Schleifenwanderung 26: Altmühlpanorama Weg

12,4 km – Von Kelheim über Kloster Weltenburg zurück nach Kehlheim


Die Anreise nach Kehlheim gestaltet sich anfänglich etwas schwierig – die Stadt hat keine Bahnhof, nur einen Hafen. Deshalb muss die Bahnverbindung nach Saal an der Donau gewählt werden, von hier kommt man mit dem Bus nach Kehlheim. Leider war meine Verbindung nicht gut getaktet. Als ich in Saal ankomme fährt der nächste Bus erst in einer halben Stunde. Deshalb habe ich mich entschlossen die Extra-Kilometer nach Kehlheim zu gehen – schließlich wollte ich ja wandern.

Blick auf die Befreiungshalle

Der Hafen bildet den Anfangspunkt der Schleifenwanderung. Von hier folgt man der Beschilderung der Donauroute I am Fluss entlang. Der Blick schweift immer wieder Richtung Befreiungshalle, welche zu Beginn gut zu sehen ist. Dann schmiegt sich der Weg tiefer in die Donauauen hinab und sie verschwindet langsam aus dem Blickfeld.

Nach etwa 2 Km erreicht man die Einsiedelei Klösterl, das eine einzigartige Höhlenkirche beheimatet. Leider war mir der Blick hinein verwehrt. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen ist die Einsiedelei noch bis Ende Juni geschlossen.

Weiter geht es entlang des Flusses den Donaudurchbruch im Blick. Nach ein paar Metern zweigt ab in den Wald. Über einen Keltenwall gelangt man in Sichtweite des Klosters Weltenburg. Auf der anderen Seite des Walls gelegt man zur Seilfähre (die Zille, welche die nahegelegnere Überfahrt gewesen wäre fährt noch nicht). Für 1,50€ wird man sicher über den Fluss gezogen. Am anderen Ufer angekommen erreicht man nach wenigen Schritten das Kloster. Leider war auch hier aufgrund der Corona Beschränkungen noch geschlossen.

Auf dieser Flussseite folge ich dem Weltenburger Höhenweg III zurück nach Kehlheim. Leider verlieren sich die Wegweiser nach gut der Hälfte des Weges und ich stand plötzlich auf der Straße. Nach einigen Metern führt wieder ein abzweigender Weg zurück auf den eigentlichen Wanderweg. Leider habe ich durch diesen falschen Weg die Aussicht von Wieser Kreuz verpasst. Der Weg führt nun hinunter in die Stadt. Über einen Friedhof gelangt man dann in besiedeltes Gebiet.

Da ich vom Bahnhof Saal aus die Heimreise angetreten habe, bin ich nicht wieder bis zum Ausgangspunkt im Zentrum Kehlheims gewandert. Ich habe die Chance der nächsten Busstation genutzt und von dort zum Bahnhof Saal an der Donau gefahren.

Der Ruf der Stille

Über das lange Vatertagswochenende ging es 3 Tage in die Einsamkeit der italienischen Berge. Obwohl drei Tage eigentlich zu viel gesagt ist, wenn man jeweils einen halben Tag mit An- und Abreise verbringt.

Der Ort Falmenta liegt auf etwa 700 m hoch in den Bergen überhalb des Lago Maggiore. Er ist nur durch eine enge, verschlungene Bergstrasse zu erreichen. Überhalb des bewohnten Dorfes liegt die renovierte Hirtenhütte, die in den nächsten Tagen mein Zuhause sein sollte. Schon beim Betreten der Hütte fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt. Elektrisches Licht bietet den einzigen Luxus. Geschlafen wird in einem Matrazenlager auf der Galerie oberhalb der Küche. Von der Terrasse aus hat man einen zauberhaften Blick in die Wälder – man fühlt sich ein bisschen wie im tropischen Regenwald. Abendunterhaltung bietet ein Lagerfeuer, die Gesellschaft der anderen Mitreisenden und ein atemberaubender Blick in den Sternenhimmel.

