man in den Japanischen Landschaftsgarten. Darauf folgt dann der Rosengarten, welcher sich zu einem kleinen See öffnet. Von hier hat man einen tollen Blick auf den Fernsehturm.

9.Rathaus & Alsterarkaden

Vom zuvor erwähnten Park ist es nur ein kurzer Spaziergang in die Hamburger Innenstadt. Die Straßen voller Geschäfte laden zu einem Schaufensterbummel ein. Meistens muss es auch beim Schaufenster bleiben, da die Geschäfte Richtung Rathausplatz immer hochpreisiger werden. Nur bei den bekannten Marken in meiner Preisklasse konnte ich nicht vorbei gehen und musste doch einen Blick hinein werfen. Eines dieser Geschäfte hatte an beiden Enden einen Ein- bzw. Ausgang – und schon stand ich in den Alsterarkaden. Einen kurzen Moment fand ich mich nach Venedig versetzt, da ein klarer Bezug in der Architektur zu finden ist. Nebenbei sind die Arkaden eine der ältesten Einkaufs- und Flaniermeilen Hamburgs.

Gleich gegenüber der Arkaden sieht man ihn schon – den Prachtbau aus dem 19.Jahrhundert in dem heute das Rathaus untergebracht ist.

10.Street Art

Mein letztes to Do ist nicht an einem bestimmten Ort zu finden, sondern eher über die ganze Stadt verteilt: Die Hamburger Street Art.

Man findet diese Kunstwerke in manchen Vierteln fast an jeder Ecke. Ich musste mich hier also auf eine Auswahl beschrenken, bzw. werde diesen Punkt fortführen, immer wenn ich ein neues, für mich besonders Kunstwerk finde. Beim Banksy scheiden sich die Geister ob er denn echt ist, vielleicht ist das aber genau der Reiz bei diesem Künstler, von dem niemand weiß wer er wirklich ist. Im folgenden meine aktuelle Auswahl mit Hinweisen auf den Standort:

  1. Der letzte Seebär – Lippmannstraße
  2. Hamburg Tor zur Welt – Argentinienbrücke
  3. Bomb Hugger, Banksy – Michaelipassage
  4. Möwen – Ellerholzdamm

7 archäologische Highlights in Athen

1. Akropolis

Selbst wenn man sich nicht für Geschichte und Archäologie interessiert, kommt man an der Akropolis nicht vorbei. Der Parthenon Tempel ist mehr oder weniger immer von der Stadt aus zu sehen.

Aber von vorne: Über der Stadt erheben sich mehrere Hügel. Der touristisch wichtigste ist der Burgberg – die sogenannte Akropolis. Die architektonischen Hinterlassenschaften, die heute zu sehen sind bilden den Stand der römischen Kaiserzeit ab. Als Athen zur Hauptstadt des modernen Griechenland wurde, wurde auch die Akropolis zum Teil des nationalen Selbstverständnisses. Seit dem 19. Jhd. finden hier Grabungen und Restaurierungen statt.

Durch die Propyläen – die auf ein mykenisches Burgtor zurück gehen – betritt man das Akropolis Gelände. Hier wird man über Schautafeln im Kreis um den Platz geführt.

Erste Station auf dem Weg ist das Erechteion. Dieser Bau wird bereits in Homers Odysee und Ilias erwähnt. Der kleine Tempel war wohl der Athena Polias geweiht. Das bekannteste Element ist die Korenhalle im Süden.

Von hier aus bewegt man sich an die Spitze des Plateaus, wo man freie Sicht auf den Tempel der Athena Parthenos hat – den Parthenon. Er bildet das religiöse Zentrum des antiken Athens und gründet auf mehreren Vorgängerbauten. Laut Angaben von Plinius befand sich in seinem Inneren ein 11,5 m hohes Bildnis der Athena – heute ist davon nichts mehr übrig.

In der Moderne sorgt aktuell der Parthenon Fries für Aufmerksamkeit. Die Originale sind in verschiedenen Museen verteilt. Jüngst hat der Vatikan angekündigt seine Fragmente an Griechenland zurück zugeben. Nun werden wieder Stimmen lauter, dass auch das British Museum in London, wo sich der Großteil der Bauplastik befindet, seine Stücke zurück geben sollte.

