Pfahlbautenmuseum – Bronzezeit in Unteruhldingen am Bodensee

Ich bin mit dem Auto nach Unteruhldingen angereist – hier ist zu beachten, dass es in der Stadt selbst, bzw. in unmittelbarer Nähe des Freilichtmuseums keine Parkplätze gibt. Deshalb orientiere ich mich, wie im Internet angegeben, am Parkleitsystem. P1 scheint für mich die erste und beste Parkmöglichkeit zu sein. Bezahlt werden kann ganz easy über die EasyPark App. Für 2 Stunden bezahle ich 6,90€.

Schon beim Aussteigen sehe ich die Wegweiser Richtung See und Pfahlbauten. Der Weg führt ungefähr 10 Minuten durch das kleine Städtchen hinunter an den Bodensee. Wer faul ist, muss allerdings nicht laufen, sondern kann mit dem Kurbähnle für 3,50€ (Hin- und Rückfahrt) bis fast direkt zum Eingang des Museums fahren.

Man betritt das Areal durch das Museum. Pro Person wird ein Eintritt von 14€ pro Person fällig. Seit 2011 gehört die Fundstätte mit ihren insgesamt vier vorgeschichtlichen Dorfanlagen, an der seit 1922 ein Museum und Nachbauten stehen, zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Ausstellung ist sehr liebevoll und modern gestaltet. Besonders das Archeorama hat es mir angetan. Hier geht man mit zwei Forschern auf einen Tauchgang zu den Überresten, der durch eine Videoprojektion im ganzen Raum gestaltet ist. Am Ende wird eine Rekonstruktion des bronzezeitlichen Dorfes gezeigt und man wird in die Freifläche entlassen. Hier wartet schon ein Guide, der einen kurzen Abriss zur Geschichte des Orts und dem Besten Rundgang über das Gelände gibt. Danach kann das Gelände frei erkundet werden.

Jedes Haus ist einem anderen Thema gewidmet: Töpferei, Steinwerkzeuge, Wohnhaus usw. In den großen Häusern stehen einem wieder Guides zur Verfügung, die die verschiedenen Exponate erläutern und für Fragen zur Verfügung stehen. Übrigens waren die Pfahlbauten auch Schauplatz der ARD-Doku „Steinzeit – Das Experiment“ aus dem Jahr 2007.

Mein Archäologen-Herz hat am Ende des Rundgangs höher geschlagen und ich kann jedem, der in der Nähe ist, nur wärmstens empfehlen die Pfahlbauten zu besuchen. Der Eintritt war definitiv sein Geld wert und ich habe damit gerne das Museum, das nicht staatlich gefördert wird, unterstützt.

Whale Watching Tour Genua: Begegnung mit Delfinen, Schnabelwalen und einer Meeresschildkröte

Als ich gelesen habe, dass man vor Genuas Küste Whale Watching Touren machen kann, wusste ich das kann ich mir nicht entgehen lassen.


Gebucht habe ich den 4 Stündigen Ausflug via Get your Guide. Auf dem Portal gibt es mehrere Anbieter – nach einer kurzen Recherche habe ich mich für Golfo Paradiso entschieden, da die Tour hier von einem Meeresbiologen begleitet wird und mir das ein gutes Gefühl in Sachen Nachhaltigkeit und Wertschätzung gegenüber den Meerestieren gegeben hat.

Für 4 Stunden bezahlt man 40€ pro Person.


Abfahrt ist am Porto Antico. Das Schiff ist leicht zu finden, da der Kapitän wahlweise Musik oder Durchsagen, die die Tour ankündigen über die Lautsprecher laufen lässt. Um 13:00 Uhr legt das Schiff pünktlich ab und es geht mit großen Hoffnungen hinaus in den Golf von Genua.

