Im Rahmen eines Eishockey-Tuniers ging es für ein Wochenende nach Kitzbühel. Nachdem ich mir am ersten Tag einen Überblick über das Städtchen geschaffen hatte, war mir relativ schnell klar, am spielfreien Vormittag muss ich auf den Berg. In diesem Punkt hat man in Kitzbühel zwei Möglichkeiten: das Kitzbühler Horn auf der einen Seite, der Hahnenkamm auf der anderen.
Da mir der Hahnenkamm durch das bekannte Skirennen schon seit kleinauf ein Begriff ist habe ich mich dafür entschieden. In meiner Recherche für diesen Ausflug bin ich auch immer wieder auf diverse Wanderungen in diesem Bereich gestoßen. Letztlich habe ich mich für das Kitzpanorama und die Besichtigung der Hahnenkamm-Rennstrecke entschieden.
Aufgrund der zeitlichen Begrenzung des Ausflugs und weil ich noch nie komplett alleine in den Bergen unterwegs war habe ich mich dazu entschlossen beim Aufstieg die bequeme Variante per Seilbahn zu nehmen. Die Einzelfahrt kostet 23€, die Berg- und Talfahrt gibt es für 26€.
Oben angekommen war ich relativ enttäuscht vom KitzPanorama. Es handelt sich im eine kleine Plattform umrandet von Plexiglas. An den verschiedenen Seiten findet man Schautafeln, die die Berge bezeichnet, die man vor sich sieht. Aufgrund der Fotos im Internet hatte ich mir aber irgendwie mehr davon erwartet – dort sieht es eher aus wie ein moderner Skywalk. Das ist er definitv nicht.
Die schönere Aussicht hat man vom Hahnenkamm Starthäuschen. Gerade blühen die Almblumen in den schönsten Farben, im Hintergrund sieht man auf den wilden Kaiser.
Ins Tal führen natürlich mehrere Wege. Ich habe mich für den Weg entlang der Hahnenkamm-Rennstrecke, der mit 2,5 Std angegeben wurde, entschieden. An den verschiedenen Schlüsselstellen der Rennstrecke finden sich Displays mit Infos zum Rennen an sich und den Ikonen des Sports. Nach etwa einer Dreiviertelstunde die steile Abfahrt hinab trifft man auf die Seidlalm. Bis hier hin sind relativ viele Leute unterwegs, danach kommen einem nur noch wenige Leute entgegen. Der Wanderweg verläuft großteilg in der prallen Sonne, wer nichts zu trinken eingepackt hat, hat an der Alm die letzte Gelegenheit vor dem Tal etwas zu kaufen. Es empfiehlt sich aber allgemein nicht unvorbereitet zu einer Wanderung aufzubrechen. Das sollte ich auch selbst relativ schnell merken, da ich nur in normalen Turnschuhen unterwegs war. Ich habe definitiv unterschätzt wie steil der Weg an manchen Stellen ist und hätte das mit meinen Wanderschuhen sehr viel besser gemeistert. Turnschuhe sind an solchen Stellen doch schon sehr rutschig und bieten wenig halt.
Wieder an der Talstation angekommen und völlig durchgeschwitzt zeigte mein Fitnesstracker, den ich aus Neugierde mitlaufen habe lassen das folgende an:
(Natürlich bin ich nicht gegen die Zeitangabe auf den Schildern angelaufen, sondern habe den Weg in meinem Tempo begangen. Runter geht immer schneller als rauf.)
Eigentlich ist der ganze Welterbesteig 180 Kilometer lang. Aus Zeitgründen habe ich mich entschieden nur die eine Donauseite entlang zu wandern. Mein Weg führt von Krems nach Melk.
Für die Anreise habe ich den Zug gewählt. Von München aus ist man mit Zwischenstopp in St.Pölten in etwas mehr als 4 Stunden in Krems an der Donau. Mit dem „Super Sparpreis Europa“-Ticket kostet die einfache Fahrt ohne Ermassigung 39,90€.
1. Etappe: Krems – Dürnstein 13km
Los geht die erste Etappe im Startpunkt Krems. Über die die Gozzoburg in der Altstadt geht es hinauf zu Piaristenkirche. Nach der Überquerung des Stadtgrabens gelang man zur Alaunstrasse. Dort soll der Aufstieg aber erst beginnen. Über die Kreuzbergstiege geht es hinauf in die Weinberge. Für mich, die diesmal nicht für die Wanderung trainiert hat, war dieser Aufstieg einer der anstrengendsten der gesamten Wanderung. Gefühlt wollten die vielen, kleine Stufen nicht enden – das mag aber auch durchaus an meiner mangelnden Fitness liegen.