Der nächste Tag beginnt mit einem deftigen Frühstück, auf den eine Wanderung zum Hausberg folgt. Von der Hütte aus geht es einen verschlungen Pfad entlang hinauf zu den anderen Hirtensiedlungen. Nach zwei Dörfern biegt der Weg tiefer in den Wald hinein. Der wenig begangene Weg ist schlecht ausgeschildert und von tausenden von Laubblättern bedeckt, die wohl noch aus dem letzten Herbst stammen. Steil geht es einen schmalen Tritt hinauf. Immer wieder trifft man auf verlassen oder verschlossen Hütten – so wie die in der ich das Wochenende verbringe. An einer kleinen Lichtung zweigt sich der kaum noch sichtbare Weg nach rechts und führt auf den Sattel des Bergpasses. Dort erwartet den durstigen Wanderer eine erfrischende Quelle. Rechterhand erhebt sich der besagte Hausberg. Da es leider keine richtigen Wanderwege gibt schein der Berg auch keinen Namen zu haben. Der Aufstieg gestaltet sich dementsprechend schwierig. Kein Weg bedeutet, dass man sich selbst durch Flechten und Gestrüpp kämpfen muss – was sehr anstrengend ist. Die Aussicht belohnt den fleissigen Wanderer – der Blick reicht bis zum Lago Maggiore. Für den Abstieg muss wieder ein eigener Weg gefunden werden. Todesmutig wandere ich durch ein Bienenfeld. Die fielen wilden Bienen tummeln sich in den blühenden Bergblumen. Je länger man auf den Boden starrt, desto mehr Bienen scheinen es zu werden. Da die Tiere aber so sehr mit den Blüten beschäftigt sind, scheren sie sich relativ wenig um den Wanderer. Nur ich musste kurz den Respekt vor so vielen Bienen überwinden. Ab dem Sattel gibt es einen markierten Wanderweg, der zurück nach Falmenta führt.

Am dritten Tag ging es leider schon wieder zurück. Rückblickend, wo ich jetzt auf dem Balkon in der Stadt sitze und der nahegelegenen Hauptstraße lausche, habe ich die Stille sehr genossen. Mein Handy war drei Tage auf Flugmodus geschalten und diente mir nur als Kamera. Als Musik, die ich sonst immer und überall höre, hätte ich das Konzert der Grillen und Vögel. Schon am zweiten Tag war ich dermaßen entschleunigt, dass ich komplett die Zeit vergessen habe. Bei dem allzu gehetzten Stadtleben tun solche kleinen Auszeiten ziemlich gut. Ich hoffe ich kann diese innere Ruhe noch eine Weile in mir tragen, bevor mich der Alltag wieder hat.

Ausflug: Walk of Leith

Falls man, wie ich, noch einen extra Tag in Edinburgh nach all dem Sightseeing hat, empfiehlt sich eine kleine Wanderung entlang der Waters of Leith.

Etwas unterhalb des Botanischen Gartens, der auf jeden Fall auch einen Besuch wert ist, findet sich einer der vielen Einstiege zum Walk of Leith. Bei leichtem Nieselregen geht es etwa eine Stunde am gleichnamigen Fluss Leith entlang, bis dieser am Ende ins Meer mündet.

An den Docks findet man neben einem, in meinem Fall nebligen, Industriehafen auch die Britannia – jenes Schiff, mit dem die Queen auf reisen geht.

Rund um das Murnauer Moos

Eine Stunde Zugfahrt von München entfernt steht man im schönen Murnau am Fuße der Berge. Diese dienen heute aber nur als majestätische Kulisse.
Vom Bahnhof aus wende ich mich Richtung Ortszentrum. Im Kurpark wende ich mich dann Richtung Münter-Haus – dabei handelt es sich um ein schönes Häuschen mit blauen Fensterläden, in dem die Künstler des Blauen Reiters Inspiration fanden. Ab hier ist der Rundweg durch das Moos bereits angeschrieben. Start und Ziel ist das Ramsacher Kircherl mit dem kleinen Ausflugsbiergartens Ändl zu seinen Füßen.
Mit ca. 4.200 Hektar handelt es sich bei dieser Moorlandschaft um das größte in sich geschlossene Alpenrandmoor Mitteleuropas. Die Wanderung, die zwischenzeitlich über einen Bohlenweg führt, dauert gute zwei Stunden.

