Freilichtmuseum Schliersee – Bier brauen wie vor 300 Jahren

Das Freilichtmuseum

Das Freilichtmuseum Schliersee, das 2007 vom ehemaligen Skifahrer Markus Wasmeier gegründet wurde, versucht ein altbayrisches Dorf nachzubilden. Insgesamt besteht das Dorf aus 5 größeren Gebäuden. Neben dem Wirtshaus, das sich in der Mitte des Areals befindet, sind drei Höfe im Kreis angeordnet. Der erste Hof auf dem Rundweg ist das Handwerkerhaus. Hier erhält man einen Einblick in die Werkstatt einer Schreinerei Schusterei und Brennerei. Darauf folgt der Lukashof, in dem die Ausstellung „Strom im Wandel der Zeit“ gezeigt wird. Gleich dahinter folgt der Riederhof. Dieser Hof ist der einzige, der samt der originalen Inneneinrichtung wieder aufgebaut wurde und enthält eine Getreidekammer, Stallungen, sowie Wohngebäude im ersten Stock. Nun führt der Rundweg ein kleines Stück aus dem Dorf heraus, hin zum Bienenhaus im traditionellen Ständerbau. Das Haus ist besonders schön anzusehen, da die Stirnbretter, vom Kirchen- und Lüftlmaler Günther Wasmeier, mit religiösen Motiven oder Fabeln kunstvoll bemalt wurden. Sie sollen nicht nur schön sein, sondern auch Bienen und Imker vor Krankheit und Unglück bewahren.

Der Weg führt zurück zum Wirtshaus „Zum Wolfen“, an dem auch das Museumsbräu angeschlossen ist, das im zweiten Teil des Beitrags eine größere Rolle spielt. Hinter der Wirtschaft gelang man zum Feld- bzw. Kinderstadel, wo diverse Spiele für Kinder aufgebaut sind. Weiter führt der Weg, wieder hinaus aus dem Kern, zur Kasalm. Von dort führt der Weg wieder zurück zum Behamhof, der als neuester Hof zum Museum gekommen ist. Alle Gebäude wurden dem Museum entweder geschenkt oder von ihm erworben – die originale Bausubstanz wurde am Ursprungsort abgebaut und hier her verlegt. Auch die Tiere des Bauernhofs dürfen im Museum nicht fehlen. Sie blenden ganz natürlich im Umkreis der genannten Höfe ein. 

Das Dorf ist von April bis November, Dienstag bis Sonntag geöffnet. Von München aus ist das Freilichtmuseum ganz einfach mit der BOB zu erreichen. Die Station Fischhausen – Neuhaus befindet sich fast genau gegenüber des Eingangs.

Historischer Braukurs

Das Museum allein ist schon immer einen Besuch wert, aber meiner hatte noch einen besonderen Grund. Ich habe mich zu einem historischen Braukurs angemeldet! Es lohnt sich, sich frühzeitig Gedanken zu machen, wann man diesen Kurs buchen möchte, da er aufgrund von großer Nachfrage meistens sehr schnell ausgebucht ist. Für den Kurs werden zwei verschiedene Varianten angeboten – die zweite, für die ich mich entschieden habe, bietet neben dem Kurs zusätzlich auch den Wiedereintritt ins Museum und zwei abgefüllte Flaschen des selbstgebrauten Bieres.

Ich war Teil einer elfköpfigen Gruppe, die mehrheitlich aus Männern bestand – was sich im Nachhinein als großer Vorteil erwiesen hat.

Morgens um 9.00 Uhr geht’s los: Der Braumeister holt die Gruppe am Eingang des Museums ab und drückt jedem einen Steinkrug und eine Schürze in die Hand, die man am Ende als Souvenir mit nach Hause nehmen kann. Darauf folgt eine kurze Einführung über den Ort an dem man sich befindet, sowie über die einzelnen Gebäude – vorrangiges Thema ist das Wirtshaus „Zum Wofen“, wozu auch die historische Schöpfbrauerei gehört. Hier wird gebraut wie vor 300 Jahren.

