Der diesjährige Sommerurlaub führt mich auf die schöne Insel Korsika, vor die Küste Frankreichs. Da es keine bezahlbaren Flüge an den Zielort Ajaccio gab, geht der Flug zunächst nach Bastia. Von dort geht es dann per Auto fast quer über die Insel. Rein kilometertechnisch sind die Strecken von Ort zu Ort nicht so hoch – die Fahrtzeit sagt dann aber etwas anders. Da man sich ständig über Serpentinen auch das Gebirge schlängeln muss ist man ganz schnell bei einer Zeit um die zwei Stunden, obwohl man sich noch nicht weit vom Start entfernt hat.
Auf dem Weg nach Ajaccio gibt es schon einige Sehenswürdigkeiten, die man nicht auslassen sollte. Beispielsweise das Schildkrötendorf bei Montifao (Village des tortues). Die vom Nationalpark geführte Einrichtung kostet 6€ Eintritt und widmet sich ganz der Hermann-Schildkröte. Hierbei handelt es sich um die letzte Landschildkröte Frankreichs, die hier auf Korsika heimisch ist.
Der nächste Stopp sind die Cascades d’Anglais bei Vizzavona. Im Wanderführer ist ein großer Parkplatz als Startpunkt angegeben – dieser war schnell gefunden, aber dann ist es nicht mehr so einfach. Von dort aus ist der Weg leider sehr schlecht ausgeschildert. Deshalb habe ich mich unbewusst für den längeren, anspruchsvolleren Weg über die Ruine Le fort de Vaux entschieden. Die Route beginnt mit einem steilen Anstieg – nach etwa 35-40 Minuten erreicht man dann die kleinen Wasserfälle, die fliessend ineinander über gehen. An den Gumpen ist Vorsicht geboten! Die Steine sind sehr rutschig. Es empfiehlt sich nicht den Wasserlauf zu überqueren. Besser wandert man den Pfad an der rechten Seite nach unten. Der Abstieg wird mit einem Kiosk belohnt. Von dort geht es über eine breite Forststrasse zurück auf die Strasse, welche zum Parkplatz zurück führt.
Die restliche Autofahrt nach Ajaccio ist relativ unspektakulär. Was einem nur schnell auffällt, da es das navigieren erschwert: auf vielen Strassenschildern ist der französische Städtename mit weißer Farbe übermalt, oder den Wegweiser zieren viele Einschusslöcher. Beides sind wohl Ausdruck der Unabhängigkeitsbestrebung Korsikas, die immer mal größere oder kleinere Wellen schlägt.