Nach dem wir den Hafen hinter uns gelassen haben springen auch schon Streifendelfine in den Wellen des Bootes mit. Das letzte Mal habe ich Delfine in freier Wildbahn als kleines Kind bei einer Fährfahrt in den Urlaub gesehen. Sie schwimmen teilweise ganz nah am Rand des Schiffes entlang, so dass ich das Gefühl hatte, ich hätte sie berühren können, hätte ich meine Hand nur weit genug ins Wasser gestreckt.

Auf der anderen Seite des Boots taucht kurze Zeit später ein Mondfisch auf. Leider konnte ich den nicht richtig erkennen, da die restliche Reisegruppe schlagartig auf eine Seite gerannt ist und mir der Fisch damit verborgen blieb. Ich konnte lediglich die ein oder andere Flosse zwischen den Köpfen erkennen.

Auf etwa Hälfte der Tour wird es auf einmal ganz still auf dem Schiff: Schnabelwale! Eine kleine Gruppe taucht direkt vor uns auf. Nach Aussage des Biologen handelt es sich um eine Mutter-Kind Gruppe. Für mich ist es das erst Mal, dass ich Wale in freier Wildbahn sehen. Ich bin so fasziniert, dass ich jegliches Gefühl für Zeit und meine Umgebung verliere, bis die Tiere wieder im Meer verschwinden.

Wieder fahren wir über das offene Meer auf der Suche nach allem was irgendwie wie ein Flosse aussehen könnte. Dann mahnt der Kapitän zur Stille. Vor uns ist etwas großes im Wasser. Leider haben wir hier kein Glück. Nur ein plätschern und dann ist es still. Die Crew meint, dass es möglicherweise ein Hai gewesen sein könnte. Erfahren werden wir es aber nie, da der Moment viel zu schnell vorbei gewesen ist.

Gegen Ende der Tour kommt es noch zu einer seltenen Sichtung: eine Meeresschildkröte! Mir war nicht einmal bewusst, dass es Schildkröten im Mittelmeer überhaupt gibt. Nach aussagen des Biologen handelt es sich hier um ein junges Exemplar, da sie so gar keine Scheu vor dem Boot zeigt und sehr nah an uns vorbei schwimmt.

Für mich hat sich der Ausflug definitiv gelohnt, auch wenn wir keine großen Wale gesehen haben – was in der Theorie möglich gewesen wäre. Ich würde so etwas auf jeden Fall wieder machen, solange es in Begleitung eines Biologen ist, der die nötigen Infos zu den Sichtungen geben kann und auch die Befindlichkeiten der Tiere einschätzen kann. Wie nah kann man sich nähern, sollte man ganz leise sein um die Tiere nicht zu verschrecken, usw. Glücklich betrete ich knapp 4 Stunden nach Abfahrt wieder festen Boden und wundere mich wie schnell die Zeit auf dem Boot vergangen ist. Die Eindrücke dieses Ausflugs sollten noch mehrere Tage lang nachschwingen.

Die Bavaria und die Ruhmeshalle

Die Bavaria kennt in München wahrscheinlich jeder – und auch jeder der schon einmal einen Beitrag über das Oktoberfest gesehen hat, hat sie wahrscheinlich schon im Hintergrund über den Platz wachen sehen. So lange wie das Volksfest gibt es die Monumentalstatue aber noch nicht erste Pläne wurden aber schon 1824 gemacht, nur 14 Jahre nach der Hochzeit von König Ludwig I. und Therese.

1837 wurde dann der endgültige Vertrag zur Erstellung einer Monumentalfigur geschlossen. Die Grundidee der Dame geht auf das klassizistische Bildnis einer Amazone zurück. In der bayrischen Abwandlung trägt sie dann eine Art Tunika, hat ein Bärenfell übergeworfen und reckt mit der rechten Hand einen Eichenkranz in die Höhe. In der Linken hält sie ein Schwert und Eichenlaub. Als Attributstier ist ihr das Wappentier Bayerns zur Seite gestellt – ein Löwe, der Kraft und Stärke symbolisieren soll. Die knapp 19 Meter hohe Figur besteht komplett aus Bronze. Den Rohstoff hierfür soll unter anderem aus türkische Kanonen stammen, die in der Schlacht bei Lepanto erbeutet wurden. Die Statue wird in fünf Teilen gegossen und später zusammen gefügt – Bruststück, Hüfte, untere Hälfte, Löwe und Kopf.

