Von München aus sind es 111 km bis zur Schiffsanlegestelle Kehlheim. Die einfachste Anreise ist per Auto in etwas über einer Stunde
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wird es allerdings schon etwas schwieriger – Kehlheim hat keinen Bahnhof. Deshalb fährt man am Besten mit dem Zug bis nach Saal an der Donau. Von dort geht es dann per Bus weiter nach Kehlheim. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Busverbindung eine manchmal vor Schwierigkeiten stellt. Der Bus fährt nur einmal pro Stunde. Wenn man seinen Zug nicht darauf abgestimmt hat steht man am Bahnhof oder geht kurzentschlossen die 5,5 km zu Fuß.
Was macht man da?
An der Anlegestelle fahren mehrere Schiffe. Die einen Richtung Regensburg, die anderen durch den Donaudurchbruch. Ich habe mich für letzteres entschieden. Mit einer Taktung von 30 Minuten muss man nie lange auf sein Schiff warten. Der Donaudurchbruch bei Weltenburg ist eine Engstelle des Donautals und als Natruschutzgebiet und Geotop anerkannt. Seit 2020 ist die Weltenburger Enge ein nationales Naturmonument. Schon König Ludwig I hatte diese Stelle 1840 als Naturdenkmal ausgewiesen. Der Kalkstein der Felsformationen gehört in die Zeit des Oberjura,
An der Anlegestelle fahren mehrere Schiffe. Die einen Richtung Regensburg, die anderen durch den Donaudurchbruch. Ich habe mich für letzteres entschieden. Mit einer Taktung von 30 Minuten muss man nie lange auf sein Schiff warten. Der Donaudurchbruch bei Weltenburg ist eine Engstelle des Donautals und als Natruschutzgebiet und Geotop anerkannt. Seit 2020 ist die Weltenburger Enge ein nationales Naturmonument. Schon König Ludwig I hatte diese Stelle 1840 als Naturdenkmal ausgewiesen. Der Kalkstein der Felsformationen gehört in die Zeit des Oberjura, der vor etwa 150 Millionen Jahren abgelagert wurde – als das ganze Gebiet noch von einem flachen Meer bedeckt war. Die Formationen haben im Laufe der Zeit Namen von der Bevölkerung bekommen, wie z.B. Römerfelsen, die verfeindeten Brüder oder die steinerne Jungfrau.
Am Ende der knapp einstündigen Schifffahrt wartet das Kloster Weltenburg. Es bietet sich an in der Klosterschenke einzukehren. Das dort verkaufte Bier wird noch vor Ort gebraut. Die Schenke mit Biergarten verkauft auch allerlei Mitbringsel für zu Hause. Von Tassen über Aufnäher bis hin zu verschiedenen Bieren und Schnäpsen kann alles gekauft werden.
Wer die Kultur nicht zu kurz kommen lassen möchte, macht noch einen Abstecher in die Klosterkirche. Die Kirche ist dem Heiligen Georg geweiht, der in seiner Funktion als Drachentöter am Altar dargestellt ist. Das Bild erhält besondere Dramatik, da hinter dem Altar helles Tageslicht durch ein Fenster fällt und der Kampf zwischen Georg und dem Drachen auch als Kampf zwischen Licht und Dunkelheit interpretiert werden kann.
Was kostet das?
Die Anreise per Bus und Bahn ist im 49€ Ticket enthalten.
Mit dem Auto kosten 3 Stunden 3€ auf dem Parkplatz direkt an der Anlegestelle
Die Schifffahrt nach Weltenburg kostet 16€ – hin und zurück. Das Bier mit dem ich mich im Biergarten erfrischt habe schlägt mit 4,90€ zu Buche. Ein Andenken in Form eines Aufnähers für meine Reisetasche durfte auch noch mit, was weitere 5€ gekostet hat.
Eigentlich ist der ganze Welterbesteig 180 Kilometer lang. Aus Zeitgründen habe ich mich entschieden nur die eine Donauseite entlang zu wandern. Mein Weg führt von Krems nach Melk.
Für die Anreise habe ich den Zug gewählt. Von München aus ist man mit Zwischenstopp in St.Pölten in etwas mehr als 4 Stunden in Krems an der Donau. Mit dem „Super Sparpreis Europa“-Ticket kostet die einfache Fahrt ohne Ermassigung 39,90€.
1. Etappe: Krems – Dürnstein 13km
Los geht die erste Etappe im Startpunkt Krems. Über die die Gozzoburg in der Altstadt geht es hinauf zu Piaristenkirche. Nach der Überquerung des Stadtgrabens gelang man zur Alaunstrasse. Dort soll der Aufstieg aber erst beginnen. Über die Kreuzbergstiege geht es hinauf in die Weinberge. Für mich, die diesmal nicht für die Wanderung trainiert hat, war dieser Aufstieg einer der anstrengendsten der gesamten Wanderung. Gefühlt wollten die vielen, kleine Stufen nicht enden – das mag aber auch durchaus an meiner mangelnden Fitness liegen.