In der Brauerei angekommen steht man vor einem Kupferkessel mit ungefähr 1000 l Fassungsvermögen. Er wird durch einen, mit Holz befeuerten, Kamin beheizt. Sobald das Feuer brennt werden Wasser und Maische in den Kessel gegeben. Ab jetzt wird mit den sogenannten Harfen fleißig gerührt – die Maische darf sich nicht auf dem Boden absetzten, da sie sonst anbrennen könnte, was sich im Geschmack des Bieres Wiederspiegeln würde. Das Gemisch muss langsam auf 75°C erhitzt werden. Die ganze Zeit über muss unablässig gerührt werden. Zeitlich dauert dieser Teil etwa 1 1/2 bis 2 Stunden. Ab hier wird einem auch klar, warum die Gruppe aus 11 Mann besteht. Auf längere Zeit ist das Rühren sehr anstrengend und die Männer übernehmen den Löwenanteil! Um das ganze etwas aufzulockern, wird die Gruppe ab der Hälfte geteilt. Der eine Teil darf Frühstücken, während der andere weiter rührt. Danach wird gewechselt.

Wenn das Bier auf Temperatur gebracht wurde folgt der nächste Schritt: Es wird geläutert. Das bedeutet: Die Flüssigkeit muss aus dem Sudkessel in den Läuterbottich geschöpft werden. Im Inneren des Bottichs befindet sich ein metallenes Sieb, das das Bier vom sogenannten Trester trennt. Bis es soweit ist sind allerdings drei Aufgüsse von Nöten. Die abgeläuterte Flüssigkeit wird dann wieder zurück in den Sudkessel geschöpft.

Jetzt muss der Kessel erneut befeuert und das zukünftige Bier auf ungefähr 100°C erhitzt werden. Wenn die Temperatur erreicht worden ist, kommt es zur ersten Hopfengabe. Für den Geschmack des Biers ist nur der feine gelbe Staub der Hopfendolde nötig, die Blätter werden später wieder abgeseiht. Das Gemisch wird die ganze Zeit über weiter erwärmt. Nach etwa 30 Minuten folgt die zweite Hopfengabe. Diesmal bleibt die Zugabe nur kurz im Kessel. Das noch nicht ganz fertige Bier wird über eine lange Holzrinne ins Kühlhaus geleitet. Dort werden, mit Hilfe eines kupfernen Siebs, die Hopfenblätter von der Flüssigkeit getrennt. Zu diesem Zeitpunkt schmeckt das Gemisch sehr süß und malzig.

Das finale Ergebnis des Tagwerks kann man erst in ungefähr 5 -6 Wochen probieren. Solange muss die Flüssigkeit gären und reifen.

An der romantischen Strasse

…liegt das kleine, aber feine Städtchen Würzburg.

Bei einem Besuch sollte man die folgenden Highlights auf gar keinen Fall verpassen:

Residenz

Ein Besuch der Residenz – nicht nur ein Spaziergang durch den schönen Garten lohnt sich, auch eine Führung durch das Gebäude darf man auf keinen Fall verpassen! Nur so kommt man ins Spiegelzimmer, da dem gleichnamigen Saal in Versailles nachempfunden ist. In der Residenz ist es Fotografieren leider untersagt, deshalb gibt’s nur ein Bild aus dem Garten.

Weinliebhaber finden im Keller eine Besonderheit: Der älteste Weinkeller Deutschlands! Schon früh am Sonntag morgen, um 11.00 Uhr, kann man sich durch den Staatlichen Hofkeller unterhalb der Residenz führen lassen. Für 11€ besichtigt man nicht nur den ältesten Weinkeller Deutschlands, sondern erhält auch ein Glas Wein obendrauf – welcher am Ende der Führung natürlich auch zu erwerben ist.

alte Mainbrücke

Ein Glas Wein auf der alten Mainbrücke trinken gehört zu den Dingen, die ich besonders an lauen Sommertagen oder -nächten empfehlen kann. Stilecht aus echten Gläsern zwischen den Heiligenfiguren auf der Brücke getrunken. Die Auswahl beschränkt sich nicht nur auf Weiß- oder Rotwein, auch Mischgetränke wie Aperol Spritz oder Hugo sind zu haben. Die Brückenfiguren lassen mich immer ein wenig ins Träumen kommen und erinnern mich jedesmal an die Karlsbrücke in Prag.

Kiliansdom

Der Dom in Würzburg geht auf eine Klosteranlage aus dem 8. Jahrhundert zurück und ist in ihrer heutigen Form die viertgrößte romanische Basilika Deutschlands. In Folge der Bombardierung Würzburgs während des zweiten Weltkriegs wurde der Bau schwer beschädigt. Der Wiederaufbau aus den 1960er Jahren hat nicht mehr viel mit der ehemaligen Basilika zu tun. Die gebliebene barocke Substanz wurde Zugunsten einer Re-Romanisierung abgetragen – deshalb findet man heute einen wilden Mix verschiedener Baustile. Von Elementen des Barock, der Romanik bis hin zur Moderne ist alles dabei.

