Hahnenkamm – Wandern entlang der Rennstrecke

Im Rahmen eines Eishockey-Tuniers ging es für ein Wochenende nach Kitzbühel. Nachdem ich mir am ersten Tag einen Überblick über das Städtchen geschaffen hatte, war mir relativ schnell klar, am spielfreien Vormittag muss ich auf den Berg. In diesem Punkt hat man in Kitzbühel zwei Möglichkeiten: das Kitzbühler Horn auf der einen Seite, der Hahnenkamm auf der anderen.

Da mir der Hahnenkamm durch das bekannte Skirennen schon seit kleinauf ein Begriff ist habe ich mich dafür entschieden. In meiner Recherche für diesen Ausflug bin ich auch immer wieder auf diverse Wanderungen in diesem Bereich gestoßen. Letztlich habe ich mich für das Kitzpanorama und die Besichtigung der Hahnenkamm-Rennstrecke entschieden.

Aufgrund der zeitlichen Begrenzung des Ausflugs und weil ich noch nie komplett alleine in den Bergen unterwegs war habe ich mich dazu entschlossen beim Aufstieg die bequeme Variante per Seilbahn zu nehmen. Die Einzelfahrt kostet 23€, die Berg- und Talfahrt gibt es für 26€.

Oben angekommen war ich relativ enttäuscht vom KitzPanorama. Es handelt sich im eine kleine Plattform umrandet von Plexiglas. An den verschiedenen Seiten findet man Schautafeln, die die Berge bezeichnet, die man vor sich sieht. Aufgrund der Fotos im Internet hatte ich mir aber irgendwie mehr davon erwartet – dort sieht es eher aus wie ein moderner Skywalk. Das ist er definitv nicht.

Die schönere Aussicht hat man vom Hahnenkamm Starthäuschen. Gerade blühen die Almblumen in den schönsten Farben, im Hintergrund sieht man auf den wilden Kaiser.

Ins Tal führen natürlich mehrere Wege. Ich habe mich für den Weg entlang der Hahnenkamm-Rennstrecke, der mit 2,5 Std angegeben wurde, entschieden. An den verschiedenen Schlüsselstellen der Rennstrecke finden sich Displays mit Infos zum Rennen an sich und den Ikonen des Sports. Nach etwa einer Dreiviertelstunde die steile Abfahrt hinab trifft man auf die Seidlalm. Bis hier hin sind relativ viele Leute unterwegs, danach kommen einem nur noch wenige Leute entgegen. Der Wanderweg verläuft großteilg in der prallen Sonne, wer nichts zu trinken eingepackt hat, hat an der Alm die letzte Gelegenheit vor dem Tal etwas zu kaufen. Es empfiehlt sich aber allgemein nicht unvorbereitet zu einer Wanderung aufzubrechen. Das sollte ich auch selbst relativ schnell merken, da ich nur in normalen Turnschuhen unterwegs war. Ich habe definitiv unterschätzt wie steil der Weg an manchen Stellen ist und hätte das mit meinen Wanderschuhen sehr viel besser gemeistert. Turnschuhe sind an solchen Stellen doch schon sehr rutschig und bieten wenig halt.

Wieder an der Talstation angekommen und völlig durchgeschwitzt zeigte mein Fitnesstracker, den ich aus Neugierde mitlaufen habe lassen das folgende an:

(Natürlich bin ich nicht gegen die Zeitangabe auf den Schildern angelaufen, sondern habe den Weg in meinem Tempo begangen. Runter geht immer schneller als rauf.)

Wanderung zur Burgruine Hohenwaldeck

Nur knapp 50 Minuten von München mit dem Zug entfernt liegt Schliersee. Durch das Bayernticket, das man den ganzen Tag für Fahrten innerhalb des Bundeslandes nutzen kann, kommt man sehr günstig hier hin.

Mich verschlägt es hierher nicht nur um die Schönheit und Ruhe des Sees zu genießen, sondern auch um ein bisschen zu wandern. Mein heutiges Ziel – die Burgruine Hohenwaldeck.

Zunächst führt der Weg entlang des Sees. Dann zweigt die Straße ab durch die letzen Häuser vor den Bergen. Entlang der Straße geht es den ersten Hügel hinauf. Dort finden sich dann auch langsam die ersten Hinweisschilder auf die möglichen Wanderwege. Ein Pfeil führt auch zur Burgruine. Schon relativ am Anfang des Weges findet sich ein Hinweisschild das mitteilt, dass die Ruine aktuell wegen Einsturzgefahr gesperrt ist. Da ich aber nicht nach einer halben bis Dreiviertel Stunde Weg unverrichteter Dinge wieder abziehen wollte, bin ich trotzdem hinauf gewandert.

