Florenz – Ein Wochenende voller Kunst & Architektur

Ich bin den ganzen Tag in Florenz herumgeschlendert, mit offenem Auge und träumendem Herzen. Sie wissen, das ist meine größte Wonne in dieser Stadt, die mit Recht den Namen la bella verdient. Wenn Italien, wie die Dichter singen, mit einer schönen Frau vergleichbar, so ist Florenz der Blumenstrauß an ihrem Herzen. - Heinrich Heine

… und während man so durch Florenz schlendert kommt man an einem Monument nicht vorbei: dem Duomo. Er ist nicht nur eine der größten Attraktionen der Stadt, in um und auf der man einen ganzen Tag verbringen kann, sondern er dient auch immer als Orientierungspunkt. Ein Ticket für die Crypta, Kuppel und den Campanile hat für mich und das verlängerte Wochenende ausgereicht – vor allem da das Ticket über mehrere Tage versetzt genutzt werden kann. Erster Punkt nach dem Ankommen war die Besichtigung der Kuppel. Über zahlreiche Stufen geht ein über mehrere Etappen bis unter die reich verzierte Kuppel. Dort könnte man sich über einen längeren Zeitraum aufhalten und die verschiedenen biblischen Szenen identifizieren und betrachten. Betonung auf könnte! Der Weg an der Spitze ist sehr schmal, so dass immer nur eine Person im Gang stehen kann, deswegen kann man auch nicht länger stehen bleiben, da die nächsten aus der Gruppe schön hinter einem anstehen und ebenfalls über die Bilder staunen möchte.

Der nächste Tag führt mich dann auf die Kuppel – wieder über zahlreiche Treppen. Auch hier ist der Weg wieder so schmal, dass gerade so zwei Personen nebeneinander vorbei gehen können, was bei Gegenverkehr so seine Herausforderungen mit sich bringt. Oben angekommen werden die Strapazen durch eine traumhafte Aussicht über die Stadt belohnt.

Am letzten Tag geht’s dann hinab in die Crypta, die alten Fundamente und Reliquien bewundern. Kostenlos dazu gibt’s die Abkürzung in den Dom hinein. Man überspringt quasi die Schlange der anderen Touristen und steht mitten im Dom, wo man ihn noch mal von seiner ganzen Schönheit innen betrachten kann. Von außen wird mir das Gebäude immer wieder in der Stadt begegnen.

Neben dem Dom erhebt sich der Campanile, der – genau ihr ahnt es schon – über zahlreiche Stufen erreichbar ist. Besonders schön ist die Aussicht, wenn man das Glück hat, den Sonnenuntergang von oben miterleben kann.

Nächstes Must See auf meiner Florenz Liste sind Michelangelos David, sowie die Uffizien. Für beides hatte ich Tickets im vorhinein, um die Schlangen am Eingang vermeiden zu können.

Der David hat es mir schon angetan, muss ich sagen. Zum einen ist er größer als ich ihn mir vorgestellt hatte und zum anderen steht er so prominent in einer Apsis des Museums, dass man gar nicht anders kann als ihn zu bewundern. Die anderen Exponate im Museum verblassen etwas unter seinem Schein.

Für die Uffizien sollte man sich einen guten Tag einplanen, wenn man wirklich alles besichtigen möchte. Auch hier hatte ich vorab ein Ticket – anders wäre es wahrscheinlich auch nicht möglich gewesen. Die Schlange für meinen Timeslot war relativ lang, wobei ich am Ende doch ziemlich schnell drin war. Highlight hier für mich ist die „Geburt der Venus“ von Boticelli. Überhaupt steht für mich das ganze Museum irgendwie im Zeichen der Venus. Die Schlange an der „Venus di Medici“ war so lang und hat sich so langsam fortbewegt, dass ich mich nicht angestellt habe und nur einen kurzen Blick von einem der Seiteneinblicke über viele Köpfe hinweg erhaschen konnte. In der Bilderserie unten erhält man ein paar Eindrücke, was ich alles besichtigt habe.