Festung Marienberg

Wer kurz die Wanderschuhe schnüren möchte wird, wird auf der anderen Mainseite fündig – über eine leichte Wanderung durch die Weinberge gelangt man hinauf zur Festung Marienberg. Von dort hat man einen wundervollen Ausblick über die Stadt. Weil ich die Wanderung so schön fand, habe ich ihr hier einen eigenen Post gewidmet.

Eine Wallfahrt nach Altötting

Wie kommt man da hin?

Ab München geht es mit dem Zug in einer Stunde 45 über Mühldorf nach Altötting. Mit dem Auto sind ist es knapp 1Stunde fahrt. Wobei man hier beachten muss, dass man nicht bis zur Kapelle vorfahren kann. Der Bereich um die Gnadenkapelle ist autofreie Zone.

Was macht man da?

Wahlfahrt! Das Zentrum des Platzes ist die Gnadenkapelle. Über 50 gro­ße Mira­kel­bil­der und rund 2.000 Votiv­ta­feln, die der Gna­den­mut­ter von Alt­öt­ting danken sind im Umgang der Kapelle zu sehen. Holz­kreu­ze ste­hen an der Nord­sei­te der Kapel­le bereit, die dann von Betenden rund um die Gna­den­ka­pel­le getra­gen werden können.
Das Gnadenbild im inneren ist 64cm groß und aus Lindenholz gearbeitet. Das dunkel gefärbte Gesicht und die dunklen Hände haben dem Gnadenbild im Volksmund den Namen „schwarze Madonna“ verpasst. Der rußi­ge Rauch der Altar­ker­zen, dem das Bild­nis über vie­le Jahr­hun­der­te aus­ge­setzt war ist für die Verfärbung verantwortlich .

Links von der Kapelle geht es in die Stiftskirche, die größte der umliegenden Kirchen. Die Besonderheit hier ist der „Tod von Eding“. Das kleine aus Holz geschnitzte Skelett mit Sense auf der Schrankuhr ist wahrscheinlich schon im 16. Jhd. während einer Pest entstanden. Einer Legende nach steht jeder Schwung mit der Sense, der mit der immer wiederkehrenden Drehung der Figur entsteht, für den Tod eines Menschen. Logisch, dass das Skelett eine mystische Wirkung auf Pilger und Gläubige hat, oder?

Was kostet das alles?

Wenn man sich nicht von den Devotionalien-Geschäften hinreißen lässt, kostet das ganze überhaupt nichts.

Mit dem Schiff durch den Donaudurchbruch

Wie kommt man da hin?

Von München aus sind es 111 km bis zur Schiffsanlegestelle Kehlheim. Die einfachste Anreise ist per Auto in etwas über einer Stunde

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wird es allerdings schon etwas schwieriger – Kehlheim hat keinen Bahnhof. Deshalb fährt man am Besten mit dem Zug bis nach Saal an der Donau. Von dort geht es dann per Bus weiter nach Kehlheim. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Busverbindung eine manchmal vor Schwierigkeiten stellt. Der Bus fährt nur einmal pro Stunde. Wenn man seinen Zug nicht darauf abgestimmt hat steht man am Bahnhof oder geht kurzentschlossen die 5,5 km zu Fuß.

Was macht man da?

An der Anlegestelle fahren mehrere Schiffe. Die einen Richtung Regensburg, die anderen durch den Donaudurchbruch. Ich habe mich für letzteres entschieden. Mit einer Taktung von 30 Minuten muss man nie lange auf sein Schiff warten. Der Donaudurchbruch bei Weltenburg ist eine Engstelle des Donautals und als Natruschutzgebiet und Geotop anerkannt. Seit 2020 ist die Weltenburger Enge ein nationales Naturmonument. Schon König Ludwig I hatte diese Stelle 1840 als Naturdenkmal ausgewiesen. Der Kalkstein der Felsformationen gehört in die Zeit des Oberjura,

An der Anlegestelle fahren mehrere Schiffe. Die einen Richtung Regensburg, die anderen durch den Donaudurchbruch. Ich habe mich für letzteres entschieden. Mit einer Taktung von 30 Minuten muss man nie lange auf sein Schiff warten. Der Donaudurchbruch bei Weltenburg ist eine Engstelle des Donautals und als Natruschutzgebiet und Geotop anerkannt. Seit 2020 ist die Weltenburger Enge ein nationales Naturmonument. Schon König Ludwig I hatte diese Stelle 1840 als Naturdenkmal ausgewiesen. Der Kalkstein der Felsformationen gehört in die Zeit des Oberjura, der vor etwa 150 Millionen Jahren abgelagert wurde – als das ganze Gebiet noch von einem flachen Meer bedeckt war. Die Formationen haben im Laufe der Zeit Namen von der Bevölkerung bekommen, wie z.B. Römerfelsen, die verfeindeten Brüder oder die steinerne Jungfrau.