Der Weg führt zunächst eine Straße hinauf, bis diesen in die sanften Hügel einer Almlandschaft führt. Vorbei an grasenden Kühen geht es weiter hinauf. Langsam wird der Weg etwas steiler, der dann hinein in den Wald führt.

Von nun an wandert man stetig den Berghang hinauf. Das sanfte Herbstlicht schein immer mal wieder durch die Bäume des Waldes. Nach ein paar Aussichtsbäncken, die leider alle besetz waren erreicht man die Burgruine. Aktuell ist sie weiträumig mit einem Metallzaun abgesperrt.

Eigentlich kann man hier die Überreste der Burg Hohenwaldeck und die Aussicht auf de benachbarten Berge bestaunen. Die Grundsteine stammen aus dem ausgehenden 13. Jahrhundert. Ein Felssturz im Jahr 1480 hat die Gebäude zerstört. Das Gerücht, dass hier ein Schatz versteckt sein soll hält sich seit Jahrhunderten. Bis zum heutigen Tag konnte allerdings nur ein einziger Dolch gefunden werden.

Von hieran geht es wieder bergab. Ich dem kurzen Abstieg – die Ruine liegt auf 986m – steht man wieder am Ufer des Schliersees. Dieser ist nun zu umrunden um wieder an den Ausgangspunkt der Wanderung zu gelangen. Ich bin nicht auf der selben Seites des Sees zurück gegangen, auf der ich gekommen bin. Ich habe mich für den Rundweg Richtung Breitenbach entschieden.

Von der Bavaria nach Asien

Ausflüge, die direkt an der Haustür anfangen sind die Besten. Deshalb geht’s von der Maxvorstadt über die Innenstadt zur Theresienwiese. Da aktuell keine Großveranstaltungen stattfinden dürfen, zeigt sich diese in einem für mich ungewohntem Bild – leer. Nur ein paar Radfahrer und Segelflieger sind auf dem Platz zu sehen. Am Fuße der Bavaria, die seit 1850 über die Fläche wacht, wird es langsam etwas voller. Die Treppen zur Ruhmeshalle – die aktuell noch geschlossen ist- lädt zum Verweilen ein.

Über den Bavariapark hinter der Statue über die Ganghofer Brücke geht es weiter in den Westpark. Diese Seite des Parks ist ein bisschen weniger besucht als der Rest. Etwa auf halber Höhe findet man das „Gans am Wasser“ in dem sich bei sommerlichen Temperaturen gut einkehren kann. Die lockere Atmosphäre lässt einen den Blick auf den See genießen.

Nach einem kurzen Boxenstopp geht es weiter über die Autobrücke in den größeren Teil des Parks. Vorbei am Bayerwaldhaus spürt man langsam den asiatischen Flair. Unterhalb des Rosengartens finden sich mehrere asiatische Bauten. Zum einen findet man einen Chinesischen Garten, indem man sich vom Klang des Wasserspiels berieseln lassen kann. An seiner rechten Seite findet sich eine nepalesische Pagode. Diese wurde von 300 Handwerkern in siebenmonatiger Arbeit geschnitzt.

Das für mich schönste Bauwerk ist allerdings die Thailändische Sala, die vor dem Ensemble im See schwimmt. Die Buddah-Statue war das erste freistehende Buddha-Heiligtum Europas. Das Wasserbecken wurde erst nachträglich hinzugefügt um den Tempel vor den Besucherströmen zu schützen. Im Mai findet hier regelmäßig das Vesakh-Fest statt.

All diese Bauwerke wurden im Zuge der Internationalen Gartenausstellung 1983 errichtet. Der von mir gegangene Weg umfasst insgesamt etwa 6,5 km.

Münchner Jakobsweg, Etappe 2.2


1 Tag, 14km 

von Starnberg über die Maisinger Schlucht nach Andechs


Nachdem der erste Teil dieser Etappe im letzten Jahr so unbefriedigend geendet hat, hätte ich diesmal mehr Hoffnung. Vor allem, da ich diesmal deutlich besser vorbereitet war. Die Münchner Linse bietet eine detaillierte Wegbeschreibung, sowie eine Karte des Areals – womit eigentlich nichts mehr schief gehen kann. Die größte Erkenntnis für mich war, dass jede Jakobsmuschel auf dem Weg nicht nur den Weg markiert, sondern auch den Weg weist. Dort wo sich die Strahlen der Muschel bündeln führt der Weg in die richtige Richtung.

