Münchner Jakobsweg: Etappe 2.1


1 Tag, 16 Kilometer

vom Kloster Schäftlarn nach Starnberg


Einer der ersten Frühlingstage in München und für mich an der Zeit das Umland weiter zu erkunden. In diesem speziellen Fall: zu pilgern!

Leider hat sich das schwieriger gestaltet als angenommen. Gestartet wird in Hohenschäftlarn, wo die letzte Etappe endete. An der dortigen S-Bahn Station ist kein einziger Wegweiser für Wanderer zu finden. Aus dem Internet wusste ich, dass der erste Ort auf dem Weg Ebenhausen ist, dann werden auch hier die Beschreibungen schwammig. Ich hatte gehofft hier auf einen Wegweiser oder die berühmte Jakobsmuschel zu treffen – aber leider wurde ich enttäuscht. Da mein Endziel Starnberg und der dazugehörige See war, hatte ich zumindest eine grobe Richtungsangabe. Auf dem ganzen Weg habe ich aber leider kein Schild oder einen Hinweis gefunden. Die erste Muschel habe ich dann in Berg am Starnberger See gefunden. Fast am Ziel der Wanderung.

Ich bin zwar die 16 km nach Starnberg gegangen, aber mit pilgern hatte der Weg entlang der geteerten Strassen nicht viel zu tun. Es ist sehr schade, dass der Einstieg zum Jakobsweg nicht beschrieben ist. Der offizielle Weg wäre wahrscheinlich ein schönerer gewesen…

Fränkischer Gebirgsweg

 


3 Tage, 60 Kilometer

Wunsiedel – über Felsenlabyrinth, Kösseine & Hohe Matze – Fichtelberg – über Nusshardt, Schneeberg & Haberstein – Bischofsgrün – über Ochsenkopf – Bayreuth


Dieses Jahr geht der Weg durch Deutschland nicht ganz so weit weg – ich bleibe in Bayern, genauer im Fichtelgebirge. Die Route führt über die höchsten Gipfel dieses Gebirgszugs entlang des Fränkischen Gebirgswegs.

Der erste Tag führt mit dem Zug an den Bahnhof Wunsiedel – Hohenbrunn. Von dort geht’s nach Luisenburg zum Felsenlabyrinth. Für 4,50 € Eintritt geht’s die erste steile Treppen hinauf und durch enge Spalten und Höhlen durch das Labyrinth. Teilweise sind die Durchgänge so schmal, dass ich meinen  Rucksack ab nehmen und fast auf allen Vieren hindurch kriechen musste. Am Ende des Rundwegs gibt es eine Abzweigung, die weiter zum Gipfel der Kösseine auf 939 m führt. Das bewirtschaftete Kösseine Haus ist ideal um Mittags einzukehren. Von dort aus geht es wieder hinab – um dann  wieder hinauf zur Hohen Matze auf 813 m zu steigen. Auch von hier geht es wieder hinunter ins Tal. Eigentlich wollte ich in der Pension Silberhaus übernachten, diese ist aber vor einem Monat Pleite gegangen und ich stand vor verschlossener Tür. Nach etwa 20 km und unzähligen Höhenmetern in den Beinen war das natürlich das schlechteste, was passieren konnte. Dank der sehr netten Nachbarn bin ich dann aber doch noch in der Pension Jägersruh in Fichtelberg untergekommen.

Durch die außerplanmäßige Übernachtung beginnt der zweite Tag etwas anders als geplant. Von Fichtelberg aus geht es über den Fichtelsee und das dazugehörige Moor zurück zum Seehaus. Nun wieder auf dem Gebirgsweg folge ich den Wegweisern Richtung Schneeberg. Bevor das heutige Highlight und der höchste Berg des Fichtelgebirges erklommen werden kann, geht es erst einmal auf den Nußhardt auf 972 m.  Die Felsformation erinnert an das gestern durchwanderte Felsenlabyrinth. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter hinauf auf den Schneeberg. Der auf 1051 m gelegene Gipfel ist erst seit 1996 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich – davor handelte es sich um militärisches Sperrgebiet. Dementsprechend stehen dort die verlassenen Bundeswehranlagen, die vom ehemaligen Funkmeldeturm überragt werden. Der Abstieg erfolgt über den Haberstein auf 923 m. Unterhalb der steil aufragenden Felsen erstreckt sich das Blockmeer, dass sanft im Gebirgswald ausläuft. Über Karches und die Ochsenkopfschanze gelange ich zum nächsten Übernachtungsort: Bischofsgrün.