Am Ende der knapp einstündigen Schifffahrt wartet das Kloster Weltenburg. Es bietet sich an in der Klosterschenke einzukehren. Das dort verkaufte Bier wird noch vor Ort gebraut. Die Schenke mit Biergarten verkauft auch allerlei Mitbringsel für zu Hause. Von Tassen über Aufnäher bis hin zu verschiedenen Bieren und Schnäpsen kann alles gekauft werden.

Wer die Kultur nicht zu kurz kommen lassen möchte, macht noch einen Abstecher in die Klosterkirche. Die Kirche ist dem Heiligen Georg geweiht, der in seiner Funktion als Drachentöter am Altar dargestellt ist. Das Bild erhält besondere Dramatik, da hinter dem Altar helles Tageslicht durch ein Fenster fällt und der Kampf zwischen Georg und dem Drachen auch als Kampf zwischen Licht und Dunkelheit interpretiert werden kann.

Was kostet das?

Die Anreise per Bus und Bahn ist im 49€ Ticket enthalten.

Mit dem Auto kosten 3 Stunden 3€ auf dem Parkplatz direkt an der Anlegestelle

Die Schifffahrt nach Weltenburg kostet 16€ – hin und zurück. Das Bier mit dem ich mich im Biergarten erfrischt habe schlägt mit 4,90€ zu Buche. Ein Andenken in Form eines Aufnähers für meine Reisetasche durfte auch noch mit, was weitere 5€ gekostet hat.

Auf dem höchsten Punkt Deutschlands

Im Rahmen einer Dienstreise konnte ich einen Ausflug zum höchsten Berg Deutschlands machen: auf die Zugspitze.

Wenn es mir jemand gleichtun möchte stellen sich wahrscheinlich die folgenden 3 Fragen.

Wie kommt man da hin?

Am einfachsten ist die Anreise wahrscheinlich mit dem Auto. Aber auch öffentlich ist das ganze kein großes Problem. Ab München fährt stündlich ein Zug bis Garmisch-Partenkirchen. Vom Bahnhof Garmisch ist man in 15 Minuten am Zugspitzbahnhof.

Von hier gibt es dann zwei Möglichkeiten auf den Berg. Entweder mit der Seilbahn – die ich genommen habe – oder mit der Zahnradbahn.

Die Seilbahn wurde erst vor wenigen Jahren wiedereröffnet und bricht mehrere Rekorde. Beispielsweise begegnet man auf dem Weg nach oben nur einem Stützpfeiler, der mit einer Höhe von 127 Metern die höchste Stahlbaustütze der Welt ist. Mit 3.213 Metern von der Stütze zur Gipfelstation ist die Seilbahn die mit dem weltweit längsten freien Spannfeld. Die Fahrzeit beträgt nur 10 Minuten.

Die Zahnradbahn hingegen ist da schon eher etwas für Nostalgiker. Sie ist seit 1930 in Betrieb. Beim Bau war das Anlegen einer 4.453 Meter langen unterirdischen Trasse notwendig. Die Arbeiter mussten daher durch das Bergmassiv zwischen Riffelriss und Schneefernerhaus graben. Die Zahnradbahn fährt direkt ab Garmischsch-Partenkirchen und hat eine Gesamtfahrzeit von 75 Minuten bis zum Gipfel.

Was macht man da oben?

Oben angekommen wird man von der Seilbahn erst einmal in das 360° Panorama Restaurant gespült. Ich musste allerdings nach draußen um die Aussicht zu genießen. Mit einem Pulli bewaffnet mache ich mich auf einen Spaziergang über die Terrasse. Der Temperaturunterschied zum Tal beträgt zwischen 10 und 15 Grad. Der grösste Teil des Steinmassivs liegt frei, doch in den Niederungen ist noch reichlich Schnee zu finden.

Vom Plateau aus führt ein schmaler Weg in Richtung Gipfelkreuz. Da der halb Steig in Schnee begraben ist und ich nur in Chucks unterwegs bin, siegt die Vernunft und ich bleibe auf dem Plateau ohne Gipfelbesteigung.