Nun geht es leicht auf uns ab durch die Weinberge, bis man wieder in den Kremser Stadtteil Stein hinunter Richtung Donau kommt. Beim Durchqueren von Stein reicht man auch die erste Stempelstation am Tor des Heurigen Mayr-Resch. Der Weg führt weiter in Richtung der Bahngleise, wo es wieder bergauf in die Weinberge geht. Hier passiert man aus der Ferne das Franzosendenkmal, welches an den napoleonischen Krief von 1805 erinnert. Über einen Skulputurenweg nähert man sich der Burgruine Dürnstein – welche an diesem Tag aber noch nicht Teil des Weges sein soll. Kurz unterhalb der Burg schlug bei meinem Besuch das Wetter um und plötzlich stand ich in einem Platzregen, nur mit den kleinen Mauervorspüngen der ersten Garagen der Stadt Dürnstein zum Schutz. Völlig durchnässt endet die erste Etappe in Dürnstein am Kremser Tor.
Wanderweg durch die Weinberge
neben der Stempelstation in Stein
Franzosendenkmal bei Dürnstein
Burgruine Dürnstein aus der Ferne
Etappenziel Dürnstein
2. Etappe: Dürsten – Weißenkirchen 16 km
Die zweite Etappe startet mit dem Durchschreiten des Kremser Tors. Kurze Zeit später führt ein schmaler Weg – der sogenannte Eselsteig – hinauf zur Burg. Wie ich bald jeden Morgen lernen sollte, beginnen alle Etappen des Welterbesteigs mit einem relativ steilen Anstieg. Die heutige Burgruine Dürnstein diente im 12. Jahrhundert als Gefängnis für König Richard Löwenherz. Passend dazu gibt es hier auch einen Themenweg hinauf zur Ruine, diesen passiere ich aber erst kurz unterhalb der Burg. Nach einer kurzen Besichtigung der Ruine geht es weiter auf einem Höhenweg entlang Richtung Sterhembergwarte. Dort findet sich nicht nur die erste Einkehrmöglichkeit auf dem Weg sondern auch die Stempelstation.
Hier beginnt auch der Höhenweg nach Weißenkirchen. Zunächst wandert man durch eine waldige Berglandschaft, bis man wieder in tiefere Lagen gelangt und sich die Landschaft verändert. Der Weg führt nun wieder durch die Weinberge bis hin zur nächsten Stempelstation – dem Heurigen Pomassl. Weiter leicht bergab geht es Richtung Ziel. Nachdem man die Weinberge hinter sich gelassen hat gelangt man über einen historischen Kirchensteig zur Wehrkirche und von dort aus durch eine Holztreppe zum Marktplatz von Weißenkirchen.
Burgruine Dürnstein
Weg hinein in den Wald
Starembergwarte
3. Etappe: Weißenkirchen – Spitz – Mühldorf 22km
Meine dritte Etappe vereint eigentlich zwei Etappen des offiziellen Weges. Anstatt nur bis Spitz zu gehen, gehe ich den Weg weiter bis nach Mühldorf.
Ausgangspunkt dieser Etappe ist der Weissenkirchner Marktplatz. Von hier führt die Burgstiege hinauf zum Burgviertel, einer der ältesten Siedlungen in der Region. Hier findet sich auch schon die erste Stempelstation beim Heurigen der Familie Rosenberger. Danach geht es wieder hinauf in die Weinberge. Ein Stück weiter des Weges führt er in eine Wald hinein. Von hier gelangt man immer wieder zu Aussichtspunkten. Man wandert immer weiter den Höhenweg entlang, bis man an einen Bach gelangt. Hier hält man sich rechts und folgt den Wegweisern zum Roten Tor. Hier soll im Dreißigjährigen Krieg so viel Blut geflossen sein, dass sich die Steine des Tores rot gefärbt haben. Nachdem man das Tor durchschritten hat, befindet man sich wieder in einer Weinlandschaft. Es sind nur noch knapp 10 Minuten, bis man den Kichenplatz von Spitz erreicht.