Am dritten und letzten Tag geht es morgens schon steil hinauf. Ziel: Ochsenkopf. Um nach oben zu kommen gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen ist der Berg von zwei Seiten per Seilbahn erschlossen, ein breiter Forstweg führt in weiten Serpentinen auf den Gipfel – und dann gibt es noch den anstrengenden, steinigen Weg. Dieser führt auf einem kleinen Steig steil durch den Wald hinauf. Ich habe mit für letzteren entschieden, da man hier mehr von der Natur genießen kann. Die Aussicht auf 1024 m am Ende ist die Strapazen definitiv wert! Auch hier ist der Gipfel bewirtschaftet. Schade ist nur, dass  hier nicht der übliche touristische Tand verkauft wird, den man von anderen Bergen gewöhnt ist – ich habe es mir vor ein paar Jahren zur Gewohnheit gemacht Stocknägel zu kaufen und zu sammeln. An der Seilbahn steht jedoch ein Automat um Münzen zu pressen, auf den ich dann zurück gegriffen habe. Der Abstieg von dort erfolgt in Richtung Bayreuth. Ab etwa der Hälfte des Weges hinunter findet man eine Abzweigung, die nicht ganz ins Tal hinab führt, sondern auf einem Hügelkamm – der sogenannten Himmelsleiter – weiter oben entlang führt. Das erste Dorf mit Bahnhof entlang des Weges ist Untersteinach. Von hier habe ich mir die letzten 10 km zu Fuß nach Bayreuth gesparrt und habe per Bahn die Heimreise angetreten.

Auf den Spuren der Hexe


5 Tage, 94 Kilometer

Osterrode – Buntenbock – Torfhaus – Brocken – Königshütte – Altenbrak – Thale 


In den 94km des Hexenstiegs lernt man den Charme des Harzes kennen. Der Weg führt durch eine hügelige Waldlandschaft, die immer wieder von kleinen Siedlungen mit schönen alten Fachwerkhäusern durchbrochen wird.

Geführt von der namens gebenden Hexe, die später im dichter besiedelten Gebiet auch als Souvenir in den verschiedensten Formen mit nach Hause genommen werden kann, findet man zielsicher von Etappe zu Etappe.

Highlight der Strecke ist der Weg durch den Nationalpark Harz, mit seinem Herzstück dem Brocken. Die Landschaft wechselt von Wald zu Moor zu felsigem Terrain.  Da sich der Brocken ungefähr 300 Tage im Jahr unter einer dichten Nebeldecke versteckt, muss man Glück haben um den schönen Ausblick über die Ebene geniessen zu können. Aber auch an einem sonnigen, wolken- und nebelfreien Tag, wie ich ihn erleben durfte, ist es immer noch verdammt windig und kalt auf der Spitze. Der Gipfel kann nicht nur zu Fuß, sondern auch bequem per Schmalspurbahn erreicht werden.

Leider führt der Weg nicht immer direkt an den anderen Sehenswürdigkeiten der Strecke, wie beispielsweise den Tropfsteinhöhlen bei Rübeland, entlang. Nach ca. 15 gegangenen und noch etlichen Kilometern bis zur nächsten Etappe, steht man vor der Wahl einen Umweg von 700m zu machen, oder seinem Ziel schneller nahe zu kommen. Ich habe mich für letzteres entschieden…

Leider war mir aufgrund des Bahnstreiks auch der Blick auf den Hexentanzplatz und den sagenumwobene Hufabdruck des Pferdes der Königstochter Brunhilde am Zielort Thale verwehrt – der wirklich sehr gute Ersatzfahrplan der Bahn hat meine Abfahrt um 2 Stunden beschleunigt.

Auf fast der gesamten Strecke hatte ich persönlich nur sehr schlechten bis gar keinen Handyempfang, was die Erfahrung aber nur bereicherte. Schließlich ist der Weg das Ziel, auf dem man vom manchmal stressigen Alltag abschaltet und hier auch nicht vom Handy dorthin zurück geworfen wird.


Weitere Links zum Thema:

Harzer Hexenstieg allgemein: Route, Kilometer, Etappenziele

Nationalpark Harz

weitere Sehenswürdigkeiten

Sagen aus dem Harz