Dafür mache ich mich auf die Suche nach einem Automaten, der 5 Cent Stücke in Motivtaler presst. Diese Maschinen gibt es mehr oder weniger überall wo es Touristen gibt und ich sammle diese gepressten Münzen seit meiner Teenie-Zeit. Auf der Suche nach dem Automaten bin ich bis nach Österreich gekommen – was auf der Zugspitze nicht schwer ist und nur einen Spaziergang über die Plattform erfordert.

Was kostet das alles?

Für die Strecke München – Garmisch gibt es ein eigenes Regio Ticket Werdenfels für ab 24€ für eine Person, jede weitere Person kostet 9€. Mit diesem Ticket kann man 0Uhr bis 3Uhr früh am nächsten Tag beliebig oft hin und her fahren. Für die Strecke zwischen Garmisch und dem Zugspitzbahnhof braucht es dann aber noch ein weiteres Ticket -außer man ist mit dem 49€ Ticket unterwegs, da ist diese Strecke bis Grainau mit drin.

Am Zugspitzbahnhof empfiehlt es sich das Ticket für die Rundreise zu kaufen. Damit kann man sowohl Seil- als auch Zahnradbahn fahren. Ganz billig ist der Spaß jedoch nicht – die Rundreise kostet 68€ pro Person.

7 Sightseeingspots in Nürnberg

1. Kaiserburg

Die Kaiserburg ist das größte Wahrzeichen Nürnbergs un thront über der Stadt. Bewegt man sich entlang der Burgmauer auf den Hügel in der Altstadt hinauf, sind es am Ende nur noch ein paar Stufen Richtung Burgtor. Die Dauerausstellung führt über einen Rundweg durch die Burg. Die kleinst mögliche Tour kostet 5,50€ Eintritt. Hier erfährt man, wie Nürnberg zu einer der bedeutendsten Kurpfalzen des Heiligen Römischen Reiches wurde und die Burg unter den Staufern seine heutige Stellung als weltberühmtes Wahrzeichen bekam. Die romanische Kaiserkapell, die Teil des Rundwegs ist, ist der kunsthistorisch bedeutendste Teil der Burg – sie wurde in das unregelmässige Felsrelief angepasst. Der dazugehörige Burggarten führt fast einmal komplett um das Gebäude herum, erst danach folgt der Burggraben. Theoretisch können vom Garten aus unterirdische Felsgänge mit Führung besichtigt werden. Die letzte startet allerdings um 16:15 Uhr, dafür war ich bei meinem Besuch zu spät dran.

2. Dürer Haus

Schräg unterhalb der Burg findet sich das Dürer Haus. Das ehemalige Wohnhaus des Renaissance Malers ist als Museum ausgewiesen und hat im unten im Fachwerkhaus sogar einen kleinen Museumsshop zu bieten. Leider war ich zu spät dran um beides besichtigen zu können – es steht aber ganz oben auf meiner Liste, sollte ich wieder nach Nürnberg kommen. Bei dem Gebäude handelt es sich um eines der wenigen unzerstörten Bürgerhäusern aus dem 16. Jahrhundert. Seit 1828 findet sich hier ein Künstlermuseum. Am nahegelegenen Platz findet sich eine, von Dürers „Feldhasen“ inspirierte Bronze – Plastik.

3. Schöner Brunnen

Vom Burgberg hinunter führt der Weg genau auf dem Hauptmarkt. Am Rathaus vorbei läuft man direkt auf den „Schönen Brunnen“ zu. Dieser Brunnen, dessen Original aus dem 14. Jahrhundert stammt, imitiert eine gotische Turmspitze. Eine Besonderheit ist der goldene Ring, der nahtlos in das Geländer eingefügt ist. Das Drehen an eben diesem soll Glück bringen.

4. Frauenkirche

Hinter dieser Attraktion findet sich quer über den Hauptmarkt die Frauenkirche. Sie wurde auf Veranlassung Kaiser Karls im 14. Jahrhundert als Hallenkirche erbaut. Vor dem Pestpogrom 1349 stand an selber Stelle eine Synagoge. Heute erlangt die Kirche überregionale Berühmtheit, da von der Empore an der Frontseite jedes Jahr vom Christkind der Nürnberger Christkindlesmarkt eröffnet wird.

5. Henkerhaus

Das Henkerhaus, das bis ins Jahr 1806 vom Nürnberger Henker bewohnt wurde, findet sich an einer der Brücken über die Pegnitz gleich unterhalb des Hauptmarkts. Alle Sehenswürdigkeiten sind gut im Stadtbild ausgeschildert, so dass man nicht lange suchen muss. Heute kann man in den ehemaligen Wohnräumen eine Ausstellung zur Nürnberger Kriminalgeschichte bestaunen.