Hier angekommen folgt ein steilerer Anstieg. Es geht auf den Tausendeimer Berg. Von hier hat man einen schönen Ausblick über die Stadt und die Donau. Mit dem Abstieg entferne ich mich von der Donau. Es geht wieder in die Weinberge. Im Laabener Graben findet sich die nächste Stempelstation beim Weingut Helmut Donabaum. Durch das Naturdenkmal Vogelsang mit seinen Trockenrasen und Steinterassen gelangt man nach einer Weile in einen Wald. Von hier geht es abwärts Richtung Mühldorf. Wer mag kann noch einen Abstecher von etwa 30 Minuten zur Burg Obermann machen. Da diese aber in Privatbesitz ist und nur von außen zu besichtigen ist, würde ich anhand der Kräfte nach 22 Km entscheiden, ob der Weg noch gegangen werden soll oder nicht. Da ich den ganzen Tag in der brütenden Hitze unterwegs war und die Kilometer doch schon in den Beinen gespürt habe, habe ich diesen Abstecher gelassen.
Wegesimpressionen
Rotes Tor, Spitz
Gipfel des Tausendeimerberg
Ruine Hinterhaus aus der Ferne
4.Etappe: Mühldorf – Maria Laach – Aggsbach Markt 20km
Auch für meine vierte Etappe habe ich wieder zwei des offiziellen Wegs zusammen gelegt.
Vom Mühldorfer Marktplatz geht es wieder bergauf. Doch diesmal führt der Weg nicht nur hinauf in die Weinberge, sondern auf den ersten Berg. Das Gipfelkreuz des Trenning liegt auf etwa 628m und bietet einen schönen Ausblick über die umliegende Landschaft. Auf der anderen Seite steigt man wieder ein Stück hinunter um dann den zweiten Berg des Tages zu besteigen. Auf Forstwegen und Waldwegen wandert man hinauf auf 960m. Beim Jauerling handelt es sich um den höchsten Berg an der Donau. Kurz unterhalb des Gipfels findet man das Naturparkhaus und die dort befindliche Stempelstation. Nach kurzer Einkehr gehe ich hinauf zum Gipfel, um festzustellen, dass es zwei Gipfelkreuze gibt – ein „falsches“ und ein offizielles. Hinter der Aussichtwarte geht es einen schmaleren Weg wieder hinunter. Der restliche Weg bis Maria Laach besteht mehr oder weniger aus dem Abstieg aus dem Naturschutzgebiet. Ein kurzes Stück durch die Weinberge und man erreicht den Marktplatz von Maria Laach.
Von hier startet auch der Weg nach Aggsbach Markt. Wie zu Beginn jeder offiziellen Etappe geht es auch hier, hinter dem Friedhof steil bergauf. Man passiert Litzendorf, von wo aus an den abgelegenen Schleinkhof kommt. Hier findet sich erneut eine Stempelstation. Nach einem weiteren kurzen Anstieg geht es durch den Wald bergab nach Aggsbach Markt. Der Weg führt hauptsächlich durch den Wald und über Wiesen und gelangt über eine Schmuckstrasse zum Marktplatz vom Aggsbach Markt.
Gipfelkreuz des Trenning
falsches Gipfelkreuz am Jauerling
offizielle Gipfelmarkierung am Jauerling
Jahn Denkmal am Jauerling
5.Etappe: Aggsbach Markt – Emmersdorf 15km
Am Marktplatz geht es wieder bergauf Richtung Weinberge. Auf dem Weg überquert man die Bahngleise und wandert weiter hinauf in die Hochebene bis man das Dorf Zintring erreicht. Hier passiert man den historischen Glockenturm, der fast komplett aus Holz errichtet ist. Durch den Wald gelangt man an das Gasthaus Waldruhe. Leider ist diese aktuell geschlossen und keine Einkehr möglich. Nach Überquerung der Landstrasse wird man entlang der Jauerling Runde geführt. Man wandert durch Christbaumkulturen weiter bergab. ein kurzes Stück Feldweg und man erreicht den sogenannten Briefträgersteig. Hier geht es steil bergauf durch den Wald. An der oberen Kuppe angekommen gelangt man nach kurzer Zeit Mödelsdorf. Am Ortsende führt ein Güterweg hinab nach Emmersdorf.
