Exploring Liguria: Mit dem Oldtimer-Van von Dolceaqua bis nach Genua


Dolceaqua – Ventimiglia – Cervo – Savona – Arenzano – Genua


Wir eröffnen offiziell die Camping Saison! 10 Tage geht es für uns mit dem Feuerwehrbus nach Ligurien – zwischen Genua und der französischen Grenze. Insgesamt haben wir den Trip in vier Etappen aufgeteilt. Da wir in der Vorsaison unterwegs sind haben wir keinen der Campingplätze vorgebucht, was uns ein gewisses Maß an Spontanität in der Planung ermöglicht hat. In der Hauptsaison wäre es wahrscheinlich nicht so einfach gewesen.

Mit unserem Oldtimer-Bus, der im Durchschnitt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf die Strecke bringt, ist eine Anreise an einem Tag ein bisschen utopisch. Deshalb ist der erste Tag des Urlaub nur der Fahrt gewidmet. Wir beginnen bei 10 Grad und Regen und werden den strömenden Regen auch bis Italien nicht los – inklusive Aqua Planning auf der italienischen Autobahn. 570 km geht es durch die Schweiz bis nach Costa Vescovato. Der Campingplatz „La Campeggia“ ist unser Stellplatz für die Nacht. Zu zweit inklusive Strom haben wir 20€ in der Nebensaison bezahlt. Die Anmeldung konnte ich ganz einfach online von unterwegs aus ausfüllen. Wäre das Wetter auch nur ein bisschen besser gewesen, hätten wir abends den Ausblick über die Weinberge genießen können. So haben wir uns, gleich nachdem wir alles angeschlossen hatten, in den Van verzogen und dem Trommeln des Regens auf dem Dach gelauscht. Das Ganze hört sich romantischer an als es gewesen ist. Da wir bis jetzt nur den Boden isoliert haben ist es kalt im Bus – und nach ein paar Stunden merken wir, das der Oldtimer ein Leck hat. Es tropft an der hinteren rechten Ecke leicht, aber stetig ins Innere. Das muss auf jeden Fall bei unserer nächsten Bauphase repariert werden.

Erster Ausflug nach Dolceaqua

Am nächsten Morgen geht der Urlaub dann richtig los. Wir nähern uns dem Startpunkt Ventimiglia mit großen Schritten. Auf dem Weg machen wir einen Halt in Dolceaqua, das in jedem Reiseführer und Reisebericht erwähnt wird. Es handelt sich um ein Dorf, dessen Altstadt an einem Hang gelegen ist. Die kleinen verwinkelten Straßen, die erstmal nur nach oben zu führen scheinen, sind nicht mit dem Auto befahrbar. Deshalb parken wir auf dem großen Parkplatz auf der Altstadtseite des Flusses am Fuß des Dorfes. Ganz oben thront ein Kastell, das grundsätzlich auch besichtigt werden kann – wir kommen zur Mittagszeit an und verpassen den letzten Einlass vor der Mittagspause um eine halbe Stunde. Also tauschen wir wieder in die schmalen Gassen ein. Der Maler Monet wurde ebenfalls von der Ansicht verzaubert und hat mehr oder weniger mein Foto gemalt.

Nach diesem Ausflug und einem ausgiebigen Mittagessen, geht es weiter zum Stellplatz. Wie bleiben etwas außerhalb von Ventimiglia und fahren zum Campingplatz “ Camping por la mar„. Hier zahlen wir inklusive Strom und 18 Minuten warme Dusche 29€. Abends spazieren wir noch kurz hinunter zum Meer und schauen schweigend den Wellen zu.

1. Etappe (Ventimiglia – Cervo)

Eigentlich stand der botanische Garten Hanbury auf meiner Liste. Da wir am vorhergehenden Tag aber etwas spät an unserem Stellplatz angekommen sind, konnten wir den Garten, der nur bis 17:00 Uhr geöffnet hat nicht mehr besuchen. In der ersten Etappe wäre er zu weit abseits der Strecke gelegen um diesen Schlenker zu machen. Das sollte nicht das letzte Mal auf dieser Reise sein, dass ich die Sehenswürdigkeiten, von der Liste die ich im Vorlauf zu Hause gemacht habe, auslassen musste. Viele Dinge sind einfach nicht möglich, wenn man mit einem knapp 5 Meter langen und fast 3 Meter hohen Camping Bus unterwegs ist.

