Münchner Jakobsweg: Etappe 2.1


1 Tag, 16 Kilometer

vom Kloster Schäftlarn nach Starnberg


Einer der ersten Frühlingstage in München und für mich an der Zeit das Umland weiter zu erkunden. In diesem speziellen Fall: zu pilgern!

Leider hat sich das schwieriger gestaltet als angenommen. Gestartet wird in Hohenschäftlarn, wo die letzte Etappe endete. An der dortigen S-Bahn Station ist kein einziger Wegweiser für Wanderer zu finden. Aus dem Internet wusste ich, dass der erste Ort auf dem Weg Ebenhausen ist, dann werden auch hier die Beschreibungen schwammig. Ich hatte gehofft hier auf einen Wegweiser oder die berühmte Jakobsmuschel zu treffen – aber leider wurde ich enttäuscht. Da mein Endziel Starnberg und der dazugehörige See war, hatte ich zumindest eine grobe Richtungsangabe. Auf dem ganzen Weg habe ich aber leider kein Schild oder einen Hinweis gefunden. Die erste Muschel habe ich dann in Berg am Starnberger See gefunden. Fast am Ziel der Wanderung.

Ich bin zwar die 16 km nach Starnberg gegangen, aber mit pilgern hatte der Weg entlang der geteerten Strassen nicht viel zu tun. Es ist sehr schade, dass der Einstieg zum Jakobsweg nicht beschrieben ist. Der offizielle Weg wäre wahrscheinlich ein schönerer gewesen…

Ausflug: Walk of Leith

Falls man, wie ich, noch einen extra Tag in Edinburgh nach all dem Sightseeing hat, empfiehlt sich eine kleine Wanderung entlang der Waters of Leith.

Etwas unterhalb des Botanischen Gartens, der auf jeden Fall auch einen Besuch wert ist, findet sich einer der vielen Einstiege zum Walk of Leith. Bei leichtem Nieselregen geht es etwa eine Stunde am gleichnamigen Fluss Leith entlang, bis dieser am Ende ins Meer mündet.

An den Docks findet man neben einem, in meinem Fall nebligen, Industriehafen auch die Britannia – jenes Schiff, mit dem die Queen auf reisen geht.

Rund um das Murnauer Moos

Eine Stunde Zugfahrt von München entfernt steht man im schönen Murnau am Fuße der Berge. Diese dienen heute aber nur als majestätische Kulisse.
Vom Bahnhof aus wende ich mich Richtung Ortszentrum. Im Kurpark wende ich mich dann Richtung Münter-Haus – dabei handelt es sich um ein schönes Häuschen mit blauen Fensterläden, in dem die Künstler des Blauen Reiters Inspiration fanden. Ab hier ist der Rundweg durch das Moos bereits angeschrieben. Start und Ziel ist das Ramsacher Kircherl mit dem kleinen Ausflugsbiergartens Ändl zu seinen Füßen.
Mit ca. 4.200 Hektar handelt es sich bei dieser Moorlandschaft um das größte in sich geschlossene Alpenrandmoor Mitteleuropas. Die Wanderung, die zwischenzeitlich über einen Bohlenweg führt, dauert gute zwei Stunden.

Fränkischer Gebirgsweg

 


3 Tage, 60 Kilometer

Wunsiedel – über Felsenlabyrinth, Kösseine & Hohe Matze – Fichtelberg – über Nusshardt, Schneeberg & Haberstein – Bischofsgrün – über Ochsenkopf – Bayreuth


Dieses Jahr geht der Weg durch Deutschland nicht ganz so weit weg – ich bleibe in Bayern, genauer im Fichtelgebirge. Die Route führt über die höchsten Gipfel dieses Gebirgszugs entlang des Fränkischen Gebirgswegs.