Glockenturm Zintring
Christbaumkultur entlang des Weges
6.Etappe: Emmersdorf – Melk 10km
Bei meiner letzten Etappe auf dem Welterbesteig habe ich mein Ziel, das Kloster Melk, immer fest im Blick. Die Wanderung startet an der Marktstrasse. Von hier unterquert man das Viadukt der Wachaubahn um hinauf in die Hügel zu kommen. Leider habe ich die Abzweigung am Schloss Rothenhof verpasst und bin die Straße nach Rautenberg hinauf gewandert. Weiter geht es hinauf auf den Dachberg. Die sich dort befindliche Warte kann nur mit einem Schlüssel besichtigt werden. Von hier geht es nur noch bergab durch einen schmalen wenig begangenen Pfad. Als ich hier gewandert bin waren die Brennnessel und Dornenranken relativ dicht, was man später auch an meinen Armen und Beinen sehen konnte.
Nun nimmt man Kurs auf die Donau. Über die Insel Luberegger Insel und das Kraftwerk überquert man den Fluss. Jetzt ist das Ziel nicht mehr weit und man befindet sich schon in unmittelbarer Nähe der Stadt Melk. Eine kurze Wanderung an der Donau entlang und man biegt durch eine schmalen Pfad in Richtung Stadt ab. Über eine Brücke erreicht man das Stadtzentrum von Melk. Hier befindet sich auch die Touristeninfo, in der ich meine gesammelten Stempel gegen eine Wandernadel tauschen kann. Leider war mein Zeitplan so eng getaktet, dass ich nur einen kurzen Blick in den Hof des Klosters Melk werfen konnte. Für die gesamte Besichtigung fehlte mir leider die nötige Zeit. Mit dem Zug geht es dann auf gleichem Weg wie bei der Hinfahrt zurück nach Hause.
Das Juni Bild ist schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf die noch folgenden Blogbeiträge. Die letzte Woche war ich auf dem Welterbesteig in der Wachau, Österreich unterwegs. Im Rahmen dieser Wanderung ist auch das folgende Bild entstanden.
Bei abgebildetem Tor handelt es sich um eines der letzten Befestigungstore, die im dreißigjährigen Krieg von den Schweden eingenommen wurden. Es soll dabei so viel Blut geflossen sein, dass dich die Steine des Tores rot gefärbt haben.
Nur knapp 50 Minuten von München mit dem Zug entfernt liegt Schliersee. Durch das Bayernticket, das man den ganzen Tag für Fahrten innerhalb des Bundeslandes nutzen kann, kommt man sehr günstig hier hin.
Mich verschlägt es hierher nicht nur um die Schönheit und Ruhe des Sees zu genießen, sondern auch um ein bisschen zu wandern. Mein heutiges Ziel – die Burgruine Hohenwaldeck.
Zunächst führt der Weg entlang des Sees. Dann zweigt die Straße ab durch die letzen Häuser vor den Bergen. Entlang der Straße geht es den ersten Hügel hinauf. Dort finden sich dann auch langsam die ersten Hinweisschilder auf die möglichen Wanderwege. Ein Pfeil führt auch zur Burgruine. Schon relativ am Anfang des Weges findet sich ein Hinweisschild das mitteilt, dass die Ruine aktuell wegen Einsturzgefahr gesperrt ist. Da ich aber nicht nach einer halben bis Dreiviertel Stunde Weg unverrichteter Dinge wieder abziehen wollte, bin ich trotzdem hinauf gewandert.
Der Weg führt zunächst eine Straße hinauf, bis diesen in die sanften Hügel einer Almlandschaft führt. Vorbei an grasenden Kühen geht es weiter hinauf. Langsam wird der Weg etwas steiler, der dann hinein in den Wald führt.
Von nun an wandert man stetig den Berghang hinauf. Das sanfte Herbstlicht schein immer mal wieder durch die Bäume des Waldes. Nach ein paar Aussichtsbäncken, die leider alle besetz waren erreicht man die Burgruine. Aktuell ist sie weiträumig mit einem Metallzaun abgesperrt.
Eigentlich kann man hier die Überreste der Burg Hohenwaldeck und die Aussicht auf de benachbarten Berge bestaunen. Die Grundsteine stammen aus dem ausgehenden 13. Jahrhundert. Ein Felssturz im Jahr 1480 hat die Gebäude zerstört. Das Gerücht, dass hier ein Schatz versteckt sein soll hält sich seit Jahrhunderten. Bis zum heutigen Tag konnte allerdings nur ein einziger Dolch gefunden werden.