Auf der Strecke nach Cervo gibt es allerdings eine super Alternative für alle Pflanzenliebhaber: Der Giardino Esotico Pallanca. Er liegt direkt an der Straße und wir hätten ihn beim Fahren fast übersehen! Was von Außen eher unscheinbar wirkt ist ein exotischer Garten, der sich über zahlreiche Terrassen auf dem Hügel erstreckt . Es handelt sich um einen privaten Garten, der seit 1989 für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Wir haben 6€ pro Person bezahlt, die sich zumindest für mich als Crazy Plant Lady definitiv gelohnt haben.

Weiter geht die Fahrt und wir erreichen die Stadt San Remo. Hier stehen wir nur im Stau und haben keine Möglichkeit zu parken um die Stadt zu erkunden oder auf der Strandpromenade zu bummeln. Deshalb orientieren wir uns weiter Richtung Leuchtturm am Ende der Stadt. Aber auch dieser ist abgezäunt und kann offensichtlich nicht besichtigt werden. Weiter entlang der Strecke würde das Künstlerdorf Bussana Vecchia warten – da wir am Vortag aber erst in Dolceaqua waren und das im Internet sehr ähnlich ausgesehen hat, haben wir den Ort bewusst ausgelassen. Kurz vor unserem Tagesziel findet sich noch ganz versteckt am Straßenrand und nirgends ausgeschildert das Denkmal für die Gewinner des Radrennes Mailand – San Remo. Es gibt nur eine winzige Parkmöglichkeit, so dass ich nur kurz aus dem Auto gesprungen bin um das Ganze in einem Foto festzuhalten.

An allen kommenden Stränden vorbei fahren wir zu unserem Etappenziel – dem Campingplatz „Camping del Mare„. Der Platz hat einen eigenen Strandzugang, der nur wenige Meter von dem uns zugewiesenen Stellplatz entfernt ist – weil uns der Platz und der Strand so gut gefallen hat bleiben wir eine weiter Nacht stehen und legen einen Strandtag ein. Das Meer ist zwar noch etwas kalt, das hat uns aber nicht wirklich davon abgehalten hinein zu springen.

Hier zahlen wir inklusive heißer Dusche 25€ pro Nacht. Der Strom wird mit 50 Cent pro Kilowattstunde abgerechnet.

2. Etappe (Cervo – Savona)

Auf der Strecke Cervo – Savona hätte der Reiseführer mehrere Sightseeing Tipps parat gehabt – aber wie vorhin schon mal angesprochen gestaltet sich das mit dem Campervan schwierig. Die Parkplatz-Situation war in allen Fällen ziemlich bescheiden.

Aber erst mal zu den Hotspots: Alessio. Hier gäbe es die Mauer der Verliebten zu sehen. Weit und breit gab es in der ganzen Stadt keinen Parkplatz, wo wir unseren Van hätten abstellen können. Auf der Parkplatzsuche sind wir aber dennoch daran vorbei gefahren – und genau in dem Moment streikt meine Kamera! Ich hätte mir gerne die Fliesen an der Wand genauer angesehen. Eine der ältesten trägt die Signatur von Ernest Hemmingway und stammt aus dem Jahr 1951. Am Ende sollte es aber nicht sein.

Ein Stück weiter lockt die Grotte von Borgia Verezzis. Sie ist mehrere Kilometer lang und gilt als farbigste Grotte Italiens. Schon auf dem Satelitenbild – das ich immer zur Parkplatzsuche nutze – war weit und breit keine Parkmöglichkeit zu sehen. Deshalb sind wir diesen Punkt gar nicht erst angefahren.

Nächster Halt Varigotti – oder auch nicht… Der kleine Küstenort ist vor allem für seine bunten Häuser, die sarazenische Einflüsse zeigen, bekannt. Sie dienen als Vorlage für die Häuser im Donald Duck Comic „Donald und die Nacht der Sarazenen“. Parkplatz gab es wieder weit und breit keinen, weshalb wir auch hier nur durch gefahren sind.

Die Strände von Bergeggi würden hier anschließen, aber hier kann man maximal mit dem Roller / Motorrad parken, da alles aus Hotelanlagen oder Strandbädern besteht.