Der erste Tag führt mit dem Zug an den Bahnhof Wunsiedel – Hohenbrunn. Von dort geht’s nach Luisenburg zum Felsenlabyrinth. Für 4,50 € Eintritt geht’s die erste steile Treppen hinauf und durch enge Spalten und Höhlen durch das Labyrinth. Teilweise sind die Durchgänge so schmal, dass ich meinen  Rucksack ab nehmen und fast auf allen Vieren hindurch kriechen musste. Am Ende des Rundwegs gibt es eine Abzweigung, die weiter zum Gipfel der Kösseine auf 939 m führt. Das bewirtschaftete Kösseine Haus ist ideal um Mittags einzukehren. Von dort aus geht es wieder hinab – um dann  wieder hinauf zur Hohen Matze auf 813 m zu steigen. Auch von hier geht es wieder hinunter ins Tal. Eigentlich wollte ich in der Pension Silberhaus übernachten, diese ist aber vor einem Monat Pleite gegangen und ich stand vor verschlossener Tür. Nach etwa 20 km und unzähligen Höhenmetern in den Beinen war das natürlich das schlechteste, was passieren konnte. Dank der sehr netten Nachbarn bin ich dann aber doch noch in der Pension Jägersruh in Fichtelberg untergekommen.

Durch die außerplanmäßige Übernachtung beginnt der zweite Tag etwas anders als geplant. Von Fichtelberg aus geht es über den Fichtelsee und das dazugehörige Moor zurück zum Seehaus. Nun wieder auf dem Gebirgsweg folge ich den Wegweisern Richtung Schneeberg. Bevor das heutige Highlight und der höchste Berg des Fichtelgebirges erklommen werden kann, geht es erst einmal auf den Nußhardt auf 972 m.  Die Felsformation erinnert an das gestern durchwanderte Felsenlabyrinth. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter hinauf auf den Schneeberg. Der auf 1051 m gelegene Gipfel ist erst seit 1996 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich – davor handelte es sich um militärisches Sperrgebiet. Dementsprechend stehen dort die verlassenen Bundeswehranlagen, die vom ehemaligen Funkmeldeturm überragt werden. Der Abstieg erfolgt über den Haberstein auf 923 m. Unterhalb der steil aufragenden Felsen erstreckt sich das Blockmeer, dass sanft im Gebirgswald ausläuft. Über Karches und die Ochsenkopfschanze gelange ich zum nächsten Übernachtungsort: Bischofsgrün.

Am dritten und letzten Tag geht es morgens schon steil hinauf. Ziel: Ochsenkopf. Um nach oben zu kommen gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen ist der Berg von zwei Seiten per Seilbahn erschlossen, ein breiter Forstweg führt in weiten Serpentinen auf den Gipfel – und dann gibt es noch den anstrengenden, steinigen Weg. Dieser führt auf einem kleinen Steig steil durch den Wald hinauf. Ich habe mit für letzteren entschieden, da man hier mehr von der Natur genießen kann. Die Aussicht auf 1024 m am Ende ist die Strapazen definitiv wert! Auch hier ist der Gipfel bewirtschaftet. Schade ist nur, dass  hier nicht der übliche touristische Tand verkauft wird, den man von anderen Bergen gewöhnt ist – ich habe es mir vor ein paar Jahren zur Gewohnheit gemacht Stocknägel zu kaufen und zu sammeln. An der Seilbahn steht jedoch ein Automat um Münzen zu pressen, auf den ich dann zurück gegriffen habe. Der Abstieg von dort erfolgt in Richtung Bayreuth. Ab etwa der Hälfte des Weges hinunter findet man eine Abzweigung, die nicht ganz ins Tal hinab führt, sondern auf einem Hügelkamm – der sogenannten Himmelsleiter – weiter oben entlang führt. Das erste Dorf mit Bahnhof entlang des Weges ist Untersteinach. Von hier habe ich mir die letzten 10 km zu Fuß nach Bayreuth gesparrt und habe per Bahn die Heimreise angetreten.

