What to do in Hamburg

1. alter Elbtunnel

Hamburg ist über viele Wege zu erreichen. Wer mit dem Auto anreist hat die erste Attraktion dann auch schon auf dem Weg. Über die Elbe, bzw. darunter geht es durch den Elbtunnel hinein in die Stadt. Für 2€ – und wenn das Auto schmal genug ist – wird man von einem Aufzug 23m in die Tiefe befördert. Die Strasse ist so schmal, dass man unbedingt in der Spur bleiben muss um nicht anzuecken. Zu Fuß ist das ganze dann doch deutlich entspannter – und kostenlos. Der Gehweg ist zwar auch so schmal, dass zwei Fußgänger gerade so aneinander vorbei gehen können, aber man hat viel mehr Zeit sich richtig umzusehen. Die Wände sind gefließt und an den beiden Enden, sowie auf Hälfte der Strecke sind Infotafeln angebracht.

2. Park Fiction

Wieder an der Oberfläche wendet man sich nach rechts. Über den Parkplatz auf dem morgens der Fischmarkt stattfindet führt der Weg weiter hinein in die Stadt. Wer gut aufpasst sieht auf der linken Seite etwas, das mir bei meinem ersten Besuch komplett entgangen ist. Palmen! Ja, gut sie sind aus Plastik, aber nur wenig gibt mir son sehr das Gefühl von Urlaub wie der Anblick von Palmen – vor allem an einem strahlend schönen Sommertag. Die Metallgebilde sind Teil eines öffentlichen Parks, in dem tagsüber Basketball gespielt und verweilt wird. Kein Wunder bei dem schönen Blick auf den Hafen bis hin zu den Docks.

3. Reeperbahn

Nur einen Katzensprung vom Park Fiction entfernt beginnt die legendäre Reeperbahn. Abends beginnen die vielen Lichter der Stadt zu leuchten und die Tour auf der Meile kann richtig losgehen. Neben den Klassikern, wie er Davidwache, den tanzenden Türmen oder der Großen Freiheit, hat es mir der Beatles Platz angetan. Genau am Eingang zur großen Freiheit stehen die vier Musiker in Metall verewigt. Im Kreis um sie herum sind die Titel ihrer Lieder in den Boden eingelassen. Hamburg zollt damit einer großen Band Tribut, die ihre Karriere in den 1960ern dort startete.

Am Ende der Reeperbahn öffnet sich die Straße zum Dom Park. Der Hamburger Dom findet dreimal im Jahr statt. Ich hatte schon mal Glück und konnte beim letzten Mal über die Frühlingskirmes schlendern. Von hier ist es nur ein Steinwurf bis zum Millerntor-Stadion. Natürlich habe ich mich sofort in das Graffiti am Eingang 4 verliebt.

4. Lichterfahrt

Wer Abends in St. Pauli unterwegs ist und noch nicht bereit für eine Kneipentour ist, dem kann ich eine Lichterfahrt nur empfehlen. Gestartet wird an den Landungsbrücken um 21:30 Uhr. Auf einer Barkasse geht es Richtung Elbphilharmonie und Speicherstadt. Bei meiner Tour war der Wasserstand schon zu niedrig, um richtig in die Speicherstadt hinein fahren zu können, deshalb wurde nur der Abends befahrbare Teil angeschnitten. Nach einer kurzen Drehung geht es wieder vorbei an der Elbphilharmonie. Langsam setzte jetzt auch die Dämmerung ein, so dass der Himmel in die schönsten Pastelltöne getaucht war – die Fotos werden der Realität nicht gerecht. Weiter geht es hinaus Richtung Elbstrand. Eine große Linkskurve später befand ich mich schon am Eingang der Docks. Das ich Containerschiffe sehr faszinierend finde ist kein Geheimnis. Sie von so nah und während des Sonnenuntergangs zu sehen war für mich eine besondere Erfahrung. Am Ende der Docks geht es durch zwei Schleusen zurück von der Nordelbe auf den Hauptstrom. Ein bisschen verzaubert von den Eindrücken geht es nach 1 1/2 Stunden wieder zum Ausgangspunkt. Die 26€ für die Fahrt waren es definitiv wert und ich würde es sofort wieder machen.

5. Museumsschiff Rickmer Rickmers

Unter Tags findet man gleich neben den Landungsbrücken seit den 1980ern die Rickmer Rickmers – ein Museumsschiff, dass nach einem Eintritt von 6€ erkundet werden kann. Das alte Segelschiff hat eine lange Geschichte als Frachtschiff, die man in der Dauerausstellung gut nachvollziehen kann. Im Bauch des Schiffs befindet sich ein Restaurant, dass auch als Eventlocation gemietet werden kann. Seit 2006 findet sich dort auch eine offizielle Schiffspoststelle der Deutschen Post mit einem eigenen Sonderstempel. Wer ein besonderes Andenken nach Hause schicken möchte, wirft seine Postkarten am Besten hier ein.