Unseren Platz für die Nacht haben wir dann auf dem Campingplatz Vittoria in Savona gefunden. Hier zahlen wir 37,5€ inklusive Strom. Wir haben einen Platz direkt am Meer ergattert. Der Ausblick aus dem Auto ist einfach traumhaft. Das entschädigt uns für die verpassten Sehenswürdigkeiten. Der Platz hat allerdings auch eine kleine Schattenseite – die sanitären Anlagen sind etwas in die Jahre gekommen. Geduscht habe ich hier nicht und die Toilette war ohne Brille und Toilettenpapier. Für einen kurzen Zwischenstopp ist der Platz total ok, für länger würden wir uns aber eher etwas komfortableres suchen.

3. Etappe ( Savona – Arenzano)

In Savona lockt die Fortezza Priamar. Direkt am Fuß der Festung gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz, auf dem Der Bus sehr gut Platz findet. Die Besichtigung der Fortezza ist kostenlos, lediglich das kleine archäologische Museum kostet 5€ Eintritt. In dem kleinen, aber feinen Museum wird die Geschichte der Stadt ab der Römerzeit abgebildet. Ich fand ein bisschen Schade, dass wir die einzigen Besucher im Museum waren, obwohl die Festung an sich gut besucht war.

Danach geht es schon weiter zum nächsten Stellplatz: Dem Caravan Park The Vesima, direkt zwischen Autobahn und Bahngleisen. Hier zahlen wir 43€ inklusive Strom und warme Dusche. Als Stadtkind haben mich die Geräusche der Straße und der Bahn überhaupt nicht gestört und ich konnte wunderbar schlafen. Besonders schön fanden wir den Zugang zum kleinen Strandabschnitt. Hier waren wir zum 3. Mal im Meer baden und hätten uns auch einen längeren Aufenthalt vorstellen können.

4. Etappe (Arenzano – Genua)

Die letzte Etappe an unseren Zielort Genua ist eher unspektakulär. Da wir in Arenzano schon in einem direkten Vorort von Genua waren, sind wir nur noch durch die Stadt gefahren. Da campen in der Stadt eher schwierig ist, haben wir uns dazu entschieden für die Erkundung Genuas ein Hotel am Stadtrand zu mieten, wo wir unseren Bus gut und sicher abstellen können. Da sich hier dann auch die Art des Reisens ändert, widme ich Genua einen eigenen Blogpost.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unser erster längerer Campingtrip ein voller Erfolg war. Wir sind ein sehr eingespieltes Team, was sich besonders im Aufbau unseres Pavilions zeigt, den wir inzwischen in 5 Minuten auf- oder abgebaut haben. Die wichtige Erkenntnis für mich war, das sich bei dieser Form des Reisens einiges verändert. Sightseeing ist keine große Priorität mehr, die Landschaft rückt weiter in den Vordergrund. Auch Zeit hat einen anderen Stellenwert. Alles ist etwas langsamer und man entschleunigt von Tag zu Tag bis dahin, das ich irgendwann nicht mehr wusste welchen Wochentag wir haben.

Über die Riviera del Brenta nach Padua

Venedig kennt in Venetien jeder, aber habt ihr schon mal von der Riviera del Brenta gehört? Mir sagte das auch nichts, bevor ich mich auf meine Venedig Reise vorbereitet habe – und was soll ich sagen, es hat sich für mich als absoluter Geheimtipp herausgestellt.

Die Riviera del Brenta führt am gleichnamigen Fluss von Venedig bis nach Padua und ist insgesamt 50 Kilometer lang. Nirgends sonst findet man so viele venezianische Villen außerhalb Venedigs – die reichen Kaufleute Venedigs verbrachten die heißen Sommer lieber am kühleren Flussufer. Da die Villen am Kanal so zahlreich sind, habe ich mir die drei für mich interessantesten herausgepickt.

Villa Malcontenta

Die erste auf meiner Route ist die Villa Malcontenta, die es auch auf die UNESCO Kulturerbe Liste geschafft hat. Der Name Malcontenta (die Unzufriedene) leitet sich von einer Grande Dame der Foscari-Familie ab. Sie wurde angeblich hierher verbannt, da sie ihren Mann betrogen haben soll.

Ich habe mich sofort in die Architektur und die Innengestaltung mit den zahlreichen Fresken verliebt und wäre sofort eingezogen. Die zum Wasser ausgerichtete Säulenvorhalle erinnert an einen kleinen antiken Tempel. Die Strafe der Verbannung hat sich wohl doch ganz gut ertragen lassen.


Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 9:00 – 12:00 Uhr & 14:30 – 17:30

Eintritt Erwachsene: 12€


Villa Widmann

Die nächste Villa auf meiner Liste ist die Villa Widmann aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist mit einem Obergeschoss, das von einer Galerie umrahmt wird, etwas größer als die Malcontenta. Nördlich des Gebäudes öffnet sich das Areal zu einem großzügigen Park, der zahlreiche Statuen birgt – Nymphen, Götter und Amoretten sind dargestellt. Bis 1984 wurde die Villa von einer Familie bewohnt und ging dann in Staatseigentum über. Highlight des Gebäudes sind die Kerzenleuchter aus Murano-Glas.


Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10:00 – 13:00 Uhr & 13:30 – 16:30 Uhr

Eintritt Erwachsene: 7€


Villa Pisani

Die Villa Pisani ist die größte und wahrscheinlich historisch bedeutsamste Villa auf der Strecke. Sie wurde im 18. Jahrhundert als Abbild von Versailles erbaut. Insgesamt beherbergt das Gebäude 114 Zimmer. Dogen, Könige und Kaiser gaben sich hier die Klinke in die Hand – unter anderem hat Mussolini hier Hitler zu einem Treffen geladen. Heute ist die Villa, inklusive großem Garten mit Teichen und einem Labyrinth, als Nationalmuseum für die Öffentlichkeit zugängig. Mich hat der Besuch eher an ein Schloss erinnert, als an eine Villa.


Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 9:00 – 20:00 Uhr

Eintritt Erwachsene: 12€


Padua

Von der letzten Villa sind es nur noch 10 km nach Padua. Leider hatte ich nicht so viel Glück mit dem Timing. Als ich gegen 14:00 Uhr dort eintraf, begann gerade die Mittagsruhe und alle Cafes und Museen schlossen für mehrere Stunden. Ich hätte gerne die Cappela degli Scrovegni und ihre prachtvollen Deckenmosaiken bestaunt – nur leider ist es sehr schwierig 2 1/2 Stunden zu überbrücken, wenn man kein geöffnetes Cafe zum verweilen findet. Also mussten die öffentlich zugänglichen Sehenswürdigkeiten her halten, für die man kein Ticket braucht. Zuerst ging es ins Stadtzentrum an den Palazzo della Ragione. Hier wurde gerade der Markt abgebaut und nur noch wenige Stände in der Markthalle hatten geöffnet. Hier wird alles „to go“ verkauft ohne eine Möglichkeit sich zu setzten. Der Platz so wie der darauf folgende Piazza dei Signori sind von defensiver Architektur geprägt. Es gibt keine Bänke auf denen man sich niederlassen könnte. Nachdem ich dann doch noch eine Eisdiele gefunden hatte, die geöffent war habe ich mich kurzerhand, und aufgrund dem Mangels an anderer Möglichkeiten, auf die Stufen der Loggia del Consiglio o della Gran Guardia gesetzt.

Nach dieser kurzen Pause geht es weiter zum Prato della Valle. Der elliptische Park ist ein ehemaliger Sportplatz, der von einem schmalen Kanal eingegrenzt wird. An der Umrandung stehen 78 Statuen, die historische Persönlichkeiten der Stadt Padua ehren sollen.

Ready, Set Go

Der diesjährige Sommerurlaub führt mich auf die schöne Insel Korsika, vor die Küste Frankreichs. Da es keine bezahlbaren Flüge an den Zielort Ajaccio gab, geht der Flug zunächst nach Bastia. Von dort geht es dann per Auto fast quer über die Insel. Rein kilometertechnisch sind die Strecken von Ort zu Ort nicht so hoch – die Fahrtzeit sagt dann aber etwas anders. Da man sich ständig über Serpentinen auch das Gebirge schlängeln muss ist man ganz schnell bei einer Zeit um die zwei Stunden, obwohl man sich noch nicht weit vom Start entfernt hat.

Auf dem Weg nach Ajaccio gibt es schon einige Sehenswürdigkeiten, die man nicht auslassen sollte. Beispielsweise das Schildkrötendorf bei Montifao (Village des tortues). Die vom Nationalpark geführte Einrichtung kostet 6€ Eintritt und widmet sich ganz der Hermann-Schildkröte. Hierbei handelt es sich um die letzte Landschildkröte Frankreichs, die hier auf Korsika heimisch ist.