Von hieran geht es wieder bergab. Ich dem kurzen Abstieg – die Ruine liegt auf 986m – steht man wieder am Ufer des Schliersees. Dieser ist nun zu umrunden um wieder an den Ausgangspunkt der Wanderung zu gelangen. Ich bin nicht auf der selben Seites des Sees zurück gegangen, auf der ich gekommen bin. Ich habe mich für den Rundweg Richtung Breitenbach entschieden.
1 Tag 19,3 km – Von Herrsching am Ammersee nach Schondorf
Die dritte Etappe des Münchner Jakobswegs führt weiter am Ammersee entlang uns startet in Herrsching. Den Einstieg am Herrschender Bahnhof ist nicht so leicht zu finden. Am Besten man folgt den Beschilderungen zum See, von dort an finden sich wieder die Wegzeichen mit der Jakobsmuschel.
Am Anfang bin ich trotzdem ein paar Kilometer in die falsche Richtung marschiert, da ich den ersten Wegweiser nicht gleich gefunden habe. Das hat mir aber eine Begegnung mit der Seejungfrau von Herrsching beschert, die ich sonst nicht getroffen hätte.
Anfangs geht der Weg immer an der Uferpromenade entlang. Später führen die Wegzeichen über Straßen und Feldwege Richtung Breitenbrunn.
Über den Sieben-Brücken-Weg geht es nach Inning. Der Weg führt über sieben Brücken die aus Holzstämmen bebaut sind. Die Brücken sind so breit, dass man ohne Probleme an einer entgegenkommenden Person vorbei gehen kann. Am Ende diese Passage öffnet sich wieder der Blick auf den See.
Da man direkt auf ein Restaurant mit Biergarten zu läuft bietet es sich an hier eine kleine Pause einzulegen. 13km des Weges sind hier schon geschafft.
Nun sollte der für mich schrecklichste Teil des Weges kommen. Blitzschnell wurde ich daran erinnert, dass ich mich auf einem Pilgerweg befinde auf dem man durchaus auch für seine Sünden büßen muss. Die Teilstrecke zwischen Stegen und Eching führt am See entlang durch ein kurzes Stück Schilf und Uferauen. Relativ schnell machen sich hier die zahlreichen Stechmücken bemerkbar, die im Schilf lauern. Der Weg ist nicht besonders lang, vielleicht 300m, aber in dieser Zeit habe ich 12 Mückenstiche an den Beinen davon getragen. An Stehen bleiben war nicht zu denken. Bei dem kleinsten Versuch fühlte es sich so an als würden sich alle Insekten gleichzeitig auf einen stürzen.
In Eching angekommen ist es nur noch ein Katzensprung nach Schondorf – hier geht es wieder mit freier Sicht auf den See an der Promenade entlang. Von dort ist es ungefähr ein Kilometer bis zum Bahnhof an dem die heutige Etappe endet.
Auf dem Weg hätte es mehrere Kapellen zur Besichtigung gegeben. Leider waren als ich vorbei kam alle geschlossen.
12,4 km – Von Kelheim über Kloster Weltenburg zurück nach Kehlheim
Die Anreise nach Kehlheim gestaltet sich anfänglich etwas schwierig – die Stadt hat keine Bahnhof, nur einen Hafen. Deshalb muss die Bahnverbindung nach Saal an der Donau gewählt werden, von hier kommt man mit dem Bus nach Kehlheim. Leider war meine Verbindung nicht gut getaktet. Als ich in Saal ankomme fährt der nächste Bus erst in einer halben Stunde. Deshalb habe ich mich entschlossen die Extra-Kilometer nach Kehlheim zu gehen – schließlich wollte ich ja wandern.
Blick auf die Befreiungshalle
Der Hafen bildet den Anfangspunkt der Schleifenwanderung. Von hier folgt man der Beschilderung der Donauroute I am Fluss entlang. Der Blick schweift immer wieder Richtung Befreiungshalle, welche zu Beginn gut zu sehen ist. Dann schmiegt sich der Weg tiefer in die Donauauen hinab und sie verschwindet langsam aus dem Blickfeld.