6. Speicherstadt

Wenn man am Hafen entlang flaniert landet man unwillkürlich in der Speicherstadt. Da diese riesig ist und zahlreiche Museen zu bieten hat, die alleine einen Tag zur Besichtigung gebraucht hätten, muss ich mir ein paar Highlight rauspicken.

Bevor man in die Speicherstadt eintaucht lohnt es sich einen kurzen Abstecher zum Chile Haus zu machen. Das 1924 errichtete Backsteingebäude gilt als Ikone des Expressionismus in der Architektur und ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Die Spitze im Osten des Kontorhauses erinnert an einen Schiffsbug. Im Innenhof lohnt sich ein Blick nach oben – so ein Ausblick ist eher selten.

Die Speicherstadt erinnert mich ein bisschen an ein Inselchen im Fluss. Es scheint als würden die Gebäude und ihre Straßen nur von den Brücken an Ort und Stelle gehalten, die sich alle paar Meter durch das Areal ziehen. Über das Highlight im Fluss bin ich eher zufällig gestolpert – das Elbschlösschen! Eigentlich wollte ich nur kurz Pause machen und mir was zu trinken holen, als ich beim Hinsetzten im Außenbereich des von mir ausgewählten Cafés bemerke, dass man von dieser Brücke einen perfekten Blick auf das Wasserschloss hat.

7. Fischmarkt

Natürlich darf der Fischmarkt bei einer Tour durch St. Pauli nicht fehlen. Morgens um 5 sind außer mir nur ein paar Nachtschwärmern und andere Frühaufsteher an der Hafenpromenade. Die meisten Touristen kommen erst etwas später gegen 6, wenn’s richtig los geht’s und alle Stände ihre Waren zum anpreisen aufgebaut haben. Natürlich könnte auch ich den verlockenden Angeboten nicht widerstehen. Eine riesige Tüte Nudeln und eine Kühlbox voll geräuchertem Fisch begleiten mich im Auto zurück nach Hause.

Betrieb auf dem Fischmarkt

8.Planten un Blomen

Botanische Gärten strahlen für mich immer eine gewisse Art von Ruhe aus – klar, das ich mir Planten un Blomen nicht entgehen lassen wollte. Die schlechte Nachricht zuerst: Die Gewächshäuser werden aktuell saniert und sind bis auf weiteres geschlossen.

Trotzdem gibt es im Park, der kostenlos zu besichtigen ist und seinen Namen von der Niederdeutschen Gartenschau 1935 erhalten hat, einiges zu betrachten. Auf dem Rundweg wandelt man über die Mittelmeerterrassen gelangt man in den Japanischen Landschaftsgarten. Darauf folgt dann der Rosengarten, welcher sich zu einem kleinen See öffnet. Von hier hat man einen tollen Blick auf den Fernsehturm.

9.Rathaus & Alsterarkaden

Vom zuvor erwähnten Park ist es nur ein kurzer Spaziergang in die Hamburger Innenstadt. Die Straßen voller Geschäfte laden zu einem Schaufensterbummel ein. Meistens muss es auch beim Schaufenster bleiben, da die Geschäfte Richtung Rathausplatz immer hochpreisiger werden. Nur bei den bekannten Marken in meiner Preisklasse konnte ich nicht vorbei gehen und musste doch einen Blick hinein werfen. Eines dieser Geschäfte hatte an beiden Enden einen Ein- bzw. Ausgang – und schon stand ich in den Alsterarkaden. Einen kurzen Moment fand ich mich nach Venedig versetzt, da ein klarer Bezug in der Architektur zu finden ist. Nebenbei sind die Arkaden eine der ältesten Einkaufs- und Flaniermeilen Hamburgs.

Gleich gegenüber der Arkaden sieht man ihn schon – den Prachtbau aus dem 19.Jahrhundert in dem heute das Rathaus untergebracht ist.

10.Street Art

Mein letztes to Do ist nicht an einem bestimmten Ort zu finden, sondern eher über die ganze Stadt verteilt: Die Hamburger Street Art.

Man findet diese Kunstwerke in manchen Vierteln fast an jeder Ecke. Ich musste mich hier also auf eine Auswahl beschrenken, bzw. werde diesen Punkt fortführen, immer wenn ich ein neues, für mich besonders Kunstwerk finde. Beim Banksy scheiden sich die Geister ob er denn echt ist, vielleicht ist das aber genau der Reiz bei diesem Künstler, von dem niemand weiß wer er wirklich ist. Im folgenden meine aktuelle Auswahl mit Hinweisen auf den Standort:

  1. Der letzte Seebär – Lippmannstraße
  2. Hamburg Tor zur Welt – Argentinienbrücke
  3. Bomb Hugger, Banksy – Michaelipassage
  4. Möwen – Ellerholzdamm