Welterbesteig – 96km durch die Wachau

Eigentlich ist der ganze Welterbesteig 180 Kilometer lang. Aus Zeitgründen habe ich mich entschieden nur die eine Donauseite entlang zu wandern. Mein Weg führt von Krems nach Melk.

Für die Anreise habe ich den Zug gewählt. Von München aus ist man mit Zwischenstopp in St.Pölten in etwas mehr als 4 Stunden in Krems an der Donau. Mit dem „Super Sparpreis Europa“-Ticket kostet die einfache Fahrt ohne Ermassigung 39,90€.

1. Etappe: Krems – Dürnstein 13km

Los geht die erste Etappe im Startpunkt Krems. Über die die Gozzoburg in der Altstadt geht es hinauf zu Piaristenkirche. Nach der Überquerung des Stadtgrabens gelang man zur Alaunstrasse. Dort soll der Aufstieg aber erst beginnen. Über die Kreuzbergstiege geht es hinauf in die Weinberge. Für mich, die diesmal nicht für die Wanderung trainiert hat, war dieser Aufstieg einer der anstrengendsten der gesamten Wanderung. Gefühlt wollten die vielen, kleine Stufen nicht enden – das mag aber auch durchaus an meiner mangelnden Fitness liegen.

Nun geht es leicht auf uns ab durch die Weinberge, bis man wieder in den Kremser Stadtteil Stein hinunter Richtung Donau kommt. Beim Durchqueren von Stein reicht man auch die erste Stempelstation am Tor des Heurigen Mayr-Resch. Der Weg führt weiter in Richtung der Bahngleise, wo es wieder bergauf in die Weinberge geht. Hier passiert man aus der Ferne das Franzosendenkmal, welches an den napoleonischen Krief von 1805 erinnert. Über einen Skulputurenweg nähert man sich der Burgruine Dürnstein – welche an diesem Tag aber noch nicht Teil des Weges sein soll. Kurz unterhalb der Burg schlug bei meinem Besuch das Wetter um und plötzlich stand ich in einem Platzregen, nur mit den kleinen Mauervorspüngen der ersten Garagen der Stadt Dürnstein zum Schutz. Völlig durchnässt endet die erste Etappe in Dürnstein am Kremser Tor.

2. Etappe: Dürsten – Weißenkirchen 16 km

Die zweite Etappe startet mit dem Durchschreiten des Kremser Tors. Kurze Zeit später führt ein schmaler Weg – der sogenannte Eselsteig – hinauf zur Burg. Wie ich bald jeden Morgen lernen sollte, beginnen alle Etappen des Welterbesteigs mit einem relativ steilen Anstieg. Die heutige Burgruine Dürnstein diente im 12. Jahrhundert als Gefängnis für König Richard Löwenherz. Passend dazu gibt es hier auch einen Themenweg hinauf zur Ruine, diesen passiere ich aber erst kurz unterhalb der Burg. Nach einer kurzen Besichtigung der Ruine geht es weiter auf einem Höhenweg entlang Richtung Sterhembergwarte. Dort findet sich nicht nur die erste Einkehrmöglichkeit auf dem Weg sondern auch die Stempelstation.

Hier beginnt auch der Höhenweg nach Weißenkirchen. Zunächst wandert man durch eine waldige Berglandschaft, bis man wieder in tiefere Lagen gelangt und sich die Landschaft verändert. Der Weg führt nun wieder durch die Weinberge bis hin zur nächsten Stempelstation – dem Heurigen Pomassl. Weiter leicht bergab geht es Richtung Ziel. Nachdem man die Weinberge hinter sich gelassen hat gelangt man über einen historischen Kirchensteig zur Wehrkirche und von dort aus durch eine Holztreppe zum Marktplatz von Weißenkirchen.

3. Etappe: Weißenkirchen – Spitz – Mühldorf 22km

Meine dritte Etappe vereint eigentlich zwei Etappen des offiziellen Weges. Anstatt nur bis Spitz zu gehen, gehe ich den Weg weiter bis nach Mühldorf.

Ausgangspunkt dieser Etappe ist der Weissenkirchner Marktplatz. Von hier führt die Burgstiege hinauf zum Burgviertel, einer der ältesten Siedlungen in der Region. Hier findet sich auch schon die erste Stempelstation beim Heurigen der Familie Rosenberger. Danach geht es wieder hinauf in die Weinberge. Ein Stück weiter des Weges führt er in eine Wald hinein. Von hier gelangt man immer wieder zu Aussichtspunkten. Man wandert immer weiter den Höhenweg entlang, bis man an einen Bach gelangt. Hier hält man sich rechts und folgt den Wegweisern zum Roten Tor. Hier soll im Dreißigjährigen Krieg so viel Blut geflossen sein, dass sich die Steine des Tores rot gefärbt haben. Nachdem man das Tor durchschritten hat, befindet man sich wieder in einer Weinlandschaft. Es sind nur noch knapp 10 Minuten, bis man den Kichenplatz von Spitz erreicht.

