Sarandë – An der albanischen Riviera

Die für mich zeitlich kürzeste Anreise ist auch die chaotischste. Mit dem Flieger geht es nach Korfu, Griechenland. Von dort steige ich auf die Fähre nach Sarandë. Hört sich einfacher an als es am Ende ist. Der Shuttle Bus bringt uns direkt vom Flughafen direkt zum Fährhafen. Dort deutet der Busfahrer auf das letzte Gebäude am Ufer – und dann geht der Struggle für mich los. Der Terminal sieht aus als hätte seit den 90er hier niemand mehr gearbeitet und es ist kein Mensch zu sehen. Wo kann ich hier ein Ticket für die Fähre kaufen? Frage ich mich und schaue mich hilflos in der verlassenen Halle um. Nur ein paar laminierte Schilder weisen den Weg „to Albania“, aber die Tür zu der sie führen ist verschlossen.

Kurz entschlossen, da der Abfahrtszeitpunkt langsam näher rückt, entscheide ich mit den Worten „no risk, no fun“ online ein Ticket für 30€ zu kaufen. Keine Ahnung ob ich am richtigen Terminal bin, keine Ahnung wie das hier weiter gehen soll. Das Terminal füllt sich mit der Zeit immer mehr und 20 Minuten vor Abfahrt öffnet sich tatsächlich die Tür „to Albania“. Eine kurze Passkontrolle – ich verlasse ja schließlich die EU – später geht es auf die Speedfähre, die wie scheinbar alles am Hafen, ebenfalls aus den 90ern entsprungen ist. Kurze 30 Minuten später setzte ich zum ersten Mal meine Füße auf albanischen Boden. Zu meiner persönlichen Enttäuschung gibt es an der Grenze keinen Stempel in den Pass. Vor dem Fährterminal stehen schon zahlreiche Taxifahrer bereit, die auf Kundschaft warten.

Entspannung steht bei diesem Urlaub an erster Stelle. Deshalb beschließe ich den Hotel eigenen Pool so oft wie möglich zu nutzen und eventuell auch etwas Bräune abzukriegen. Am Anfang ist es für mich sehr ungewohnt nirgendwo hin zu müssen, nichts geplant zu haben und einfach nur „sein“ zu können.

Da ich noch in der Vorsaison reise, habe ich den Pool vormittags ganz oft für mich alleine. Die meisten anderen Gäste sind auf der Durchreise und bleiben nur 1-2 Nächte im Hotel.

Der Strandpromenade merkt man die Vorsaison noch ein bisschen an – viele Strandbars und Souvenirshops haben noch geschlossen und überall wird im Hintergrund gewerkelt, renoviert und neu gebaut. Trotzdem werden ich bei den obligatorischen Postkarten und einem der kitschigsten Kühlschrankmagneten überhaupt fündig.

Je mehr Tage vergehen, desto mehr erkunde ich die Stadt. Am anderen Ende leuchtet nachts ein Riesenrad und ich beschließe: Das schau ich mir tagsüber mal an. Dort angekommen ist das Areal enttäuschender als auf den Bildern im Internet. Das Riesenrad und der Autoscooter darunter sind schon etwas in die Jahre gekommen. Die Zwischenräume zwischen den Fahrgeschäften sind vollgestopft mit allerlei Automaten. Zu gewinnen gibt es allerdings nur Tand aus Fernost, was es für mich schnell uninteressant macht.

Da kann ich mich dann auch den zahlreichen Boutiquen an der Promenade und der Hauptstraße dahinter widmen. Meistens öffnet sich im hinteren Teil der größeren Geschäfte eine andere Welt. Plötzlich steht man zwischen „Hermes“ Handtüchern, diversen Handtaschen großer und teurer Marken und Designer-Sonnenbrillen. Jetzt wundere ich mich auch nicht mehr über die vermeintlich sehr teuren Handtaschen, die ich abends in Hülle und Fülle an den Armen der Damen auf der Strandpromenade sehe.

Wenn die Promenade zu langweilig wird, ragt über der Stadt die Burg Lekuresit. In den sozialen Medien ist das einer der ersten Sightseeing Spots, der angezeigt wird, wenn man nach Sarande sucht – und wie bei fast allem in den sozialen Medien, ist der Ort online viel spekakulärer als in echt. Möglicherweise liegt das an der Nebensaison, denn auch hier sind Kioske und das Restaurant noch nicht geöffnet.