Nun geht es leicht auf uns ab durch die Weinberge, bis man wieder in den Kremser Stadtteil Stein hinunter Richtung Donau kommt. Beim Durchqueren von Stein reicht man auch die erste Stempelstation am Tor des Heurigen Mayr-Resch. Der Weg führt weiter in Richtung der Bahngleise, wo es wieder bergauf in die Weinberge geht. Hier passiert man aus der Ferne das Franzosendenkmal, welches an den napoleonischen Krief von 1805 erinnert. Über einen Skulputurenweg nähert man sich der Burgruine Dürnstein – welche an diesem Tag aber noch nicht Teil des Weges sein soll. Kurz unterhalb der Burg schlug bei meinem Besuch das Wetter um und plötzlich stand ich in einem Platzregen, nur mit den kleinen Mauervorspüngen der ersten Garagen der Stadt Dürnstein zum Schutz. Völlig durchnässt endet die erste Etappe in Dürnstein am Kremser Tor.
Wanderweg durch die Weinberge
neben der Stempelstation in Stein
Franzosendenkmal bei Dürnstein
Burgruine Dürnstein aus der Ferne
Etappenziel Dürnstein
2. Etappe: Dürsten – Weißenkirchen 16 km
Die zweite Etappe startet mit dem Durchschreiten des Kremser Tors. Kurze Zeit später führt ein schmaler Weg – der sogenannte Eselsteig – hinauf zur Burg. Wie ich bald jeden Morgen lernen sollte, beginnen alle Etappen des Welterbesteigs mit einem relativ steilen Anstieg. Die heutige Burgruine Dürnstein diente im 12. Jahrhundert als Gefängnis für König Richard Löwenherz. Passend dazu gibt es hier auch einen Themenweg hinauf zur Ruine, diesen passiere ich aber erst kurz unterhalb der Burg. Nach einer kurzen Besichtigung der Ruine geht es weiter auf einem Höhenweg entlang Richtung Sterhembergwarte. Dort findet sich nicht nur die erste Einkehrmöglichkeit auf dem Weg sondern auch die Stempelstation.
Hier beginnt auch der Höhenweg nach Weißenkirchen. Zunächst wandert man durch eine waldige Berglandschaft, bis man wieder in tiefere Lagen gelangt und sich die Landschaft verändert. Der Weg führt nun wieder durch die Weinberge bis hin zur nächsten Stempelstation – dem Heurigen Pomassl. Weiter leicht bergab geht es Richtung Ziel. Nachdem man die Weinberge hinter sich gelassen hat gelangt man über einen historischen Kirchensteig zur Wehrkirche und von dort aus durch eine Holztreppe zum Marktplatz von Weißenkirchen.
Burgruine Dürnstein
Weg hinein in den Wald
Starembergwarte
3. Etappe: Weißenkirchen – Spitz – Mühldorf 22km
Meine dritte Etappe vereint eigentlich zwei Etappen des offiziellen Weges. Anstatt nur bis Spitz zu gehen, gehe ich den Weg weiter bis nach Mühldorf.
Ausgangspunkt dieser Etappe ist der Weissenkirchner Marktplatz. Von hier führt die Burgstiege hinauf zum Burgviertel, einer der ältesten Siedlungen in der Region. Hier findet sich auch schon die erste Stempelstation beim Heurigen der Familie Rosenberger. Danach geht es wieder hinauf in die Weinberge. Ein Stück weiter des Weges führt er in eine Wald hinein. Von hier gelangt man immer wieder zu Aussichtspunkten. Man wandert immer weiter den Höhenweg entlang, bis man an einen Bach gelangt. Hier hält man sich rechts und folgt den Wegweisern zum Roten Tor. Hier soll im Dreißigjährigen Krieg so viel Blut geflossen sein, dass sich die Steine des Tores rot gefärbt haben. Nachdem man das Tor durchschritten hat, befindet man sich wieder in einer Weinlandschaft. Es sind nur noch knapp 10 Minuten, bis man den Kichenplatz von Spitz erreicht.
Hier angekommen folgt ein steilerer Anstieg. Es geht auf den Tausendeimer Berg. Von hier hat man einen schönen Ausblick über die Stadt und die Donau. Mit dem Abstieg entferne ich mich von der Donau. Es geht wieder in die Weinberge. Im Laabener Graben findet sich die nächste Stempelstation beim Weingut Helmut Donabaum. Durch das Naturdenkmal Vogelsang mit seinen Trockenrasen und Steinterassen gelangt man nach einer Weile in einen Wald. Von hier geht es abwärts Richtung Mühldorf. Wer mag kann noch einen Abstecher von etwa 30 Minuten zur Burg Obermann machen. Da diese aber in Privatbesitz ist und nur von außen zu besichtigen ist, würde ich anhand der Kräfte nach 22 Km entscheiden, ob der Weg noch gegangen werden soll oder nicht. Da ich den ganzen Tag in der brütenden Hitze unterwegs war und die Kilometer doch schon in den Beinen gespürt habe, habe ich diesen Abstecher gelassen.
