
💗Calanches de Piana💗, Korsika


Der Weg nach Porto führt diesmal nicht an der Küste entlang, sondern durch das Landesinnere. Zahlreiche Serpentinen führen durch ein beeindruckendes Gebirge. Hier ist jedoch Achtung geboten! Auf der Strasse kreuzen nach fast jeder Kurve Kühe oder Schweine die Fahrbahn. Das Hafenstädtchen Porto bietet neben dem schönen Zugang zum Meer auch noch ein paar Sehenswürdigkeiten. Die Strandpromenade lädt zum flanieren ein. Am Ende thront der Genueserturm über der Meerenge. Für 2,50€ Eintritt darf man ihn erklimmen. Von dort aus hat man eine wunderbare Sicht über die ganze Bucht. Der Weg auf den Hügel hinauf ist gesäumt von großen Kakteen. Doch Vorsicht (!) die großen Kaktusfeigen laden geradezu zum ernten ein – die vielen Stacheln machen mir aber relativ schnell klar, dass ich lieber eine im Laden gekauft hätte… Die feinen Spitzen haben mich den Rest des Tages begleitet.






Von Porto aus führt die Straße nach Piana gerade durch die Calanches. Diese Panoramastrasse ist sehr zu empfehlen, Granitfelsen, die durch Wind und Wetter zu faszinierenden Gebilden geformt wurden säumen die Strasse. Immer wieder kann man auf Parkplätze ausweichen und die Landschaft genießen – von hier führen Wanderwege tiefer in das Naturschutzgebiet. Zu Fuß lassen sich die beeindruckenden Formationen in Ruhe genießen. Der schönste Teil der Strecke ist nur 6 km lang und bietet keine Möglichkeit anzuhalten. Auch hier ist wieder Vorsicht geboten – Touristen laufen fasziniert und berauscht von der Natur kreuz und quer über die Strasse, oder das Auto vor einem bleibt plötzlich stehen um Erinnerungsfotos zu schießen.



Der Tag klingt am Strand von Tiuccia aus. Er liegt auf dem halben Weg nach Ajaccio und begeistert durch seine einsame Lage und das glasklare Wasser.
Die zweite große archäologische Fundstätte der Insel findet man in Cauria. Der Komplex besteht aus mehreren Orten, die vom Parkplatz aus in einem Abstand von etwa 10 – 15 Minuten Fußweg zu erreichen sind.
Die erste Station bildet das Alignement de Stantari. Dabei handelt es sich um eine Steinreihe aus mehr als 20 Steinen, die teilweise umgestürzt im Gras liegen. Einige der Steine tragen bei genauerem Hinsehen Gesichter und Waffen – wie auch schon in Filitosa.
Nach einem nicht mal 10 minütigen Spaziergang durch die Ebene – hier brennt die Sonne zur Mittagszeit erbarmungslos herunter – gelangt man zum Alignement de Renaghju. Auch hierbei handelt es sich wieder um eine Steinreihe. Die einzelnen Steine sind teilweise in einem Halbkreis angeordnet. Auch hier sind sie, wie schon an der vorigen Fundstätte, nach Nord-Süd ausgerichtet. Die ersten Hinkelsteine wurden gegen 4600 v. Chr. aufgestellt. Im Schutz von Steineichen kann man sich hier in Ruhe umsehen und erkennt immer neue Anordnungen.
Ein Stückchen weiter den Hügel hinauf befindet sich eines der beeindruckendsten Monument der Anlage – der Dolmen von Funtanaccia. Zu sehen ist der besterhaltene Dolmen Korsikas. Die Platten sind bis zu 3,4m lang und 2,9m breit. Sie haben ein Gesamtgewicht von mehr als 3 Tonnen. Wahrscheinlich handelt es sich um ein Gemeinschaftsgrab der ansässigen Oberschicht. Das Grabmahl das ganze zweite Jahrtausend vor Christus hindurch genutzt.
Ein Rundweg führt den Besucher wieder zurück an den Ausgangspunkt.
Nach etwa 20 Minuten Autofahrt, versteckt sich im Gestrüpp das Alignement de Palaggiu. Mit dem Handy und einschlägigen Online Karten kann man sich gut in die Nähe des Monuments navigieren lassen. Einfach zu finden ist es deshalb aber noch lange nicht. Nur beschriftete Steine am Strassenrand weisen den Weg zu den Steinen, die durch die dichten Büsche hindurch nicht zu sehen sind. Die Fundstätte kann nur zu Fuß erreicht werden. Mit 258 Menhiren findet man hier die größte Ansammlung antiker Steinstatuen im Mittelmeerraum. Die Steine blicken alle in Richtung Osten, der Sonne entgegen.