Ich habe mich beim Ticketkauf für ein Kombiticket entschieden, mit dem man im Zeitraum von 5 Tagen fast alle hier aufgelisteten Attraktionen besichtigen kann. Für 30€ in der Nebensaison kein schlechter Deal.

2. griechische Agora

Der Bereich der griechischen Agora wurde bereits in der Bronzezeit als Friedhof genutzt. Ab der Eisenzeit waren dann auch die Lebenden auf diesem Gebiet aktiv. Die Agora liegt direkt am Pananthenäenweg der hinauf zur Akropolis führt. Als die Perser Athen eroberten wurde dieses Areal zerstört, die danach errichteten Bauten konzentrieren sich eher auf die Randgebiete des Komplexes – so wie es auch heute den Eindruck macht. Die Freifläche in der Mitte diente kulturellen, religiösen und politischen Zwecken. Auch hier ist wieder der Stand der römischen Kaiserzeit erhalten.

Nach betreten fällt einem sofort der Tempel des Hephaistos auf der Erhebung an der linken Seite auf. Hierbei handelt es sich um den wahrscheinlich am Besten erhaltenen Tempel des antiken Griechenland.

Genau gegenüber findet sich die rekonstruierte Stoa des Attalos. Aus dem ersten Stockwerk ist auch das Bild hier entstanden. Das Erdgeschoss beherbergt heute ein kleines Museum mit Funden von der Agora.

3. Hadrians Bibliothek

[…] das Großartigste aber sind hundert Säulen aus prhygischem Marmor, und die Wände sind ebenso gebaut wie die Säulenhallen. Und hier sind Gebäude mit vergoldetem Dach und aus Alabater und dazu mit Statuen und Gemälden geschmückt, in denen Bücher aufbewahrt werden.

Pausanias, Beschreibung Griechenlands I, 18, 9

Vom bei Pausanias beschriebenen Glanz ist leider nicht mehr viel übrig. Heute sind mehr oder weniger nur noch Teile der Außenfassade und ein paar Säulen im Inneren erhalten. Das mag auch daran liegen, dass das Gebäude im 7.Jhd zu einer Kirche umgebaut wurde. Die Grundmauern der dreischiffigen Basilika sind im Landschaftsbild nachzuvollziehen.

4. Turm der Winde

Auf diesen Turm stellte er [Andronikos aus Kyrrhos] eine kegelförmige Säulenspitze mit einem bronzenen Zritonauf, der mit der rechten Hand einen Stab vorstreckt und so konstruiert ist, dass er durch den Wind umgedreht wurde, sich immer gegen den Wind stellte und den Stab über die Darstellung (des Windes) hielt als Anzeiger, woher der Wind weht.

Vitruv, De architectura libri decem 1, 6, 4

Der sogenannte Turm der Winde befindet sich auf der römischen Agora im Stadtteil Plaka.

Das Oktogon, dessen Name sich von den allegorischen Darstellung der Winde im oberen Teil ableitet, kann von zwei Seiten betreten werden. Die Winde geben die vier Himmelsrichtungen wieder, so dass der Bau als eine Art Kompass genutzt werden kann. Ursprünglich befand sich an allen acht Seiten eine Sonnenuhr – einzelne Reste sind noch heute zu erkennen. Die wichtigere Uhr befand sich allerdings im Inneren. Hier befand sich eine Wasseruhr, die Tag und Nacht unabhängig von der Sonneneinstrahlung die Zeit anzeigte. Davon ist heute nichts mehr zu erkennen, da das Gebäude im Laufe der Zeit als Taufkapelle unter den Christen und in osmanischer Zeit von einem Derwisch Orden genutzt wurde.

5. Olympieion

Neben dem moderenen Stadion von Athen findet sich das Olympieion – der Tempel von dem nur noch wenige eindrucksvolle Säulen erhalten sind, war dem olympischen Zeus geweiht.

Die Ausgrabungen an dieser Stelle lassen auf einen Monumentalbau von 60 x 120 Metern schließen. Der Tempel wurde erst unter Kaiser Hadrian fertiggestellt. Bereits in der Antike wurden immer wieder Bauteile des Tempels für andere Bauten wiederverwendet.