Was viele nicht wissen: Die Bavaria kann man auch von innen besichtigen. Im Inneren führen 60 Stufen bis zum Kopf. Ungefähr auf Höhe des Löwenkopfes befindet sich eine kleine Plattform im Inneren – der einzigen Stelle an der man Gegenverkehr gut passieren kann. Ab hier wird es dann auch immer wärmer. Auf den letzten Stufen kommt man an einer Widmung vorbei.

Dieser Koloss, von Ludwig I König von Bayern errichtet, ist erfunden und modelliert von Ludwig von Schwanthaler und wurde in den Jahren MDCCCXXXXIV bis MDCCCL in Erz gegossen und aufgestellt von Ferdinand Miller.

… und dann wird es eng. Durch den Hals der Bavaria musste ich fast krabbeln. Die Stehhöhe beträgt hier nur 1,30 Meter. Sobald ich die letzten Stufen in den Kopf erklommen hatte, konnte ich wieder ganz normal stehen. Etwas kurios fand ich, dass hier zwei bronzene Sitzbänke zum Verweilen angelegt sind. Also nicht die Bänke an sich, die total Sinn machen, sondern dass auch Kissen in Bronze ausgearbeitet wurden. Bei 20°C Aussentemperatur hat sich die Sitzbank wie eine Sitzheizung angefühlt. Wenn man sich Innen satt gesehen hat geht der Blick nach draußen. Durch mehrere Schlitze hat man eine traumhafte Aussicht über das Gelände. Die 5€ Eintritt habe ich sehr gerne bezahlt und sie haben sich auf jeden Fall gelohnt.

Wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen, bleibt noch die Ruhmeshalle zu besichtigen. Sie kostet keinen Eintritt.

Geplant wurde die Ruhmeshalle König Ludwig I. mit einer Anzahl von 200 Büsten großer Bayern. Sie sollten aus allen Ständen und Berufen kommen. Heute befinden sich insgesamt 103 Portraits an den Wänden. Die meisten Namen kommen einem sehr bekannt vor, da Straßen und Plätze nach den Berühmtheiten benannt wurden. Für mich war es sehr interessant die Berufe zu den Namen zu lesen – da hat man gleich ein viel besseres Verständnis, warum die Straßen oder Plätze nach jemandem benannt wurden.

Die Büste von König Ludwig selbst wurde zu seinem 100.Geburtstag im Jahr 1888 von der Stadt München angebracht – knapp 80 Jahre nach der ersten Büste in der Halle.
Seit dem Wiederaufbau und der Restaurierung 1972 kommen wieder neue Portraits dazu: die letzte war 2009 Prinzessin Therese von Bayern.

Nach der ausführlichen Begutachtung der Büsten ging mein Blick dann irgendwann nach oben. Ich war gleich verliebt in die wunderschöne Kassettendecke, die mit gelben Sternen auf blauem Grund verziert ist. Mir war vor dem Betreten nicht klar, dass das Bauwerk so bunt ist! Ich finde es aber so viel schöner als die weißen, fast schon sterilen, klassizistischen Bauten, die man sonst so kennt.

Eine Wallfahrt nach Altötting

Wie kommt man da hin?

Ab München geht es mit dem Zug in einer Stunde 45 über Mühldorf nach Altötting. Mit dem Auto sind ist es knapp 1Stunde fahrt. Wobei man hier beachten muss, dass man nicht bis zur Kapelle vorfahren kann. Der Bereich um die Gnadenkapelle ist autofreie Zone.

Was macht man da?