6. Neues Museum

Weiter hinunter raus aus der Altstadt findet sich versteckt an der Stadtmauer das Neue Museum. Für 7€ Eintritt wird hier moderne Kunst und Design gezeigt. Die 100m lange, geschwungene Glasfassade ist, wie ich finde, schon ein Kunstwerk für sich.

7. Handwerkerhof

Mehr oder weniger gleich anschließend am Ende der Stadtmauer am Königstor, findet sich der Handwerkerhof. Nachdem man durch das Tor schreitet, fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt. Im alten Waffenhof finden sich zahlreiche Fachwerkhäuschen, die traditionelle Handwerkskunst mit für Nürnberg typischen Erzeugnissen eine Heimat geben.

Befreiungshalle, Kehlheim

Nur etwas eine Stunde Autofahrt von München findet sich die Befreiungshalle Kelheim.

Sie ist als Gedenkstätte für die Siege über Napoleon in den Befreiungskriegen 1813 – 15 von König Ludwig I. errichtet worden. Zu sehen ist ein achtzehneckiger Rundbau aus Kalkstein. Die Fassade wird durch 18 Strebepfeiler gegliedert, die von Kolossalstatuen bekrönt werde. Jede Statue stellt einen der an den Kämpfen beteiligten deutschen Volksstämme dar. Die Rundhalle hat eine Höhe von 45m und eine Durchmesser von 29m. Über mehrere Stufen gelangt man auf die äußere Aussichtsterasse mit Sicht auf Donau- und Altmühltal.

Gegen eine Gebühr von 4,50€ kann sie auch von innen besichtigt werden. Im Inneren der Halle findet man einen großen Kuppelsaal, der durch eine Öffnung in der Decke Kuppel erhellt wird. Die Wände sind durch 18 Nischen gegliedert. Vor den Nischen im Kreis stehen 34 Siegesgöttinnen. Alle Göttinen sind 3, 30m hoch und aus Marmor gefertigt. Die Damen reichen sich die Hände was als Symbol für die Mitgliedschaft im deutschen Bund verstanden werden soll. Etwa auf der Hälfte des inneren Umgangs führt eine Wendeltreppe zum Umgang auf Kuppelhöhe.

Ich hatte das Glück die Befreiungshalle bei strahlendem Sonnenschein zu besuchen. Der Umgang führt einmal um das Gebäude herum, wodurch man einen weiten Ausblick auf die umliegende Landschaft hat.

Schleifenwanderung 26: Altmühlpanorama Weg

12,4 km – Von Kelheim über Kloster Weltenburg zurück nach Kehlheim


Die Anreise nach Kehlheim gestaltet sich anfänglich etwas schwierig – die Stadt hat keine Bahnhof, nur einen Hafen. Deshalb muss die Bahnverbindung nach Saal an der Donau gewählt werden, von hier kommt man mit dem Bus nach Kehlheim. Leider war meine Verbindung nicht gut getaktet. Als ich in Saal ankomme fährt der nächste Bus erst in einer halben Stunde. Deshalb habe ich mich entschlossen die Extra-Kilometer nach Kehlheim zu gehen – schließlich wollte ich ja wandern.

Blick auf die Befreiungshalle

Der Hafen bildet den Anfangspunkt der Schleifenwanderung. Von hier folgt man der Beschilderung der Donauroute I am Fluss entlang. Der Blick schweift immer wieder Richtung Befreiungshalle, welche zu Beginn gut zu sehen ist. Dann schmiegt sich der Weg tiefer in die Donauauen hinab und sie verschwindet langsam aus dem Blickfeld.

Nach etwa 2 Km erreicht man die Einsiedelei Klösterl, das eine einzigartige Höhlenkirche beheimatet. Leider war mir der Blick hinein verwehrt. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen ist die Einsiedelei noch bis Ende Juni geschlossen.

Weiter geht es entlang des Flusses den Donaudurchbruch im Blick. Nach ein paar Metern zweigt ab in den Wald. Über einen Keltenwall gelangt man in Sichtweite des Klosters Weltenburg. Auf der anderen Seite des Walls gelegt man zur Seilfähre (die Zille, welche die nahegelegnere Überfahrt gewesen wäre fährt noch nicht). Für 1,50€ wird man sicher über den Fluss gezogen. Am anderen Ufer angekommen erreicht man nach wenigen Schritten das Kloster. Leider war auch hier aufgrund der Corona Beschränkungen noch geschlossen.