Wegweiser auf dem Jakobsweg

Von Starnberg aus geht es zunächst ein Stück durch die Stadt, bis man in die Maisinger Schlucht abbiegen darf. Von hier an kreuzt der Weg nur noch wenige befahrene Straßen. Durch die Schlucht wandert man an einem Flüsschen entlang. Am Wegesrand findet man immer wieder Hinweistafeln, die die geologischen Besonderheiten des Areals erklären. Die Schlucht endet an einem kleinen See, den ich mir nur mit ein paar Seevögeln teilen musste.

Nach einer kurzen Rast am See, geht es weiter über Felder und Wälder Richtung Andechs. Etwa 4 km vor dem Ziel tritt man aus einem Waldstück heraus, macht eine Kurve und kann das Kloster dann auch schon sehen. Nur noch ein als Kreuzweg angelegter Weg trennt den Pilger vom Wallfahrtsort.

Oben angekommen, kann wartet eine wohl verdiente Brotzeit. Die Kirche konnte ich diesmal leider nicht besichtigen, da als ich ankam gerade eine Hochzeit stattfand.

Malerweg: 86 km durch die sächsische Schweiz


5 Tage, 86 km, ca.7200 Stufen

Stadt Wehlen – über Bastei Brücke & Felsenburg Neurathen – Hohnstein – über Gautschgrotte & Brand Aussicht – Altendorf – über Kirnitzschtal, Schrammsteine & Kuhstall – Neumannmühle – über Großen Winterberg – Schmilka – Krippen


Diese Frühjahr wird die sächsische Schweiz erwandert. Deshalb geht es mit dem Zug nach Dresden und von hier aus mit der S-Bahn (S1) nach Stadt Wehlen. Nach einer kurzen Fährfahrt über die Elbe beginnt der Malerweg.

Der erste Anstieg bietet schon mal einen Vorgeschmack auf die nächsten Tage: viele Treppen führen steil den Berg hinauf. Nachdem man diesen Anstieg gemeistert hat dauert es nur eine kurze Wanderung, bis man zum ersten Sightseeing Punkt kommt – die Bastei Brücke! Diese kann auch bequem per Auto erreicht werden. Wenige Meter unterhalb befindet sich ein großer Parkplatz. Was man auch ohne es gesehen zum haben ganz schnell merkt: Plötzlich ist man von einer Scharr Touristen jeden Alters umgeben. Die Brücke kann kostenlos überquert werden, die schönere Aussicht auf das Bauwerk hat man jedoch von der Felsenburg Neurathen aus, welche 2€ Eintritt kostet.

P5130008.JPGMit Verlassen der Felsenburg steigt man zahlreiche Stufen wieder über Amselsee und Amselgrund hinab ins Tal. Auf einer der Stufen war mit Kreide die Zahl 600 markiert – da hat sich wohl jemand die Mühe gemacht sie zu zählen… Im Tal findet sich das erste Etappenziel Hohnstein.

Die Zweite Etappe beginnt, wie die erste aufgehört hat: Mit einem Anstieg über einen kleine Waldweg und mehreren Treppenstufen. Nach einer kurzen Wanderung liegt etwa 100m neben dem eigentlichen Weg die Gautschgrotte. Im Frühjahr tropfen nur schmale Rinnsale von den Wänden, im Winter bilden die Wasserläufe jedoch die verschiedensten Eisskulpturen. Das „Becken“ ist gefüllt mit zahlreichen Steinmännchen – aus archaischen Zeiten stammende Wegzeichen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERANach diesem kurzen Abstecher geht es weiter hinauf zur Brand Aussicht. Die Brand Baude bietet eine perfekte Einkehrmöglichkeit mit einer grandiosen Aussicht über das Tal. P5140051.JPGVon hier aus geht es wieder hinab ins Kirnitzschtal mit dem Etappenziel Ostrauer Mühle.