Der nächste Stopp sind die Cascades d’Anglais bei Vizzavona. Im Wanderführer ist ein großer Parkplatz als Startpunkt angegeben – dieser war schnell gefunden, aber dann ist es nicht mehr so einfach. Von dort aus ist der Weg leider sehr schlecht ausgeschildert. Deshalb habe ich mich unbewusst für den längeren, anspruchsvolleren Weg über die Ruine Le fort de Vaux entschieden. Die Route beginnt mit einem steilen Anstieg – nach etwa 35-40 Minuten erreicht man dann die kleinen Wasserfälle, die fliessend ineinander über gehen. An den Gumpen ist Vorsicht geboten! Die Steine sind sehr rutschig. Es empfiehlt sich nicht den Wasserlauf zu überqueren. Besser wandert man den Pfad an der rechten Seite nach unten. Der Abstieg wird mit einem Kiosk belohnt. Von dort geht es über eine breite Forststrasse zurück auf die Strasse, welche zum Parkplatz zurück führt.

Die restliche Autofahrt nach Ajaccio ist relativ unspektakulär. Was einem nur schnell auffällt, da es das navigieren erschwert: auf vielen Strassenschildern ist der französische Städtename mit weißer Farbe übermalt, oder den Wegweiser zieren viele Einschusslöcher. Beides sind wohl Ausdruck der Unabhängigkeitsbestrebung Korsikas, die immer mal größere oder kleinere Wellen schlägt.

Highland Tourist Route

Alle guten Dinge sind drei – oder: von Aberdeen nach Inverness über die Highland Tourist Route!

Diese Route lässt die Augen von Geschichtsfans heller leuchten. Diverse Sehenswürdigkeiten befinden sich auf der Strecke.

So auch der erste Stopp: 📌Kildrummy Castle. Für 5 Pfund kann man die Ruine auf der kleinen Anhöhe besichtigen. Heute stehen nur noch Teile der Aussenmauern und Reste von zwei der ehemals vier Türmen. Die Burg beeindruckt schon allein durch ihre Größe. An den Überresten ist ein erstes Stockwerk zu erkennen, die Türme an den Seiten lassen auf mehr schließen. Die Schautafel im Innenhof gibt mehr Aufschluss: ehemals erhoben sich hier bis zu sieben (!) Stockwerke.

Die Straße führt teilweise durch den Cairngorms National Park. Hier erhält man schon einen kurzen Einblick in die wunderschöne Landschaft der schottischen Highlands. Im September blühen die Heidepflanzen und tauchen die umliegenden Hügel und Anhöhen in ein sanftes Lila.

Mein Weg verlässt die Route kurz und führt nach Elgin. Dort bietet sich die Weberei von Johnston of Elgin mit ihrem Café für eine kleine Mittagspause an. Doch die Stadt hat noch mehr zu bieten: Für 7,50£ kann man die imposante 📌Kathedrale besichtigen. Auch von Aussen hat man einen guten Blick auf die Ruine, falls einem der stolze Preis zu teuer ist. Kostenfrei hingegen ist der Spaziergang am nahegelegenen 📌Strand von Lossiemouth.

Zurück auf der Route wartet die nächste historische Sehenswürdigkeit: das 📌Culloden Battlefield.  Dieses Schlachtfeld, dass eine große Rolle im Kampf um die schottische Unabhängigkeit spielt, kann umsonst besichtigt werden. Mehrere Wege führen durch die Ebene. Das dazugehörige Besucherzentrum bietet zusätzlichen Input: hier wird in einer Ausstellung die Bedeutung und der Ablauf der Schlacht rekonstruiert. Da es bei meinem Besuch ständig leicht genieselt hat und das Feld von dickem Nebel überzogen war, habe ich mich für den kürzesten angebotenen Weg entschieden: vom Besucherzentrum 10 Minuten zur Aussichtsplattform und zurück…

Angus Coastal Route

Ein neuer Tag – eine neue Coastal Route. Heute von Dundee nach Aberdeen.

Der erste Stopp schon in Dundee: an der 📌Küste! Wie schon bei der letzten Coastal Route gehört die Küste noch zum Bereich Torryburn. Auch hier steht man morgens wieder in einem Watt, das gefühlt bis zum Horizont reicht. Eine kleine Erhöhung am Rand ermöglicht den weiten Blick auf’s Meer.