6. Hadrianstor

Anlässlich der Einweihung des eben beschriebenen Olympieions unter Hadrian wurde auch der hier abgebildete Hadriansbogen eingeweiht.

Hierbei handelt es sich um einen reinen Fassadenbau. Er trennt die Athener Altstadt von den neuen durch Hadrian erbauten Stadtvierteln – dies wird durch die Inschrift auf dem Bogen deutlich. Im Laufe der Zeit war der Bogen Bestandteil einer Kirche, sowie Teil der türkischen Stadtbefestigung im 18. Jahrhundert.

7. Akropolis Museum

Einen runden Abschluss zur Besichtigung der ganzen Monumente, die hier beschrieben wurden, bietet das 2009 eröffnete Akropolis Museum.

Hier finden sich Exponate von der Archaik bis zur Spätantike. Alles was hier ausgestellt wird wurde auf der Akropolis gefunden.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Parthenonfries, dem einen gesamte Etage gewidmet wird. Der innere und äußere Fries sind gemäß ihrer ursprünglichen Anordnung am Tempel im Raum angebracht. Davor erheben sich die Giebelfiguren. Dem Besucher wird so ein 3D Eindruck des Tempels gegeben.

Das Museum ist als einziges hier in der Liste nicht im Kombiticket enthalten. Der Eintritt kostet in der Wintersaison 10€.


Quelle: Wolfram Letzner, Athen. Der Archäologische Führer.

Eine Woche in Neapel

Der erste richtige Urlaub nach zwei Jahren Corona Pause führt mich nach Neapel – und es gibt viel zu entdecken. Diesmal habe ich mir eine ganze Woche für den Städtetrip Zeit genommen und hätte mit weiteren Strandtagen und Ausflügen in die Umgebung auch noch länger bleiben können. Im folgenden habe ich vier Tage, die ich nur in Neapel verbracht habe aufgezeichnet.

Den Anreisetag habe ich mit einem Abendspaziergang an der Strandpromenade entlang genutzt, wo man auch sehr gut Essen gehen kann.

Das Bild auf der Seite ist eines der ersten Fotos die ich auf dieser Reise gemacht habe und auch eines meiner liebsten.

Centro Storico

Mein kleines aber feines Bed & Breakfast liegt direkt am Hauptbahnhof. Deshalb ist es für mich nur logisch, dass der erste Weg ins fußläufig erreichbare Centro Storico geht. Die erste Sehenswürdigkeit, die quasi auf dem Weg liegt ist der Duomo. Zusammen mit Basilika Santa Restituta bildet der Dom eine Einheit und ist damit die älteste Kirche in Neapel.

Danach stürze ich mich in das Gewusel der Stadt. Überall findet man kleine Geschäfte die allerlei Souvenirs anbieten. Ein Highlight ist die Schnitzergasse San Gregorio Armeno. Hier gibt es nicht nur klassische Krippenfiguren – wie auf dem Bild rechts zu sehen – sondern auch allerlei Kuriositäten. Neben Holzfiguren des Papstes reihen sich auch Prince, Freddy Mercury und natürlich Diego Maradonna ein. Nach wenigen Stunden in der Stadt ist mir klar Santo Diego ist nicht nur ein Symbol der eingefleischten Fussballfans sonder Teil der Kultur – dazu aber später noch mehr.

Eine Biegung später stehe ich vor dem Kloster Santa Chiara, indem auch heute noch Franziskaner und Klarissen leben geht auf eine Basilika aus dem Jahr 1310 zurück. Der damalige König wünschte sich eine schlichte Kirche, da die Kirchengüter nur der Armenhilfe zugute kommen sollten. Dementsprechend ist der Bau im Vergleich zu anderen Kirchen auch heute noch sehr schlicht gehalten. Das eigentliche Highlight findet sich im Inneren. Der Kreuzgang des Klosters ist in bunter Majolikakunst gestaltet. Die Kacheln leuchten in den Farben Gelb, Grün und Blau. Auf den Sitzbänken sind mythologische, bukolische und maritime Szenen zu bestaunen. Diesen Anblick lässt sich das Kloster bezahlen – der Eintritt beträgt 6€ pro Person.

