Faistos – Matala – Moni Arkadi
Φαιστός – Μάταλα – Μονή Αρκαδίου
Heute ist vor allem die richtige Schreibweise wichtig. Auf der Suche nach der minoischen Palastanlage Faistos (Φαιστός), habe ich mich erst einmal richtig schön verfahren. Auf deutsch wird der Palast auch gerne Festos genannt – wenn man das jedoch im Navi eingibt landet man bei einem Stausee mitten im nirgendwo…
Nach 20 Minuten Umweg stand ich dann aber doch an der Kasse zum richtigen Palast (8€ Eintritt). Zunächst öffnet sich der Blick auf eine große Platzanlage mit großer Treppe im Auslauf. Aufgrund des Alters der Stätte ist erwartungsgemäß nicht mehr recht viel zu besichtigen. Nur die königlichen Gemächer sind durch eine Überdachung geschützt und relativ gut erhalten. Der hintere Teil, mit der Hauptfassade waren leider für Besucher gesperrt – einige Stellen waren durch Planen abgedeckt, was auf eine Restauration oder andere bestehende Arbeiten hindeutet. Die bedeutendsten archäologischen Funde befinden sich im Museum in Heraklion.
Von der Anhöhe von Faistos geht es weiter an den Strand von Matala (Μάταλα). Gleich hinter einem großen Parkplatz öffnet sich der Blick auf das Meer. Am Ende des Sandstrandes erheben sich römische Grabhöhlen, die für 2€ besichtigt werden können. Von den Höhlen sind nur noch die Einbuchtungen zwischen den überall hin und her kletternden Besuchern zu sehen. In den 70er Jahren wurde diesen nochmals neues Leben eingehaucht – einige der Höhlen wurden von Hippies geplündert und bewohnt.
Wiedermal kommt das Highlight des Tages zum Schluß. Der Weg führt mich über kleine verlassene Bergstraßen hinauf zum Kloster Arkadi (Μονή Αρκαδίου). Wie verlassen die Gegend ist sollte mir relativ schnell bewusst werden. Auf der gefühlt kleinsten und einsamsten Schotterstraße der Reise ziehen plötzlich drei aufgesteckte, abgetrennte Ziegenköpfe am Fenster des Autos vorbei. Nach der ersten Erkenntnis, dass der Rest der Ziege fehlt und wirklich nur der Kopf des Tieres mit buchstäblich Haut und Haaren am Zaun steckt, entschließe ich mich nicht nochmal zurück zu fahren und diese Erlebnis zu dokumentieren. Schließlich fangen Horrorfilme meistens so, oder so ähnlich an… 😅
Doch der Weg nach Arkadiu lohnt sich auf alle Fälle! Durch ein schmales Tor erhascht man bereits einen ersten Blick auf die schöne Klosterkirche. Der ganze Ort strahlt eine besondere Art Ruhe aus, was wahrscheinlich mit dem Wissen um die Geschichte des Ortes zu tun hat. Während der osmanischen Eroberung zählt das Kloster zu einem der wichtigsten Widerstandsorte und ist bis heute ein Nationalsymbol. Im Zuge dieses Widerstands, als der Kampf so gut wie verloren gilt, sprengt sich der letzte verbleibende Mönch mit 300 Frauen und Kindern im Pulvermagazin in die Luft – um sie vor dem drohenden osmanischen Harem zu bewahren. Dieser Ort kann auch heute am Ende des Klosterhofes besichtigt werden. Mir lief ein kleiner kalter Schauer über den Rücken als ich den noch russigen Wänden gegenüberstand. Der mit schönen Blumen liebevoll bepflanzte Hof und Umgang steht in krassem Gegensatz zur Geschichte des Ortes.
