Manchmal macht die Natur komische Sachen – wie Gesichter in den Stein formen. Sieht noch jemand die Fratze?
Schlagwort: sächsische Schweiz
Malerweg: 86 km durch die sächsische Schweiz
5 Tage, 86 km, ca.7200 Stufen
Stadt Wehlen – über Bastei Brücke & Felsenburg Neurathen – Hohnstein – über Gautschgrotte & Brand Aussicht – Altendorf – über Kirnitzschtal, Schrammsteine & Kuhstall – Neumannmühle – über Großen Winterberg – Schmilka – Krippen
Diese Frühjahr wird die sächsische Schweiz erwandert. Deshalb geht es mit dem Zug nach Dresden und von hier aus mit der S-Bahn (S1) nach Stadt Wehlen. Nach einer kurzen Fährfahrt über die Elbe beginnt der Malerweg.
Der erste Anstieg bietet schon mal einen Vorgeschmack auf die nächsten Tage: viele Treppen führen steil den Berg hinauf. Nachdem man diesen Anstieg gemeistert hat dauert es nur eine kurze Wanderung, bis man zum ersten Sightseeing Punkt kommt – die Bastei Brücke! Diese kann auch bequem per Auto erreicht werden. Wenige Meter unterhalb befindet sich ein großer Parkplatz. Was man auch ohne es gesehen zum haben ganz schnell merkt: Plötzlich ist man von einer Scharr Touristen jeden Alters umgeben. Die Brücke kann kostenlos überquert werden, die schönere Aussicht auf das Bauwerk hat man jedoch von der Felsenburg Neurathen aus, welche 2€ Eintritt kostet.
Mit Verlassen der Felsenburg steigt man zahlreiche Stufen wieder über Amselsee und Amselgrund hinab ins Tal. Auf einer der Stufen war mit Kreide die Zahl 600 markiert – da hat sich wohl jemand die Mühe gemacht sie zu zählen… Im Tal findet sich das erste Etappenziel Hohnstein.
Die Zweite Etappe beginnt, wie die erste aufgehört hat: Mit einem Anstieg über einen kleine Waldweg und mehreren Treppenstufen. Nach einer kurzen Wanderung liegt etwa 100m neben dem eigentlichen Weg die Gautschgrotte. Im Frühjahr tropfen nur schmale Rinnsale von den Wänden, im Winter bilden die Wasserläufe jedoch die verschiedensten Eisskulpturen. Das „Becken“ ist gefüllt mit zahlreichen Steinmännchen – aus archaischen Zeiten stammende Wegzeichen.
Nach diesem kurzen Abstecher geht es weiter hinauf zur Brand Aussicht. Die Brand Baude bietet eine perfekte Einkehrmöglichkeit mit einer grandiosen Aussicht über das Tal.
Von hier aus geht es wieder hinab ins Kirnitzschtal mit dem Etappenziel Ostrauer Mühle.
Die dritte Etappe, wie könnte es anders sein, führt wieder hinauf ins Gebirge – diesmal ins Herz der sächsischen Schweiz. Nach gefühlt unzähligen Stufen und Leitern – Achtung! Wer nicht schwindelfrei ist wird hier seine Probleme haben – erreicht man die Schrammsteine. Von einem der höchsten Punkte der Wanderung sieht man weit über die bizarren Felsformationen. An einigen Stellen fühlt man sich eher an amerikanische Landschaften erinnert, obwohl man sich mitten in Deutschland befindet.
Ein Stück weiter, wieder über zahlreiche Stufen und Leitern, gelangt man auf ein weitläufiges Felsplateau und die darauf folgenden Affensteine. Auf dem Weg hinab passiert man den Lichtenhainer Wasserfall. Da dieser allerdings zu wenig Wasser führt um permanent eindrucksvoll zu sprudeln, wird das Wasser 30 Minuten lang gesammelt und dann unter musikalischer Ankündigung wieder den Fels hinab geleitet.
Ein letztes Mal geht es wieder hinauf zum sogenannten „Kuhstall“: hierbei handelt es sich um das zweitgrößte Felsentor der sächsischen Schweiz. Das Tor kann über die Himmelsleiter erklommen werden – diese führt als schmale Treppe durch einen Felsspalt.
Nun geht es nur noch bergab zum Etappenziel Ostrauer Mühle.
Die vierte Etappe birgt die für mich anstrengendste. Es geht den Großen Winterberg bei leichtem Regen hinauf. Der Anstieg zieht sich gefühlt ewig. Jedes Mal, wenn man denkt den Gipfel erreicht zu haben und das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels sieht, kommt eine weitere Biegung mit einem weiteren Anstieg. Dazu kommt, dass der Anstieg am Ende nicht belohnt wurde. Die Gaststätte am Gipfel hat momentan leider geschlossen und auch die Aussicht war nebelverhangen. Deshalb geht es den Berg fast ohne Pause wieder hinter. Durch den Regen sind die Steine sehr rutschig, was das ganze nochmal anstrengender macht. In den Ausläufern des Berges findet sich das Etappen Ziel: das schöne, kleine Dorf Schmilka.
Die fünfte Etappe darf man eigentlich nicht mehr als solche bezeichnen. Es geht nur noch mit der Fähre über die Elbe und dann über Wald- und Wiesenwege zum nächsten S-Bahnhof Krippen. Von dort geht es über Dresden nach Hause.
Beim Malerweg, der noch länger als die hier beschriebenen Etappen erwandert werden kann, handelt es sich um einen sehr schönen aber auch anspruchsvollen Weitwanderweg. Die Landschaft versetzt einen jeden Tag neu ins staunen.
Sächsische Schweiz: Denkmal für die gefallenen Bergsteiger

