Pfahlbautenmuseum – Bronzezeit in Unteruhldingen am Bodensee

Ich bin mit dem Auto nach Unteruhldingen angereist – hier ist zu beachten, dass es in der Stadt selbst, bzw. in unmittelbarer Nähe des Freilichtmuseums keine Parkplätze gibt. Deshalb orientiere ich mich, wie im Internet angegeben, am Parkleitsystem. P1 scheint für mich die erste und beste Parkmöglichkeit zu sein. Bezahlt werden kann ganz easy über die EasyPark App. Für 2 Stunden bezahle ich 6,90€.

Schon beim Aussteigen sehe ich die Wegweiser Richtung See und Pfahlbauten. Der Weg führt ungefähr 10 Minuten durch das kleine Städtchen hinunter an den Bodensee. Wer faul ist, muss allerdings nicht laufen, sondern kann mit dem Kurbähnle für 3,50€ (Hin- und Rückfahrt) bis fast direkt zum Eingang des Museums fahren.

Man betritt das Areal durch das Museum. Pro Person wird ein Eintritt von 14€ pro Person fällig. Seit 2011 gehört die Fundstätte mit ihren insgesamt vier vorgeschichtlichen Dorfanlagen, an der seit 1922 ein Museum und Nachbauten stehen, zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Ausstellung ist sehr liebevoll und modern gestaltet. Besonders das Archeorama hat es mir angetan. Hier geht man mit zwei Forschern auf einen Tauchgang zu den Überresten, der durch eine Videoprojektion im ganzen Raum gestaltet ist. Am Ende wird eine Rekonstruktion des bronzezeitlichen Dorfes gezeigt und man wird in die Freifläche entlassen. Hier wartet schon ein Guide, der einen kurzen Abriss zur Geschichte des Orts und dem Besten Rundgang über das Gelände gibt. Danach kann das Gelände frei erkundet werden.

Jedes Haus ist einem anderen Thema gewidmet: Töpferei, Steinwerkzeuge, Wohnhaus usw. In den großen Häusern stehen einem wieder Guides zur Verfügung, die die verschiedenen Exponate erläutern und für Fragen zur Verfügung stehen. Übrigens waren die Pfahlbauten auch Schauplatz der ARD-Doku „Steinzeit – Das Experiment“ aus dem Jahr 2007.

Mein Archäologen-Herz hat am Ende des Rundgangs höher geschlagen und ich kann jedem, der in der Nähe ist, nur wärmstens empfehlen die Pfahlbauten zu besuchen. Der Eintritt war definitiv sein Geld wert und ich habe damit gerne das Museum, das nicht staatlich gefördert wird, unterstützt.

Bronzezeit 2.0

Die zweite große archäologische Fundstätte der Insel findet man in Cauria. Der Komplex besteht aus mehreren Orten, die vom Parkplatz aus in einem Abstand von etwa 10 – 15 Minuten Fußweg zu erreichen sind.

Die erste Station bildet das Alignement de Stantari. Dabei handelt es sich um eine Steinreihe aus mehr als 20 Steinen, die teilweise umgestürzt im Gras liegen. Einige der Steine tragen bei genauerem Hinsehen Gesichter und Waffen – wie auch schon in Filitosa.

Nach einem nicht mal 10 minütigen Spaziergang durch die Ebene – hier brennt die Sonne zur Mittagszeit erbarmungslos herunter – gelangt man zum Alignement de Renaghju. Auch hierbei handelt es sich wieder um eine Steinreihe. Die einzelnen Steine sind teilweise in einem Halbkreis angeordnet. Auch hier sind sie, wie schon an der vorigen Fundstätte, nach Nord-Süd ausgerichtet. Die ersten Hinkelsteine wurden gegen 4600 v. Chr. aufgestellt. Im Schutz von Steineichen kann man sich hier in Ruhe umsehen und erkennt immer neue Anordnungen.

Ein Stückchen weiter den Hügel hinauf befindet sich eines der beeindruckendsten Monument  der Anlage – der Dolmen von Funtanaccia. Zu sehen ist der besterhaltene Dolmen Korsikas. Die Platten sind bis zu 3,4m lang und 2,9m breit. Sie haben ein Gesamtgewicht von mehr als 3 Tonnen. Wahrscheinlich handelt es sich um ein Gemeinschaftsgrab der ansässigen Oberschicht. Das Grabmahl das ganze zweite Jahrtausend vor Christus hindurch genutzt.

Ein Rundweg führt den Besucher wieder zurück an den Ausgangspunkt.

Nach etwa 20 Minuten Autofahrt, versteckt sich im Gestrüpp das Alignement de Palaggiu. Mit dem Handy und einschlägigen Online Karten kann man sich gut in die Nähe des Monuments navigieren lassen. Einfach zu finden ist es deshalb aber noch lange nicht. Nur beschriftete Steine am Strassenrand weisen den Weg zu den Steinen, die durch die dichten Büsche hindurch nicht zu sehen sind. Die Fundstätte kann nur zu Fuß erreicht werden. Mit 258 Menhiren findet man hier die größte Ansammlung antiker Steinstatuen im Mittelmeerraum. Die Steine blicken alle in Richtung Osten, der Sonne entgegen.

Zurück in die Bronzezeit

Korsika hat, geschichtlich gesehen, nicht nur Napoleon Bonaparte zu bieten – sondern auch einige Zeugnisse aus der Bronzezeit.

Die touristisch am Besten erschlossene Stätte findet sich in Filitosa: der bronzezeitlichen Hauptstadt der Insel. Hierbei handelt es sich um die größte erhaltene Anlage Korsikas. Der Eintritt zur Anlage beträgt 7€ – für 4€ mehr erhält man zusätzlich ein kleines Heftchen mit weiterführenden Infos zum Thema. Der Ort ist seit der Bronzezeit (2200 – 800 v. Chr.) besiedelt. Das Highlight der Anlage ist das Zentralmonument, das mitten in den Besiedlungsspuren liegt. Es besteht aus mehreren rund angeordneten Menhiren (Hinkelsteinen). Die Steine sind alle bearbeitet – fast alle tragen Gesichter und Waffen. Die genaue Bedeutung der Steine ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Als relativ sicher gilt jedoch, dass sie in Zusammenhang mit kultischen Handlungen oder Beisetzungen stehen. Neben den Menhiren finden sich an diesem Ort noch weitere interessante Gesteinsformationen.

Nach dem Besuch der Fundstätte bietet es sich an, dass prähistorische Museum in Sartene zu besuchen um das Gesehene zu komplettieren. Hier sind weiter Funde aus Filitosa und Cauria ausgestellt. In den 4€ Eintritt enthalten war zum Zeitpunkt meines Besuchs auch eine Sonderausstellung, die sich voll und ganz den Menhiren der Insel gewidmet hat.

Das Städtchen Sartene hat neben dem Museum noch mehr zu bieten. Jeden Tag wird sie von Touristen überschwemmt, die durch die kleinen und verwinkelten Gassen flanieren.

Auf der Fahrt zurück nach Ajaccio bietet es sich an einen Abstecher an den Strand zu machen. Rund um Propriano hat man zahlreiche zur Auswahl – der Plage de Portigliolo zeichnet sich durch 3km langen feinen Sandstrand  aus. Wenn man nicht direkt am Zugang bleibt, hat man den Strand fast für sich alleine.

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Plage de Portigliolo