Nach etwa 2 Km erreicht man die Einsiedelei Klösterl, das eine einzigartige Höhlenkirche beheimatet. Leider war mir der Blick hinein verwehrt. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen ist die Einsiedelei noch bis Ende Juni geschlossen.
Blick in die Einsiedelei Klöstern durch den Zaun
Oberer Teil der Felsenkapelle
Weiter geht es entlang des Flusses den Donaudurchbruch im Blick. Nach ein paar Metern zweigt ab in den Wald. Über einen Keltenwall gelangt man in Sichtweite des Klosters Weltenburg. Auf der anderen Seite des Walls gelegt man zur Seilfähre (die Zille, welche die nahegelegnere Überfahrt gewesen wäre fährt noch nicht). Für 1,50€ wird man sicher über den Fluss gezogen. Am anderen Ufer angekommen erreicht man nach wenigen Schritten das Kloster. Leider war auch hier aufgrund der Corona Beschränkungen noch geschlossen.
Felsen des Donaudurchbruchs
Hinweis auf den Keltenwall
Keltenwall
Blick auf den Donaudurchbruch
Kreuzweg oberhalb des Klosters Weltenburg
Auf dieser Flussseite folge ich dem Weltenburger Höhenweg III zurück nach Kehlheim. Leider verlieren sich die Wegweiser nach gut der Hälfte des Weges und ich stand plötzlich auf der Straße. Nach einigen Metern führt wieder ein abzweigender Weg zurück auf den eigentlichen Wanderweg. Leider habe ich durch diesen falschen Weg die Aussicht von Wieser Kreuz verpasst. Der Weg führt nun hinunter in die Stadt. Über einen Friedhof gelangt man dann in besiedeltes Gebiet.
Da ich vom Bahnhof Saal aus die Heimreise angetreten habe, bin ich nicht wieder bis zum Ausgangspunkt im Zentrum Kehlheims gewandert. Ich habe die Chance der nächsten Busstation genutzt und von dort zum Bahnhof Saal an der Donau gefahren.
Über das lange Vatertagswochenende ging es 3 Tage in die Einsamkeit der italienischen Berge. Obwohl drei Tage eigentlich zu viel gesagt ist, wenn man jeweils einen halben Tag mit An- und Abreise verbringt.
Der Ort Falmenta liegt auf etwa 700 m hoch in den Bergen überhalb des Lago Maggiore. Er ist nur durch eine enge, verschlungene Bergstrasse zu erreichen. Überhalb des bewohnten Dorfes liegt die renovierte Hirtenhütte, die in den nächsten Tagen mein Zuhause sein sollte. Schon beim Betreten der Hütte fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt. Elektrisches Licht bietet den einzigen Luxus. Geschlafen wird in einem Matrazenlager auf der Galerie oberhalb der Küche. Von der Terrasse aus hat man einen zauberhaften Blick in die Wälder – man fühlt sich ein bisschen wie im tropischen Regenwald. Abendunterhaltung bietet ein Lagerfeuer, die Gesellschaft der anderen Mitreisenden und ein atemberaubender Blick in den Sternenhimmel.
Blick zur Nachbarhütte
Ausblick von der Terrasse
Der nächste Tag beginnt mit einem deftigen Frühstück, auf den eine Wanderung zum Hausberg folgt. Von der Hütte aus geht es einen verschlungen Pfad entlang hinauf zu den anderen Hirtensiedlungen. Nach zwei Dörfern biegt der Weg tiefer in den Wald hinein. Der wenig begangene Weg ist schlecht ausgeschildert und von tausenden von Laubblättern bedeckt, die wohl noch aus dem letzten Herbst stammen. Steil geht es einen schmalen Tritt hinauf. Immer wieder trifft man auf verlassen oder verschlossen Hütten – so wie die in der ich das Wochenende verbringe. An einer kleinen Lichtung zweigt sich der kaum noch sichtbare Weg nach rechts und führt auf den Sattel des Bergpasses. Dort erwartet den durstigen Wanderer eine erfrischende Quelle. Rechterhand erhebt sich der besagte Hausberg. Da es leider keine richtigen Wanderwege gibt schein der Berg auch keinen Namen zu haben. Der Aufstieg gestaltet sich dementsprechend schwierig. Kein Weg bedeutet, dass man sich selbst durch Flechten und Gestrüpp kämpfen muss – was sehr anstrengend ist. Die Aussicht belohnt den fleissigen Wanderer – der Blick reicht bis zum Lago Maggiore. Für den Abstieg muss wieder ein eigener Weg gefunden werden. Todesmutig wandere ich durch ein Bienenfeld. Die fielen wilden Bienen tummeln sich in den blühenden Bergblumen. Je länger man auf den Boden starrt, desto mehr Bienen scheinen es zu werden. Da die Tiere aber so sehr mit den Blüten beschäftigt sind, scheren sie sich relativ wenig um den Wanderer. Nur ich musste kurz den Respekt vor so vielen Bienen überwinden. Ab dem Sattel gibt es einen markierten Wanderweg, der zurück nach Falmenta führt.