Die dritte Etappe, wie könnte es anders sein, führt wieder hinauf ins Gebirge – diesmal ins Herz der sächsischen Schweiz. Nach gefühlt unzähligen Stufen und Leitern – Achtung! Wer nicht schwindelfrei ist wird hier seine Probleme haben – erreicht man die Schrammsteine. Von einem der höchsten Punkte der Wanderung sieht man weit über die bizarren Felsformationen. An einigen Stellen fühlt man sich eher an amerikanische Landschaften erinnert, obwohl man sich mitten in Deutschland befindet.

P5150074.JPGEin Stück weiter, wieder über zahlreiche Stufen und Leitern, gelangt man auf ein weitläufiges Felsplateau und die darauf folgenden Affensteine. Auf dem Weg hinab passiert man den Lichtenhainer Wasserfall. Da dieser allerdings zu wenig Wasser führt um permanent eindrucksvoll zu sprudeln, wird das Wasser 30 Minuten lang gesammelt und dann unter musikalischer Ankündigung wieder den Fels hinab geleitet.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEin letztes Mal geht es wieder hinauf zum sogenannten „Kuhstall“: hierbei handelt es sich um das zweitgrößte Felsentor der sächsischen Schweiz. Das Tor kann über die Himmelsleiter erklommen werden – diese führt als schmale Treppe durch einen Felsspalt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERANun geht es nur noch bergab zum Etappenziel Ostrauer Mühle.

Die vierte Etappe birgt die für mich anstrengendste. Es geht den Großen Winterberg bei leichtem Regen hinauf. Der Anstieg zieht sich gefühlt ewig. Jedes Mal, wenn man denkt den Gipfel erreicht zu haben und das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels sieht, kommt eine weitere Biegung mit einem weiteren Anstieg. Dazu kommt, dass der Anstieg am Ende nicht belohnt wurde. Die Gaststätte am Gipfel hat momentan leider geschlossen und auch die Aussicht war nebelverhangen. Deshalb geht es den Berg fast ohne Pause wieder hinter. Durch den Regen sind die Steine sehr rutschig, was das ganze nochmal anstrengender macht. In den Ausläufern des Berges findet sich das Etappen Ziel: das schöne, kleine Dorf Schmilka.

Die fünfte Etappe darf man eigentlich nicht mehr als solche bezeichnen. Es geht nur noch mit der Fähre über die Elbe und dann über Wald- und Wiesenwege zum nächsten S-Bahnhof Krippen. Von dort geht es über Dresden nach Hause.


Beim Malerweg, der noch länger als die hier beschriebenen Etappen erwandert werden kann, handelt es sich um einen sehr schönen aber auch anspruchsvollen Weitwanderweg. Die Landschaft versetzt einen jeden Tag neu ins staunen.

 

Fränkischer Gebirgsweg

 


3 Tage, 60 Kilometer

Wunsiedel – über Felsenlabyrinth, Kösseine & Hohe Matze – Fichtelberg – über Nusshardt, Schneeberg & Haberstein – Bischofsgrün – über Ochsenkopf – Bayreuth


Dieses Jahr geht der Weg durch Deutschland nicht ganz so weit weg – ich bleibe in Bayern, genauer im Fichtelgebirge. Die Route führt über die höchsten Gipfel dieses Gebirgszugs entlang des Fränkischen Gebirgswegs.

Der erste Tag führt mit dem Zug an den Bahnhof Wunsiedel – Hohenbrunn. Von dort geht’s nach Luisenburg zum Felsenlabyrinth. Für 4,50 € Eintritt geht’s die erste steile Treppen hinauf und durch enge Spalten und Höhlen durch das Labyrinth. Teilweise sind die Durchgänge so schmal, dass ich meinen  Rucksack ab nehmen und fast auf allen Vieren hindurch kriechen musste. Am Ende des Rundwegs gibt es eine Abzweigung, die weiter zum Gipfel der Kösseine auf 939 m führt. Das bewirtschaftete Kösseine Haus ist ideal um Mittags einzukehren. Von dort aus geht es wieder hinab – um dann  wieder hinauf zur Hohen Matze auf 813 m zu steigen. Auch von hier geht es wieder hinunter ins Tal. Eigentlich wollte ich in der Pension Silberhaus übernachten, diese ist aber vor einem Monat Pleite gegangen und ich stand vor verschlossener Tür. Nach etwa 20 km und unzähligen Höhenmetern in den Beinen war das natürlich das schlechteste, was passieren konnte. Dank der sehr netten Nachbarn bin ich dann aber doch noch in der Pension Jägersruh in Fichtelberg untergekommen.