Hier angekommen folgt ein steilerer Anstieg. Es geht auf den Tausendeimer Berg. Von hier hat man einen schönen Ausblick über die Stadt und die Donau. Mit dem Abstieg entferne ich mich von der Donau. Es geht wieder in die Weinberge. Im Laabener Graben findet sich die nächste Stempelstation beim Weingut Helmut Donabaum. Durch das Naturdenkmal Vogelsang mit seinen Trockenrasen und Steinterassen gelangt man nach einer Weile in einen Wald. Von hier geht es abwärts Richtung Mühldorf. Wer mag kann noch einen Abstecher von etwa 30 Minuten zur Burg Obermann machen. Da diese aber in Privatbesitz ist und nur von außen zu besichtigen ist, würde ich anhand der Kräfte nach 22 Km entscheiden, ob der Weg noch gegangen werden soll oder nicht. Da ich den ganzen Tag in der brütenden Hitze unterwegs war und die Kilometer doch schon in den Beinen gespürt habe, habe ich diesen Abstecher gelassen.

4.Etappe: Mühldorf – Maria Laach – Aggsbach Markt 20km

Auch für meine vierte Etappe habe ich wieder zwei des offiziellen Wegs zusammen gelegt.

Vom Mühldorfer Marktplatz geht es wieder bergauf. Doch diesmal führt der Weg nicht nur hinauf in die Weinberge, sondern auf den ersten Berg. Das Gipfelkreuz des Trenning liegt auf etwa 628m und bietet einen schönen Ausblick über die umliegende Landschaft. Auf der anderen Seite steigt man wieder ein Stück hinunter um dann den zweiten Berg des Tages zu besteigen. Auf Forstwegen und Waldwegen wandert man hinauf auf 960m. Beim Jauerling handelt es sich um den höchsten Berg an der Donau. Kurz unterhalb des Gipfels findet man das Naturparkhaus und die dort befindliche Stempelstation. Nach kurzer Einkehr gehe ich hinauf zum Gipfel, um festzustellen, dass es zwei Gipfelkreuze gibt – ein „falsches“ und ein offizielles. Hinter der Aussichtwarte geht es einen schmaleren Weg wieder hinunter. Der restliche Weg bis Maria Laach besteht mehr oder weniger aus dem Abstieg aus dem Naturschutzgebiet. Ein kurzes Stück durch die Weinberge und man erreicht den Marktplatz von Maria Laach.

Von hier startet auch der Weg nach Aggsbach Markt. Wie zu Beginn jeder offiziellen Etappe geht es auch hier, hinter dem Friedhof steil bergauf. Man passiert Litzendorf, von wo aus an den abgelegenen Schleinkhof kommt. Hier findet sich erneut eine Stempelstation. Nach einem weiteren kurzen Anstieg geht es durch den Wald bergab nach Aggsbach Markt. Der Weg führt hauptsächlich durch den Wald und über Wiesen und gelangt über eine Schmuckstrasse zum Marktplatz vom Aggsbach Markt.

5.Etappe: Aggsbach Markt – Emmersdorf 15km

Am Marktplatz geht es wieder bergauf Richtung Weinberge. Auf dem Weg überquert man die Bahngleise und wandert weiter hinauf in die Hochebene bis man das Dorf Zintring erreicht. Hier passiert man den historischen Glockenturm, der fast komplett aus Holz errichtet ist. Durch den Wald gelangt man an das Gasthaus Waldruhe. Leider ist diese aktuell geschlossen und keine Einkehr möglich. Nach Überquerung der Landstrasse wird man entlang der Jauerling Runde geführt. Man wandert durch Christbaumkulturen weiter bergab. ein kurzes Stück Feldweg und man erreicht den sogenannten Briefträgersteig. Hier geht es steil bergauf durch den Wald. An der oberen Kuppe angekommen gelangt man nach kurzer Zeit Mödelsdorf. Am Ortsende führt ein Güterweg hinab nach Emmersdorf.

6.Etappe: Emmersdorf – Melk 10km

Bei meiner letzten Etappe auf dem Welterbesteig habe ich mein Ziel, das Kloster Melk, immer fest im Blick. Die Wanderung startet an der Marktstrasse. Von hier unterquert man das Viadukt der Wachaubahn um hinauf in die Hügel zu kommen. Leider habe ich die Abzweigung am Schloss Rothenhof verpasst und bin die Straße nach Rautenberg hinauf gewandert. Weiter geht es hinauf auf den Dachberg. Die sich dort befindliche Warte kann nur mit einem Schlüssel besichtigt werden. Von hier geht es nur noch bergab durch einen schmalen wenig begangenen Pfad. Als ich hier gewandert bin waren die Brennnessel und Dornenranken relativ dicht, was man später auch an meinen Armen und Beinen sehen konnte.