Am Ausgang der Uffizien befindet sich die berühmte Ponte Vecchio – und ganz ehrlich schön fand ich die Brücke beim ersten Eindruck nicht. Klar sind die bunten Anbauten ganz niedlich in ihren Pastellfarben, aber schön? Nein, schön finde ich das Bauwerk nicht. Vielleicht schaue ich deshalb auch auf dem Foto unten in die andere Richtung. Der Charm der Brücke zeigt sich erst, wenn man sie überquert – sie ist voller Geschäfte! Vor allem Juweliere geben sich die Klinke in die Hand. Der Schaufensterbummel war wirklich sehr schön, nur leider scheint mein Geschmack ein sehr exquisiter zu sein und ich suche mir instinktiv immer das teuerste Schmuckstück aus. Deshalb sollte es auch beim Schaufensterbummel bleiben.

Wo wir gerade schon bei exquisit sind, habe ich noch einen Geheimtipp für alle Fashion Girlies: das Museo Salvatore Ferragamo! Ganz unscheinbar befindet es sich im Untergeschoss des gleichnamigen Geschäfts nahe der Ponte Vecchio. Erzählt wird die Geschichte von den Anfängen des Gründers und Namensgebers bis hin zur Gegenwart. In der liebevoll kuratierten Ausstellung weht immer der Hauch von altem Hollywood durch die Gänge. Sehr fasziniert war ich von den hölzernen Modellen, die nach den Füßen der Filmstars angefertigt wurden, damit die Schuhe maßgefertigt werden können. Verliebt habe ich mich in die Ballerinas von Grace Kelly, die auch heute noch todschick wären. Der Drang am Ende der Ausstellung Schuhe zu kaufen konnte ich fast nicht unterdrücken – aber die von mir favorisierten Ballerinas werden zu meinem Glück, oder zum Glück meines Geldbeutels, nicht mehr hergestellt.

Last but not least geht es ins Freie. Die Boboli Gärten hinter dem Palazzo Pitti sind eine der bekanntesten Gärten Italiens. Hier findet man zahlreiche Aussichtspunkte, die entweder die Stadt oder die toskanische Landschaft überblicken lassen. Die Landschaft hat es mir ein bisschen mehr angetan und sieht einfach genau so aus wie auf dem Bild in der Küche meiner Eltern, das ich meine halbe Kindheit über bewundert habe. Ich dachte immer auf dem Bild wäre mehr Fiktion als Wahrheit dargestellt – aber es sollte sich rausstellen: die Traumlandschaft aus meiner Kindheit gibt es wirklich! Und sie ist in echt noch schöner als gemalt.

24 Stunden in Colmar

Im November ging es für ein kurzes Wochenenden ins Elsass. Da ich effektiv nur 24 Stunden in der Stadt verbracht habe kommen hier meine drei Highlights, die man nicht verpassen sollte:

Klein-Venedig

Im Viertel Krutenau, wo sich auch meine Unterkunft befand, findet sich das sogenannte Klein Venedig. Das Leben spielt sich hier rund um die Zuflüsse des Flusses Lauch ab, was an die italienische Stadt erinnert. Wasser spielte bei der Entstehung des Viertel eine große Rolle, da sich hier die Gemüsebauern vor den Toren der Stadt ansiedelten. Besonders der Ausschnitt auf dem Bild unten ist sehr bekannt. Täglich fotografieren sich hier hunderte Menschen vor dem pittoresken Hintergrund.

Freiheitsstatue

Der berühmteste Sohn der Stadt ist Auguste Bartholdi – der Erfinder der Freiheitsstatue. Ihm ist nicht nur ein Museum gewidmet, sondern die eiserne Dame findet sich auch überall in Colmar wieder. Auf den Strassen findet man goldene Wegweiser, die zu einer Replik der amerikanischen Freiheitsstatue führen. Da die große Statue etwas außerhalb der Stadt steht blieb für einen Besuch leider keine Zeit und die Wegweiser mussten genügen.

Choco Museum

Mein kleines Highlight während der Reise war das Choco Story Museum. Für 12,50€ Eintritt für einen ein Audio Guide durch die zweiteilige Ausstellung: Vom Anbau bis zur Verarbeitung der Kakaos wird im ersten Teil alles genau erklärt. der zweite Teil beschäftigt sich mit den Dingen die man aus Schockolade fertigen kann – von Trinkschokolade bis zu lebensgroßen Figuren. Wie der Freiheitsstatue unten im Bild. Und das Beste: Während des Durchgangs kann man die ganze Zeit kleine Schokotaler probieren!

Kulinarisch darf der Flammkuchen natürlich nicht fehlen. Den bekommt man fast an jeder Ecke. Da ich leider schon immer viel zu verfressen war, gibt’s davon keine Fotos und ich werden wohl nie ein Food-Blogger werden…