Nur wo du zu Fuß warst, warst du wirklich


Imbros Schlucht – Frangokastello – Orthi Ammos

Φαράγγι Ίμπρου – Φραγκοκάστελλο – ορθή άμμος


Etwa 50 km von Réthimno entfernt zeigt Kreta seine verborgene Schönheit. Neben zahlreichen Stränden kann die Insel auch mit wunderschönen Naturschutzgebieten Punkten. Das wohl bekannteste befindet sich um die Samaria Schlucht. Mit 18km Länge hätte die Durchwanderung einen  ganzen Tag gedauert – deshalb habe ich mich für die kleinere, unbekanntere und nur 8km lange Imbros Schlucht (Φαράγγι Ίμπρου) entschieden.

Morgens um halb 10 findet man den Parkplatz im gleichnamigen Dörfchen Imbros noch verlassen vor. Von dort führt ein Pfad nach ca. 5 Minuten zum Kassenhäuschen. Für 2€ Gebühr darf man die Schlucht betreten. An der Kasse trifft man noch auf andere Wanderer. Diese habe ich aber bald hinter mir gelassen und sollte dann auch fast die ganzen folgenden 2 Stunden mit mir und meinen Gedanken alleine sein. In der Stille der Schlucht hallt jeder umgedrehte Stein nach und das Gefühl allein zu sein verstärkt sich. Nach etwa einer Stunde verändert sich die Landschaft: der felsige Pfad öffnet sich in einen Canyon! An der schmalsten Stelle ist er nur 1,60m breit, so dass man mit ausgestreckten Armen an beiden Seiten den Fels berühren kann. Am Ende des Weges öffnet sich der Blick auf’s Meer. Vor dem Ozean trifft man auf mehrere kleine Holzhütten, in denen eine erste Erfrischung angeboten wird. Hier kann man sich ein Taxi zurück zum Parkplatz in Imbros organisieren lassen. Taxi ist hierbei jedoch nicht wörtlich zu nehmen – die Fahrten werden von Einheimischen mittels Pick-ups organisiert. In einer Gruppe von 6 Mann habe ich 5€ für die abenteuerliche Fahrt auf der Ladefläche bezahlt. Die Fahrt die Serpentinen hinauf ist das Geld allemal wert!

Wieder am Parkplatz angekommen geht es per Auto weiter nach Frangokastello (Φραγκοκάστελλο) – einem weiteren Überbleibsel aus venezianischer Zeit. Für 1,5€ öffnet sich der Blick ins Innere und somit auf die noch erhaltenen Grundmauern des Kastells. Der Aufstieg auf eine der Zinnen lohnt sich. Von dort kann man das Meer nicht nur sehen, sondern auch hören.

Keine 5 Minuten entfernt ist es dann soweit: Der Tag klingt am Steinstrand von Orthi Ammos (ορθή άμμος) aus…

Weinwanderung zur Feste Marienberg 

Hinter der Kirche St. Burkard beginnt der Weinwanderweg hinauf zur Festung Marienberg. Nachdem man einige Stufen überwunden hat, führt der Weg in weiten Serpentinen durch den Weinberg den Hügel hinauf. Auf dem Weg passiert man den Maschikuliturm, der allerdings nur zu besonderen Feiertagen für Besucher geöffnet ist. Nach etwa 40 Minuten erreicht man den Parkplatz der Festung. Besonderes Highlight: der Fürstengarten, von dem man einen wundervollen Blick über ganz Würzburg hat.


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Andechs über das Kiental

Kloster Andechs bietet einen schönen Ausflug ins Münchner Umland. Mit der S8 erreicht man in knapp einer Stunde, ab Hauptbahnhof, den Bahnhof Herrsching. Von hier ab führen leicht geschwungene Serpentinen, auf einem gut ausgeschilderten Weg, den Hang zum Kloster hinauf. Nach etwa einer Stunde erreicht man den letzten Anstieg, der durch Treppchen vereinfacht wird. Es bietet sich an sich im integrierten Biergarten zu stärken.

Der Weg nach Andechs ist Teil der zweiten Etappe des Münchner Jakobswegs. Sie beginnt am Kloster Schäftlarn und endet in Andechs.