Die erste Station auf dem Weg in Korsikas Osten ist die Schlidkrötenfarm A Cupulatta. Eigentlich handelt es sich hier mehr um eine Art Zoo, der sich auf Schildkröten spezialisiert hat. Man kann nicht nur die heimische Hermann-Schildkröte bestaunen, sondern auch große Galapagos Schildkröten oder Wasserschildkröten. Alles in allem jede Menge Schildkröten – mehr als 170 Arten! Die 14€ Eintritt finanzieren nicht nur den Zoo, sondern werden zum Schutz und Aufzucht der heimischen Arten verwendet.
Weiter geht es nach Cargese – ein kleines beschauliches Fischerdörfchen. Vom großen Hafen des am Berg gelegenen Dörfchens starten mehrere Bootsausflüge. Bei genauerer Betrachtung ist die Stadt sehr viel weniger spektakulär als gedacht. Es gibt auch nur wenige Einkehrmöglichkeiten: hauptsächlich Restaurants, weniger Cafés.
Der Rückweg bietet jedoch noch einen Lichtblick. Den Strand im Golf von Liamone. An der Strasse gelegen findet sich ein relativ großer Parkplatz – von diesem aus überquert man die Strasse und steht sofort am Strand. Dort wartet kristallklares, Türkises Wasser. Nur wenige Touristen verlaufen sich hierher, nur ein paar Leute auf der Durchreise, Wohnmobile oder Bootsfahrer.
In Ajaccio lohnt sich ein Abstecher zur Grotte Napoleon. Einem großen Platz mit Denkmal für den Kaiser. Er thront auf einer Pyramide über der Stadt.

Korsika hat, geschichtlich gesehen, nicht nur Napoleon Bonaparte zu bieten – sondern auch einige Zeugnisse aus der Bronzezeit.
Die touristisch am Besten erschlossene Stätte findet sich in Filitosa: der bronzezeitlichen Hauptstadt der Insel. Hierbei handelt es sich um die größte erhaltene Anlage Korsikas. Der Eintritt zur Anlage beträgt 7€ – für 4€ mehr erhält man zusätzlich ein kleines Heftchen mit weiterführenden Infos zum Thema. Der Ort ist seit der Bronzezeit (2200 – 800 v. Chr.) besiedelt. Das Highlight der Anlage ist das Zentralmonument, das mitten in den Besiedlungsspuren liegt. Es besteht aus mehreren rund angeordneten Menhiren (Hinkelsteinen). Die Steine sind alle bearbeitet – fast alle tragen Gesichter und Waffen. Die genaue Bedeutung der Steine ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Als relativ sicher gilt jedoch, dass sie in Zusammenhang mit kultischen Handlungen oder Beisetzungen stehen. Neben den Menhiren finden sich an diesem Ort noch weitere interessante Gesteinsformationen.
Nach dem Besuch der Fundstätte bietet es sich an, dass prähistorische Museum in Sartene zu besuchen um das Gesehene zu komplettieren. Hier sind weiter Funde aus Filitosa und Cauria ausgestellt. In den 4€ Eintritt enthalten war zum Zeitpunkt meines Besuchs auch eine Sonderausstellung, die sich voll und ganz den Menhiren der Insel gewidmet hat.
Das Städtchen Sartene hat neben dem Museum noch mehr zu bieten. Jeden Tag wird sie von Touristen überschwemmt, die durch die kleinen und verwinkelten Gassen flanieren.
Auf der Fahrt zurück nach Ajaccio bietet es sich an einen Abstecher an den Strand zu machen. Rund um Propriano hat man zahlreiche zur Auswahl – der Plage de Portigliolo zeichnet sich durch 3km langen feinen Sandstrand aus. Wenn man nicht direkt am Zugang bleibt, hat man den Strand fast für sich alleine.