Auf dieser Flussseite folge ich dem Weltenburger Höhenweg III zurück nach Kehlheim. Leider verlieren sich die Wegweiser nach gut der Hälfte des Weges und ich stand plötzlich auf der Straße. Nach einigen Metern führt wieder ein abzweigender Weg zurück auf den eigentlichen Wanderweg. Leider habe ich durch diesen falschen Weg die Aussicht von Wieser Kreuz verpasst. Der Weg führt nun hinunter in die Stadt. Über einen Friedhof gelangt man dann in besiedeltes Gebiet.

Da ich vom Bahnhof Saal aus die Heimreise angetreten habe, bin ich nicht wieder bis zum Ausgangspunkt im Zentrum Kehlheims gewandert. Ich habe die Chance der nächsten Busstation genutzt und von dort zum Bahnhof Saal an der Donau gefahren.

Das Obersalzberg-Gefühl

Ich habe lange überlegt wie oder ob ich einen Beitrag zum Ausflug an den Obersalzberg schreiben soll. Irgendwie sind die Gefühle und Eindrücke, die er hinterlassen hat schwer in Worte zu fassen.

Vielleicht starte ich am Besten mit der Anreise. Von München aus ist es nur eine kurze Autofahrt nach Berchtesgaden, auch mit dem Zug ist der Ort einfach zu erreichen. Von Berchtesgaden aus dauert es nicht mehr lang und man sieht schon die ersten Hinweisschilder, welche zum NS-Dokuzentrum führen. Ich habe mich entschieden zuerst das Dokumentationszentrum zu besichtigen und dann zum Kehlsteinhaus zu fahren.

Im Dokuzentrum erfährt man zunächst viel über das ehemalige Dorf Obersalzberg – und wie die Nazis das ganze dann Stück für Stück enteignet und übernommen haben. Sehr eindrucksvoll fand ich den Film, der im oberen Stockwerk gezeigt wurde: Darin berichten Zeitzeugen, wie ihre Eltern unter Druck gesetzt wurden und irgendwann ihr Hab und Gut, welches seit Generationen in deren Besitz war, aufgeben mussten. Auch der Kult um den Führer und die Menschenmassen, die vor dem Zaun zu seinem Anwesen gewartet haben, wird hier thematisiert. Ich sehe das Bild der älteren Dame noch vor mir, die berichtet, wie Leute Steinchen vom Boden aufgeheben und in ihre Taschen stecken – nur weil Adolf Hitler vielleicht darüber gegangen ist. Der zweite Teil der Austellung widmet sich der NS Zeit im allgemeinen. Da München sein eigenes Dokuzentrum hat, das versucht diese Zeit aufzuarbeiten, war ich dort relativ schnell durch. Der Rundweg führt weiter auf eine Terrasse, die einen traumhaften Ausblick auf die Landschaft der Umgebung bietet. Nach dieser kurzen Verschnaufpause führt der Weg hinunter in den Führerbunker. Dort wird es kalt. Das Gemäuer strahlt keinerlei Wärme ab und die Wände überzieht eine zarte Wasserschicht. Weit geht es nicht in den Untergrund. Lediglich der Besucherbunker – wie passend – steht zur Besichtigung frei. Auch hier wird aktuell kräftig saniert. Dieser kurze Einblick hat mir völlig gereicht. In einer der Kammern, in der man einem Angriff ausharren sollte, überkommt mich zum ersten Mal ein beklemmendes Gefühl. Wie wäre es gewesen in fast völliger Dunkelheit auf einer einfachen Holzbank zu sitzen und zu hoffen, dass man unbeschadet wieder heraus kommt? Natürlich kenne ich Geschichten meiner Großeltern von Evakuierungen und Bombenangriffen, aber für mich waren es immer nur Geschichten die man als Kind gehört hat und vor langer Zeit passiert sind. In einem Bunker werden sie dann doch zum ersten Mal real.