Am dritten Tag ging es leider schon wieder zurück. Rückblickend, wo ich jetzt auf dem Balkon in der Stadt sitze und der nahegelegenen Hauptstraße lausche, habe ich die Stille sehr genossen. Mein Handy war drei Tage auf Flugmodus geschalten und diente mir nur als Kamera. Als Musik, die ich sonst immer und überall höre, hätte ich das Konzert der Grillen und Vögel. Schon am zweiten Tag war ich dermaßen entschleunigt, dass ich komplett die Zeit vergessen habe. Bei dem allzu gehetzten Stadtleben tun solche kleinen Auszeiten ziemlich gut. Ich hoffe ich kann diese innere Ruhe noch eine Weile in mir tragen, bevor mich der Alltag wieder hat.
von Starnberg über die Maisinger Schlucht nach Andechs
Nachdem der erste Teil dieser Etappe im letzten Jahr so unbefriedigend geendet hat, hätte ich diesmal mehr Hoffnung. Vor allem, da ich diesmal deutlich besser vorbereitet war. Die Münchner Linse bietet eine detaillierte Wegbeschreibung, sowie eine Karte des Areals – womit eigentlich nichts mehr schief gehen kann. Die größte Erkenntnis für mich war, dass jede Jakobsmuschel auf dem Weg nicht nur den Weg markiert, sondern auch den Weg weist. Dort wo sich die Strahlen der Muschel bündeln führt der Weg in die richtige Richtung.
Wegweiser auf dem Jakobsweg
Von Starnberg aus geht es zunächst ein Stück durch die Stadt, bis man in die Maisinger Schlucht abbiegen darf. Von hier an kreuzt der Weg nur noch wenige befahrene Straßen. Durch die Schlucht wandert man an einem Flüsschen entlang. Am Wegesrand findet man immer wieder Hinweistafeln, die die geologischen Besonderheiten des Areals erklären. Die Schlucht endet an einem kleinen See, den ich mir nur mit ein paar Seevögeln teilen musste.
Eingang zur Maisinger Schlucht
Geologische Besonderheiten entlang des Weges
Maisinger See
Nach einer kurzen Rast am See, geht es weiter über Felder und Wälder Richtung Andechs. Etwa 4 km vor dem Ziel tritt man aus einem Waldstück heraus, macht eine Kurve und kann das Kloster dann auch schon sehen. Nur noch ein als Kreuzweg angelegter Weg trennt den Pilger vom Wallfahrtsort.
Kreuzweg auf den letzten Metern zum Kloster
Oben angekommen, kann wartet eine wohl verdiente Brotzeit. Die Kirche konnte ich diesmal leider nicht besichtigen, da als ich ankam gerade eine Hochzeit stattfand.
Stadt Wehlen – über Bastei Brücke & Felsenburg Neurathen – Hohnstein – über Gautschgrotte & Brand Aussicht – Altendorf – über Kirnitzschtal, Schrammsteine & Kuhstall – Neumannmühle – über Großen Winterberg – Schmilka – Krippen
Diese Frühjahr wird die sächsische Schweiz erwandert. Deshalb geht es mit dem Zug nach Dresden und von hier aus mit der S-Bahn (S1) nach Stadt Wehlen. Nach einer kurzen Fährfahrt über die Elbe beginnt der Malerweg.
Der erste Anstieg bietet schon mal einen Vorgeschmack auf die nächsten Tage: viele Treppen führen steil den Berg hinauf. Nachdem man diesen Anstieg gemeistert hat dauert es nur eine kurze Wanderung, bis man zum ersten Sightseeing Punkt kommt – die Bastei Brücke! Diese kann auch bequem per Auto erreicht werden. Wenige Meter unterhalb befindet sich ein großer Parkplatz. Was man auch ohne es gesehen zum haben ganz schnell merkt: Plötzlich ist man von einer Scharr Touristen jeden Alters umgeben. Die Brücke kann kostenlos überquert werden, die schönere Aussicht auf das Bauwerk hat man jedoch von der Felsenburg Neurathen aus, welche 2€ Eintritt kostet.