Durch die außerplanmäßige Übernachtung beginnt der zweite Tag etwas anders als geplant. Von Fichtelberg aus geht es über den Fichtelsee und das dazugehörige Moor zurück zum Seehaus. Nun wieder auf dem Gebirgsweg folge ich den Wegweisern Richtung Schneeberg. Bevor das heutige Highlight und der höchste Berg des Fichtelgebirges erklommen werden kann, geht es erst einmal auf den Nußhardt auf 972 m.  Die Felsformation erinnert an das gestern durchwanderte Felsenlabyrinth. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter hinauf auf den Schneeberg. Der auf 1051 m gelegene Gipfel ist erst seit 1996 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich – davor handelte es sich um militärisches Sperrgebiet. Dementsprechend stehen dort die verlassenen Bundeswehranlagen, die vom ehemaligen Funkmeldeturm überragt werden. Der Abstieg erfolgt über den Haberstein auf 923 m. Unterhalb der steil aufragenden Felsen erstreckt sich das Blockmeer, dass sanft im Gebirgswald ausläuft. Über Karches und die Ochsenkopfschanze gelange ich zum nächsten Übernachtungsort: Bischofsgrün.

Am dritten und letzten Tag geht es morgens schon steil hinauf. Ziel: Ochsenkopf. Um nach oben zu kommen gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen ist der Berg von zwei Seiten per Seilbahn erschlossen, ein breiter Forstweg führt in weiten Serpentinen auf den Gipfel – und dann gibt es noch den anstrengenden, steinigen Weg. Dieser führt auf einem kleinen Steig steil durch den Wald hinauf. Ich habe mit für letzteren entschieden, da man hier mehr von der Natur genießen kann. Die Aussicht auf 1024 m am Ende ist die Strapazen definitiv wert! Auch hier ist der Gipfel bewirtschaftet. Schade ist nur, dass  hier nicht der übliche touristische Tand verkauft wird, den man von anderen Bergen gewöhnt ist – ich habe es mir vor ein paar Jahren zur Gewohnheit gemacht Stocknägel zu kaufen und zu sammeln. An der Seilbahn steht jedoch ein Automat um Münzen zu pressen, auf den ich dann zurück gegriffen habe. Der Abstieg von dort erfolgt in Richtung Bayreuth. Ab etwa der Hälfte des Weges hinunter findet man eine Abzweigung, die nicht ganz ins Tal hinab führt, sondern auf einem Hügelkamm – der sogenannten Himmelsleiter – weiter oben entlang führt. Das erste Dorf mit Bahnhof entlang des Weges ist Untersteinach. Von hier habe ich mir die letzten 10 km zu Fuß nach Bayreuth gesparrt und habe per Bahn die Heimreise angetreten.

Münchner Jakobsweg: Etappe 1


1 Tag, 22 Kilometer

vom Jakobsplatz nach Schäftlarn


Der Jakobsweg hat viele Einstiege – in München der Jakobsplatz mit der namensgebenden Kirche / Kloster St. Jakob.

Auf den 21.9 km über Grünwald und Baierbrunn zum Kloster Schäftlarn folgt man der goldenen Muschel auf blauem Grund. Vor allem in der Stadt ist der Weg sehr schlecht bzw. gar nicht ausgeschildert. Wer nicht ortskundig ist muss sich an Strassennamen entlang hangeln, bis er zur Isar kommt. Ab da findet man die Jakobsmuschel öfter.

Nun geht der Weg am Fluss entlang. Obwohl man fast die Hälfte des Wegs durch München marschiert, befindet man sich doch immer im Grünen. Nach ungefähr 4 1/2 Stunden erreicht man dann das Kloster Schäftlarn.

Wer sich nicht nur für’s Wandern allein interessiert findet auf dem Weg das Burgmuseum Grünwald. Dort sind die Fundstücke der nahegelegenen Römerschanze ausgestellt. Ein Stück weiter den Weg entlang passiert man den Georgenstein, der den Flössern eine äusserst schwierige Stelle im Flussbett signalisiert.


weitere Links zum Thema:

Münchner Jakobsweg: Etappe 1 – Wegbeschreibung, Wissenswertes

Burgmuseum Grünwald

Georgenstein – historische Grundlage

Buchtipp: Römerstraßen und Kultplätze – Archäologische Wanderungen