Nun nimmt man Kurs auf die Donau. Über die Insel Luberegger Insel und das Kraftwerk überquert man den Fluss. Jetzt ist das Ziel nicht mehr weit und man befindet sich schon in unmittelbarer Nähe der Stadt Melk. Eine kurze Wanderung an der Donau entlang und man biegt durch eine schmalen Pfad in Richtung Stadt ab. Über eine Brücke erreicht man das Stadtzentrum von Melk. Hier befindet sich auch die Touristeninfo, in der ich meine gesammelten Stempel gegen eine Wandernadel tauschen kann. Leider war mein Zeitplan so eng getaktet, dass ich nur einen kurzen Blick in den Hof des Klosters Melk werfen konnte. Für die gesamte Besichtigung fehlte mir leider die nötige Zeit. Mit dem Zug geht es dann auf gleichem Weg wie bei der Hinfahrt zurück nach Hause.

Stadtspaziergang Krems an der Donau

Der Spaziergang durch Krems lässt sich leicht in zwei Teile aufgliedern – zum einen die Kremser Altstadt, zum anderen der Stadtteil Stein.

Kremser Altstadt

Über den Bahnhofsplatz führt eine Strasse direkt auf die Untere Landstrasse zu und damit befindet man sich schon fast in der Altstadt. Weiter den Hügel hinauf läuft man fast direkt auf die Gozzoburg zu.

Hierbei handelt es sich um eine hochmittelalterliche Stadtburg, die zu den bedeutendsten Gebäuden der frühen Gotik in Niederösterreich zählt. Seinen Namen verdankt es einem Stadtrichter aus dem 13. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wurde der Turm der Burg abgerissen. Seit 2007 ist die Burg auch im Rahmen einer Führung zu besichtigen.

Ein Stück unterhalb und ein paar Meter weiter findet man den Dom der Wachau oder auch Pfarrkirche St. Veit genannt. Die ältesten Teile der Kirche können ins 13. Jahrhundert datiert werden. Die heute zu sehende Innenausstattung stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Nun geht es wieder den Berg hinab und über die Obere Landstrasse. Einige Meter weiter bergab stößt man auf den Dreifaltigkeitsplatz. In der Mitte des Platzes befindet sich die links gezeigte Dreifaltigkeitssäule. Dieses barocke Denkmal aus dem 18. Jahrhundert besteht aus Kalksandstein. Um die Säule herum finden sich Bänke zum verweilen.

Weiter hinab Richtung Donau trifft man auf die Ringstrasse. Diese führt direkt in den Stadtpark. Neben anderen Monumenten ist mir hier der Musikpavillon besonders aufgefallen. Irgendwie fühle ich mich bei seinem Anblick gleich in eine andere Zeit versetzt. 1898 wurde dieser Pavillon zu Ehren des 50. Thronjubiläums von Kaiser Franz Josef im Stadtpark errichtet.

Stadtteil Stein

Da die Ringstrasse eine relativ große und unschöne Straße für einen Spaziergang ist, biege ich ab Richtung Donau und spaziere mit dem Fluss in Sicht Richtung Tor der Wachau. Dabei handelt es sich um den Schifffahrtshafen der Stadt. Angrenzend zum Tickethäuschen findet sich eine permanente Freiluftausstellung, die auf die Highlights der Region hinweist. Mit dem Erreichen dieses fiktiven Tores hat man den Stadtteil Stein betreten.

Weg von der Donau, wieder hinauf in die Stadt, läuft man direkt auf die Landesgalerie Niederösterreich zu. Das moderne Erscheinungsbild des 2019 eröffneten Museums fällt direkt ins Auge. Hier werden die Kunstsammlungen Niederösterreichs mit wichtigen Privatkollektionen vereint.

Hinter dem Museum betritt man die sogenannte Kremser Kunstmeile, die zurück in die Altstadt führt. Nur wenige Meter hinter der Galerie findet sich das Karikaturmuseum. Auch hier sind in einer Art Freiluftgalerie verschiedene Werke an den Wänden der linken Straßenseite zu sehen.

Am Ende der Kunstmeile trifft man auf das Steinertor. Das einzige noch erhaltene Stadttor wurde im 15. Jahrhundert errichtet und etwa 300 Jahre später barockisiert. Auch heute kann man vor dem Tor noch den Verlauf des Stadtgrabens. Die rechts zu sehenden Wappen weisen auf den landesfürstlichen Status der Stadt hin. Täglich um 11.00 und 16:00 Uhr erklingt ein Glockenspiel. Wenn man das Tor durchschreitet betritt man wieder die Altstadt.

Damit schließt sich mein Rundgang.