Nach der Tour durch den Bunker endet der Rundweg durch das Dokuzentrum. Wieder vor dem Gebäude überquert man eine kleinen Hügel oberhalb und steht auf einem großen Parkplatz. Am hinteren Ende befindet sich eine Treppe hinunter zum Busparkplatz, der jeden Tag Scharren von Touristen zum Kehlsteinhaus hinauf befördert. Ein Busticket für Auf- und Abfahrt kostet 16€. Wer sich dieses Geld sparen möchte kann auch den Wanderweg hinauf wählen, welcher gute 3 Stunden dauert. Da im Busticket auch die Aufzugfahrt mit der Gäste während der NS-Zeit am Obersalzberg zum Kehlsteinhaus transportiert wurden, inbegriffen ist, habe ich mich für die bequeme Busfahrt entschieden. Diesen Aufzug kannte ich bis dahin immer nur aus dem Fernsehen und einschlägigen Dokumentationen – jetzt wollte ich selbst damit fahren, wenn sich die Chance schon einmal ergibt. Bei der Busfahrt hinauf wird man darauf hingewiesen, dass man sich bei Ankunft gleich sein Ticket mit der Abfahrtszeit stempeln lassen muss. Alles ist hier in Zeitfenstern gegliedert, die nur wenig Spielraum für Spontanität bieten. Es wird empfohlen sich 2 Stunden Zeit für die Besichtigung zu nehmen. Da mir aber von Anfang an klar war, dass ich dort nichts essen möchte habe ich ein Zeitfenster von einer Stunde gewählt.

Am oberen Busparkplatz, nach einer abenteuerlichen Fahrt an Steilhängen und anderen Bussen vorbei, angekommen heißt es erst einmal Schlange stehen um sich seinen Zeitstempel abzuholen. Hat man diesen dann erhalten reiht man sich in die Schlage zum Aufzug ein. Es führt ein imposanter Tunnel in den Berg hinein, der in einen Wartesaal mit großer Kuppel an der Decke endet. Die Wände sind durch fackelähnliche Kerzenleuchter erhellt. Dort wartet man nun, bis man Platz im Aufzug nach oben findet. Auch die Gäste währenden der NS-Zeit mussten hier warten, bis sie mit dem Aufzug zum Treffen ins Kehlsteinhaus gebracht wurden. Ich stand in einer Schlange mit vielen Menschen, die sich alle aufgeregt in den verschiedensten Sprachen unterhielten – als Einzelperson, die hier auf die Funktionäre der NSDAP warten sollte muss das alles sehr imposant und einschüchternd gewirkt haben. Langsam lichten sich die Reihen an Touristen vor mir und ich bin an der Reihe indem mit golden schimmernden Spiegelplatten verzierten Aufzug zu steigen. Im Aufzug selbst ist es untersagt Fotos zu machen. Ich denke das lieht vor allem daran, die Massen immer in Bewegung zu halten. Sollte von den knapp 30 Menschen, die Platz im Aufzug finden, jeder sein Foto machen, wäre ein geregelter Ablauf nicht möglich.

Oben angekommen befindet man sich bereits im Kehlsteinhaus. Die erste Tür auf die man zuläuft öffnet sich zu einem Restaurant. Für mich geht es aber erst einmal hinaus auf die Terrasse. Zum Gipfelkreuz sind es nur knapp 10 Minuten einen sanften Wanderweg hinauf. Von dort hat man wieder einen wunderschönen Ausblick auf das Panorama, inklusive Königssee. Der Weg zurück führt durch einen Seiteneingang in eine Fotoausstellung. Dort sind Bilder von Adlof Hitler an Ort und Stelle zu sehen. Wieder überkommt mich ein beklemmendes Gefühl. Ich stehe auf der selben Terrasse, auf der sich Hitler im Liegestuhl sonnt. Beim Kehlsteinhaus handelt es sich allerdings nicht um den Ort an dem die vielen bekannten privaten Fotos von Adolf Hitler und Eva Braun entstanden sind. Der Wohnsitz der beiden war der sogenannte Berghof ein Stückchen unterhalb am Berghang, der in den 50er von den Amerikanern gesprengt wurde. Trotzdem war mir sehr unwohl mich in das Restaurant zu setzen und dort zu essen – weswegen ich es auch nicht getan habe. Ich hätte zu Lebzeiten keinen Tisch mit diesem Mann geteilt und will es auch post mortem nicht tun.

Mit dem goldenen Aufzug geht es wieder hinunter zum Busbahnhof, wo ich wieder sicher den Berg hinunter gebracht werde. Ich verlasse den Ort mit Gefühlen, denen ich erst einmal keinen Ausdruck verleihen konnte. Beklemmt trifft es wohl am Besten. Im Nachhinein bin ich sehr dankbar nicht in einem Regime groß geworden zu sein und auch nie einen Krieg und seine Auswirkungen miterlebt zu haben. Die Eindrücke aus diesem Besuch werden mich wohl noch eine Weile begleiten.

Blick auf das Kehlsteinhaus, Berchtesgaden