Bagno Elena

Im Golf von Neapel muss unbedingt auch ein Strandtag drin sein. Durch einen Tipp unseres Gastgebers im Bed & Breakfast Re Diego bin ich auf das Bagno Elena aufmerksam geworden. Außer einem Bikini braucht man an nichts zu denken – Liegen, Sonnenschirme und Handtücher können vor Ort gegen Gebühr (für alles zusammen habe ich 20€ für den ganzen Tag bezahlt) geliehen werden. Da es sich hier um einen Privatstrand handelt hatte ich auch kein mulmiges Gefühl meine Wertsachen allein am Strand zurück zu lassen, während ich im Meer schwimmen war. Das unschuldige Schwimmvergnügen war allerdings schnell beendet, nachdem ich die winzigen Quallen im Wasser entdeckt habe – zum Glück habe ich der Qualle nur den Kopf gestreichelt und die Tentakel nicht berührt. Der nächste Gang ins Meer war dann mit sehr viel offeneren Augen.

Palazzo Reale + Piazza del Plebiscito

Die nächste Station führt über die wahrscheinlich am meisten fotografierte Ubahn Station in Neapel, wenn nicht sogar in ganz Europa – Toledo. Die ganze Metro Linie 1 wurde nach ihrem Ausbau von mehr als 100 Künstlern gestaltet. Das Blau in der Gestaltung repräsentiert das nahe gelegene Meer.

An der Oberfläche angekommen ist es nicht mehr weit bis zur Piazza Plebiscito und dem gegenüberliegenden Palazzo Reale.

Bis 1994 wurde die Fläche der Piazza noch als Parkplatz genutzt – kein Vergleich zu heute! Als ich dort stand fand gerade eine Sportveranstaltung oder ähnliches statt. Im Detail war es für mich von außen nicht zu erkennen worum sich die zahlreichen Stände wirklich drehen. Auf jeden Fall gab es eine Anmeldung und ein Siegerpodest. Wer entlang der ehemaligen Zufahrtsstraße schaut dem öffnet sich der Blick zum Meer hin, am Ende kann man den Vesuv erkennen.

Gegenüber des Platzes befindet sich der imposante Palazzo Reale. Für 10€ Eintrittsgeld pro Person darf man ihn dann auch von innen bewundern. Der Aufgang (2. Bild) ist das erste was einem bei der Internetrecherche entgegen fällt und auch der Teil der meiner Meinung nach am beeindruckendsten ist. Im Obergeschoss führt der Rundgang dann durch die königlichen Empfangs- und Schlafräume. Die großen Spiegel laden mich immer dazu ein, ein verstecktes Selfie zu machen. Die große Terrasse, die einen herrlichen Blick über die Stadt und das Meer bietet war zu dem Zeitpunkt als ich dort war leider für Besucher geschlossen.

spanisches Viertel

Angrenzend an die Piazza Plebiscito findet sich das sogenannte spanische Viertel. Den Namen trägt es, da man sich aufgrund der engen Gassen und zahlreich bunt geschmückten Balkone, die durchaus auch mit Wäsche überladen sein können in die Metropolen Südamerikas katapultiert fühlt.

Am Anfang reihen sich noch Geschäft an Geschäft, wo man von frischem Fisch bis hin zum Badvorleger alles kaufen kann. Je mehr man sich zum Kern des Viertels vorarbeitet desto mehr Restaurants findet man in den Straßen. Die Wände sind mit zahlreichen Graffitis dekoriert. Schnell wird klar: Hier ist nur einer heilig – Diego Maradonna. Der Fussballer gewann 1987 mit dem SCC Neapel die italienische Meisterschaft und ist seitdem nicht mehr aus den Straßen wegzudenken. Zahlreiche Cafes und Restaurants sind mit seinem Bild geschmückt, ab und an findet man auch kleine Aufbauten, die mich an Hausaltäre erinnert haben. Das Highlight sind die auf Wegweisern ausgeschriebenen Maradonna Grafittis. Nachdem man die Straße bergauf gelaufen ist öffnet sie sich zu einem kleinen Platz, der mit zahlreichen Girlanden geschmückt ist. Hier findet sich so etwas wie ein kleiner Schrein, der mit dem Bildnis und zahlreichen Trikots Maradonnas ausgestattet ist. Natürlich kommt auch hier der Kommerz nicht zu kurz. Auf zahlreichen Kleiderstangen werden Maradonna Trikots aus allen Spielzeiten und in allen Größen angeboten.