Wahlfahrt! Das Zentrum des Platzes ist die Gnadenkapelle. Über 50 gro­ße Mira­kel­bil­der und rund 2.000 Votiv­ta­feln, die der Gna­den­mut­ter von Alt­öt­ting danken sind im Umgang der Kapelle zu sehen. Holz­kreu­ze ste­hen an der Nord­sei­te der Kapel­le bereit, die dann von Betenden rund um die Gna­den­ka­pel­le getra­gen werden können.
Das Gnadenbild im inneren ist 64cm groß und aus Lindenholz gearbeitet. Das dunkel gefärbte Gesicht und die dunklen Hände haben dem Gnadenbild im Volksmund den Namen „schwarze Madonna“ verpasst. Der rußi­ge Rauch der Altar­ker­zen, dem das Bild­nis über vie­le Jahr­hun­der­te aus­ge­setzt war ist für die Verfärbung verantwortlich .

Links von der Kapelle geht es in die Stiftskirche, die größte der umliegenden Kirchen. Die Besonderheit hier ist der „Tod von Eding“. Das kleine aus Holz geschnitzte Skelett mit Sense auf der Schrankuhr ist wahrscheinlich schon im 16. Jhd. während einer Pest entstanden. Einer Legende nach steht jeder Schwung mit der Sense, der mit der immer wiederkehrenden Drehung der Figur entsteht, für den Tod eines Menschen. Logisch, dass das Skelett eine mystische Wirkung auf Pilger und Gläubige hat, oder?

Was kostet das alles?

Wenn man sich nicht von den Devotionalien-Geschäften hinreißen lässt, kostet das ganze überhaupt nichts.

Auf dem höchsten Punkt Deutschlands

Im Rahmen einer Dienstreise konnte ich einen Ausflug zum höchsten Berg Deutschlands machen: auf die Zugspitze.

Wenn es mir jemand gleichtun möchte stellen sich wahrscheinlich die folgenden 3 Fragen.

Wie kommt man da hin?

Am einfachsten ist die Anreise wahrscheinlich mit dem Auto. Aber auch öffentlich ist das ganze kein großes Problem. Ab München fährt stündlich ein Zug bis Garmisch-Partenkirchen. Vom Bahnhof Garmisch ist man in 15 Minuten am Zugspitzbahnhof.

Von hier gibt es dann zwei Möglichkeiten auf den Berg. Entweder mit der Seilbahn – die ich genommen habe – oder mit der Zahnradbahn.

Die Seilbahn wurde erst vor wenigen Jahren wiedereröffnet und bricht mehrere Rekorde. Beispielsweise begegnet man auf dem Weg nach oben nur einem Stützpfeiler, der mit einer Höhe von 127 Metern die höchste Stahlbaustütze der Welt ist. Mit 3.213 Metern von der Stütze zur Gipfelstation ist die Seilbahn die mit dem weltweit längsten freien Spannfeld. Die Fahrzeit beträgt nur 10 Minuten.

Die Zahnradbahn hingegen ist da schon eher etwas für Nostalgiker. Sie ist seit 1930 in Betrieb. Beim Bau war das Anlegen einer 4.453 Meter langen unterirdischen Trasse notwendig. Die Arbeiter mussten daher durch das Bergmassiv zwischen Riffelriss und Schneefernerhaus graben. Die Zahnradbahn fährt direkt ab Garmischsch-Partenkirchen und hat eine Gesamtfahrzeit von 75 Minuten bis zum Gipfel.

Was macht man da oben?

Oben angekommen wird man von der Seilbahn erst einmal in das 360° Panorama Restaurant gespült. Ich musste allerdings nach draußen um die Aussicht zu genießen. Mit einem Pulli bewaffnet mache ich mich auf einen Spaziergang über die Terrasse. Der Temperaturunterschied zum Tal beträgt zwischen 10 und 15 Grad. Der grösste Teil des Steinmassivs liegt frei, doch in den Niederungen ist noch reichlich Schnee zu finden.