Die Aussicht über die Bucht ist nichtsdestotrotz wunderschön. Für Hochzeiten ist die Location im Sommer bestimmt ein Traum. Jetzt – ohne die vielen Leute – fallen mir vor allem die Überreste sowjetischer Bunkeranlagen auf, die wie Maulwurfhügel im Gelände verteilt sind.

An Regentagen kann ich das Museum der Traditionen empfehlen. Für 100 Lek, was umgerechnet etwa 1€ ist, erhält man Zugang zu diesem Museum, das direkt in der Mitte der Strandpromenade gelegen ist, sowie zum Archäologischen Museum auf der anderen Seite der Hauptstraße. Auf zwei Stockwerken bekommt man einen Einblick, wie Sarande vor dem Tourismus ausgesehen hat. Die Fotos an den Wänden stammen großteilig aus den 1940ern bis 1970ern. Gerahmt wird das Ganze von Schaufensterpuppen, die in traditionelle Tracht gekleidet sind. Erklärungen oder Beschriftungen sucht man im ganzen Museum vergebens – und trotzdem gibt mir der heimelige Einbilck in die Geschichte und Tradition mehr als so manches modernes Museum. Es fühlt sich ein wenig so an, als würde man in privaten Fotos und Erinnerungen der Großeltern stöbern.

Das archäologische Museum besteht aus einem großen Raum, der ein Bodenmosaik, sowie diverse Fundstücke aus dem übrigen Baubestand des Hauses, beherbergt. Auch hier gibt es nur eine große Schautafel, die wahrscheinlich mehr Fragen offen lässt als sie beantwortet. Für den grandiosen Preis lohnt es sich aber allemal.

Zurück in die Bronzezeit

Korsika hat, geschichtlich gesehen, nicht nur Napoleon Bonaparte zu bieten – sondern auch einige Zeugnisse aus der Bronzezeit.

Die touristisch am Besten erschlossene Stätte findet sich in Filitosa: der bronzezeitlichen Hauptstadt der Insel. Hierbei handelt es sich um die größte erhaltene Anlage Korsikas. Der Eintritt zur Anlage beträgt 7€ – für 4€ mehr erhält man zusätzlich ein kleines Heftchen mit weiterführenden Infos zum Thema. Der Ort ist seit der Bronzezeit (2200 – 800 v. Chr.) besiedelt. Das Highlight der Anlage ist das Zentralmonument, das mitten in den Besiedlungsspuren liegt. Es besteht aus mehreren rund angeordneten Menhiren (Hinkelsteinen). Die Steine sind alle bearbeitet – fast alle tragen Gesichter und Waffen. Die genaue Bedeutung der Steine ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Als relativ sicher gilt jedoch, dass sie in Zusammenhang mit kultischen Handlungen oder Beisetzungen stehen. Neben den Menhiren finden sich an diesem Ort noch weitere interessante Gesteinsformationen.

Nach dem Besuch der Fundstätte bietet es sich an, dass prähistorische Museum in Sartene zu besuchen um das Gesehene zu komplettieren. Hier sind weiter Funde aus Filitosa und Cauria ausgestellt. In den 4€ Eintritt enthalten war zum Zeitpunkt meines Besuchs auch eine Sonderausstellung, die sich voll und ganz den Menhiren der Insel gewidmet hat.

Das Städtchen Sartene hat neben dem Museum noch mehr zu bieten. Jeden Tag wird sie von Touristen überschwemmt, die durch die kleinen und verwinkelten Gassen flanieren.

Auf der Fahrt zurück nach Ajaccio bietet es sich an einen Abstecher an den Strand zu machen. Rund um Propriano hat man zahlreiche zur Auswahl – der Plage de Portigliolo zeichnet sich durch 3km langen feinen Sandstrand  aus. Wenn man nicht direkt am Zugang bleibt, hat man den Strand fast für sich alleine.

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Plage de Portigliolo

Life is better at the Beach

Neues Auto, neuer Trip! Der letzte Tag meiner Kreta-Reise hat eher ruhigen Charakter, verglichen mit den vorangegangenen Ausflügen.