Ajaccio ist nicht nur die Hauptstadt der Insel, sondern auch die Geburtsstadt Napoleon Bonapartes. Jedes Jahr zu seinem Geburtstag am 15.8. wird und der ganzen Stadt ein großes Fest gefeiert.
Am Besten lässt man sich durch die Strassen mit den vielen Souvenirläden treiben. Auf der Hauptflaniermeile trifft man automatisch auf das Musee Fesch. Hierbei handelt es sich um die zweitgrößte Sammlung italienischer Maler in Frankreich – mehr findet man nur im Louvre. Für 8€ Eintritt kann man nicht nur das Museum, sondern auch die Chapelle Imperiale besichtigen. In dieser Kapelle wurde der ehemalige Kaiser getauft und seine Eltern liegen dort begraben.
Die Strasse mündet in den Place M. Foch, der von einer großen Statue Napoleons dominiert wird. Von dort aus zweigt die Rue Bonaparte ab, die auf das Geburtshaus Bonapartes führt. Das Haus wurde ständig weiterbewohnt, deshalb befindet sich hier nichts mehr in originalem Zustand. Heute ist hier ein Museum eingerichtet, welches jeden Tag von einer Schlange von Touristen gesäumt ist.
Am Ende der Strasse ragt die Zitadelle über das Ufer hinaus. Der Bau befindet sich auf militärischem Sperrgebiet, weshalb er nur im Zuge einer Führung besichtigt werden kann. Direkt daneben beginnt die Strandpromenade mit dazugehörigem Stadtstrand Plage Saint-Francois.
Der diesjährige Sommerurlaub führt mich auf die schöne Insel Korsika, vor die Küste Frankreichs. Da es keine bezahlbaren Flüge an den Zielort Ajaccio gab, geht der Flug zunächst nach Bastia. Von dort geht es dann per Auto fast quer über die Insel. Rein kilometertechnisch sind die Strecken von Ort zu Ort nicht so hoch – die Fahrtzeit sagt dann aber etwas anders. Da man sich ständig über Serpentinen auch das Gebirge schlängeln muss ist man ganz schnell bei einer Zeit um die zwei Stunden, obwohl man sich noch nicht weit vom Start entfernt hat.
Auf dem Weg nach Ajaccio gibt es schon einige Sehenswürdigkeiten, die man nicht auslassen sollte. Beispielsweise das Schildkrötendorf bei Montifao (Village des tortues). Die vom Nationalpark geführte Einrichtung kostet 6€ Eintritt und widmet sich ganz der Hermann-Schildkröte. Hierbei handelt es sich um die letzte Landschildkröte Frankreichs, die hier auf Korsika heimisch ist.
Der nächste Stopp sind die Cascades d’Anglais bei Vizzavona. Im Wanderführer ist ein großer Parkplatz als Startpunkt angegeben – dieser war schnell gefunden, aber dann ist es nicht mehr so einfach. Von dort aus ist der Weg leider sehr schlecht ausgeschildert. Deshalb habe ich mich unbewusst für den längeren, anspruchsvolleren Weg über die Ruine Le fort de Vaux entschieden. Die Route beginnt mit einem steilen Anstieg – nach etwa 35-40 Minuten erreicht man dann die kleinen Wasserfälle, die fliessend ineinander über gehen. An den Gumpen ist Vorsicht geboten! Die Steine sind sehr rutschig. Es empfiehlt sich nicht den Wasserlauf zu überqueren. Besser wandert man den Pfad an der rechten Seite nach unten. Der Abstieg wird mit einem Kiosk belohnt. Von dort geht es über eine breite Forststrasse zurück auf die Strasse, welche zum Parkplatz zurück führt.
Die restliche Autofahrt nach Ajaccio ist relativ unspektakulär. Was einem nur schnell auffällt, da es das navigieren erschwert: auf vielen Strassenschildern ist der französische Städtename mit weißer Farbe übermalt, oder den Wegweiser zieren viele Einschusslöcher. Beides sind wohl Ausdruck der Unabhängigkeitsbestrebung Korsikas, die immer mal größere oder kleinere Wellen schlägt.