Vom Plateau aus führt ein schmaler Weg in Richtung Gipfelkreuz. Da der halb Steig in Schnee begraben ist und ich nur in Chucks unterwegs bin, siegt die Vernunft und ich bleibe auf dem Plateau ohne Gipfelbesteigung.

Dafür mache ich mich auf die Suche nach einem Automaten, der 5 Cent Stücke in Motivtaler presst. Diese Maschinen gibt es mehr oder weniger überall wo es Touristen gibt und ich sammle diese gepressten Münzen seit meiner Teenie-Zeit. Auf der Suche nach dem Automaten bin ich bis nach Österreich gekommen – was auf der Zugspitze nicht schwer ist und nur einen Spaziergang über die Plattform erfordert.

Was kostet das alles?

Für die Strecke München – Garmisch gibt es ein eigenes Regio Ticket Werdenfels für ab 24€ für eine Person, jede weitere Person kostet 9€. Mit diesem Ticket kann man 0Uhr bis 3Uhr früh am nächsten Tag beliebig oft hin und her fahren. Für die Strecke zwischen Garmisch und dem Zugspitzbahnhof braucht es dann aber noch ein weiteres Ticket -außer man ist mit dem 49€ Ticket unterwegs, da ist diese Strecke bis Grainau mit drin.

Am Zugspitzbahnhof empfiehlt es sich das Ticket für die Rundreise zu kaufen. Damit kann man sowohl Seil- als auch Zahnradbahn fahren. Ganz billig ist der Spaß jedoch nicht – die Rundreise kostet 68€ pro Person.

Campus Galli

Das Projekt

Im badischen Meßkirch befindet sich seit 2012 die wahrscheinlich größte mittelalterliche Baustelle Europas. Mit den Mitteln der Karolinger Zeit wird in reiner Handarbeit, ohne moderne Maschinen der Bauplan des Klosters St. Gallen aus dem 9. Jahrhundert nachgebaut. Jeder Holznagel, jedes Seil und jede Dachschindel wird per Hand hergestellt und dann in den Gebäuden verbaut. Seit 2013 kann hier experimentelle Archäologie live miterlebt werden. Der Eintritt für einen Erwachsenen kostet 13€. Die Bauzeit ist für mehrere Jahrzehnte angesetzt – die Baustelle befindet sich in stetigem Wandel. Aktuell wird am ersten Gebäude aus Stein gebaut: das Nebengebäude des Abtshofs.

Der Rundgang

Vom eher modern minimalistisch gehaltenen Eingang geht es hinauf in den Wald zur karolingischen Klosterstadt. Der erste Bau auf dem Rundweg ist eine kleine Eremitage mit Hühnern, kurz bevor sich der Weg zu einem großen Platz hin öffnet. Dort befindet sich die erst kürzlich fertiggestellte Scheune. Das mit Stroh gedeckte Gebäude ist mit einer Höhe von 8 m und knapp 240 qm das aktuell größte auf dem Areal.

Zur linken der Scheune befindet sich die Weberei. Rechter Hand geht es weiter Richtung Kräutergarten. Der Garten ist mit einem Holztor verschlossen, so dass mit nur der Blick über den Zaun bleibt. Bei der Betrachtung des Zauns und des dazugehörigen Tors wird mir zum ersten Mal richtig bewusst, dass hier alles ohne moderne Maschinen und mit bloßen Händen geschaffen wurde – diese Erkenntnis sollte sich noch einige Male wiederholen. Neben dem Kräuter – und Gemüsegarten schließt der Friedhof an. Gekennzeichnet wird er durch ein handgeschnitztes Kreuz.

Weiter den Rundgang entlang passiert man Korbmacherei und Töpferei. Ich habe mich ein wenig in die Krüge mit archaisch wirkender Verzierung verliebt. So etwas schönes würde ich mir durchaus auch in mein modernes Zuhause stellen.