Mit Verlassen der Felsenburg steigt man zahlreiche Stufen wieder über Amselsee und Amselgrund hinab ins Tal. Auf einer der Stufen war mit Kreide die Zahl 600 markiert – da hat sich wohl jemand die Mühe gemacht sie zu zählen… Im Tal findet sich das erste Etappenziel Hohnstein.
Die Zweite Etappe beginnt, wie die erste aufgehört hat: Mit einem Anstieg über einen kleine Waldweg und mehreren Treppenstufen. Nach einer kurzen Wanderung liegt etwa 100m neben dem eigentlichen Weg die Gautschgrotte. Im Frühjahr tropfen nur schmale Rinnsale von den Wänden, im Winter bilden die Wasserläufe jedoch die verschiedensten Eisskulpturen. Das „Becken“ ist gefüllt mit zahlreichen Steinmännchen – aus archaischen Zeiten stammende Wegzeichen.
Nach diesem kurzen Abstecher geht es weiter hinauf zur Brand Aussicht. Die Brand Baude bietet eine perfekte Einkehrmöglichkeit mit einer grandiosen Aussicht über das Tal. Von hier aus geht es wieder hinab ins Kirnitzschtal mit dem Etappenziel Ostrauer Mühle.
Die dritte Etappe, wie könnte es anders sein, führt wieder hinauf ins Gebirge – diesmal ins Herz der sächsischen Schweiz. Nach gefühlt unzähligen Stufen und Leitern – Achtung! Wer nicht schwindelfrei ist wird hier seine Probleme haben – erreicht man die Schrammsteine. Von einem der höchsten Punkte der Wanderung sieht man weit über die bizarren Felsformationen. An einigen Stellen fühlt man sich eher an amerikanische Landschaften erinnert, obwohl man sich mitten in Deutschland befindet.
Ein Stück weiter, wieder über zahlreiche Stufen und Leitern, gelangt man auf ein weitläufiges Felsplateau und die darauf folgenden Affensteine. Auf dem Weg hinab passiert man den Lichtenhainer Wasserfall. Da dieser allerdings zu wenig Wasser führt um permanent eindrucksvoll zu sprudeln, wird das Wasser 30 Minuten lang gesammelt und dann unter musikalischer Ankündigung wieder den Fels hinab geleitet.
Ein letztes Mal geht es wieder hinauf zum sogenannten „Kuhstall“: hierbei handelt es sich um das zweitgrößte Felsentor der sächsischen Schweiz. Das Tor kann über die Himmelsleiter erklommen werden – diese führt als schmale Treppe durch einen Felsspalt.
Nun geht es nur noch bergab zum Etappenziel Ostrauer Mühle.
Die vierte Etappe birgt die für mich anstrengendste. Es geht den Großen Winterberg bei leichtem Regen hinauf. Der Anstieg zieht sich gefühlt ewig. Jedes Mal, wenn man denkt den Gipfel erreicht zu haben und das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels sieht, kommt eine weitere Biegung mit einem weiteren Anstieg. Dazu kommt, dass der Anstieg am Ende nicht belohnt wurde. Die Gaststätte am Gipfel hat momentan leider geschlossen und auch die Aussicht war nebelverhangen. Deshalb geht es den Berg fast ohne Pause wieder hinter. Durch den Regen sind die Steine sehr rutschig, was das ganze nochmal anstrengender macht. In den Ausläufern des Berges findet sich das Etappen Ziel: das schöne, kleine Dorf Schmilka.
Die fünfte Etappe darf man eigentlich nicht mehr als solche bezeichnen. Es geht nur noch mit der Fähre über die Elbe und dann über Wald- und Wiesenwege zum nächsten S-Bahnhof Krippen. Von dort geht es über Dresden nach Hause.
Beim Malerweg, der noch länger als die hier beschriebenen Etappen erwandert werden kann, handelt es sich um einen sehr schönen aber auch anspruchsvollen Weitwanderweg. Die Landschaft versetzt einen jeden Tag neu ins staunen.