Für einen Geschichtsfreak und studierten Archäologen wie mich, sind die 📌Aberlemno Stones bei der gleichnamigen Stadt Aberlemno ein absolutes muss! Der erste der vier Steine ist relativ leicht zu finden: Er steht auf einem Friedhof und ist der am besten erhaltenste. Die Vorderseite zeigt ein großes keltisches Kreuz, die Rückseite eine Schlachtszene. Die Schautafel im Hintergrund erklärt die einzelnen Bilder auf dem Stein, sowie seine Bedeutung. Die restlichen drei Steine sind etwas schwieriger zu finden, obwohl sie direkt am Strassenrand stehen. Nur der erste Stein ist deutlich ausgeschrieben. Alle Steine sind durch eine Umfriedung geschützt und mit Schautafeln ausgestattet. Allerdings sind sie teilweise relativ stark verwittert, so dass die Motive nur mit Hilfe der Tafel erkannt werden können. Auf allen Monumenten findet man sowohl christliche als auch piktische Symbole. Ihre genaue Bedeutung ist allerdings unklar.

Darauf folgt ein Sprung in die etwas neuere Geschichte: das 📌House of Dun westlich von Montrose. Hierbei handelt es sich um ein großes Landhaus mit einem großzügigem Garten. Leider war das Haus als ich ankam geschlossen, wodurch mir nur ein Spaziergang durch den Garten und die Familennekropole blieb. Das im Haus eingebettete Café hat jedoch jeden Tag geöffnet und bietet eine nette Einkehrmöglichkeit.

Letzter Halt auf dem Weg nach Aberdeen ist das 📌Forvie National Reserve. Vom Parkplatz marschiert man auf dem kürzesten Weg etwa eine halbe bis Dreiviertelstunde durch Heidelandschaft, bis man die Sanddünen am Meer erreicht. Im rauen Meer erheben sich diverse Felsformationen – mit etwas Glück kann man hier Seehunde in freier Wildbahn beobachten! Mir blieb das allerdings verwehrt…

Fife Coastal Route

Raus aus Edinburgh und ab nach Dundee!  Der nächste Übernachtungsort.

Natürlich hätte man den kurzen Weg durch das Landesinnere wählen können, dann wäre die ganze Tour aber in wenigen Stunden erledigt und ich hätte nichts gesehen…

Deshalb Fife Coastal Tourist Route! Eine Panoramastrasse an der Küste entlang, mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten auf dem Weg.

Die Erste kommt auch schon in Sicht, bevor man die offizielle Route überhaupt erreicht hat – 📌 die „Kelpies“ bei Falkirk. Dabei handelt es sich um ein beeindruckendes und riesiges Monument, dass die Arbeitspferde an den Kanälen ehren soll. Heute werden sie nur noch selten gebraucht – statt mit Flössen fährt man heute mit motorisiertem Boot.

Ein Stückchen weiter entlang des Wegs stößt man auf die am Besten erhaltenen Reste des   📌 Antoninus Walls. Der Graben ist deutlich zu erkennen und an den Seiten bis zu 2,5m hoch. Auf einer kleinen Erhöhung erkennt man noch die Außenmauern des dazugehörigen Kastells in der Landschaft. Wem das auf den ersten Blick nicht so leicht fällt, findet mehrere Schautafeln die den Blick in die richtige Richtung lenken.

Weiter auf dem Weg gibt es keine fest geplanten Stopps. Gehalten wird immer da, wo sich ein schönes Fotomotiv findet. Wie zum Beispiel am 📌 Torryburn Ness! Die Schautafel am Meer weist auf die Tiere im Watt hin – und sobald man en Kopf hebt sieht man bei Ebbe ein schlammiges Ufer, dass ich nicht ohne Gummistiefel betreten hätte. Zum Glück führt ein Steg in Richtung Meer, der es möglich macht schönere Fotos zu machen.

Der nächste Halt auf der Tour an der Küste entlang ist: 📌 Aberdour Beach – hier findet man einen hellen Sandstrand, der zum Sonnenbaden einlädt.

Letzter Punkt vor dem Zielort ist 📌 Crail Harbour. Die kleine Hafenstadt bietet neben vielen alten, kleinen Häuschen auch einen aktuell genutzten Fischerhafen. Dieser wird von einer hohen Kaimauer vom wilden Meer geschützt, auf der man auch wunderbar spazieren gehen kann.

 

Rundreise Schottland

Mein letzter Urlaub für dieses Jahr führt mich ins wunderschöne Schottland.

In den nächsten Beiträgen führe ich euch durch

  • Edinburgh
  • Fife Coastal Tourist Road
  • Angus Coastal Road
  • Highland Tourist Road
  • Inverness
  • Isle of Skye
  • Glasgow

Die ungefähre Reiseroute mit Übernachtungsstops zeigt das Beitragsbild.