Die nächste Station ist die Schmiede. Da ich meinen Rundgang in der Mittagspause von 13 – 14 Uhr gestartet habe waren nirgends Handwerker bei der Arbeit. Vor allem die Schmiede wäre mit brennendem Feuer und dem Lärm der Hämmer noch eindrucksvoller gewesen.

Langsam nähere ich mich dem Zentrum der Anlage. Relativ unscheinbar liegt das neueste Bauvorhaben des Projekts auf der rechten Seite des Weges – der Abtshof. Außer ein paar Grundmauer ist noch nicht viel vom ersten Steingebäude der Klosterstadt zu sehen. Dafür wird es wenige Meter dahinter umso spektakulärer. Hinter ein paar Bäumen versteckt sich die Holzkirche mit Turm. Hier wird mir wieder die unglaubliche Leistung der Beteiligten des Projekts bewusst. Die Kirche ist komplett aus Holz errichtet. Jede Dachschindel wird durch einen kleinen Holznagel gehalten. Die Balken werden entweder durch Holzdübel miteinander verbunden oder fügen sich nahtlos ineinander ein. Die kleinen Fenster, die ein wenig Licht in den Innenraum lassen sind mit einer Art Pergament verschlossen – Glasfenster gibt es im 9. Jahrhundert schließlich noch nicht. Der Altarraum ist liebevoll mit geschwungenen Mustern verziert. Ein wenig erinnert mich das Dekor an bekannte Wikinger Serien – ich wäre also nicht sonderlich überrascht gewesen, wäre ein Krieger in Fellen gekleidet, die Haare zu Zöpfen geflochten und mit Axt und Schild bewaffnet in den Raum gekommen. Man fühlt sich sehr schnell in eine andere Zeit versetzt.

Nachdem ich mich von der Kirche losreißen konnte geht es auf den großen Marktplatz im Zentrum. Hier ist für das leibliche Wohl gesorgt und zum ersten Mal schleichen sich ein paar moderne Dinge ein. Verschlossene Getränke werden natürlich in Glasflaschen serviert und die Mülleimer sind mit Plastiktüten bestückt. Trotzdem wird sehr viel Wert darauf gelegt den Rest in einem historischen Gewand zu halten. Alle Sitzmöglichkeiten sind aus Holz gefertigt. Die Plane, die über den Bänken und Tischen gespannt ist, ist mit einer kompliziert aussehenden Knotenkonstruktion an einem Pflock im Boden verankert. In den Buden auf der anderen Seite des Platzes kann man Erzeugnisse aus der Anlage, sowie historisch anmutende Geräte und Schmuck erwerben – für mich gibt es einen Kochlöffel aus Kirschholz, eine Kräutersalzmischung und silberne Ohrringe.

Da es bei meinem Besuch während der Einkehr fürchterlich angefangen hat zu regnen, habe ich die Tierstallungen auf dem Rest des Weges ausgelassen und bin auf kürzestem Weg zurück zum Auto gegangen um noch einigermaßen trocken anzukommen.

Befreiungshalle, Kehlheim

Nur etwas eine Stunde Autofahrt von München findet sich die Befreiungshalle Kelheim.

Sie ist als Gedenkstätte für die Siege über Napoleon in den Befreiungskriegen 1813 – 15 von König Ludwig I. errichtet worden. Zu sehen ist ein achtzehneckiger Rundbau aus Kalkstein. Die Fassade wird durch 18 Strebepfeiler gegliedert, die von Kolossalstatuen bekrönt werde. Jede Statue stellt einen der an den Kämpfen beteiligten deutschen Volksstämme dar. Die Rundhalle hat eine Höhe von 45m und eine Durchmesser von 29m. Über mehrere Stufen gelangt man auf die äußere Aussichtsterasse mit Sicht auf Donau- und Altmühltal.