3 Tage Prag – 5 Sightseeing Hotspots

1. astronomische Uhr im Stadtzentrum

An diesem Wahrzeichen kommt in Prag niemand vorbei: In Mitten der Prager Altstadt an der Südseite des Rathauses findet sich die astronomische Uhr aus dem Jahr 1410. Rund um die Uhr ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen. Ich gebe hier meinen Favouriten wieder:

Angeblich waren die Fenster oberhalb des Zifferblattes, die heute die Apostel beherbergen, die Fenster zu einer Gefängniszelle. Hier war ein Raubritter inhaftiert, der sich in der Stadt mit dem Schwert geschlagen hatte und wartete auf die Vollstreckung seines Todesurteils. Er beobachtete aus dem Fensterchen, wie sich ein Spatz in dem Mund des Sensenmanns niederließ, während dieser ihn auf- und zu klappte. Nach dem Ende der Vorführung blieb der Spatz in besagtem Mund gefangen und musste bis zur nächsten Stunde warten, bis er wieder frei wurde. Nachdem der Spatz in die Freiheit geflogen war, hatte der Ritter wieder Hoffnung, vielleicht selbst freizukommen. Und dies geschah tatsächlich, er wurde begnadigt.

Václav Cibula: Pražské pověsti. Orbis; Praha 1972

2. Karlsbrücke

Der zweite Touri-Hotspot findet sich nur ein paar Gehminuten weiter: Die Karlsbrücke. Diese wurde ebenfalls im 14. Jahrhundert errichtet und damit eine der ältesten erhaltenen Steinbrücken Europas. Über die Brücke führte der Krönungsweg der böhmischen Könige. Erst seit 1870 wird sie offiziell Karlsbrücke genannt.

3. Prager Burg

Von der Karlsbrücke kann man sie bereits sehen – die Prager Burg. Das Gelände ist von Montag bis Freitag von 09:00 – 17:00 Uhr geöffnet. Für die Besichtigung der Gebäude wird ein Ticket benötigt. Hierbei gibt es mehrere Möglichkeiten. Da ich vor Jahren schon einmal die große Tour gemacht hatte, habe ich mich diesmal für Rundgang B zum Preis von 10€ entschieden. Die Highlights dieser Tour sind der Veitsdom und der alte Königspalast.

Die erste Version des Veitsdoms wurde im 14. Jahrhundert errichtet und dient seit jeher als Krönungskirche und Grabstätte der böhmischen Könige. Die heute zu sehenden Glasfenster wurden vom Jugendstil Künstler Alfons Mucha gestaltet. Neben dem Eingang erhebt sich ein Obelisk, der den Opfern des ersten Weltkriegs gedenkt.

Der alte Königspalast findet sich im zweiten Burghof. In diesem Gebäude fanden nicht nur Regierungssitzungen, Krönungen oder Festakte statt, sondern auch für Tuniere. Durch einen eigenen Reitereingang konnten die Ritter direkt in den Saal reiten. Im Ludwig-Flügel begann seiner Zeit der Dreißigjährige Krieg, als man zwei katholische Präsidenten aus dem Fenster warf. Auch heute noch ist der Palast der Sitz des Präsidenten, weshalb nicht alle Räume für Besucher geöffnet sind.

4. John Lennon Wall

Für diese Sehenswürdigkeit musste ich mich ein wenig vom Navigationssystem in meinem Handy leiten lassen. Versteckt an einem kleinen Platz gegenüber der Französischen Botschaft habe ich sie dennoch gefunden. Seit den 80ern wird die Wand mit von John Lennon inspirieren Graffitis gestaltet. Dabei handelt es sich nicht um ein konstantes Denkmal. Die Wand wird immer wieder umgestaltet.

5. Trdelník

Hierbei handelt es sich um einen gefüllten Baumstriezel, der in ganz Prag an jeder Ecke angeboten wird. Die Füllung variiert je nach Geschmack. Ich habe mich wie das Foto zeigt für Schokolade und Erdbeeren entschieden. Auch wenn das Essen eine relative Sauerei ist kann ich Trdelnik sehr empfehlen – sehr süß aber auch sehr lecker!