Der erste Weg führt ins Kloster Moni Preveli (Μονή Πρέβελη). Dieses Kloster ist sehr viel schlichter und weniger stark besucht als Arkadiu. Dementsprechend hatte ich auch nur mit grumeligen Mönchen zu tun, die ihre Kleidervorschriften doch sehr viel ernster nahmen, als im vorherigen Kloster. Der Besuch des Klosters lohnt aber dennoch, da es nur 10 Minuten vom eigentlichen Ziel dem Preveli Strand entfernt liegt.

Zu eben genanntem Strand hinunter gelangt man über eine in Serpentinen geschwungene Steintreppe. Die Besonderheit: hier findet man den einzig natürlich gewachsenen Palmenhain Kretas! Morgens ist es noch sehr ruhig und idyllisch am kleinen Strand. Ab ca. 11 Uhr ändert sich dieses Bild jedoch – es werden gefühlt alle 30 Minuten Touristen aus den naheliegenden Orten per Boot an den Strand gekarrt. An sich wäre das vielleicht noch nicht so schlimm, aber bei An- und Abfahrt ertönt dreimal ein hupen, damit auch jeder mitbekommt wann das Boot an- oder ablegt….

Eine weitere Besonderheit: der Strand besteht nicht wirklich aus Sand, sondern aus kleinen Kieselsteinchen. An diesem Tag wehte ein relativ starker Wind – kostenloses Steinpeeling inklusive! Im Reiseführer wurde dieser Effekt passend als „gesandstrahlt werden“ beschrieben.

Zur Mittagszeit werden die Touristenmassen immer größer, also heißt es für mich: Auf zum nächsten Strand! Nächster Halt – Triopetra (Τριόπετρα)

Entlang einer unbefestigten Küstenstrasse hat man einen traumhaften Blick auf den Ozean, der einem Werbekatalog entsprungen zu sein scheint. Nach wenigen Minuten erreicht man den fast unbesuchten Strand. Hier stellt sich schnell wieder das Gefühl ein mit sich und dem türkisblauen Meer allein zu sein. Auch hier erhalte ich wieder mein Steinpeeling. Die kleinen Steinchen setzten sich über all in den Haaren und Ohren fest – so dass man bei jeder Berührung glaubt Sand rieseln zu hören. Mein Fazit also: im Hotel unbedingt duschen!

Sonne, Strand und mehr

Nach der ganzen Rennerei die letzen Tage wird Tag 3 ganz entspannt – es geht an den Strand!

Da im warmen Sand liegen für mich leider keine Ganztags-Beschäftigung ist, habe ich den Morgen für einen Besuch im Aquarium genutzt. Über die Rambla del Mar gelangt man vorbei am Yachthafen zu einem großen Shoppingcenter, hinter dem sich das Aquarium befindet. Da ich bis jetzt nur das Münchner Sealife – das ich als „ganz nett“ umschreiben möchte – kannte, war ich doch einigermaßen beeindruckt. Vorbei an den verschiedenen kleinen Becken mit exotischen Fischen und Schwarzspitzenhaien, gelangt man zum riesigen Oceanarium. Hier fährt man auf einem Laufband durch den 80m langen Tunnel. Da der Weg abgenommen wird, hat man genug Zeit seinen Blick im künstlichen Ozean schweifen zu lassen und ausgiebig zu fotografieren. Mit einer Tiefe von 5m und einem Durchmesser von 36m handelt es sich um das größte Europas. Die heimlichen Stars trifft man aber erst nach dem Verlassen der Unterwasserwelt: Pinguine!


TIPP: Wer die Karten vorab im Internet kauft zahlt 18€ statt der eigentlichen 20€. Wer vorher bei McDonalds essen geht, kommt an einen Gutschein über 4€ für maximal 4 Personen und zahlt nur 16€.


Danach geht es an der Hafenpromenade entlang weiter zum Stadtstrand. Nach etwa 10 Minuten berühren die Füße zum ersten Mal Sand! Der Strand ist in mehrere Einzelstrände unterteilt. Ich habe mich für den ersten entschieden: Sant Miquel. Für 10€ kann man sich den ganzen Tag lang einen  Liegestuhl oder Schirm mieten – wer das nicht möchte kann sich aber auch einfach mit seinem Handtuch in den warmen Sand legen.