Gegen eine Gebühr von 4,50€ kann sie auch von innen besichtigt werden. Im Inneren der Halle findet man einen großen Kuppelsaal, der durch eine Öffnung in der Decke Kuppel erhellt wird. Die Wände sind durch 18 Nischen gegliedert. Vor den Nischen im Kreis stehen 34 Siegesgöttinnen. Alle Göttinen sind 3, 30m hoch und aus Marmor gefertigt. Die Damen reichen sich die Hände was als Symbol für die Mitgliedschaft im deutschen Bund verstanden werden soll. Etwa auf der Hälfte des inneren Umgangs führt eine Wendeltreppe zum Umgang auf Kuppelhöhe.

Ich hatte das Glück die Befreiungshalle bei strahlendem Sonnenschein zu besuchen. Der Umgang führt einmal um das Gebäude herum, wodurch man einen weiten Ausblick auf die umliegende Landschaft hat.

Fröttmaninger Berg

Da reisen in ferne Länder momentan etwas schwierig ist und sich auch nicht richtig anfühlt, habe ich beschlossen eine neue Komponente auf dem Blog einzuführen: Ausflugsziele rund um München! – Diese Ausflüge mache ich seit Jahren, nur habe ich bis jetzt nicht darüber geschrieben.

Den Anfang soll der Fröttmaninger Berg in unmittelbarer Nachbarschaft zur Allianz Arena machen. Von mir aus sind das nur knapp 20 Minuten mit der U-Bahn. Man folgt einfach der Beschilderung Richtung Fussball Arena. Bei der Planung des Ausflugs am Wochenende sollte man möglicherweise beachten, ob gerade ein Bundesliga-Spiel stattfindet – dann wird es in der Bahn und auf dem Gelände ziemlich voll.

An der Seite der Arena vorbei an zahlreichen Wildblumen (Ich bin mir nicht sicher, ob sie dort angepflanzt wurden oder einfach so wachsen) führt eine Brücke über die Autobahn hinüber zum Berg. Eine leicht geschwungenen Serpentinenstrasse führt hinauf zum höchsten Punkt auf dem ein Windturbine thront. Von dort hat man einen herrlichen Blick über die Stadt und das Umland.

Nach einer kurzen Pause geht es wieder hinunter Richtung Isarauen. Dort führt der Weg entlang hinein in den englischen Garten. Mit etwas Glück trifft man auf eine Schafherde, die im Frühjahr und Sommer dort grast. Ich bin ihr diesmal leider nicht begegnet… Entlang des Weges gibt es immer wieder Möglichkeiten aus dem Park hinaus und zur nächsten U-Bahn Station zu gelangen. Die Dauer des Spaziergangs kann also individuell angepasst werden. Für mich war an der Station Studentenstadt Schluss.

Weihnachten im Mittelalter: Rothenburger Reiterlesmarkt

Seit über 500 Jahren wird in Rothenburg ob der Tauber im Advent ein Weihnachtsmarkt aufgebaut. Viel verändert hat sich auf dem Reiterlesmarkt in dieser Zeit nicht. Man findet zahlreiche Stände mit Christbaumschmuck, Kunsthandwerk, Glühwein und Gebäck – gerahmt von der mittelalterlichen Altstadt.

Ausflug: Walk of Leith

Falls man, wie ich, noch einen extra Tag in Edinburgh nach all dem Sightseeing hat, empfiehlt sich eine kleine Wanderung entlang der Waters of Leith.

Etwas unterhalb des Botanischen Gartens, der auf jeden Fall auch einen Besuch wert ist, findet sich einer der vielen Einstiege zum Walk of Leith. Bei leichtem Nieselregen geht es etwa eine Stunde am gleichnamigen Fluss Leith entlang, bis dieser am Ende ins Meer mündet.

An den Docks findet man neben einem, in meinem Fall nebligen, Industriehafen auch die Britannia – jenes Schiff, mit dem die Queen auf reisen geht.