Wegesimpressionen
Rotes Tor, Spitz
Gipfel des Tausendeimerberg
Ruine Hinterhaus aus der Ferne
4.Etappe: Mühldorf – Maria Laach – Aggsbach Markt 20km
Auch für meine vierte Etappe habe ich wieder zwei des offiziellen Wegs zusammen gelegt.
Vom Mühldorfer Marktplatz geht es wieder bergauf. Doch diesmal führt der Weg nicht nur hinauf in die Weinberge, sondern auf den ersten Berg. Das Gipfelkreuz des Trenning liegt auf etwa 628m und bietet einen schönen Ausblick über die umliegende Landschaft. Auf der anderen Seite steigt man wieder ein Stück hinunter um dann den zweiten Berg des Tages zu besteigen. Auf Forstwegen und Waldwegen wandert man hinauf auf 960m. Beim Jauerling handelt es sich um den höchsten Berg an der Donau. Kurz unterhalb des Gipfels findet man das Naturparkhaus und die dort befindliche Stempelstation. Nach kurzer Einkehr gehe ich hinauf zum Gipfel, um festzustellen, dass es zwei Gipfelkreuze gibt – ein „falsches“ und ein offizielles. Hinter der Aussichtwarte geht es einen schmaleren Weg wieder hinunter. Der restliche Weg bis Maria Laach besteht mehr oder weniger aus dem Abstieg aus dem Naturschutzgebiet. Ein kurzes Stück durch die Weinberge und man erreicht den Marktplatz von Maria Laach.
Von hier startet auch der Weg nach Aggsbach Markt. Wie zu Beginn jeder offiziellen Etappe geht es auch hier, hinter dem Friedhof steil bergauf. Man passiert Litzendorf, von wo aus an den abgelegenen Schleinkhof kommt. Hier findet sich erneut eine Stempelstation. Nach einem weiteren kurzen Anstieg geht es durch den Wald bergab nach Aggsbach Markt. Der Weg führt hauptsächlich durch den Wald und über Wiesen und gelangt über eine Schmuckstrasse zum Marktplatz vom Aggsbach Markt.
Gipfelkreuz des Trenning
falsches Gipfelkreuz am Jauerling
offizielle Gipfelmarkierung am Jauerling
Jahn Denkmal am Jauerling
5.Etappe: Aggsbach Markt – Emmersdorf 15km
Am Marktplatz geht es wieder bergauf Richtung Weinberge. Auf dem Weg überquert man die Bahngleise und wandert weiter hinauf in die Hochebene bis man das Dorf Zintring erreicht. Hier passiert man den historischen Glockenturm, der fast komplett aus Holz errichtet ist. Durch den Wald gelangt man an das Gasthaus Waldruhe. Leider ist diese aktuell geschlossen und keine Einkehr möglich. Nach Überquerung der Landstrasse wird man entlang der Jauerling Runde geführt. Man wandert durch Christbaumkulturen weiter bergab. ein kurzes Stück Feldweg und man erreicht den sogenannten Briefträgersteig. Hier geht es steil bergauf durch den Wald. An der oberen Kuppe angekommen gelangt man nach kurzer Zeit Mödelsdorf. Am Ortsende führt ein Güterweg hinab nach Emmersdorf.
Glockenturm Zintring
Christbaumkultur entlang des Weges
6.Etappe: Emmersdorf – Melk 10km
Bei meiner letzten Etappe auf dem Welterbesteig habe ich mein Ziel, das Kloster Melk, immer fest im Blick. Die Wanderung startet an der Marktstrasse. Von hier unterquert man das Viadukt der Wachaubahn um hinauf in die Hügel zu kommen. Leider habe ich die Abzweigung am Schloss Rothenhof verpasst und bin die Straße nach Rautenberg hinauf gewandert. Weiter geht es hinauf auf den Dachberg. Die sich dort befindliche Warte kann nur mit einem Schlüssel besichtigt werden. Von hier geht es nur noch bergab durch einen schmalen wenig begangenen Pfad. Als ich hier gewandert bin waren die Brennnessel und Dornenranken relativ dicht, was man später auch an meinen Armen und Beinen sehen konnte.
Nun nimmt man Kurs auf die Donau. Über die Insel Luberegger Insel und das Kraftwerk überquert man den Fluss. Jetzt ist das Ziel nicht mehr weit und man befindet sich schon in unmittelbarer Nähe der Stadt Melk. Eine kurze Wanderung an der Donau entlang und man biegt durch eine schmalen Pfad in Richtung Stadt ab. Über eine Brücke erreicht man das Stadtzentrum von Melk. Hier befindet sich auch die Touristeninfo, in der ich meine gesammelten Stempel gegen eine Wandernadel tauschen kann. Leider war mein Zeitplan so eng getaktet, dass ich nur einen kurzen Blick in den Hof des Klosters Melk werfen konnte. Für die gesamte Besichtigung fehlte mir leider die nötige Zeit. Mit dem Zug geht es dann auf gleichem Weg wie bei der Hinfahrt zurück nach Hause.