Nur wo du zu Fuß warst, warst du wirklich


Imbros Schlucht – Frangokastello – Orthi Ammos

Φαράγγι Ίμπρου – Φραγκοκάστελλο – ορθή άμμος


Etwa 50 km von Réthimno entfernt zeigt Kreta seine verborgene Schönheit. Neben zahlreichen Stränden kann die Insel auch mit wunderschönen Naturschutzgebieten Punkten. Das wohl bekannteste befindet sich um die Samaria Schlucht. Mit 18km Länge hätte die Durchwanderung einen  ganzen Tag gedauert – deshalb habe ich mich für die kleinere, unbekanntere und nur 8km lange Imbros Schlucht (Φαράγγι Ίμπρου) entschieden.

Morgens um halb 10 findet man den Parkplatz im gleichnamigen Dörfchen Imbros noch verlassen vor. Von dort führt ein Pfad nach ca. 5 Minuten zum Kassenhäuschen. Für 2€ Gebühr darf man die Schlucht betreten. An der Kasse trifft man noch auf andere Wanderer. Diese habe ich aber bald hinter mir gelassen und sollte dann auch fast die ganzen folgenden 2 Stunden mit mir und meinen Gedanken alleine sein. In der Stille der Schlucht hallt jeder umgedrehte Stein nach und das Gefühl allein zu sein verstärkt sich. Nach etwa einer Stunde verändert sich die Landschaft: der felsige Pfad öffnet sich in einen Canyon! An der schmalsten Stelle ist er nur 1,60m breit, so dass man mit ausgestreckten Armen an beiden Seiten den Fels berühren kann. Am Ende des Weges öffnet sich der Blick auf’s Meer. Vor dem Ozean trifft man auf mehrere kleine Holzhütten, in denen eine erste Erfrischung angeboten wird. Hier kann man sich ein Taxi zurück zum Parkplatz in Imbros organisieren lassen. Taxi ist hierbei jedoch nicht wörtlich zu nehmen – die Fahrten werden von Einheimischen mittels Pick-ups organisiert. In einer Gruppe von 6 Mann habe ich 5€ für die abenteuerliche Fahrt auf der Ladefläche bezahlt. Die Fahrt die Serpentinen hinauf ist das Geld allemal wert!

Wieder am Parkplatz angekommen geht es per Auto weiter nach Frangokastello (Φραγκοκάστελλο) – einem weiteren Überbleibsel aus venezianischer Zeit. Für 1,5€ öffnet sich der Blick ins Innere und somit auf die noch erhaltenen Grundmauern des Kastells. Der Aufstieg auf eine der Zinnen lohnt sich. Von dort kann man das Meer nicht nur sehen, sondern auch hören.

Keine 5 Minuten entfernt ist es dann soweit: Der Tag klingt am Steinstrand von Orthi Ammos (ορθή άμμος) aus…

Weinwanderung zur Feste Marienberg 

Hinter der Kirche St. Burkard beginnt der Weinwanderweg hinauf zur Festung Marienberg. Nachdem man einige Stufen überwunden hat, führt der Weg in weiten Serpentinen durch den Weinberg den Hügel hinauf. Auf dem Weg passiert man den Maschikuliturm, der allerdings nur zu besonderen Feiertagen für Besucher geöffnet ist. Nach etwa 40 Minuten erreicht man den Parkplatz der Festung. Besonderes Highlight: der Fürstengarten, von dem man einen wundervollen Blick über ganz Würzburg hat.


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Andechs über das Kiental

Kloster Andechs bietet einen schönen Ausflug ins Münchner Umland. Mit der S8 erreicht man in knapp einer Stunde, ab Hauptbahnhof, den Bahnhof Herrsching. Von hier ab führen leicht geschwungene Serpentinen, auf einem gut ausgeschilderten Weg, den Hang zum Kloster hinauf. Nach etwa einer Stunde erreicht man den letzten Anstieg, der durch Treppchen vereinfacht wird. Es bietet sich an sich im integrierten Biergarten zu stärken.

Der Weg nach Andechs ist Teil der zweiten Etappe des Münchner Jakobswegs. Sie beginnt am Kloster Schäftlarn und endet in Andechs.